leider kann ich Dir auf Deine Frage keine Antwort geben.
Ich habe aber gerade einen erklärenden und kritischen Artikel über Basel II in der BrandEins gelesen, den ich sehr interessant fand. Vielleicht bringt er Dir oder anderen Basel II-Interessierten ja einen nützlichen Input: http://www.brandeins.de/magazin/was_unternehmen_nuet…
vereinfacht erklärt: Bisher wurde bei den Banken für Kredite 8% Eigenkapital in Anrechnung gebracht (man spricht von Unterlegung). D.h. Für einen Kredit von EURO 1 Mio. „verbraucht“ die Bank T€ 80 Eigenkapital. Im Prinzip bestimmt sich so die maximale Kreditsumme, die eine Bank vergeben kann (vereinfacht gesagt).
Nun ist eigentlich nicht einzusehen, warum für Kredite minderer Bonität genauso viel EK in Anrechnung gebracht wird, wie für Kredit bspw. an die Bundesrepublik Deutschland.
Insofern wird es in Zukunft mehrere Stufen der Bonität und damit der EK-Unterlegung geben. Ich meine es wären 3 Stufen, 6, 8 und 10%. Die Einteilung der Bonität erfolgt dabei nach einem Rating, entweder einem externen (Ratingagentur) oder einem internen der Bank. Interne Rating-Systeme werden vom BAKred kontrolliert und zertifiziert. Die Stufen werden dabei nach den Kreditausfallwahrscheinlichkeiten festgelegt.
worum es derzeit noch Ärger gibt, ist das Laufzeitproblem. Bei einem 10jahres-Kredit ist die Ausfallwahrscheinlichkeit größer, als bei einem einjährigen oder baw.-Kredit. Ganz einfach deshalb, weil man bei einem 10jahres-Kredit nicht einfach aussteigen kann, wenn es dem Kunden schlechter geht. Der Witz ist nun, daß diese Art der Finanzierung in den USA verhältnismäßig ungebräuchlich ist, das Laufzeitproblem die dortigen Banken also nicht juckt. In Deutschland sind lang- und mittelfristige Kredite gerade im Mittelstand sehr verbreitet. Daher befürchtet der Mittelstand, daß die Kredite teurer werden, weil mehr unterlegtes Eigenkapital die Bank natürlich Geld kostet (Renditeziele werden (nicht nur) bei den Banken heute an der Eigenkapitalverzinsung festgemacht).
Dazu kommt, daß in den USA deutlich mehr Unternehmen börsennotiert sind, d.h. weniger auf Kredite angewiesen sind. Dagegen hat der typische dt. Mittelständler eine relativ geringe Eigenkapitalausstattung, was in jedem Rating zu einer Verschlechterung führt. Daher fürchtet der Mittelstand auch hier höhere Kreditzinsen, im übrigen ganz zu Recht. Es ist also jetzt an der Zeit, die bisher meist vernachlässigte Bilanzstrukur mal in Ordnung zu bringen. Außerdem hatte der Mittelständler bisher ja relativ geringes Interesse daran, einen hohen Gewinn auszuweisen (Steuer). Auch dieses wird sich in Zukunft ändern müssen.
Die Verteuerung von Krediten wird nach Basel II entgegen der landläufigen Einschätzung nicht alle Unternehmen treffen. Wer ein gutes Rating hat, wird zukünftig deutlich weniger Zinsen zahlen müssen, als bisher. Dies wird besonders den deutschen Maschinen- und Anlagenbau glücklich machen, der sich vor allem über Kundenanzahlungen finanziert und eben nicht bzw. kaum durch Bankkredite (was sich im allgemeinen ebenfalls ratingverbessernd auswirkt). Insofern ist das Gezeter, was sich gelegentlich in der deutschen Unternehmerschaft erhebt, ein Gegacker um ungelegte Eier und beruht vor allem auf Unkenntnis der geplanten Regelungen. Hier kann man zwar den Banken einen Vorwurf machen, jedoch obliegt die Information eigentlich den Unternehmerverbänden. Diese haben sich jedoch nach meiner Einschätzung bisher vornehm zurückgehalten.
