Hallo Kristian,
- Abschluss eines Bausparvertrages mit monatlicher Rate von
ca. 86 Euro, also auch nur eine relativ niedrige Bausparsumme
von ca. 8000 Euro, um die Abschlusskosten gering zu halten.
Warum ein so hoher Monatsbeitrag? Jeder Bausparer ab dem 16. Lebensjahr hat bei Einhaltung bestimmter Einkommensgrenzen Anspruch auf die Gewährung einer Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 % auf die geleisteten Einzahlungen eines Jahres. Der jährliche Förderhöchstbetrag, auf den es die Wohnungsbauprämie gibt, beläuft sich auf 512 € bei Ledigen und 1.024 € bei Verheirateten. Die jährliche Wohnugsbauprämie beträgt damit max. 45,06 € für Ledige und max. 90,11 € für Verheiratete. Da die Guthabenverzinsung bei BSV im Schnitt bei 1,5% liegt, die gesetzliche Bindefrist aber 7 Jahre beträgt und die Abschlussgebühren mit 1-1,5% der Bausparsumme zuerts bezahlt werden müssen ist diese Art der Anlage mit der größte staatlich geförderte Mist den es gibt. (Anm.: Ich komme von der Wüstenrot, bin aber vor über 10 Jahren ausgestiegen.)
- Weiterhin gleichzeitiger Abschluss einer Rentenversicherung
mit 40 Euro Monatsbeitrag für den Sohn mit Laufzeit bis zum
- Lebensjahr.
Bei den Kosten für Vertrieb, Verwaltung und Investment, die dt. Versicherungen verursachen, ist auch diese Art der Geldanlage völlig daneben (genug Posts hier im Forum).
Das heisst also, der Vater zahlt 7 jahre lang für seinen Sohn
monatlich 126 Euro in die beiden Verträge.
wenn er es sich leisten kann…
Nach den 7 Jahren hat der Bausparvertrag ein garantiertes
Guthaben incl. WoBP von ca. 8600 Euro.
Berechnung: Monatlich 86,-€ heisst 1032,-€ p.a. Im ersten Jahr müssen wir aber 800,-€ Abschlussgebühr abziehen. Ergo bleiben 232,-€ Guthaben. Macht mit Guthabenzins (1,5%) 235,48€. Darauf die WoP (8,8%) 20,72€. Ergibt im ersten Jahr ein Guthaben von 256,20€. So weiter gerechnet, ohne Kto.Führung etc. ergibt sich rechnerisch ein Guthaben i.H.v. 6755,08€. Warum die BSk 8600,-€ rausbekommt weiss ich nicht. Und was, wenn der Sohn in die Ausbildung kommt, mit 20 zu arbeiten beginnt und ein zu hohes Einkommen erzielt, so dass er keine WoP mehr erhält? Was, wenn sich die Kosten ändern, der Zins weiter sinkt? Als Gegenrechnung: 1032,-€ p.a. auf ein Online-Konto mit 2,25% ohne Gebühren ergen nach 7 Jahren 7.816,02€, also schon mal 1060,94€ mehr.
Dieser Betrag wird dann bei der Hausbank oder anderweitig
angelegt zu etwa 5,5 % (Beispiel!), woraus eine jährliche
Zinszahlung von ca. 480 Euro resultiert, was monatlich ja 40
Euro sind.
Welche Bank gibt im festverzinslichen Bereich 5,5% Garantiezins? Sie arbeiten doch bei einer Bank. Kommt Ihnen das nicht spanisch vor?
Was also, wenn der Zins nicht zu erzielen ist, wer zahlt dann drauf?
Damit wird dann der Rentenversicherungsvertrag bis zum
Laufzeitende „gespeist“, und Sohnemann hat mit 65 eine
ziemlich hohe Zusatzrente, ohne das jemand nach seinem 23.
Lebensjahr etwas dafür tun muss.
Wenn ihnen die Bank das schriftlich gibt und garantiert, dann empfehle ich sowas. Allerdings nicht mit einer deutschen Rentenversicherung, sonst wäre ja am Ende alles für die Katz.
Was haltet ihr von diesem Modell, gibts da irgendwo Seiten,
die ich bzw. der Seminarleiter dabei nicht bedacht haben, oder
ist das vielleicht wirklich eine ausgezeichnete Möglichkeit,
etwas fürs Alter zu tun ?
Meiner Meinung nach ist dies ein Prima Modell für die Bausparkasse, die Bank und die Versicherung um die Einnahmen zu steigern. Ob der Kunde was davon hat wage ich zu bezweifeln. So was ähnliches gab es vor ein paar Jahren schon mal, die Fremdfinanzierte Rente. Kund enimmt Darlehen auf (weil Zinsen so niedrig) und speist damit eine haupts. englische LV (die ja sicher mehr abwirft als es Zinsen kostet…). Fragen Sie mal Geschädigte, die den Beitrag der LV zahlen müssen und der Bank den Kredit zurückzahlen. Die haben zu 75% existenzielle Probleme…
Wie gesagt, ich bin zwar im Vertrieb bei „Deutschlands bester
Bank“ tätig, aber ich denke dennoch, dass das Ganze eh für die
meisten Kunden zu komplex wäre, und daher das Ganze eine
Theorie bleiben wird.
Ich kann nur hoffen, dass sich so etwas nicht duchsetzt. Allein wegen der Haftung des Verkäufers, die mit der EU-Richtlinie hoffentlich kommen wird.
Gruß, maxxler71
p.s. die Zahlen sind ohne Gewähr!