Baufinanzierung: Annuitätdarl. vs. endf. Darlehen

Hallo,

wir sind gerade auf der Suche nach einer für uns geeigneten Baufinanzierung.
Nun haben wir ein Angebot eines ganz normalen Annuitätendarlehens mit Zinssatz auf 15 Jahre fest.
Ein anderes Angebot ist ein endfälliges Darlehen, das nach 12 Jahren von einem Bausparvertrag abgelöst wird, in diesen wir parallel einbezahlen sollen. Der Bausparvertrag würde nach diesen 12 Jahren noch 9 Jahre weiterbezahlt. Dann wäre unsere Schuld komplett getilgt.

Unser Problem ist nun, dass sich diese Kombilösung sehr verlockend anhört. Der Zinssatz für das Darlehen ist 3,95% und für das Bauspardarlehen 3,25%. Die monatliche Belastung dadurch sehr attraktiv. Aber! Im Finanztest und sonst wo liest man immer, dass man von solchen Lösungen die Finger lassen soll. Uns wurde zwar versichert, dass es keine versteckten Kosten gibt, aber wir wissen einfach nicht, was wir davon halten sollen. Alle Banken, denen wir das Angebot vorgelegt haben, konnten nicht mithalten und zwar mit Abstand. Das macht uns irgendwie auch misstrauisch, ob da irgendwo noch ein Haken ist.

Wir haben mal für das Annuitätendarlehen mit verschiedenen Zinssätzen bei Anschlußfinanzierungen gerechnet und würden mit dieser Kombilösung etliche Tausend Euro sparen im Vergleich zu dem Annuitätendarlehen.
Bei der Kombilösung ist die monatl. Belastung für die komplette Laufzeit festgelegt und die muss bezahlt werden, man ist also nicht flexibel mit der Tilgungsrate. Sondertilgungen können gemacht werden, dadurch verkürzt sich die Laufzeit. Die Abschlußgebühr für den Bausparvertrag ist in den monatlichen Raten verrechnet.

Wir sind nun etwas verunsichert, was wir machen sollen.
Aber vielleicht kennt sich ja jemand mit diesen Modellen aus und kann uns ev. Vor- oder Nachteile nennen, die wir vielleicht vergessen haben und uns auch sagen, auf was wir dringenst achten sollen. Dadurch können wir uns die Entscheidung hoffentlich leichter machen.

Sind mehr Infos nötig, fragt einfach.

Im voraus schonmal herzlichen Dank,
Salbei

Hallo,

Unser Problem ist nun, dass sich diese Kombilösung sehr
verlockend anhört. Der Zinssatz für das Darlehen ist 3,95% und

Das ist bei einer Laufzeit von 12 Jahren ungewöhnlich niedrig.

Wir haben mal für das Annuitätendarlehen mit verschiedenen
Zinssätzen bei Anschlußfinanzierungen gerechnet und würden mit

Wie sieht es mit der Tilgung aus ? Wenn ihr in 21 Jahren schuldefrei sein wollt, dann müßtest Ihr mindestens 4 % Tilgung pro Jahr rechnen. Kann die Bausparkonstruktion dann noch mithalten ?

Aber vielleicht kennt sich ja jemand mit diesen Modellen aus
und kann uns ev. Vor- oder Nachteile nennen, die wir

Wenn Du kannst scanne beide Angebote ein und schick sie mir (Name und Anschrift kannst Du schwärzen), dann sehe ich sie einmal an. Ich vermute Ihr habt Äpfel mit Birnen verglichen, dass tun Bausparberater gerne.

vielleicht vergessen haben und uns auch sagen, auf was wir
dringenst achten sollen.

Wenn ich die Angebote gesehen habe, kann ich Dir das sagen.

Gruß

Nordlicht

Das sehe ich ähnlich wie Nordlicht.
Hier ist garantiert ein Haken, den man aber ohne Kenntnis der Zahlen unmöglich erkennen kann. 3,95% sind fast zu schön, um wahr zu sein. Kosten müssen nicht unbedingt versteckt werden, es reicht, wenn man nicht besonders darauf hinweist.
Wenn Sie die Zahlen einmal einmal veröffentlichen, sollte es kein großes Problem sein, hier Licht ins Dunkel zu bringen.
Es wird bei der Bausparvariante benötigt:

