Guten Abend allerseits.
Ich habe mich in den letzten Wochen immer mehr für eine leerstehende ETW in einem MFH mit 6 Einheiten interessiert. Die WEG umfasst 12 insgesamt (es sind 2 Häuser à 6 Einheiten). Bei der 3. Begehung der Wohnung mit einem Architekten (Wohnung ist sanierungsbedürftig) stellte sich heraus, dass sich das Haus an der „anderen“ (also nicht an „meiner“ Seite) gesetzt hat. Die Risse an der Fassade hatte ich bereits gesehen, aber bei der Begehung des Kellers stellte der Architekt fest, dass der Estrich an der entsprechenden Ecke ein wenig „eingeknickt“ war. Er empfahl das Ganze von einem Gutachter näher untersuchen zu lassen. So weit, so gut. Der Makler war gegen Ende der Begehung dazu gekommen und hat sich mit dem Architekten dann noch über den Schaden unterhalten. Man hat sich darauf geeinigt, dass der Makler mit einem Gutachter, mit dem er am nächsten Tag ohnehin woanders hin wollte, noch mal vorbeifährt und dieser dann eine zumindest oberflächliche Meinung dazu abgeben würde.
Es stellt sich heraus, dass vor etlichen Jahren (Haus ist BJ 1965) wohl das Regenfallrohr schadhaft wurde und daraufhin ersetzt wurde. Der Gutachter tippt oberflächlich darauf, dass vor der Sanierung des Rohrs einiges an Regenwasser unter die Fundamente gespült wurde und die Risse verursacht haben könnte. Ein Telefonat mit dem Makler heute ergab, dass der Schaden bereits vor Jahren eingetreten ist. Die alte Dame, die die Wohnung verkauft, wollte die Protokolle der entsprechenden Zeit raussuchen um zu sehen, wann genau das war und was in der Sache damals unternommen wurde.
Ich bin in einem Dilemma. Einerseits passt bei der Wohnung einfach alles (Lage, Preis, Garten…), andererseits mache ich mir über den eventuellen Wiederverkaufswert Sorgen. Leider ist es schwierig, die Sache eingehend und abschliessend durch ein detailliertes Baugutachten zu klären, da ich ja noch nicht mal Eigentümerin bin und die WEG meiner Einschätzung nach wenig begeistert sein wird, wenn ich daher komme und „Ärger“ mache. Ich habe wenig Lust, einen Gutachter teuer zu bezahlen, wenn ich dann doch vom Kauf Abstand nehme. Sollte ich dennoch kaufen, wäre es denkbar, entsprechend zu verhandeln und zumindest das rauszuholen, was ggf. mein Anteil an einer Sanierung wäre, sollte es denn dazu kommen. Die Wohnung an sich ist von dem Schaden nicht sichtbar betroffen (befindet sich ca. 25 Meter von den Rissen entfernt auf der anderen Hausseite).
Grundsätzlich würde es mich - nach dieser langen Geschichte - interessieren, wie ich hier am schlauesten vorgehe - oder sollte ich mich ganz schnell von dem Projekt abwenden und was anderes suchen?
Danke für’s Zu-Ende-Lesen und für Eure Hilfe.
Karina
Hallo Karina!
…und dieser dann eine zumindest oberflächliche Meinung dazu
abgeben würde.
Du brauchst gesicherte Erkenntnisse; oberflächliche Meinungen helfen nicht.
Der Gutachter tippt oberflächlich darauf, dass vor der Sanierung des
Rohrs einiges an Regenwasser unter die Fundamente gespült wurde und
die Risse verursacht haben könnte.
Seltsamer Gutachter, der nutzlose Tipperei abliefert.
Leider ist es schwierig, die Sache eingehend und abschliessend durch
ein detailliertes Baugutachten zu klären, da ich ja noch nicht mal
Eigentümerin bin und die WEG meiner Einschätzung nach wenig
begeistert sein wird…
Sollte ich dennoch kaufen, wäre es denkbar, entsprechend zu
verhandeln und zumindest das rauszuholen, was ggf. mein Anteil an
einer Sanierung wäre, sollte es denn dazu kommen.
