Baufinanzierung

Hallo,

Bei unserer Finanzierung (Kauf eines Altbaus) ist es so, dass man Rechnungen für die baulichen Maßnahmen einreichen muss und dann das Geld von der Bank erhält um die Rechnungen zu bezahlen.
Meine Frage:
werden aus der Finanzierungssumme nur die Baukosten gezahlt oder kann man hieraus auch andere Anschaffungen (neue Möbel etc.) tätigen?

MFG Sonja

Meine Frage:
werden aus der Finanzierungssumme nur die Baukosten gezahlt
oder kann man hieraus auch andere Anschaffungen (neue Möbel
etc.) tätigen?

Hallo Sonja,

normalerweise werden nur bauliche Maßnahmen so finanziert.

Hintergrund:
Das Baudarlehen ist durch den Grundbucheintrag relativ gut besichert. Deswegen sind die Zinsen für Baudarlehen auch niedriger als für Konsumentenkredite (z.B. für Möbelkauf).
Möbel sind aus Bankensicht eben keine besonders gute Sicherheit.

Andererseits kann die Bank schon mitspielen, wenn der Beleihungswert des Hauses nicht komplett für den Bau gebraucht wird. Das ist dann Verhandlungssache.

Hier ist also etwas „Gestaltungskreativität“ gefragt.

Gruß Schorsch

Hallo,

Möbel sind aus Bankensicht eben keine besonders gute
Sicherheit.

nö, aber die Immobilie. Wofür das Geld ausgegeben wird, ist solange egal, wie der Kredit kleiner/gleich Beleihungswert ist. Wenn jemand einen Überziehungskredit mit einer Grundschuld besichern will, wird ihn das Kreditinstitut sicherlich nicht davon abhalten (solange der Kreditnehmer alle Kosten für die Bestellung übernimmt).

Gruß,
Christian

Hallo,

Bei unserer Finanzierung (Kauf eines Altbaus) ist es so, dass
man Rechnungen für die baulichen Maßnahmen einreichen muss und
dann das Geld von der Bank erhält um die Rechnungen zu
bezahlen.
Meine Frage:
werden aus der Finanzierungssumme nur die Baukosten gezahlt
oder kann man hieraus auch andere Anschaffungen (neue Möbel
etc.) tätigen?

wenn auch andere Anschaffungen aus dem Darlehen bezahlt werden sollen, muß der Kreditbetrag entsprechend höher ausfallen. Sofern dann der Beleihungswert nicht überschritten ist, kann man auch in Erwägung ziehen, baufremde Ausgaben zu finanzieren.

Allerdings stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, einen Kredit für Möbel über Jahrzehnte zu tilgen und zu verzinsen. Vor allem würde ich mir aber als Kreditgeber so meine Gedanken machen, wenn der Kreditnehmer so wenig auf den Rippen hat, daß er bei einem Immobilienkauf von möglicherweise einigen hunderttausend Euro nicht mehr genug Geld übrig hat, um ein paar Möbel zu beschaffen. Im Zweifel wird der Kreditnehmer nämlich schon durch die Rechnungen von Notar und Amtsgericht aus der Bahn geworfen.

Anders formuliert: Was bringt das eingebrachte Eigenkapital, wenn auf der anderen Seite für die Einrichtung der Hütte zusätzlich Kredit aufgenommen werden muß?

Gruß,
Christian

Hallo,

Meine Frage:
werden aus der Finanzierungssumme nur die Baukosten gezahlt
oder kann man hieraus auch andere Anschaffungen (neue Möbel
etc.) tätigen?

Es gibt auch Anbieter (ich kenne einen deutschen), der den Beleihungswert einer Immobilie nicht nur am Marktwert der Immobilie fest macht, sondern auch „Muskelhypotheken“ einbezieht, also körperliche Eigenleistungen, sowie Renovierungskosten und Einbauküchen und natürlich Rechtsanwalts-/Notarkosten.
Somit kommt man auch schnell mal 100/110/120% Beleihung. Wie exc schon schrieb: Solange der Beleihungswert nicht überschritten ist - kann man das machen.

