Hallo Holger,
Also um die Frage nun mal ganz einfach und OHNE Auto zu
formulieren:
Mal angenommen, ich stelle eine einsame Autobatterie in die
Tiefkühltruhe. Dann ist sie nicht mehr so leistungsfähig, wie
wenn sie warm ist. Richtig oder falsch?
Das ist richtig, da die Batterie mit abnehmender Umgebungstemperatur an Leistung verliert. Du machst ja auch mit nicht aufgewärmten Muskeln einen Sprint über 50m ohne hinterher ordentlich Muskelkater zu haben.
Und wenn ich sie nun ziemlich lange in der Tiefkühltruhe
stehen lasse, wird die Leistung dann immer schwächer? Ja oder
nein?
Wenn die Batterie noch in Ordnung ist, keine Zellen defekt sind und die Nominalkapazität bei Raumtemperatur gegeben ist, sollte die Leistung der Batterie unabhängig von der Verweildauer in der Kühltruhe gleich bleiben, jedoch auf einem geringeren Niveau als bei RT.
Und mal angenommen ich lasse sie seeeeeeeeeeeeehr lange da
drin. Hat sie dann irgendwann fast gar keinen Saft mehr? Ja
oder nein?
Soweit ich weiß, ist es unabhängig von der Verweilzeit in der Kälte, wie stark die Leistung abnimmt. Wenn isch ein stationärer Zustand eingestellt hat, hat die Batterie nur noch x% der Nominalleistung.
Wenn Deine Batterie also noch relativ neu ist, Du keine Kriechströme oder Verbraucher im Wagen hast, die permanent, also auch bei ausgeschaltetem Motor, Strom ziehen und die Mechanik soweit in Ordnung ist, dann solltest Du ohne Probleme starten können. Den Aufwand, jedesmal vor dem Starten und nach dem Abstellen die Batterie auszubauen (also insgesamt viermal am Tag !), würde ich mir ersparen. Wenn Dein Polo gut eingestellt ist, die Startautomatik (vor dem Starten Gaspedal einmal durchtreten) in Ordnung ist und sonst nix kaputt ist, sollte auch ein 17 Jahre altes Auto ohne Weiteres anspringen. Zumal, wenn es sich um einen Benziner handelt. Anders sieht die Sache beim Diesel aus, der ja schon mal ordentlich Strom zum Vorglühen benötigt. Sind dann die Glühkerzen defekt oder nicht mehr so ganz berauschend, hast Du es tatsächlich schwer, den Motor anzulassen. Vor allem, wenn die Leistung der Batterie ohnehin recht knapp an der Minimalgrenze liegt. Ich tendiere daher immer dazu, beim Batteriewechsel die größte, passende Batterie einzubauen. Mal was anderes, hast Du vieleicht schon mal Deine Lichtmaschine überprüfen lassen ? Vielleicht erzeugt die ja nicht mehr genug Ladestrom, um die Batterie wirklich aufzuladen. Oder die von Dir täglich gefahrene Strecke reicht z.B. nicht aus, die Batterie so aufzuladen, daß sie wieder voll ist. Da hilft dann tatsächlich nur noch, ab und an mal eine längere Strecke zu fahren, sämtliche, nicht benötigte Verbraucher auszuschalten (Heckscheibenheizung, Radio, Endstufe, etc.) und die Batterie endlich mal wieder aufzuladen.
Bis denn dann,
Felix