Hi!
*lol* Habe auch einen Sohn, bei dem ist das in sportlicher
Hinsicht so. Er würde nie ein Wettrennen mit jemanden machen,
der evtl. schneller sein könnte als er
Ich denke
grundsätzlich ähnlich, habe aber die relative
Aussichtslosigkeit meiner Bemühungen erkannt und backe da
inzwischen kleinere Brötchen. Meine Einstellung dazu: Wenn es
damit Probleme gibt, dann kann man sie ja dann lösen, wenn es
soweit ist. Dann ist er auch motivierter dazu - er hat ja dann
ein Problem (und das hoffentlich auch als solches verstanden).
Bei uns funktioniert (im Bereich Schule, da ist er so
mittelmäßig)eher eine Politik der kleinen Schritte und kleinen
Erfolgserlebnisse.
Naja, das Problem besteht eigentlich schon immer und hat ihr auch bei den Schulaufgaben schon Probleme gemacht. Ich glaube auch nicht, wenn ich mein Vorhaben durchziehe, dass es damit schlagartig gelöst ist. Für mich ist es eher so ein kleiner Schritt, ihr zu zeigen, dass man was erlernen kann.
-tolle Ergebnisse hervorbringen
-nicht zu einfach, aber natürlich auch nicht zu schwierig für
das Alter sein
-etwas Übung erfordern
Bei der Aufzählung fehlt mir das Wichtigste: das soll Spaß
machen! Sonst wird das doch ein Krampf.
Deshalb will ich ja mit ihr basteln, weil sie das gerne tut. Wenn sie ein Kind wäre, das basteln hasst, dann würde ich bestimmt was anderes suchen. Und deshalb soll das Ergebnis ja so schön sein, dass man denkt: sowas will ich auch machen.
Ich finde, das hört sich großartig an, besser als jede
„Technik“, bei der man nach vorgegebenen Zielen arbeitet. Es
wäre jammerschade, wenn sie davon abgebracht würde.
Unterstütze sie darin und kaufe ihr interessante Materialien,
die sie da mit hinein mixen kann.
Soll sie ja auch weiter machen und wird sie ja bestimmt auch. Zumal ich sowieso nicht immer Zeit für sie hab. Und ich habe auch nicht an so ein fertiges Bastelpaket gedacht, wo zwanzig ausgestanzte Teile nach Vorschrift zusammenzusetzen sind und dann einen Clown ergeben. Das ist für mich auch nicht wirklich basteln. In der vierten Klasse hingen bei uns z.B: 23 Bilder mit den gleichen Hasen, gemalt mit Schablone und einer, der anders war. Ich habe mich geweigert, die Schablone zu benutzen…
Ich dachte eher an eine grundlegende Technik, die sie dann natürlich für eigene Ideen einsetzen kann. Nehmen wir z.B. eine Maltechnik. Ein Künstler, muss z.B. lernen, wie man eine Radierung macht. Trotzdem ist er ja Künstler und dass er die Technik beherscht tut ja seiner Kreativität keinen Abbruch.
sie alles gleich können will, wenn es nicht gleich klappt,
sagt sie halt „ich kann das nicht“.
Da hört sich ganz normal an für ein Kind - wie alt ist sie
denn?
Sie ist 7, wie schon geschrieben. Und es ist nicht normal, sondern liegt in ihrem Charakter. Das soll jetzt nicht heißen, dass sie einen unnormalen Charakter hat, sondern nur, dass es ihre Eigenart ist und nicht typisch für ein Kind ihres Alters. Schon als Baby wollte sie lieber, dass Mama den Turm baut, denn Mama kann es besser, das war ihr schnell klar. Wie bereits geschrieben habe ich drei Kinder und das z.B. war nur bei ihr so. Unsere Mittlere ist das genaue Gegenteil, wenn die etwas können will, dann probiert sie so lange, bis es klappt, immer wieder.
Aaaaaalso, ich hole mal aus und hoffe, Du magst da mal
mitlesen:
Ich habe immer viel gebastelt und gemalt. Für mich war das
immer ein Ventil für alles mögliche im Alltag und ich kämpfe
gerade sehr, weil mir das zur Zeit nicht gelingt. Deshalb mein
Plädoyer, Deine Tochter damit einfach zu lassen. Sie zu
unterstützen, in dem was sie tut und so, wie sie es tut.