Durch die „weltweite“ Einfürhung von Basel II wird auch ein Ungleichgewicht in der dt. Bankenlandschaft bereinigt. KI, die derzeit noch nicht mit Ratings und einer entsprechenden Steuerung arbeiten (Stichwort RAROC), bieten den Kunden derzeit noch niedrigere Zinssätze an, als es eigentlich vertretbar wäre. In diesem Zusammenhang ist auch die Diskussion über die Gewährsträgerhaftung bei den Sparkassen zu sehen. Da die Sparkassen nciht für eine eigene Einlagensicherung löhnen müssen, fallen dafür auch keine Kosten an, während die privaten Banken in den Einlagensicherungsfonds einzahlen. Die Kosten dafür werden natürlich auf die Kreditzinsen umgelegt.
Das ist in aller Kürze das wesentliche zum Thema. Tatsächlich könnte man noch an die 100 Seiten zu diesem komplexen und m.E. recht spannenden Thema.
Insofern wird es in Zukunft mehrere Stufen der Bonität und
damit der EK-Unterlegung geben. Ich meine es wären 3 Stufen,
6, 8 und 10%. Die Einteilung der Bonität erfolgt dabei nach
einem Rating, entweder einem externen (Ratingagentur) oder
einem internen der Bank. Interne Rating-Systeme werden vom
BAKred kontrolliert und zertifiziert. Die Stufen werden dabei
nach den Kreditausfallwahrscheinlichkeiten festgelegt.
Nochmal zum Zusammenhang zwischen Rating und EK-Unterlegung:
Ratingstufe AAA bis AA- : 20% vom Standard (8%) -->1,6 % Unterlegung
A+ bis A- : 50% --> 4%
BBB+ bis BBB- 100% --> 8%
BB+ bis BB- 150% -->12% (insofern waren meine vorherigen Äu0erungen nicht ganz richtig: Rechnen will gelernt sein)
B+ und schlechter: Kredit wird vom EK der Bank abgezogen. In diesem Fall wird direkt die maximale Kreditvergabe der Bank gemindert, ebenso die Eigenkapitalquote der Bank. Damit können auch, wenn die Kredite noch nicht abgeschrieben wurden, Sanktionen des BAKred (Bundesaufsichtsamt f. d. Kreditwesen) folgen.
Zum Zustandekommen der Ratingstufen: Jede Ratingstufe steht für eine bestimmte Ausfallwahrscheinlichkeit der so eingestuften Kredite.
Jetzt wird´s wirklich kompliziert: Nehmen wir (stark vereinfacht) an, das Rating für Unternehmen basiert auf den Kennzahlen Eigenkapitalquote und Umsatzrendite. Für diese beiden Kennzahlen wird ein "Teil"rating ermittelt. Nehmen wir weiter an, das Rating umfaßt die Stufen 1-5 und wird aus dem Durchschnitt der Teilratings der beiden Kennzahlen ermittelt.
Nun setzt man fest, daß die Wahrscheinlichkeit mit der ein Kredit eines Unternehmen mit der Einstufung „1“ ausfällt, maximal 2% betragen darf. Nun ermittelt man die Eigenkapitalquoten zum letzten Bilanzstichtag vor der Pleite aller pleite gegangenen Unternehmen der letzten x Jahre. Die 2% an Unternehmen mit den höchsten Eigenkapitalquoten vor der Pleite werden ermittelt. Die niedrigste EK-Quote aus diesen 2% wird festgehalten. Zu ratende Unternehmen, mit einer EKQ über diesem Wert, erhalten für ihre EKQ das Teilrating „1“.
Mit der Umsatzrendite wird genauso verfahren.
Das Gesamtrating wird nun als Durchschnitt der beiden Teilratings für EKQ und Umsatzrendite ermittelt. Bsp: Teilrating für EKQ: „2“, Teilrating für Umsatzrendite: „4“. Macht ein Gesamtrating von „3“.
Tatsächlich beruht das Rating auf mehreren Kennzahlen. Außerdem werden die Bereiche für für die einzelnen Teilratings etwas komplizierter ermittelt.