Hallo Tobias,
als Student kann es Dich sicher nicht schrecken, wenn ich Dir pauschal alle Bücher der
***** handwerklichen Lehrausbildungen *****
empfehle. Ich hab das in den Jahren 1995-2001 gemacht: Maurer, Betonbauer, Stuckateur, Fliesenleger, Zimmerer, Bautischler, Pflaster+Wegebau, Dachdecker, Heizung+Sanitär.
Vorteil: selten Werbung+Commerz+Schöngerede. Inwieweit man in die Mathematik einsteigt, bleibt fraglich. Wenn ich überlege, was so mancher stumpfsinnige Handwerker, der mir begegnet ist, mathematisch drauf haben müsste … ein verkappter halber Doktor mathematicus
Niemals würde ich behaupten, alles kapiert zu haben, aber aus jedem Buch ist immer was hängen geblieben, dass ich z.T. Jahre später gebrauchen konnte. Ich hab viel kopiert und mir ordnerweise ein Kompendium zusammengestellt. Inzwischen benutze ich aber nur noch das Internet, für Bibliotheken, Bücher, Kopien fehlen Geld+Zeit.
Konkret kann ich alle
***** (KS)-Maurerbücher von Meister WESSIG *****
empfehlen, ein prima Kerl von altem Schlag, der sogar noch die Mörteltaschen ausgegossen hat ! Dann gibts noch so eine großformatige
**** „BAUFIBEL“ ****
, die grob aber doch gut alle Gewerke erläutert (auch für Azubis).
Sehr wichtig waren die Grundlagenbücher über BAUPHYSIK. Ganz besonders kann ich die dünnen Hardcover im A4-Format mit der treffenden Betitelung
***** „SCHWACHSTELLEN“ ******
empfehlen. Die Autoren hab ich liebevoll „bauphysikalische Meckerköppe“ getauft: Scheinbar von keinem Baustoff-oder Chemiekonzern gesponsort nehmen die z.B. systematisch die ach so heile und hehre Welt des Gipskarton und der Polystyroldämmung auseinander ! Ein lehrreicher Lesespasss, der später Schimmel, Feuchte, Übelkeit ersparen kann.
Dann gibts das dicke rote Nachschlagewerk
***** „TABELLEN BAU“ ******
o.ä. (auch mit CD). Da findest Du sämtliche Rohdichten, k-Werte, Lastannahmen und kurze Beschreibungen von Konstruktionen in Alt+Neubau.
Dann fallen mir noch die A4-Hardcover
***** „BAUKONSTRUKTIONEN“ ******
ein. Mit vielen großen Detailzeichnungen gibts x- Lösungen für Fußboden-,Wand-,Deckenkonstruktionen.
Auch die Grundlagenbücher sind meistens von bestimmten Marken unabhängig, was bei allg. Baumarktliteratur kaum der Fall ist.
Last but not least das spannende
**** BauGB + LandesBauO + HOAI + VOB/B+/C ****
Besonders gut sind die Kommentare. Auch die Beckausgaben im Paper-Beck enthalten in der Einleitung viele hilfreiche Praxistipps für Vertragsgestaltungen usw. Meinen Neubau (nur Rohbau von der Firma) habe ich ohne Anwalt nur mit diesen Büchern durchgezogen und (außergerichtlich) alles abgeblockt. Hat mir ca. 25.000 Euro Mehrkosten erspart.
Mit konkreten Titeln kann ich leider z.Zt. nicht dienen, weil meine Bücher bis auf meine absoluten Lieblinge seit Jahren in Kartons lagern (einige Tausend) und meine Bibliothek noch nicht fertig ist.
Bei allem Lesen müsste aber auch parallel gleich geübt werden, sonst fehlt der Praxisbezug. Ich hab z.B. in keinem Buch die genaue Technik des zweilagigen Grauputzes gefunden, immer nur allgemein. Ein Jahr lang hab ich mich unterirdisch gequält und meine aufgeschachteten Kellerwände nach akribischer Reinigung u. Fugenauskratzen mit einem 20mm Zementmörtelpanzer versehen, bis ich den Trick raus hatte (kannte leider keinen Maurer). Inzwischen hab ich in über 15 Jahren mehr als 1.000 m² Grauputz gemacht (ohne Maschine) und lebe immer noch (der Putz auch); also kann die Technik nicht so falsch sein. Da hat das Lesen allein nicht viel gebracht. Beim Dach muss viel „bedacht“ werden, genau wie Sanitär+Heizung (Wärmebedarfsrechnung !), Estrichen, Bäderbau usw.-also viel Theorie = viel Lesen.
Hoffe das Du ein paar Anregungen nützlich findest, viel Spasss beim doppelten Studium !
Es grüßt der
AallRounder