Hallo Losmangas,
okay, ich bin kein Bausparfreund, deswegen vielleicht etwas voreingenommen. Wenn man bereits einen (zuteilungsreifen) Bausparvertrag hat, ist es eine feine Sache, aber zur Finanzierung einen Bausparer abzuschließen, ist imho so ziemlich das Schlechteste, was die Bank einem anbieten kann.
Der Grund, warum sie das macht, ist eigentlich klar: sie verdient daran und zwar nicht schlecht, guck Dir mal allein die Abschlußgebühr an.
Dein Posting ist etwas unübersichtlich, deswegen roll ich das andersrum auf.
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Für die Eigenheimzulage: http://www.bmvbw.de/Eigenheimzulagegesetz-.548.htm
Lies bitte auch das Gesetz selbst, ich glaube (kann aber auch daneben liegen): Neubau - Bauantrag bzw Kauf 2003, Fertigstellung und Einzug 2004, 8 Jahre Zulage. Altbau - Kauf 2003, Einzug 2004, 7 Jahre Zulage, da man dadurch ein Jahr verschenkt hat.
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Die Auszahlung sollte bei Eigennutzung immer bei 100% liegen, alles andere ist nur für Kapitalanleger steuerlich interessant.
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Wenn es schon um die Bereitsstellungszinsen geht, tipp ich mal auf Neubau. Es gibt durchaus Banken, die ebenfalls sechs und manchmal sogar mehr Monate ohne Bereitstellungszinsen anbieten.
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Bei längerer Zinsfestschreibung als 10 Jahre kann man nach 10 Jahren tatsächlich kündigen. Vorher ist das mit zusätzlichen Kosten verbunden.
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Tilgung… 1,2% Tilgung sind niemals, nie und nimmer 18 Jahre Gesamtlaufzeit…
Denn die Gesamtlaufzeit berechnet sich nach der Tilgung und bei 1,2% Tilgung sind es 32-33 Jahre, grob gerechnet.
Bei einer Laufzeit von 18 Jahren gesamt müßte man gute 3,4% anfängliche Tilgung haben.
Übrigens, hohe Tilgung und lange Laufzeit schließen sich gegenseitig aus, denn wenn man hoch tilgt, hat man schnell abbezahlt.
Falls Du mit diesen 18 Jahren eine lange Zinsfestschreibung meinst: das alleine ist auch nicht alles, s.u.
Eine gute Finanzierung sieht zur Zeit so ähnlich aus:
a) Zinsfestschreibung 10 Jahre. 15 Jahre, wenn man bereit ist, etwas höhere Zinsen in Kauf zu nehmen.
b) der Zinssatz wird sich wohl so um die 5% bewegen, Tabellen gibt es überall (Internet, Tageszeitungen, Banken). Die Beleihungsgrenze nicht vergessen! Und auch nicht, daß es immer nur Vorgaben sind, die tatsächlichen Zinsen können auch anders aussehen, je nach persönlichen Konditionen.
c) hohe Tilgung. So hoch es geht eben, denn bei den Zinsen jetzt sollte man versuchen, in den ersten 10 Jahren die Restschuld kräftig nach unten zu drücken.
Beispiel bei 100000 Euro Kredit:
Tilgung 1 % (5% Zinsen) - Restschuld nach 10 Jahren 87000 Euro, Monatsrate gesamt ca 500 Euro, schuldenfrei (gleichbleibende Zinsen vorausgesetzt) nach nicht ganz 36 Jahren.
Tilgung 2 % (5% Zinsen) - Restschuld nach 10 Jahren 74000 Euro, Monatsrate gesamt ca 584 Euro, schuldenfrei (gleichbleibende Zinsen vorausgesetzt) nach 25 Jahren
Tilgung 3 % (5% Zinsen) - Restschuld nach 10 Jahren 61000 Euro, Monatsrate gesamt ca 667 Euro, schuldenfrei (gleichbleibende Zinsen vorausgesetzt) nach nicht ganz 20 Jahren.
Das Gespenst steigender Zinsen oder warum man bei hoher Tilgung keine lange Zinsfestbindung braucht:
Je niedriger die Restschuld, desto mehr Spielraum hat man später. Sind die Zinsen niedrig, tilgt man weiterhin viel und ist schnell schuldenfrei. Steigen die Zinsen, reduziert man die Tilgung, dadurch verlängert sich die Laufzeit, aber man kann sich die Raten noch leisten.
Ist die Restschuld dagegen hoch, kann man nicht viel machen, denn Tilgung unter 1% geht nicht, also steigen die Raten.
d) Sondertilgungen vereinbaren, wenn in Zukunft mehr Geld zu erwarten ist
! Machen nicht alle Banken gerne, aber wenn man das plant, sollte man sich eine Bank suchen, die mitmacht. Es macht absolut keinen Sinn, gutes Geld zu 2% Zinsen auf dem Bausparvertrag zu parken und gleichzeitig 5% Darlehenszins an die Bank zu bezahlen.
e) nicht die EHZ als fester Bestandteil der Finanzierung einplanen, lieber als Rücklage für Unvorhergesehenes, zumindest einen Teil davon. Wenn man die Finanzierung ohne EHZ nicht packt, sollte man die Finger davon lassen, denn dann hat man zu knapp kalkuliert.
f) Finger weg von allen Finanzierungsmethoden, in denen nicht laufend getilgt wird, sondern erst später aus Fonds, Lebensversicherungen, Bausparverrägen. Man bezahlt viel zu viel.
g) vergleichen und sich informieren, informieren, informieren, bis man dem Bankberater schon nach 10 Minuten Gespräch sagen kann, was an seinem Vorschlag nicht stimmt. Ohne genügend Vorbereitung wird man garantiert über den Tisch gezogen und nur mit genug Infos kann man die Banken gegeneinander ausspielen. Es ist schließlich eine langfristige Entscheidung, die zig Tausend Euro zusätzlich kosten kann, wenn man falsch beraten wurde.
Grüße
Helen