Hallo Wolfgang,
ein Interesse von DGB und Arbeitgeberverbänden an der
Arbeitslosigkeit und an einer möglichst ineffektiven
Bundesanstalt für Arbeit kann ich nicht nachvollziehen. So
brauchen Betriebe ein gesundes Umfeld mit Kaufkraft. Ein Heer
von Arbeitslosen verursacht nur Kosten, die den Faktor Arbeit
verteuern.
Der Faktor Arbeit wird nicht wegen Arbeitslosen verteuert. Es kann sich jedoch eine erhebliche Arbeitslosigkeit dadurch auswirken, dass Sozialabgaben erhöht werden müssen und dann indirekt die Arbeitslosigkeit Einfluss auf Kosten hat.
Nein, an solche Art der Verschwörung
Warum soll es eine Verschwörung sein ? Für mich ist es die geballte Imkompetenz der Selbstversorger, die aus dem DGB oder dem Arbeitgeberverband kommen und statt volkswirtschaftliche Ziele zu vertreten durch das Gerangel der Klientelpolitik jede Form von Lösungen verhindern und auch jede Neuordnung der Bundesanstalt mit allen Mitteln verhindern werden. Wobei ich nicht Absicht unterstelle, sondern die Unfähigkeit, im Interesse des Staates und der Menschen, für diese zu handeln.
Herr Jagoda ist mit Sicherheit eine inkompetente, überforderte
Schnarchnase.
Da bin ich völlig anderer Ansicht. Wenn die Behörde nicht aus eigener Kraft, sondern vom Gesetzgeber den Auftrag erhält, wenn ein Unternehmen keine Stelle ausgeschrieben hat, aber sich ein Arbeitsloser dort meldet und eingestellt wird als „vermittelt“ bewertet werden soll, kann man doch nicht der Behörde die Schuld geben.
Wenn er die Zustände kannte und nichts dagegen
tat, hat er seinen Job nicht gemacht. Sind ihm die Mißstände
nicht aufgefallen, hat er offenkundig ebenso wenig seinen Job
gemacht. Trotzdem ist der Mann nur ein Bauernopfer. Indem er
gegangen wird, tut er erstmals etwas. Er gibt nämlich den
Sündenbock ab und schützt den Rest des verschlafenen Haufens
davor, Konsequenzen ziehen zu müssen.
Die Zustände sind nicht neu. Unter Riester und wohl allen
seinen Vorgängern wird der seelige Büroschlaf Alltag gewesen
sein.
Hier muss man wirklich differenzieren. Ich kenne aus eigener Praxis Umstände, die mich auch veranlasst haben, mich nur noch zu wundern. Ich war einige Zeit für AB-Maßnahmen tätig und habe Vorträge über Mietrecht und Wohngeld gehalten. Und wenn man da sah, dass Kurse mit 30-35 Personen nach einer Einführungsphase in ein Praktikum kamen, danach nach kurzer Schulung in eine mindestens weitere einjähriger Tätigkeit, war dies eine „gute Sache“. Nur, von 30-35 haben eben am Ende nicht 29 oder 34 einen Arbeitsplatz erhalten, sondern selten kamen mehr als fünf durch. Der Rest war ein Jahr gegen 100 % Kostenersatz (also für den Arbeitgeber kostenlos) mit gering erhöhter Zahlung , in anderen Fällen bei Kostenersatz von 80 %, im 2. Jahr dann 60 % usw. beschäftigt und spätetens wenn es kein Geld mehr gegeben hat, war das Arbeitsverhältnis beendet. Und in vielen Fällen, wo das AA für ein Jahr alle Kosten übernommen hat, war das Arbeitsverhältnis an dem Tag zu Ende, an dem es vom AA beim Arbeitgeber kein Geld mehr gab. Wir haben uns einmal die Mühe gemacht, uns einmal in der Umgebung solcher Arbeitgeber etwas näher umzuhören. Ich meine, wenn jemand am Stammtisch dann den anderen laut mitteilt, damit es jeder in der Gaststätte hört, wie asozial dieser Arbeitgeber sich verhält, das er derzeit für ein Jahr kostenlos einen Arbeitslosen habe, der jetzt mal schaffen soll, denn wenn er nichts mehr bekommt, könne der Arbeitslose wieder gehen, bleibt einem die Spuke weg. Man muss sich dann fragen, was die Politik mit solchen Gesetzen wollte und was das Gremium bei der Bundesanstalt für Arbeit für geistige Kinder hat. Wir haben diese Fälle mit dem Arbeitsamt besprochen. Das AA konnte nichts unternehmen, die Mitarbeiter hatten sich an die bestehende Rechtslage zu halten. Und einige Politiker, die heute Kritik üben, auch schon früher gemeckert haben, waren stets jene, die, wenn ihren Bekannten kostenlose Arbeitskräfte beschafft werden sollten, diese asozialen Praktiken unterstützt haben. Diese Kurse wurden im Auftrag des Arbeitsamtes durch die Volkshochschule durchgeführt. Nachdem man solche Praktiken gegen Arbeitslsoe nicht mehr geduldet hat und versucht hat, nur noch an solche Arbeitgeber Arbeitslose zu vermitteln, die bei Eignung auch dauerhafte Arbeitsplätz zugesagt haben - also die Schmarotzer nicht mehr beachtet wurden - wurde der VHS die Durchführung der Kurse unter Druck von Politikern entzogen. Drei Personen wurden bei der VHS gekündigt. Danach wurden jene wieder bedient, die seit Jahren, teilweise schon seit 1995 - 2000 im Unternehmen stets jedes Jahr zwei-drei neue kostenlose Arbeitnehmer beschäftigen können und - aus meiner Sicht sogar Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen gefährden, weil sie preisgünstige Angebote durch staatliche Subventionen abgeben können.
Jetzt aber hat die Dame Engelen-Kaefer und haben die
restlichen Herren ihren Buhmann und ich fürchte, es geht
weiter wie gehabt. Nur noch teurer, noch ineffizienter, noch
aufgeblähter. Mit Sicherheit werden Arbeitsgruppen gebildet,
die Veränderungsvorschläge unterbreiten sollen. Das Ergebnis
ist vorhersehbar: Personelle Verstärkung der ach so
überforderten Behörde und Entlastung durch private Vermittler.
Also werden statt jetzt fast 90.000 demnächst 100.000
staatliche Pappnasen herumsitzen und sich neben der
Selbstverwaltung damit beschäftigen, die Arbeit der
Vermittlung an Private zu delegieren.
Zuerst einmal werden wohl Gelder ausgegeben werden müssen, damit andere Pappnasen, die vielleicht nicht einmal wissen, wie Arbeitsvermittlung funktioniert ein Gutachten erarbeiten können.
Gruss Günter