Hallo Yvonne,
lass uns mal etwas rechnen:
Gehen wir mal von einem normalen Reihenhaus aus. Kommt jetzt drauf an wo Ihr wohnt, aber rechnen wir mal mit einem Kaufpreis von 300.000 €. Gehen wir mal davon aus, dass in diesem Preis nicht nur der Kaufpreis des Hauses, sondern auch die anfallenden Gebühren für evtl. Makler, Notar, Steuer usw.) drin sind.
Abzüglich des Eigenkapitals von 16.000€ wären eine zu finanzierende Summe von 284.000€ übrig.
Wenn wir nun von einer Kreditlaufzeit von 10 Jahren mit einem Zinssatz von ca. 4% ausgehen, kämst Du alleine für die Zinsen auf
284.000*4/100=11360 / 12 = 946,66€ monatliche Belastung
nur mit den Zinsen. Jetzt rechnen wir mal noch ganz moderat 1%
284.000*1/100=2840 / 12 =236,66€
monatliche Belsatung für die Tilgung drauf.
Also insgesamt wäre das eine Kreditbelastung von zusammen 1183,32€.
Wenn Ihr jetzt schnell seid und noch die Eigenheimzulage mit 2 Kindern bekommt, wären das insgesamt 22800€ für 8 Jahre, also in den ersten 8 Jahren jährlich 2850€.
Wenn man diese jetzt auf den Monat runterrechnet wäre das eine monatliche Kreditbelastung von 1183,32€- 2850/12 =945,82€.
Also das wären dann eine monatliche Belastung von rund 946€ alleine für den Kredit, ohne jetzt die Nebenkosten im Haus usw. zu berücksichtigen. Also einfach gesehen kostet euch das Haus kalt 946€.
Jetzt müßt ihr halt prüfen, ob ihr euch das leisten könnt. Aufgrund der befristeten Eigenheimzulage müßt ihr auch daran denken, dass ihr ab dem 9. Jahr natürlich die knapp 1184€ monatlich bezahlen müßt.
Ihr dürft euch auch nicht von der Tiefzins-Phase verleiten lassen sondern müßt auch die Anschlussfinanzierung bedenken, die nach 10 Jahren dann natürlich fällig wäre. Keiner weiß, wie die Zinsen in 10 Jahren aussehen werden. Diese könnten dann mal locker bei mind. 6% liegen. Das wäre dann auch aufzufangen.
Das wäre jetzt erst mal recht kurzfristig auf 10 Jahre gedacht. Jetzt müßte man natürlich noch einen vollständigen Finanziersplan errechnen um herauszufinden, wie lange ihr denn eigentlich für das Haus abbezahlt, nicht das eure Kinder noch daran zu knappern haben.
Problematisch könnte auch die Finanzierung werden, da ihr nicht die magische Zahl von 20% (sagt die Bank immer) Eigenkapital mitbringt und die Beleihungsgrenze da noch mitspielt, zumindest bei meinem angenommenen Kaufpreis.
Also das ist kein einfaches Thema und auch keine einfache Entscheidung. Aber mit ein paar konkreten Zahlen fällt es euch sicher leichter, eine solche Entscheidung zu treffen. Lasst euch auf jeden Fall von niemandem einreden, bauen/kaufen wäre besser als Miete zahlen. Das Kleingedruckte „sie müssen es sich natürlich leisten können“ wird meist nicht erwähnt. Mir hat bei meiner Entscheidung geholfen, den umgekehrten Weg der Berechnung zu gehen, sprich zu prüfen, was im Monat immer übrig bleibt und was man sich dafür dann leisten kann. Entsprechend kann man sich dann am Markt umschauen und entscheiden, was überhaupt in Frage kommt.
Als Tip kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, sich immer noch etwas Luft bei der Finanzierung zu lassen, denn man glaubt nicht, wieviele zusätzliche Kosten bei einem Eigenheim noch auf einem zukommen können.
Ich hoffe, mein geschreibsel konnte irgendwie etwas helfen.
Gruss
AgentJ
p.s.: Diese Berechnung soll eine einfache und grobe Rechengrundlage darstellen. Also bitte nicht gleich mit dem Hammer draufschlagen 