Erläuterungen zu Basel II
Hallöchen,
Nach meinen Informationen (aus Bankenkreisen)
uuuh, der Herr hat Insiderinformationen. Raffiniert.
gilt Basel II
erst ab 2006,
Nach derzeitigem Stand der Dinge richtig. Ein guter Anfang, aber leider leider leider…
doch die Banken versuchen schon jetzt
Rankinggebühren zu kassieren
Es werden keine von Banken Ratinggebühren kassiert. Kurzfassung zu Basel II: Bisher muß (Gesetz) jeder Kredit von den Banken aus Risikogründen mit 8% Eigenkapital unterlegt werden. Da Eigenkapital knapp ist (und derzeit sogar mehr als knapp) kostet das Geld und zwar für jeden Kredit gleich viel. Das ist natürlich Schwachsinn, weil ein Kredit an Siemens weniger Risiko behaftet ist, als ein Kredit zum Beispiel an Dich. Daher wird in Zukunft die Eigenkapitalunterlegung vom Kreditrisiko abhängen. Dies kann jedem, der vernünftige Zahlen ausweist, nur recht sein.
Dieses Kreditrisiko wird zukünftig entweder von externen Ratings (siehe dazu auch FAQ:851) abhängen oder von internen, also bankinkinternen. Und jetzt kommt der Clou: Damit ein bankinternes Ratingsystem zukünftig anerkannt wird, muß es mindestens drei Jahre lang verwendet werden und …schwupps… rutschen wir von 2006 auf 2003.
Mehr zu Basel II: FAQ:101
und die Kunden mit Basel II -
Kriterien zu verunsichern
Jedes Unternehmen, das jetzt noch nicht auf Basel II reagiert, wird von Idioten oder Hasardeuren geführt.
bzw. noch nicht vorhandene Gründe zu
suchen, ein Darlehen nicht zu gewähren oder aufgrund von
angeblich „höhrerem Risiko“ einen höheren Zinssatz zu
verlangen.
Das nur „angeblich“ höhere Risiko ist ein tatsächliches. Ein Unternehmen, das eine Eigenkaptialquote und eine Umsatzrendite von je 3% hat, stellt ein anderes Risiko dar, als eines, bei dem die Quoten bei 25% liegen. Warum das jetzt erst erkannt wird, ist mir ein Rätsel. Offensichtlich sitzen in Banken genauso viele Idtioten, wie bei den Kreditnehmern.
Wenn die Zinsen dann wieder hoch sind, wird wieder „alles
finanziert“.
Kannst Du vergessen. Wir erleben einen Strukturwandel, der sich gewaschen hat und den etliche Unternehmen nicht überleben werden. Daß das so ist, ist nicht zwangsläufig Schuld der Banken, sondern auch von Vatter Staat. Der hat nämlich dafür gesorgt, daß ausgeschüttete Gewinne niedriger besteuert wurden, als einbehaltene, was uns wieder zu den katastrophalen Eigenkapitalquoten in Deutschland bringt.
Als Selbständiger/Unternehmer sollte man mindestens zwei,
besser drei Banken im ständigen Geschäftsverkehr haben, damit
keine zu
mächtig wird oder wegen kurzfristiger Engpässe den Geldhahn
zudreht und man deshalb unnötigerweise Insolvenz anmelden
muss…
Ist zwar kein schlechter Tip, aber bringt nicht viel, wenn darunter Banken wie die ABN Amro, MM Warburg oder Merck Fick sind, die praktisch alle Firmenkredite abbauen oder Banken, wie die Dresdner, Commerzbank, Deutsche oder HypoVereinsbank, die über kurz oder lang fusionieren werden. Außerdem sollte man bei Sparkassen und genossenschaftlichen Banken aufpassen, weil diese a) fusionieren müssen (wegen der katastrophalen Ergebnisse) und b), weil sie ab 2005 ihr Risiko selber tragen müssen und das nicht - wie bisher - Dritte übernehmen. Damit werden diese ihre Zinssätze endlich mal an den tatsächlichen Kosten orientieren.
Man achte also nicht darauf, daß man viele Banken hat, sondern darauf, daß man die richtigen Banken hat.
Denkt bei Eurer Finanzierung an eine Zinsfestschreibung von
15 oder 20 Jahren - ich kenne einige Banken, die dies weit
unter
6% anbieten
Tatsächlich? Da weißt Du mehr als ich. Ich kenne keine Bank, die einen Kredit an ein Unternehmen derzeit auf mehr als 8 Jahre herauslegt.
Gruß
Christian
P.S.
Ich bin ja nun wahrlich nicht (neudeutsch) pro-bank-minded, aber derartigen hahnebüchenen Unsinn kann ich ohne sarkastischen Kommentar nicht stehen lassen. Wenn Du Dich auf Dauer in diese Brett umtreiben willst, werden wir noch viel Spaß miteinander haben. Allerdings nicht in den nächsten 2 Wochen. Da bin ich nämlich in - mit veruntreuten Kundengeldern bezahltem - Urlaub.