Bauphysik, hinterlüftung

Liebe/-r Experte/-in,

ich sitze gerade in Rumänien in einem recht alten Holzhaus der hier üblichen Bauweise, und mache mir Gedanken über die Außenwand.
Hauptbestandteil sind dicke Eichenbretter, ca. 5cm, die nach außen mit Zementputz versehen sind. Die Lehmgefache außen und innen wurden entfernt. Innen ist ein 8cm breiter Spalt, dann eine Rigipsplatte mit Innenputz.
Dass die Wärmedämmung katastrophal ist, leuchtet mir ein. Meine Frage bezieht sich auf die Feuchtigkeit, genauer wie mit diesem Spalt umzugehen ist. Kann ich den oben verschließen (wäre sicherer gegen Mäuse), oder sollte der als Hinterlüftung dienen?
Vielleicht etwas naiv die Frage, keine Ahnung…

MfG,
Eduard

Ich denke, daß der Spalt der Hinterlüftung dient, 8 cm sind zwar heftig, jedoch kenn ich den Feuchteanfall nicht en detail, aber es scheint zumindest bezüglich des Niederschlagschutzes zu funktionieren, eine Wärmedämmwirkung ist, wahrscheinlich wegen der Hinterlüftung, nicht vorhanden vielleicht auch gar nicht gewollt.???

Danke für die schnelle Antwort!
Bzgl. des Niederschlagsschutzes schon, aber auch im Zimmer fällt dann erfahrungsgemäß hohe Raumfeuchte an. Das Fundament sind aufgeschichtete flache Steine, dann ein Balken drüber, und dann die Bretterwand. Die Feuchte von unten diffundiert bestimmt durch die Rigipswand leichter als durch die Bretter nach außen… An der Rigipswand gabs auch schon leichte Putzablösungen.

Neue Wärmedämmung macht aufgrund des Alters keinen Sinn mehr, wird wohl Gäste-/Sommerhaus.

Gips wird aufgrund der Feuchtigkeit ziemlich zügig kaputt gehen, zuerst wellen sich die Platten und dann werden Blasen entstehen und der Gips wird herabfallen und einen ziemlichen Gestank verursachen.

Wenn jemand dieses Bauwerk irgendwie zum Aufenthalt von Menschen nutzen möchte, muß derjenige wohl einiges baulich gegen Feuchtigkeit unternehmen, denn auch das Holz wird ziemlich zügig seine Tragfähigkeiten verlieren. Der Balken auf den Steinen wird auch nur begrenzt halten ca. 1/2 -1 Jahr dann wird er hin sein!
Zur konkreten Beratung braucht man ausagekräftige Pläne und Geld als Arbeitslohn, so ist es nur völlig unverbindlich und nur bedingt nutzbar, es ist nur eine allgemeine Erläuterung!

Hallo Eddy_f,
zu Deiner Frage oder deinem Komplex von Fragen, könnte ich Dir nur antworten, wenn ich eine Schittdarstellung der Wand sehen könnte. Im Prinzip ist es so, dass eine Eichenholzwand schon ganz gut ist, ein Luftspalt ist o.k. aber nicht zu groß sollte der Spalt sein. In Rumänien ist Schafwolle recht preiswert, man kann dass Material gut als Dämmstoff benutzen. Aber wie gesagt, zum Wandaufbau sollte auch die Statik nicht unberücksichtigt bleiben. Also, eine Skizze zum Wandaufbau wäre hilfreich.
Grüße, Didijaja

Hallo Didijaja,
was Statik angeht kann ich leider nicht dienen, ich habe natürlich keinen Plan, und das was ich sagte habe ich von anderen Häusern hier im Dorf abgeschaut, wo der Lehmputz abgefallen war und man die Holzbauweise sehen konnte. Die Häuser hier haben auch nur Parterre und scheinen altbewährt.
Was den Wandaufbau angeht habe ich nochmal nachgemessen, der Spalt zwischen Holz und Rigips beträgt 15cm. Ansonsten wie beschrieben, mehr ist da nicht.
Schafswolle, da müsste ich nur zum Nachbarn gehn, aber das kann man ja auch nicht einfach so einbauen, muss doch gewaschen werden etc.
Eduard

Ihre Prognose scheint mir etwas drastisch, aber trotzdem danke dafür. Gestank ja, besonders wenn ein totes Tier in diesem Spalt verwest…
MfG,
Eduard

Der Gestank den ich erwähnte stammt nicht von verwesenden Tieren sondern rührt schlichtweg aus dem dauerfeuchten Gips. Mein „Prognose“ fußt auf einer über 20jährigen Erfahrung.

Hallo Eddy_f,
ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt bezüglich Wärmedämmung und Feuchteschutz, wie unsere Altvorderen. Nicht umsonst sind diese alten Häuser heut noch benutzbar. Ein Beispiel aus meiner Gegend, die gemichschte Holz und Steinbauweise bei Umgebindehäusern. Zu deinem Problem, Schafwolle würde ich in einer Landschaft wo diese anfällt als Dämmmaterial benutzen. Die Wolle ist ungewaschen mit dem Wollfett geschützt und wenn im inneren eine stabile Rigipswand in zweifacher Beplankung eingesetzt wird, auch geruchsunabhängig. Wichtig ist, dass die Feuchte des Wohnens durch die Außenwand diffundieren kann. Im übrigen, hilfreich könnte zu diesem Thema eine Website sein: www.efh-coaching.de kannst ja mal nachsehen. Zumindest setzt sich der Autor mit der problematik Wärmedämmung auseinander und ich finde auch noch recht gut.

Didijaja

Hallo Eddy_f,
ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkt bezüglich Wärmedämmung und Feuchteschutz, wie unsere Altvorderen. Nicht umsonst sind diese alten Häuser heut noch benutzbar. Ein Beispiel aus meiner Gegend, die gemischte Holz und Steinbauweise bei Umgebindehäusern. Zu deinem Problem, Schafwolle würde ich in einer Landschaft wo diese anfällt als Dämmmaterial benutzen. Die Wolle ist ungewaschen mit dem Wollfett geschützt und wenn im inneren des Hauses eine stabile Rigipswand (Fermacell) in zweifacher Beplankung eingesetzt wird, auch geruchsunabhängig. Wichtig ist, dass die Feuchte des Wohnens durch die Außenwand diffundieren kann. Im übrigen, hilfreich könnte zu diesem Thema eine Website sein: www.efh-coaching.de kannst ja mal nachsehen. Zumindest setzt sich der Autor mit der problematik Wärmedämmung auseinander und ich finde auch noch recht gut.

Didijaja

„Wichtig ist, dass die Feuchte des Wohnens durch die Außenwand diffundieren kann.“

Das könnte sie ja, da doch Holz und Zemtentputz diffusionsoffen sind.
Gut dass Sie mir das mit der Schafswolle wieder auf die Liste gesetzt haben, ich hatte das Thema schon abgeschrieben gehabt.
Die Webseite werde ich mir zu Gemüte führen.

Haben Sie vielen Dank für den Austausch!
Eduard