MOiN!
Ach, die alten DDR-Modeds liefen meist 20 Jahre und mehr.
Ich hatte damals eine gut 15J. alte Schwalbe, die später
mein jüngerer Bruder, dann meine kleine Schwester und noch
später ein Verwandter gefahren hat. Die war dann schon lange
weit über 20J. alt und lief.
Wieviele Km?
Lt Tacho ~9 tkm, aber der ging 20 Jahre lang nich… Ausserdem
hab ich mittlerweile nen regenerierten S51-Motor (4-Gang)
drin.
9 TKm sind gar nichts.
20 Jahre Stillstand ist bei den Dingern ja kein Thema. Neue Reifen, neue Bremsbeläge, Ölwechsel und los.
Spannend wird es, wenn man die Kisten wirklich viel fährt. Und da habe ich eben mit der Vespa ausgesprochen gute Langzeiterfahrung.
Ich kenne die Schwalben als „Kolbenfresser“. Alle 20-30 TKM
waren die hin. Ich hatte mal eine Zeit lang für 2 Freunde ein
bisschen was an den Dingern gemacht.
Wenn du Nachbau-Garnituren (Kolben u Zylinder, Neupreis ~30 €)
nimmst, is nach 15-20 tkm Feierabend, bei den originalen
DDR-Garnituren wird ein Neuschliff für ~45€ nach 30-40 tkm
fällig. Die Haltbarkeit der DDR-Garnituren is aufgrund der
verwendeten Materialien und der besseren Verarbeitung weitaus
höher.
Die Kisten standen in München. Von dort habe ich die Teile von einem Dealer in DD per Mailorder bestellt.
Ich hatte leider nicht die Möglichkeit, die halbe Ex-DDR abzufahren, um den richtigen Ersatzkolben nach 20 Jahren aus einer Garage zu ziehen…
Nicht schlecht, aber qualitativ kein Vergleich zu den Vespas
aus den 80ern.
So eine Vespa, die nie getunt und immer regelmässig gewartet
wurde, musste man auch mit 80.000 Km nicht auf machen.
Oha, da komm ich wirklich nich mit. Aber ich fahre aus
Kostengründen Simson. Ausserdem schraube ich gerne.
Ich hatte hier mal eine Vespa PX 80 von 1982 stehen, die nach Scheckheft(!!!) 120.000 Km auf der Uhr hatte. Es waren alle Rechnungen für Servicearbeiten seit EZ dabei, 1. Hand, aus Erbschaft.
Das Ding sah fürchterlich aus, alles verkrazt, aber der Motor war so gut wie dicht und lief. Vollgas 65 zwar nur, aber er lief. Ich fand in den rechnungen keinen Hinweise auf Arbeiten am Motor außer Ölwechsel und Vergaser nachstellen / LuFi reinigen (ist aus Metall, wird nur gereinigt, nicht weggeworfen) / BenFi wechseln.
Ich habe dann den Zylinder demontiert. Leider keine Photos gemacht. Kolben und Brennraum waren schwarz, die Kolbenringe in den Nuten festgekokt. Liessen sich keinen mm mehr bewegn.
Habe sie dann mit dem Schraubenzieher rausgekrazt und mir fielen jeweils 3-4 Teile entgegen. Kopf etwas geplant, alles gereiningt, neue Kolbenringe und Fußdichtung. Neue Kerze/Öl/Reifen/Bremsen/Batterie (mehr s.u.). Kiste lief. 90 Km/h nach Tacho, also ca. Werksangabe (77 Km/h).
Es gibt bei den Serienteilen eigentlich nur wenige richtige Schwachstellen: die Stoßdämpfer. Die habe ich bei allen PX, die ich für Bekannte oder zur Aufbesserung des Studienbugets „gemacht“ hatte, immer sofort gegen welche von Sebac ausgetauscht. Kostet heute ca. 150 Eur und hält dann mindestens solange, wie der Normalmensch seine gebrauchte Vespa noch nutzt.
Dann noch das Schaltkreuz (Da muss dann der Motor zerlegt werden, hält aber bei wirklich sauberem Schalten auch ewig, bei o.g. Vespa war es wohl noch original und die Gänge sprangen nicht).
Und das Lager der Antriebswelle. Das macht man beim Schaltkreuz dann gleich mit. Ordentlich Spiel ist hier leider normal und auch kein großes Problem.
Heute würde ich mir jedoch eher für 100 Euro bei Ebay einen guten Motor (ist ja bei der Vespa alles ein einziges Teil) besorgen, als den vorhandenen Motor aufzumachen, Faulheit siegt…
Was denkst du, wie alt die Simson vom Fargesteller sein wird?
Kleiner Tip: Nach 1989 wurde Simson recht schnell dicht
gemacht.
Ich weiß nicht, wie alt das Ding ist.
Mittlerweile 30 Jahre.
Schön.
Nein, nciht „schön“. Die Dinger isnd potthässlich.
Aber für mich die einzig akzeptable Alternative zu einer Blechvespa.
Ein Plastikroller käme mir nicht ins Haus.
Es gibt hier aber noch einen ganzen Haufen von den Dingern
und man bekommt kaum eines unter 300€…400€ (techn. guter
Zustand vorrausgesetzt).
Das zeigt ja schon die „market appreciatrion“. Eine Vespa in
gutem Zustand kostet immer über 500 Euro… 
Naja, mit ging es weniger darum, die Schwalbe schlecht zu
machen, als klarzustellen, dass die Vespa Modelle aus den 80er
Jahren sehr dauerhaft und hochwertig waren.
Und aufgrund der fehlenbden Batterie eben auch deutlich
zuverlässiger und wartungsfreundlicher.
Dazu kommt, dass man immer ein Ersatzrad dabei hat.
Ich hab bei ~ 30 tkm/Jahr Simson noch nie ein Ersatzrad
gebraucht…
Ich auf den über 100.000 Km mit der Vespa sicher 6-7 mal.
Und die Batterie brauch ich nur für Blinker u
Hupe. Alles andere is „autark“, denn es gibt 3 separate
Stromkreise:
1x Zündung
1x Frontlicht
1x Brems- u Rücklicht, Batterieladung
Wird nicht gebremst, werden die von der Lichtmaschine
kommenden 21W für die Batterieladung genutzt, ggf abzüglich
der 6,2 W für Rücklicht (5W) u Tachobeleuchtung (1,2 W).
So ähnlich funktioniert das bei der Vespa PX bis 1983 auch. Die haben eine Batterie für Blinker und Licht.
Die Zündung funktioniert ohne Batterie (Unterbrecher).
Beim Modell PX „Lusso“ ab 1984 gab es eine Batterie dann nur noch bei den E-Starter Modellen.
Grüße,
Mathias