Bauen und Anschluß von Geräten bei 230V

Hallo ihr lieben,

ich prüfe derzeit die Möglichkeit als Einzelunternehmer ein selbstentwickeltes Gerät auf den Markt zu bringen. Dieses basiert auf einem Mikrocontroller (C-control von Conrad Elektronik) und soll zu bestimmten Bedingungen mindestens einen 230V-Verbraucher schalten können.

Ich habe einige Vorschriften der VDE sowie praktische Arbeit an entsprechenden Leitungen in meiner Ausbildung gelernt, bin allerdings kein Elektriker.

Folgende Fragen haben sich mir derzeit gestellt:

  1. Der Mikrocontroller hat werkseitig bereits einen Eingang für 230V als Versorgung, zu bedienen mit üblichen Schraubklemmen. Wenn ich diese Gerät bei einem Kunden installiere, dürfte ich diesen Anschluß vornehmen? Es ist eigentlich gut vergleichbar mit einer Lampenfassung, mit dem Unterschied, dass ich eben ein Kabel hätte, auf der einen Seite Schuko, auf der anderen die drei blanken Adern.

  2. Es gibt von dem Mikrocontroller mehrere Varianten, eine ist so eine Art Komplettpaket mit integrierten Relais in einem Hutschienengehäuse an die der Verbraucher angeschlossen werden könnte, wieder über Schraubklemmen und „blanke Adern“. Wäre das für mich erlaubt?

  3. die alternative Variante des Mikrocontrollers wäre kleiner, allerdings müßte ich das Relais selbst verbauen und auf eine Platine löten. Auch hier wäre wieder die Frage, ob ich den 230V Verbraucher anschließen darf.

  4. Muss eine der Varianten vom TÜV geprüft werden bzw. das GS-Siegel bekommen (was meinen Teil der Arbeit betrifft)? das könnte ich mir zumindest für den 3. Teil vorstellen, wo ich auch das Relais komplett selbst anschließe.

  5. Würde sich am den Antworten etwas ändern, wenn das Gerät ausschließlich von den Kunden selbst installiert wird (entsprechend einer Lampenfassung)?

Ich hoffe das ist nun nicht zu viel Text und würde mich über die eine oder andere Antwort freuen.

Vielen Dank und einen schönen Abend noch :wink:

Henrik

Hallo Henrik!

Der Mikrocontroller hat werkseitig bereits einen Eingang für 230V als Versorgung, zu bedienen mit üblichen :Schraubklemmen. Wenn ich diese Gerät bei einem Kunden installiere, dürfte ich diesen Anschluß vornehmen?

Du darfst fix und fertige Gerät beim Kunden per Stecker an eine Steckdose anschließen, aber nichts installieren.

Es gibt von dem Mikrocontroller mehrere Varianten, eine ist so eine Art Komplettpaket mit integrierten Relais in :einem Hutschienengehäuse an die der Verbraucher angeschlossen werden könnte, wieder über Schraubklemmen :und „blanke Adern“. Wäre das für mich erlaubt?

Nur in Deinem eigenen Haushalt, niemals im Auftrag anderer Leute.

die alternative Variante des Mikrocontrollers wäre kleiner, allerdings müßte ich das Relais selbst verbauen und auf :eine Platine löten. Auch hier wäre wieder die Frage, ob ich den 230V Verbraucher anschließen darf.

Auch hier: Nur in Deinem eigenen Haushalt, niemals im Auftrag anderer Leute.

Muss eine der Varianten vom TÜV geprüft werden bzw. das GS-Siegel bekommen

Jedes in Verkehr gebrachte Gerät muß ein GS-Zeichen tragen. Damit dokumentiert der Hersteller, daß er sich an die für das Gerät geltenden Vorschriften gehalten hat. Eine Tüv-Prüfung ist nicht erforderlich.

Würde sich am den Antworten etwas ändern, wenn das Gerät ausschließlich von den Kunden selbst installiert wird :frowning:entsprechend einer Lampenfassung)?

Der Verbraucher darf in seinem eigenen Haushalt Sachen anschließen. Wenn dabei ein Schaden passiert, hat derjenige, der den Bockmist anschloß, ein ernstes Problem. Unabhängig davon muß das Gerät ein GS-Zeichen tragen. Dabei solltest Du im Interesse Deiner wirtschaftlichen Existenz und Deiner Freiheit darauf achten, daß das GS-Zeichen nicht nur Druckerschwärze ist, sondern tatsächlich alle einschlägigen Vorschriften erfüllt werden.

Gruß
Wolfgang

Hallo Henrik,
darfst du leider gar nichts.

Falls du es hören magst: Lass die Finger von C-Control. Auf was du dich da verlassen kannst ist das es keine 2 Wochen läuft.
Die C-Control ist eine extrem minderwertige Steuerung auf der Technologie von vor 20 Jahren.
Als Beispiel kostet auch ein hochwertiger Analogeingang im Bau einfach 15-18 Euro. Die Control für 100 Eruo hat teils 6 davon schon so eingebaut. Muss vom Preis her schon klar sein da hier nichts einigermassen hochwertiges verbaut wurde.
Hast du dir mal eine Logo angesehen?
Hoffe ist für dich hilfreich.