Allerdings stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, einen
Kredit für Möbel über Jahrzehnte zu tilgen und zu verzinsen.

Ich dachte auch weniger an Möbel (Ausnahme: Einbauküche), sondern an Boden- und Wandbeläge.

Vor allem würde ich mir aber als Kreditgeber so meine Gedanken
machen, wenn der Kreditnehmer so wenig auf den Rippen hat, daß
er bei einem Immobilienkauf von möglicherweise einigen
hunderttausend Euro nicht mehr genug Geld übrig hat, um ein
paar Möbel zu beschaffen.

Aber genau das kann ja der Fall sein: Gerade fertig mit dem Studium, kleinen Studienkredit am Hacken, kein Eigenkapital, aber super Job gefunden - wenn der jetzt seinen Traum erfüllen will und die eigenen Hütte haben möchte?

Anders formuliert: Was bringt das eingebrachte Eigenkapital,
wenn auf der anderen Seite für die Einrichtung der Hütte
zusätzlich Kredit aufgenommen werden muß?

Oder … man halt gar kein Eigenkapital gehabt? Dann ist eh nix für die Renovierung da…

Frank Wilke

nö, aber die Immobilie. Wofür das Geld ausgegeben wird, ist
solange egal, wie der Kredit kleiner/gleich Beleihungswert
ist. Wenn jemand einen Überziehungskredit mit einer
Grundschuld besichern will, wird ihn das Kreditinstitut
sicherlich nicht davon abhalten (solange der Kreditnehmer alle
Kosten für die Bestellung übernimmt).

Thats right, Sir! :smile:

Dann sollte aber von vornherein eine entsprechende Absprache getroffen werden.
Wenn ausgemacht ist, dass das Darlehen nur nach Baufortschritt ausgezahlt wird, ist halt für den Wohnzimmertisch kein Platz…

Danke für die Antworten…Wir werden einfach noch mal mit dem Mitarbeiter reden…vielleicht kann man da ja doch was machen.

MFG Sonja

Ich möchte hierzu nur eine kleine Anekdote erzählen. Als kleine Anregung.

Deutsche Banken wollen in der Regel zusätzliche Sicherheiten oder eine Menge Eigenkapital um eine Wohnung zu finanzieren. Dadurch ist der Kunde dann weitgehend gelähmt. Viele sind bis an die Dachkante finanziert. Was aber wenn in ein paar Jahren ein Auto gebraucht wird oder man sich nach Jahren endlich trotz Haus mal wieder einen Urlaub gönnen will. Viele tun dies momentan leichtfertig ab, fallen aber dann doch in dieses Loch. Die Folge ist ein teurer Anschlusskredit, Überziehungskredit…

Mit einem holländischen Banker habe ich mich unterhalten. Seine Bank finanziert bis 100% und mehr (siehe Angaben von Herrn Wilke). Hat die Wohnung einen Verkehrswert von 100.000 Euro gibt man die und verzichtet auf die zusätzlichen Sicherheiten oder zum Grossteil auch auf Eigenkapital. Mit der Folge das der Kunde halt flüssig bleibt wie es so schön heisst. Wenn etwas kaputt geht, er einen Urlaub will usw. kann er sich das leisten.

In der Gesamtbilanz haben die Holländer nicht mehr Ausfallquote als die deutschen Banken. Doch dürfte es einige Kunden beruhigen etwas „auf Reserve“ zu haben.

Doch natürlich gibt es immer einen kleinen Haken. Die Zinsen sind in der Regel höher als wenn ich nur 70-80% finanziere. Man muss sich trotzdem fragen welcher Weg für einen der Bessere ist.