Diese Vorgehensweise setzt voraus, daß Du den Umfang der fälligen Instandsetzung kennst. Wenn die Standfestigkeit des Gebäudes durch Unterspülung gefährdet ist, kann die Sanierung richtig teuer werden. Man wird feststellen müssen, ob sich die Risse weiterhin verändern. Allein diese Untersuchung kann Monate dauern. Eventuell muß man die Bodenplatte aufmachen, um nachzusehen und ggfs. Hohlräume verfüllen. Bei Rissen im Kellerbereich unter der Erdoberfläche muß man aufgraben, um den Schaden beheben zu können. Schon jahrelang vorhandene Risse können Feuchtigkeits- und Frostschäden mit sich gebracht haben. Das alles in einem Bau aus den 60er Jahren, an dem es absehbar nichts gibt, was nicht erneuert werden muß und außerdem noch eine Eigentümergemeinschaft mitmischt.
Eine Abschätzung von Kosten und Risiken ist nicht möglich. Ohne Übertreibung: Ich würde solche Wohnung nicht einmal geschenkt nehmen.
Gruß
Wolfgang
…Die Wohnung an sich ist von dem Schaden nicht sichtbar betroffen…
Hallo,
wenn die Wohnung etwas entfernt liegt, hast Du weniger Baulaerm. Finanziell ist es egal. Alle Eigentuemer beschliessen mit Mehrheit, was gemacht wird, und jeder zahlt anteilig nach Eigentumsanteil, grosse ohnungen mehr. Es kann eine gute, schlechte oder gar keine Reparatur beschlossen werden, oder viel spaeter doch eine extra teure wegen Folgeschaeden. Dann hast Du spaeter eine Stimme unter vielen. Denkbar ist auch ein Zuschuss einer Versicherung.
Wie ist Dein Risikoempfinen? Jetzt billiger kaufen und pokern und spaeter zahlen? Oder doch nicht einsteigen? So oder so kann eine Chance verlorengehen. Willst Du selber ein paar 100 Euro an einen eigenen Bausachverstaendigen zahlen. Kennst Du Miteigentuemer und kannst sie als Verbuendete gewinnen? Gibt es Arme Alte Finanzschwache, die jeden Geldeinsatz blockieren wollen? Ein Rat faellt sehr schwer.
Gruss Helmut
Haus an der „anderen“ (also nicht an „meiner“ Seite) gesetzt
hat. Die Risse an der Fassade hatte ich bereits gesehen, aber
bei der Begehung des Kellers stellte der Architekt fest, dass
der Estrich an der entsprechenden Ecke ein wenig „eingeknickt“
war.
Bei so einem Mangel, dessen Konsequenzen auch ein Gutachter nicht abschließend beurteilen kann, würde ich von einem Kauf absehen. Du handelst Dir möglicherweise erhebliche Sanierungskosten ein.
Also ich würde die Wohnung kaufen, wenn sie ansonsten ideal ist…allerdings im Notarvertrag festlegen, dass der Verkäufer für die nächsten 10 Jahre alle aus diesen Schaden entstehenden Kosten trägt. Und wenn man dann Eigentümer ist, mit aller Macht auf eine Sanierung drängen. Du hast, der Gemeinschaft gegenüber, einen Rechtsanspruch. Sei dir aber bewusst, dass das evtl. noch mal ein wenig Druck bedarf.
Gruß n.
Ok, Du hast einen wunderschönen Oldtimer gesehen. Klasse Mercedes Cabrio. Ein Traum, es passt einfach alles. Der Lack ist Original, das Faltdach funktioniert und ist dicht. Das rote Leder wolltest Du immer schon. Nur leider ist der Motor total defekt. Der Verkäufer sagt Dir, dass kann repariert werden, aber ob die Radäufhängung und der Rahmen nicht auch noch durchgerostet sind, kann er nicht ermitteln. Die Kosten sind bisher nur grob geschätzte und können nicht virifiziert werden. Es können 2.000 aber auch 20.000 € sein. Das Auto ist ein Traum. Nur Käufer mit unendlichen Budget oder Liebhaber kaufen. Alle anderen verzichten.
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