Hallo Alexandra,
wegen der direkten Antwort auf eine Einzelheit häng ich mich mal an Deinen Artikel dran:
Hier
Die Schwaben haben z.B. die Scheiune oben am
Hang liegen, so dass man mit dem Trecker direkt von der Straße
rein fahren kann. Eine Bauart, die nur durch die Hügel/Berge
möglich ist. …
sprichst Du nicht von einer Schwäbischen, sondern von einer Sonderform der alemannischen Bauform, dem Schwarzwaldhaus. Wobei man zu der Zeit, als sie sich entwickelt hat, bespannt fuhr - bis zum Lanz Bulldog vergingen noch über zweihundert Jahre.
Die Hocheinfahrten als eine gegendunabhängige Bauform der 1920er Jahre in Milchviehgebieten sind in der Regel künstlich aufgeschüttet.
Schwäbische Höfe sind Einhäuser, im Süden zum Alemannischen hin mit der Reihenfolge Wohnteil - Stall - Scheune, im eher ackerbaubetonten nördlichen Teil mit der Reihenfolge Wohnteil - (Dresch-)scheune - Stall.
Zum Fränkischen hin und in weiten Teilen Hessens, auch in den nordwestlich angrenzenden fränkisch geprägten Gebieten, wird das schwäbische (und meines Wissens auch bayrische) Einhaus durch den fränkischen Hof abgelöst. Bei diesem stehen Wohnhaus - Scheune - Stall im Hufeisen um den Hofplatz angeordnet, der je nach Gegend auf der offenen Seite durch Mauer und Tor eingefriedet oder schlicht offen gelassen ist.
Nach N hin wieder Einhäuser, aber mit einem langen Stall und an dessen Ende (ursprünglich zum Stall hin ohne Abtrennung) Deele und Küche, Wohnteil und Scheune darüber angeordnet. Daraus entwickelt auch erweiterte Form im Winkel.
Stallungen unterhalb des Wohnteils findet man vorwiegend im Schwarzwaldhof und im alpinen Raum (z.B. Bündnerhaus).
Dieses in groben Zügen verschiedene Bautypen aus dem Stegreif. Sicherlich gibts noch ganz andere, etwa würde es mich überraschen, wenn es keinen eigenen Typus des wendischen Hofes (als slawische Form innerhalb Deutschlands) gäbe.
Zum südschwäbischen und alemannischen Hof gehört das Walm- oder Krüppelwalmdach, das sich meines Wissens auch im Norden findet.
Schwäbische und fränkische Höfe tragen in der Regel Satteldächer, die niederdeutschen Deelenhöfe und Gulfhäuser meines Wissens auch Sattel oder Krüppelwalm, Walmdach allenfalls ganz punktuell gegendweise.
Bis ins neunzehnte Jahrhundert unterscheiden sich die Bauformen der in den meisten Regionen in purer Zimmermannstechnik aus Holz aufgerichteten Häuser (Stein- und Ziegelbauten ohne Fachwerk meines Wissens bloß im äußersten Westen Ds, im Alpenraum, einzeln auch in den niederdeutschen Ziegelgegenden) wesentlich durch die grundlegende Struktur der tragenden Balken, an denen das ganze Haus und Dach „hängt“. Stichwort hier zum Weitersuchen heißt Bohlenständerhaus.
So, das war jetzt weit weg davon, einen halbwegs ordentlichen Überblick zu geben, aber ich glaube, ich habe allen Beteiligten eine Reihe von Begriffen als Schlüsselworte zum Weitersuchen gegeben.
Schöne Grüße
MM