Hallo,
mich würde interessieren, ob meine Idee generell möglich wäre.
Kauf eines EFH (Bestand ohne Investitionsbedarf oder Neubau)
und dann vermieten.
Prinzipiell ist so etwas möglich. Man sollte sich aber vorher mal mit einem spitzen Bleistift alle Kosten aufstellen, die auch bei einem Haus ohne Investitionsbedarf (erfüllt es bereits die neueren Wärmedämmungsvorschriften?) oder Neubau anfallen. Jedes Haus muß in Stand gehalten werden, Kosten fallen folglich immer an. Und oft gerade dann, wenn man gerade keine „Luft“ hat…
Regenrinne reinigen lassen, Dachschindeln ersetzen, Terasse/Balkon wird undicht, neuer Anstrich, Fenster neu abdichten, plötzlich feuchtes Mauerwerk im Keller, Heizungsanlage oder Pumpe streikt, und noch so manches mehr kann eintreten. Man braucht also auf jeden Fall eine Reserve, um solche Reparaturen ausführen zu können. Bei Vermietung fallen auch im Inneren Reparaturen an, die nicht vom Mieter zu tragen sind.
Die monatliche Mieteinnahme soll dann die Finanzierung
abdecken und ein Mini-Polster schaffen für anfallende Kosten
für uns, also den Vermieter.
Kein Mini- ein etwas größeres Polster und das von Anfang an!
Ob diese Rechnung aufgeht, hängt einerseits von der möglichen Miethöhe ab und andererseits von den Finanzierungskosten.
Kann so was gehen?
Meist werden die Kosten, die ein Haus oder Eigentumswohnung verursachen eher unterschätzt. Setzt euch mal mit befreundeten Hauseigentümern zusammen und fragt sie, was sie alles haben machen müssen.
NK, also Strom, Gas, Steuer usw. geht ja dann eh auf den
Mieter.
Nicht alle Nebenkosten, können auf den Mieter abgewälzt werden. Meines Wissens gehören dazu die Grundsteuern, Versicherungen u.a. - hier kann ich irren, aber da gibt’s einiges.
Von Interesse ist uns das ganze hier am eigenen
Wohnort. Es besteht ein gesteigerter Bedarf an gutem WOhnraum,
aber so gut wie null Angebot. Alles, was vermietet wird ist
30-50 Jahre alt und eigentlich sanierungsbedürftig.
Vor Ort sind 3-4 große Unternehmen, die immer wieder mal neue
Kräfte im gehobenen Dienst bekommen, die dann wieder zur Miete
suchen, da viele hier nur für 3-7 Jahre herkommen.
Das ist ein Vorteil. Erkundigt euch mal, ob es für eure Gegend einen Mietspiegel gibt, dann habt ihr eine Vorstellung was zu erzielen ist.
Eines sollte man auch noch berücksichtigen: man kann mit dem Mieter Glück haben, d.h. wenn innen was kaputt geht läßt sich immer eine faire Regelung finden (ein Mietvertrag kann nicht alles regeln und jedesmal mit Anwälten hantieren verdirbt das Klima!), bezahlt seine Miete pünktlich.
Es gibt aber andere, die wegen jedem tropfenden Wasserhahn ankommen und jammern, selbst wenn kleinere Reparaturen zu ihren Lasten gehen, ständig was zu nörgeln haben, beliebt ist Schimmel in den Ecken, weil nicht richtig gelüftet wurde, Mietminderungen herausschinden wollen, die Miete nicht zahlen usw. Da braucht man nur mal hier ins Brett Miete zu schauen. An manchem sind die Vermieter Schuld, aber an anderem wieder nicht. Im Extremfall sind Mieter plötzlich verschwunden, nicht aufzufinden und man darf das Haus nicht einmal sofort ausräumen, um es wieder vermieten zu können (der Vermieter hat eine Aufbewahrungspflicht oder wie das sonst heißen mag - Lagerraumbedarf in solch einem Fall).
Sowas bedeutet dann, daß man zur Not die Finanzierung auch für einige Zeit ohne Mieteinnahmen bewerkstelligen können sollte!
Also nicht zu knapp kalkulieren, Mißlichkeiten einplanen und darauf hoffen anständige Mieter zu bekommen…
Gruß,
Cantate