Hernik falls du in der nähe München wohnst kann ich mir deine Schlatung mal ansehen.

GS, oder aber doch CE? owT
owT

Hallo Wolfgang,

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Puh, da werde ich mich erstmal informieren müssen, was man da auf sich nehmen muss um ein GS-Siegel für ein Gerät zu bekommen… wahrscheinlich wirds dadurch ziemlich aufwändig, leider.

Die etwas schlechtere Alternative wäre dann komplett auf Spannungen im Bereich bis 48 V zu gehen, eher 10 - 20V, ich vermute da gibt es weniger Probleme?

Leider gibt es von dem anzuschließenden Gerät natürlich nur „schlechtere“ im 12V oder 24V-Bereich.

Also vielen Dank für die Bestätigung meiner Vermutungen („Befürchtungen“*).

Gruß

Henrik

*: Ich bin mir durchaus bewußt, dass Sicherheitsvorschriften wichtig sind :wink:

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Hallo Zoomi,

wo gibts denn die / das Logo? Ich bin absolut an alternative Interessiert, zumal Conrad gerade einen Produktwechsel durchführt der bzgl. meines Projektes eher zum Nachteil ist. Allerdings habe ich sozusagen einen Prototypen der geplanten Anlage seit rund 2 Jahren ohne Probleme laufen und hatte da bisher keine Probleme mit (nachdem ich die bereits beim Auspacken kaputten Geräte umgetauscht hatte).

Gruß Henrik

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Entschuldigung, ich hab mich vertan, natürlich muß jedes in Verkehr gebrachte Gerät ein CE-Zeichen tragen. Eine Prüfung für ein GS-Zeichen kann man durchführen lassen, muß aber nicht.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Danke für den Hinweis! Ich hab mich vertan. Das CE-Zeichen ist Pflicht für jedes in der EU in Verkehr gebrachte Gerät, nicht das GS-Zeichen.

Gruß
Wolfgang

Hi,

wo gibts denn die / das Logo?

Siemens Logo!:

z.B:
http://www1.conrad.de/scripts/wgate/zcop_b2c/~flNlc3…

Die gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Die kannst du auch bei RS oder Farnell kaufen.

Denk auch bitte dran, daß du dich als Hersteller registrieren lassen müßtest: http://www.stiftung-ear.de

mfg Ulrich

Hallo Henrik!

vielen Dank für die ausführliche Antwort. Puh, da werde ich
mich erstmal informieren müssen, was man da auf sich nehmen
muss um ein GS-Siegel für ein Gerät zu bekommen.

An der Stelle hab ich mich vertan, es muß CE-Zeichen heißen. Das CE-Zeichen muß nirgends beantragt werden. Der Gerätehersteller versieht seine Geräte mit diesem Zeichen und bringt damit zum Ausdruck, daß alle einschlägigen Vorschriften eingehalten werden.

Die etwas schlechtere Alternative wäre dann komplett auf
Spannungen im Bereich bis 48 V zu gehen, eher 10 - 20V, ich
vermute da gibt es weniger Probleme?

Du kannst Dich auf Kleinspannung beschränken. Eine gangbare Methode besteht darin, ein schutzisoliertes (Stecker-)Netzteil zu verwenden und das selbst gebaute Gerät daraus zu betreiben. Einen Brandgefahr auslösenden Störsender darf man aber trotzdem nicht in Verkehr bringen.

Gruß
Wolfgang

Siemens Logo gibt es fast überall zu kaufen.
Sind von der Qualität sehr gut.
Die Programmierung ist recht simpel. Kann dir da auch gerne, aber ganz unverbindlich, dein Programm dann korregieren und falls ich Zeit habe, auch ganz unverbindlich, deinen Schaltplan flink zeichnen.

Grüsse

PS: Lass dir deien Schaltungen aber abnhemen.
Ein Trick währe wenn du einen Meister die 230V Kabel anbringen lässt und deine kleine Anlage kurz überprüfen.
Da kannst sicher falls du mehrere bauen möchtest ein Arragement treffen.

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Hallo Zoomi,

Siemens Logo gibt es fast überall zu kaufen.
Sind von der Qualität sehr gut.

Faule Logos hatte ich aber auch schon!

Bei einer fehlten die Optokoppler bei einer ganzen Eingangsgruppe (230V Version).

Und bei einer anderen war die Falsche Elektronik eingebaut (Die einer 12V Version, statt wie angeschrieben eine 230V-Variante, hat dann etwas geraucht und gestunken).

Bezogen haben wir die alle direkt von Siemens-CH, also keine dubioser Lieferant !! OK, die haben die auch problemlos umgetauscht.

MfG Peter(TOO)

Ich hatte zum Glück noch nie eine.
Einzigste was ich mal defekt bekommen hatte war eine 418 CPU.
Wir hatten erst 1 Tag gemeint wir sind zu doof und haben dann einen Siemens Techniker flink kommen lassen der dann in 2 Minuten festellte das die CPU nen Becker hat.
Haben als Trostpflaster einen Satz Kaffetassen die bei Temperatur die Farbe verädnern bekommen *fg*

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