  • Bausparsumme
  • Kreditbetrag
  • Guthabenzins
  • Darlehenszins des endfälligen darlehens (Nominal)
  • Darlehenszins des Bauspardarlehens
  • monatliche Zinsbelastung des endfälligen Darlehens
  • monatliche Ansparung im Bausparvertrag
  • Annuität des Bauspardarlehens (Zins und Tilgung)
  • Laufzeit des Bauspardarlehens
  • alle Kosten, die aufgeführt werden
  • alle begleitenden Versicherungen, die evtl. mit abgeschlossen werden sollen
    Bei der Annuitätenvariante reicht es eigentlich aus, wenn Sie Zinssatz und anfängliche Tilgung sowie die Restschuld am Ende der Zinsbindung und wenn vorhanden nach 12 Jahren nennen.
    Und natürlich die üblichen Verdächtigen: Anschaffungskosten, Eigenkapital, Einkommen und zur Finanzierung zur Verfügung stehendes Einkommen.

Ganz allgemein kann man sagen, dass eine Ansparphase von 12 Jahren im niedrig verzinsten Bausparvertrag überhaupt keinen Sinn macht. Sinnvoller ist es dann, entweder sofort zu tilgen (Sondertilgung oder monatliche feste Tilgung) oder unter Umständen sein Kapital deutlich höher verzinst anzulegen.
Die Nachteile der endfälligen Darlehen sind vor allem da zu suchen, dass Sie ewig lange nicht von Ihren Schulden herunter kommen und deshalb ein relativ hohes Risiko eingehen, falls Sie während der Darlehensphase des endfälligen Darlehens aus irgendwelchen Gründen Ihre Immobilie veräußern müssen. Hier ist natürlich das endfällige Darlehen mit volatilen Anlagen besonders gefährdet.

Wir wissen schon mal, dass es einen Haken gibt, geben wir ihm doch auch noch einen Namen.

Grüße

Guten Tag Salbei,
die beiden Varianten sind nicht vergleichbar.
Während bei der Bankschiene von Anfang an Zinsen und Tilgung fließen,
werden bei der Bausparschiene Beiträge geleistet, die zu irgendwelchen
harmlosen Guthabenzinsen angelegt werden und erst zu einem späteren Zeitpunkt beginnt die Tilgung. Jetzt nur die Effektivzinssätze für die
Tilgung zu vergleichen, ist zwar möglich, aber falsch, weil es um unterschiedliche Zeiträume geht. Ich bezweifle, dass durch noch soviel
Rechenakrobatik die beiden Methoden vergleichbar werden.
Im übrigen: 3,95 % bei 15 Jahren sind so gut, dass Sie das Angebot aus meiner Sicht bedenkenlos annehmen können.
Gruß
Günther

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Guten Tag Salbei,
die beiden Varianten sind nicht vergleichbar.
Während bei der Bankschiene von Anfang an Zinsen und Tilgung
fließen,
werden bei der Bausparschiene Beiträge geleistet, die zu
irgendwelchen
harmlosen Guthabenzinsen angelegt werden und erst zu einem
späteren Zeitpunkt beginnt die Tilgung. Jetzt nur die
Effektivzinssätze für die
Tilgung zu vergleichen, ist zwar möglich, aber falsch, weil es
um unterschiedliche Zeiträume geht. Ich bezweifle, dass durch
noch soviel
Rechenakrobatik die beiden Methoden vergleichbar werden.
Im übrigen: 3,95 % bei 15 Jahren sind so gut, dass Sie das
Angebot aus meiner Sicht bedenkenlos annehmen können.
Gruß
Günther

Ich finde schon, dass man vergleichen sollte. Auch wenn das Ergebnis hier klar scheint.
Jede Variante hat ihre Vorteile. Sofern sie diese auch ausnutzen kann und nicht wie hier falsch umgesetzt wird.
Eine Empfehlung, dass eine Finanzierung bei 3,95% Zinssatz bedenkenlos durchführbar ist, gebe ich nicht so ohne weiteres.
Gerade niedrige Zinsen bieten böse Überraschungen.

Danke!
Hallo,

danke für Eure Antworten. Wir wurden darin bestärkt, skeptisch zu sein.
Heute abend haben wir noch ein Fax mit genaueren Konditionen des Kombimodells (alles etwas schwammig) erhalten und mit diesem fiel die Entscheidung für das Annuitätendarlehen.
Uns war klar, dass wir hier Äpfel mit Birnen vergleichen, aber wir mußten eben herausfinden, welches das für uns beste Modell mit den für uns besseren Konditionen ist.

Also, nochmals vielen Dank für Eure Mühe, Ihr habt uns geholfen.

Viele Grüße, Salbei