Insofern ist es vielleicht schon interessant das ein oder andere mit zu finanzieren und Reserven zu behalten. Es müssen ja wirklich nicht gerade die normale Möbelgarnitur sein.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich möchte hierzu nur eine kleine Anekdote erzählen. Als
kleine Anregung.

Deutsche Banken wollen in der Regel zusätzliche Sicherheiten
oder eine Menge Eigenkapital um eine Wohnung zu finanzieren.
Dadurch ist der Kunde dann weitgehend gelähmt. Viele sind bis
an die Dachkante finanziert.

[…]

Mit einem holländischen Banker habe ich mich unterhalten.
Seine Bank finanziert bis 100% und mehr (siehe Angaben von
Herrn Wilke).

Und wer ist dann bis zur Dachkante finanziert? Derjenige, der den Kreditbetrag durch den Einsatz eigener Mittel etwas reduziert, oder derjenige, der 100-125% des Kaufpreises bzw. der Gestehungskosten finanziert?

Entsprechend höher ist auch die monatliche Belastung, wenn man mal gleiche Zinssätze und Laufzeiten unterstellt. Soviel zum Thema finanzielle Flexibilität.

Hat die Wohnung einen Verkehrswert von 100.000
Euro gibt man die und verzichtet auf die zusätzlichen
Sicherheiten oder zum Grossteil auch auf Eigenkapital.

Zusätzliche Sicherheiten neben den Grundschulden werden in der Regel in Deutschland nicht verlangt. Das sieht in den Niederlanden gerne mal etwas anders aus, in denen u.a. eine Zeitlang neben Grundschulden auch eigenwillige Lebensversicherungskonstruktionen sehr beliebt waren.

Sehr beliebt in den Niederlanden sind übrigens auch die tilgungsfreien Immobilienfinanzierungen, bei denen nur Zinsen gezahlt werden (die steuerlich mehr oder weniger voll abzugsfähig sind) und die Rückführung über den Verkauf erfolgt (bzw. erfolgen soll).

Alles zusammengenommen, sind Immobilienfinanzierungen in Deutschland und in den Niederlanden nicht ohne weiteres vergleichbar. Eine 100%-Finanzierung aber als große Errungenschaft herauszustellen, halte ich so oder so für einen Fehler.

Mit der
Folge das der Kunde halt flüssig bleibt wie es so schön
heisst. Wenn etwas kaputt geht, er einen Urlaub will usw. kann
er sich das leisten.

Das ist eine Milchmädchenrechnung: Wer einen höheren Kredit aufnimmt (und 125% sind mehr als 75%), muß monatlich mehr zahlen und kann weniger für den Urlaub, das Auto etc. sparen. Das ist dann allerdings ein Dauerzustand über die gesamte Kreditlaufzeit, während das gesparte Eigenkapital nur einmal zur Verfügung gestanden hätte.

In der Gesamtbilanz haben die Holländer nicht mehr
Ausfallquote als die deutschen Banken.

Woher weißt Du das? Ich kenne nicht einmal die Aufallquote der deutschen Banken und bin aus der Branche.

Doch natürlich gibt es immer einen kleinen Haken. Die Zinsen
sind in der Regel höher als wenn ich nur 70-80% finanziere.
Man muss sich trotzdem fragen welcher Weg für einen der
Bessere ist.

Das hört sich schon besser an.

Gruß,
Christian

In der Gesamtbilanz haben die Holländer nicht mehr
Ausfallquote als die deutschen Banken.

Woher weißt Du das? Ich kenne nicht einmal die Aufallquote der
deutschen Banken und bin aus der Branche.

Die Quote würde mich auch mal interessieren. Ziemlich oft trifft man die abenteuerlichsten Konstruktionen, wo selbst der Laie nach etwas Überlegung ungläubig mit dem Kopf schüttelt.
Aber zum Glück gibt es andere Zahlen. Und die sagen auch schon einiges aus. http://www.zwangsversteigerung.de/text/Statistik