Ich habe nie nach Anleitungen gebastelt, Materialien und
Techniken sind für mich nur Anregungen für meine eigenen
Ideen. Ich gucke mir gern Bücher z.B. zum Töpfern an und
lasse mich inspirieren - käme aber nie auf die Idee etwas dort
in einer Anleitung Gezeigtes eins zu eins nachzubasteln.
Naja, es geht es ja auch nicht ums Nachbasteln, sondern z.B. ums Töpfern an sich. Auch beim Töpfern muss man z.B. bestimmte Sachen beachten, sonst kommen nur Scherben aus dem Brennofen. Und wenn man das Ganze dann glasieren will, muss man auch ein wenig Ahnung von Glasuren haben, man verarbeitet sie anders als Wasserfarben.
Pseudokreative Dinge (sorry, jeder kann natürlich das machen,
was ihm Spass macht, ist eben meine Meinung) wie
„Serviettentechnik“ liegen mir ziemlich fern, entsetzt war ich
auch über die groß angekündigte Schultütenbastelei a la kleben
sie Teil A an Teil B…
Schrecklich, für wahr. So habe ich das auch bestimmt nicht gemeint, ich mag sowas selbst nicht. Ich mache mir aber auch keine Sorgen, dass sie nur nach Vorlage arbeitet oder so, dazu ist sie viel zu kreativ. Aber eine bestimmte Technik zu können eröffnet ja auch neue Spielräume. Nur wer Stricken gelernt hat kann sich seinen Traumpullover stricken, nur ein Beispiel.
Gut finde ich durchaus die Idee, Ihr Materialien oder ein Buch
(oder beides) zu schenken. Habe ich auch immer wieder bekommen
und das dann mit „verwurstet“, aber Dein Ansinnen hört sich
ein wenig nach Generalstabsplan an, mich hättest Du da
gründlich vergrault - meinen Sohn übrigens auch.
Es geht mir schon um Materialien, die man nicht einfach intuitiv verwursten kann, sondern die in einer bestimmten Weise benutzt werden müssen, die man eben erlernen muss, z.B. stricken. Natürlich soll es was sein, was sie können will, was sie lernen kann und was sie dann auch mit Freude anwenden kann. Wenn ich sage, dass ich mir dafür Zeit nehmen muss dann ja auch nur, um sie am Anfang zu begleiten, in der Lernphase. Danach kann sie natürlich machen was sie will. Ich dachte, um beim Beispiel Stricken zu bleiben, sie findet die Nadeln und die Wolle unterm Weihnachtsbaum, und ich verpreche ihr dann, mich morgen mit ihr hinzusetzen um ihr zu zeigen, wie man strickt.
Meine Mutter hat mir z.B. mal das Auffädeln von Untersetzern beigebracht. Es kam aber immer das gleiche Muster heraus, nur mit verschiedenen Farben. Nach zwei, drei Untersetztern hatte ich ein anderes Muster entworfen, was sich auch sehr leicht machen lies. Ich zweifle nicht daran, dass sie das auch könnte, da ist sie mir ziemlich ähnlich.
Ich bin mir nicht sicher, aber mein Idee wäre alternativ dazu,
dass sie ein Musikinstrument lernen könnte. Da ist mit Übung
viel zu erreichen. Aber auch da ist die Seele der Musik doch
immer wichtiger als der pädagogische Effekt…
Nee, Musikinstrument ist nicht das richtige. Erstens ist es bei uns sehr schwierig zu realisieren, wir wohnen auf dem Dorfe. Zweitens ist es nicht so ihr Ding, ich befürchte auch, dass sie mein musikalisches Gehör geerbt hat und nicht das von Papa. Kommt mir auch weit mehr wie ein Generalstabplan vor, mit regelmäßigen Stunden und so.
Ich wollte einfach nur, dass sie ein Erfolgserlebnis hat, dass ihr nicht in den Schoß fällt. Eben z.B. ein selbstgestrickter Pullover, obwohl beim ersten mal alle Maschen runtergefallen sind (aber Stricken ist glaub ich noch zu schwer). Sie soll einfach nur erfahren, dass sie was erreichen kann, wenn sie sich darauf einlässt und am Ball bleibt, auch wenn es zuerst zu schwierig aussah.
Viele Grüße
Bianca