Hallo Carolin,
ist schon fast eine Glaubensfrage, und eine „richtige“ Antwort gibt es hierzu nicht. Wer einen Keller hat, nutzt in auch und erfreut sich an der Annehmlichkeit, Platz in Reserve zu haben, den man immer mal wieder anders nutzen kann. Moderne Keller werden so gebaut, dass eine Wohnnutzung machbar ist, und ob man einen Partykeller, einen Hobbyraum, ein Lager für spätere Antiquitäten oder einfach nur für Dinge daraus macht, die man (momentan) nicht mehr braucht, von denen man sich aber noch nicht ganz trennen kann, ist eigentlich egal. Ich kenne jedenfalls keine leerstehenden Keller, jeder fängt damit etwas an.
Andererseits leben auch Leute in Häusern ohne Keller, aber von denen höre ich eigentlich immer mal wieder, dass sie nach einer Phase der Selbstbestärkung der getroffenen Entscheidung dann doch immer mal wieder nebenbei Äußerungen fallen lassen, dass ihnen der Keller doch fehlt. Da würde man sich gerne Selbständig machen, und es ist kein Platz für ein Arbeitszimmer oder ein kleines Lager, da interessiert man sich für ein neues Hobby, für das man Platz im Haus brauchen würde, da muss man sich notgedrungen immer sofort für die vollständige Trennung von liebgewordenen Dingen entscheiden, weil man sie eben nicht mal für eine gewisse Zeit auslagern kann. Da kommt unerwartet noch ein Kind, oder die ersten Enkel kommen, und man hätte gerne ein Gästezimmer, damit die dann auch mal über Nacht bleiben können, man will sich ganz verändern und das Haus verkaufen, schreckt aber einen Großteil der Interessenten gleich ab, weil ja kein Keller dabei ist (wir haben auch ein Haus nur aus dem Grund nicht gekauft), …
Dabei ist die echte Ersparnis gar nicht so groß, wenn man statt dessen in den „besseren“ mehr Raum braucht, um wenigstens einen Gefrierschrank aufzustellen und mehr als eine Kiste Bier zu lagern. Kellerersatzhäuser sind ja momentan große Mode, und die kosten eben auch einige m² teures Bauland, müssen auch gebaut werden, und stehen einem dann ständig auf den modernen Minigrundstücken mit Mantagarten im Wege und insbesondere im Licht, und sind von der Fläche her natürlich wie auch von der Nutzbarkeit massiv eingeschränkt.
Wir haben jedenfalls trotz vorhandenem Altbaukeller (richtig alter Keller, niedirg, keine Wohnnutzung möglich, nur als Abstellraum und Werkstatt nutzbar) auch unter unseren Anbau einen Keller gebaut und darin jetzt einen weiteren besseren Lagerraum untergebracht, der auch mal ein Vorzimmer werden kann, dazu ein großes Büro und ein Gästezimmer nebst einem Reservebad, welches wir sicher sehr schätzen werden, wenn mal Kinder da sind, Leute über Nacht zu Besuch kommen, … Klar, der Spaß war nicht ganz billig, aber die Gelegenheit einen Keller zu bauen hat man nur einmal, und die Verhältnisse bei uns waren einfach zu gut (Keller des Anbaus ragt soweit aus dem Boden, dass normal große Fenster an der Vorderseite vollständig über dem Erdreich liegen) als dass wir hätten drauf verzichten wollen.
Gruß vom Wiz
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