Hallo unser Wolfgang
,
ich gebe das einfach mal so wieder, wie ich früher selbst potentiellen Kunden Bausparverträge erklärt habe (sorry, ich war jung und brauchte das Geld…).
Man stelle sich vor, 10 Personen haben jeder 10.000 Euro p.a. zur Verfügung und alle wollen ein Haus für 100.000 Euro kaufen.
Zinsen mal nicht beachtet (böse Zungen behaupten ja, dass sich dieses Prinzip beim Bausparen erhalten hat…) muss also jeder 10 Jahre sparen, bis er sein Haus kaufen kann.
Nun kommen die 10 auf die Idee, dass alle ihre 10.000 jeweils jählich in einen Topf zahlen. So kommen jedes Jahr 100.000 euro zusammen. Jetzt wird immer einer ausgelost, der diese 100.000 euro bekommt und sich somit früher sein Haus kaufen kann. Natürlich muss er danach jährlich seine euros weiter einzahlen.
Das führt dann dazu, dass neun von zehn ihr Haus früher bekommen. Der Zehnte hat zwar keinen Vorteil, aber auch nichts verloren. Also so eine Art „Spar-Bau-Genossenschaft“. Vollkommen unabhängig von Bankzinsen.
Natürlich ist das stark vereinfacht, aber die Grundidee gibt das Modell ganz gut wieder.
Dass die Gruppe der Sparer nicht begrenzt sein soll, wird über den Berechnungsschlüssel „Bewertungszahl“ organisiert, der die Reihenfolge der Kreditansprüche regelt.
Natürlich wird das ganze dann noch viel komplizierter. Auch nicht bauwillige sollen in den Topf einzahlen und müssen dazu mit Zinsen motiviert werden. Deshalb müssen die Häuslebauer auch Zinsen zahlen. Und die BS-Kasse ist ja auch nicht von der Diakonie, also wollen die was verdienen.
Aber die Grundidee war wohl so.
Daraus ergibt sich auch, dass Bausparen als reine Sparform eher weniger attraktiv ist. Auch wenn gegenteiliges gerne postuliert wird: Ich habe noch keine seriöse Berechnung gesehen, die unterm Strich deutliche Vorteile gegenüber Fondssparen gebracht hätte (eine minimale Risikobereitschaft vorausgesetzt). Für den Sparer. Für den Verkäufer schon. (Die Abschlussgebühr sind Vertriebskosten)
Vorteilhaft kann Bausparen bei einer Baufinanzierung werden. Speziell, weil die BS-Kasse in den Nachrang im Grundbuch geht (vielleicht gibts hierüber mehr bei Wikipedia, falls Infobedarf besteht). Dort ist der Zinssatz dann recht günstig, allerdings wird das Darlehen recht schnell getilgt = höhere mtl Belastung als beim normalen Hypothekendarlehen. Man muss sich das Zinsen sparen also leisten können.
Fazit:
BS als reine Sparform: suboptimal
BS als Teil einer BauFi sinnvoll eingesetzt: kann vorteilhaft sein
BS Schachtelmodelle für BauFi: absoluter Quatsch. Außer Du verkaufst Bausparverträge… 
Gruß vom Money-Schorsch