Baugenehmigung

Liebe/-r Experte/-in,
Wir wollen in unserem Heimatdorf gerne ein Haus bauen. Dort gibt es aber nur Grundstücke mitten im Dorf die schon als Garagenplatz zu klein wären. Wir haben aber ein tolles Gartengrundstück gefunden was der Inhaber auch verkaufen will. Es wäre ideal, ist am Dorfrand, man könnte dort ein Haus drauf bauen und hätte auch noch einen Garten. Daneben stehen viele Häuser in der Straße. Problem ist nur, dass dieses Grundstück nicht als Bauland ausgewiesen ist.

Ich habe bei der zuständigen Stadt angerufen und die meinten nur, dass kein Bauland mehr in dem Dorf ausgewiesen wird.

Es ist ja nicht mitten im Wald sondern ist in einer bebauten Straße. Halt das Eckgrundstück.

Es ärgern sich viele im Dorf, weil deren Kinder auch gerne ein Haus bauen würden aber es einfach keine Baugrundstücke dafür gibt. Der Boden ist toll und es wäre auch mehr als Platz am Ortsrand und würde dort keinen stören, wenn man dort noch 5 Grundstücke zulässt. Aber die Stadt will es einfach nicht machen.

Kann man das gerichtlich irgendwie durchbekommen?

Meine Schwiegereltern selber haben auch ein Gartengrundstück mitten im Dorf und wollen das gerne als Baugrundstück zulassen und dann verkaufen, weil es einige gibt, die auch direkt ins Dorf ziehen würden. Aber sie bekommen auch immer nur Absagen.

Das Witzige und zugleich traurige ist, dass der Sohn des Bürgermeisters der Letzte war, dem ein Baugrundstück zugeteilt wurde, da haben sie eine Ausnahme gemacht…

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen
Anja

Sie können mit mehreren Bauinteressenten durchaus nochmal einen Versuch starten. Letztlich entscheidet der Gemeinderat über die Neuausweisung von Bauflächen, wenn entsprechend öffentliches Interessse bekundet wird; schließlich wollen die ja bei der nächsten Wahl wiedergewählt werden und das von möglichst vielen Bürgern - auch von neu hinzugezogenen Hauseigentümern!

vielen Dank!

Ohne Flächennutzungsplan und Bebauungsplan, woraus sich derartige Baumöglichkeiten ergeben, ist zunächst nichts zu machen. Scheinbar will die Stadt auch keine Änderung vornehmen. Ich rate, einmal näher beim (Land-)Kreisamt bzw. bei der Bezirksregierung nachzufragen, und auch beim (Ihnen sympatischen) Abgeordneten/ Stadtratsmitglied. Die örtliche Bank/Sparkasse, welche auch mit Immobilien handelt, weiss oft auch Rat. Fragen Sie auch nach, ob beim Altbau evtl. angebaut werden kann (man nennt es Ortskern-Verdichtung).
MfG
H.G.

dankeschön

Hallo Anja,
gerichtlich ist da gar nichts zu machen. Die Gemeinde hat das Recht Bauland festzulegen und sonst keiner.
Aber festlegen tun das die Politiker in Ihrem Gemeinderat. Sie sollten Kontakt zu diesen Menschen aufnehmen; am besten jemandem aus dem Bauauschuss oder Gemeindeentwicklungsausschuss. Sie sollten sich aber vorher erkundigen, wer Ihren Wünschen politisch nahe steht.
Gruß aus Westfalen
Dipl.-Ing. Werner Kahlki
ehem. Mitglied im Rat der Stadt Hagen

Vielen Dank!

Tja, so isset nun mal, die Gemeinde/Stadt hat die Planungshoheit und beschließt per Ratsbeschluss, wo zu bauen ist und wo nicht. Möglich ware es, an den Bauausschuss, Grundstücksausschuss oder wie der nun in Ihrer Gemeinde heißt, mit einen „konkreten“ Baugesuch heranzutreten und um einen Bescheid zu bitten. Besser wäre es noch, wenn man ein Ratsmitglied anspricht, welches dem Vorhabe Verständnis entgegen bringt und einem „wohlgesonnen“ ist. Wenn es mehrere Bauinteressenten gibt, warum gründen Sie nicht einen Bauwilligen-Initiative und stellen mit geballter Wählermacht einen gemeinsamen Antrag - bringt grundsätzlich mehr Erfolg —> siehe Wählerstimmen.
Ich gehem mal davon aus, dass es keinen Bebauungsplan oder einen Satzungsbereich nach § 34 BauGB gibt… dann wäre es natürlich einfacher.

Mit freundlichen Grüßen
Willy1301