mein Mann hat laut Diagnose ein fortgeschrittenes Pankreaskarzinom
4x3,6 cm Durchmesser mit Ummauerung und Infiltration der A.lienalis. Sowie Metastasen in beiden Leberlappen von ca 2,6 cm im Kuppelbereich und im Segment VIII.
Wie stehen die Überlebenschancen oder besser gesagt wie lange wird mein Mann noch leben. Lohnt sich eine Chemotherapie. Ich bin ratlos. Kann mir jemand helfen? Ich danken Ihnen für Ihre aufrichtige Antwort.
Liebe Corina,
was ich in den vielen Jahren im Umgang mit Krebserkrankungen gelernt habe ist, dass man niemals eine Prognose abgeben sollte was es einer Lebenserwartung betrifft.
Hinter jedem Krankheitsbild, ob nun recht früh erkannt und behandelt oder schon ausgereift steht ein Mensch, der auf ganz und eigener unterschiedlicher Art und Weise auf eine Behandlung reagieren kann.
Ein hoffnungsvoller und positivdenkender Mensch, der jede Behandlung dankbar annimmt kann durchaus, und wenn es noch so traurig aussieht, viele Jahre mit einer sehr guten Lebensqualität haben, leben und genießen.
Ein Mensch, der beispielsweise die Chemo als Last und Quälerei empfindet, der kaum oder keinen einen Sinn in seinem Tun (Zustimmung zur Therapie)empfindet, der sich in dieser Zeit zurückzieht sich völlig isoliert, der wird seinem Körper mit diesem negativen Aspekt keinen gefallen tun.
Natürlich, und das habe ich ja auch durch, kann man nicht immer gut drauf sein, man hat auch schwere Momente die man durchlebt (durchleben muss) aber immer mit dem Fokus: Ich gebe trotzdem nicht auf, alles wird gut… Oder auch: Es kann und wird wieder besser werden!
Corina, fragen Sie ihren Mann was er sich wünscht und versuchen Sie ihm das zu geben, was er braucht. Versuchen Sie oder alle Freunde um ihn herum ihm nicht mit Druck einzureden, was gut für ihn ist und besser lassen sollte.
Ihre Kraft, die sich aus ihren eigenen positiven Denken entwickelt wird er spüren, dankbar aufnehmen und vielleicht umsetzen können.
Sie können ihm also nichts einreden können oder erzwingen, sondern nur vorleben.
Liebe Corina, alles Gute und viel Kraft für Sie und Ihrem Mann,
Kathra
danke für Deine Antwort vom 5.10. Ich muss mal wieder schreiben, weil ich im Moment nicht mit der ganzen Situation klar komme.
Mein Mann hat heute seine 5. Chemo bekommen. Ab morgen wird er zusätzlich zu Gemcetabin auch noch Tracevo nehmen. Er ist ganz schlapp und hat keine Kraft mehr und schläft oft im Sessel ein.
Ich gehe noch den ganzen Tag auf Arbeit. Ich lasse ihn nicht gerne alleine tagsüber, aber den ganzen Tag anschweigen halte ich nicht aus. Alles was ich sage ist irgendwie falsch. Gut ich bin da und einfach in seiner Nähe und das hilft ihm sicherlich, ich hoffe ich kann ihm mit meiner bloßen Anwesenheit etwas Wärme geben. Aber ich fühle mich hilflos und durchsichtig, weil ich einfach nichts tun kann. Er hat mittlerweilen 18 kg abgenommen. Zum Glück kann er noch essen, wenn auch nicht alles wegen dem Zucker. Ich habe Angst vor den nächsten Wochen und vielleicht Monaten. Ich will stark sein und fühle mich trotzdem dem Schicksal ohnmächtig ausgeliefert. Das ist einfach ungerecht! Wir sind fast 29 Jahre verheiratet, haben unsere Kinder groß gezogen und sie in die Welt entlassen. Nun haben wir einen kleinen Enkelsohn geschenkt bekommen und mein Mann kann ihn nicht mehr aufwachsen sehen. Das ist sehr traurig, aber der kleine gibt mir Kraft auch wenn ich jetzt schon wieder weinen muss. Soviel Tränen wie ich in den letzten 8 Wochen vergossen habe habe ich in den letzten 10 Jahren nicht geweint. Aber dadurch wird es auch nicht besser. Was kann ich denn bloß tun ? Ich kann auch nicht zu Hause bleiben, denn wir brauchen das Geld zum Leben. Es ist einfach sehr schwer. Wenn mir irgendjemand etwas Trost spenden kann, dann bin ich dankbar dafür.
Eine traurige und hilflose Corina
was mir jetzt so ganz spontan eingefallen ist, ist das dir ein Austausch mit anderen Angehörigen von Betroffenden wirklich helfen könnte.
Schau dich mal bitte auf der Seite „Krebs-Kompass-Forum“ um.
Das ist ein riesiges Forum mit vielen Unterforen für sämtliche Krebserkrankungen für Betroffene & Angehörige.
Alles ist dort übersichtlich gestaltet und dort wirst du viele Antworten auf deine Fragen erhalten.
Deine Situation ist wirklich sehr traurig und weiß gar nicht so richtig was ich dir schreiben soll.
Es ist so wichtig, das du auf dich selbst aufpasst und eine Möglichkeit findest um dich mal abzulenken oder auch wieder ein bisschen Kraft zu tanken.
Daher ist es richtig aus dem Haus bzw. zur Arbeit zu gehen. Das du dir aber den Kopf machst, weil dein Mann ja nun dann ganz alleine ist, glaube ich.
Nun habe ich keine Ahnung was dein Mann kann, was eben möglich ist wie z.B. alleine raus gehen und klitzekleine Besorgungen machen, im Haushalt klitzekleine Dinge erledigen… Guckt er TV, interessiert er sich für PC-Spiele, Bücher… ?
Du kannst ihm einfach nur Dinge anbieten oder Vorschläge machen… Nur und ständig bei ihm sitzen, hilft euch Beiden nicht.
Ja, geh raus und komme etwas gestärkt zurück und bringe „frischen Wind“ mit. Erzähle deinem Mann von deiner Arbeit und von den ganzen Kleinigkeiten, die du erlebt hast.
Ach Corina, ich schicke dir gedanklich ein riesen großes Kraftpaket. Bitte schau dich im Krebskompass um, ja?