Bausparen wirklich so schlecht ?

Hallo,
eine Frage zum Bausparen (allein zum Sparen).
In der Regel ist es ja so: die Bausparkassen-Leute
preisen das als non plus ultra, alle anderen
Bankenleute und Finanz-Berater verzerren ihr Gesicht
(ich glaube fast dies Mimik wird den Leuten irgendwo zentral
beigebracht).

Wenn ich jetzt sieben Jahre bauspare, bekomme ich bei
guten Anbietern 4-4,5 %. Dazu kommen noch jedes Jahr
auf den Sparbetrag ca. 9 % vom Staat,
was nach meiner Rechnung insgesamt noch einmal ca. 2 % Rendite
ausmacht, also 6-6,5 % für eine absolut sichere Sparform.
Da ich mich noch lange ausbilden lassen will werde ich auch
gehaltsmäßig mind. die nächsten fünf Jahre die Bausparprämie erhalten.

Gibt es eine andere Anlageform, in der ich auch 7 Jahre garantiert
ca. 6 % bekomme und im Fall der Fälle jederzeit (mit 0,5 % Verlust), bzw. mit Drei-Monatsfrist aussteigen kann ?

Hallo Trobi,

also ich finde des Bausparvertrag nicht grundsätzlich schlecht.
Wenn man Prämienberechtigt ist schon zweimal nicht.

Bei deiner Renditeberechnung fehlt allerdins die Abschlussgebühr.

Trotzdem finde ich, dass ein BSV gerade für junge Leute, die noch in der Ausbildung sind, extrem praktisch.
Wenn man dann irgendwann mal auszieht, Möbel oder auch was anderes Braucht gibt es einen günstigen Kredit.

Gruß Ivo

Hallo Trobi,

so ganz stimmt Deine Rechnung zwar nicht: 9% WoPrä für 7 Jahre gibt im Durchschnitt nur knapp 1,3% (Gutschrift erfolgt erst nach 7 Jahren, daher keine Zinseszinsrechnung) und die Bausparkassen gehen mehr und mehr dazu über, ihre Guthabenzinsen zu kappen (m.W. derzeit nicht mehr als 4%). Je nach Kasse erfolgt die laufende Verzinsung mit 1 - 2% p.a. und erst bei Darlehensverzicht erfolgt entweder eine Nachverzinsung (hier erfolgt tatsächlich eine neue Zinsberechnung mit dem höheren Zins) oder eine „Bonuszahlung“. Auch solltest Du noch darauf achten, dass die Kasse bei Darlehensverzicht die Abschlußgebühr erstattet und keine Kontoführungsgebühren o.ä. erhebt (bis zu einem bestimmten Alter durchaus möglich). Nicht verhandelbar ist i.d.R. allerdings die Gebühr für die Beantragung der WoPrä.

Trotz allem erkennst Du ganz richtig, dass das Bausparen nicht nur als absolut sichere Anlage monatlich relativ geringer Sparbeiträge anzusehen ist, sondern für derzeitige Verhältnisse auch eine vernünftige Rendite bietet. Wobei natürlich niemand weiss, ob das für die nächsten 7 Jahre so bleibt…

Freundliche Grüße

wolle

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,
eine Frage zum Bausparen (allein zum Sparen).
In der Regel ist es ja so: die Bausparkassen-Leute
preisen das als non plus ultra, alle anderen
Bankenleute und Finanz-Berater verzerren ihr Gesicht
(ich glaube fast dies Mimik wird den Leuten irgendwo zentral
beigebracht).

Wenn ich jetzt sieben Jahre bauspare, bekomme ich bei
guten Anbietern 4-4,5 %.

4-4,5% auf den Sparanteil bekommst. Vorher musst noch die Kosten (Werbung, Vermittlungsgebühren, …) der Bauspargesellschaft von den eingezahlten Beiträge abziehen damit du den Sparanteil erhältst. D.h. weniger als 4-4,5% auf dem Eingezahlten

Dazu kommen noch jedes Jahr auf den Sparbetrag ca. 9 % vom Staat,
was nach meiner Rechnung insgesamt noch einmal ca. 2 % Rendite
ausmacht, also 6-6,5 % für eine absolut sichere Sparform.

Die staatliche Förderung bekommsts erst nachdem dieses Beantragt worden ist (von Gesellschaft) und dies Kostet wieder! Also schau mal in die Unterlagen bzw. Frag nach wie hoch die gesammten Kosten wirklich sind.

Dafür bekommst ein gunstiges Darlehen. Aber im vergleich zu anderen Sparanlagen, wirst beim Bausparen i.d.R draufzahlen. Denn die Sparfase kann den höheren Darlehenszins von Bausparern einhohlen bzw. ausgleichen. Dafür bist auch bei anderen Sparanlagen flexibler.

Da ich mich noch lange ausbilden lassen will werde ich auch
gehaltsmäßig mind. die nächsten fünf Jahre die Bausparprämie
erhalten.

Azubi oder Studium? Als Azubi gibts die möglichkeit einen VWL-Vertrag (Vermögenswirksame Leistung) abzuschließen die dein Cheff zahlt, also geschenktes Geld.

Gibt es eine andere Anlageform, in der ich auch 7 Jahre
garantiert
ca. 6 % bekomme und im Fall der Fälle jederzeit (mit 0,5 %
Verlust), bzw. mit Drei-Monatsfrist aussteigen kann ?

Garantien kosten Rendite. Es wird also schwer 6% Garantiert zu bekommen, festverzinsliche Wertpapiere vielleicht. Aber rechne mal die Rendite nach Kostenabzug mal nach, danach wirst vielleicht doch mit weniger zufrieden sein.

Es scheint mir aber, dass du nicht Bauen willst? Da jede Anlageform andere Ziele hat, müsste man wissen, wieviel du sparen willst und wozu dieses wann gebraucht werden soll ( Auto, Haus, für schlechte Zeiten,Alter,…). Erst dann kann man sagen was für Anlagen idialer währen

MfG

Hi Ihrs!

Was an Bausparverträgen so sauer aufstößt, ist vor allem die Abschlußgebühr, die Du erwähnst, Ivo. Für ein solches Modell völlig ungerechtfertigt, reißt sie den Sparer im Vergleich zu seinen Einzahlungen auf Jahre hinaus ins Minus.

Das ist reine Provisionsmaximiererei für den Verkäufer, der sich ohne Gegenleistung und oft ohne Wissen des Kunden bereichert. Hat mit fairem Geschäft nichts mehr zu tun, sowas. Entschuldigt meine Ungeneigtheit diesbezüglich.

Trotzdem finde ich, dass ein BSV gerade für junge Leute, die
noch in der Ausbildung sind, extrem praktisch.

Da müßte schon einiges zusammenkommen, um mit einem BSV gegenüber den Alternativen einen reellen Vorteil zu haben.

Ich habe mal eine Excel-Tabelle gebaut mit Berechnungen von BSVs und Vergleichsmodellen - ist aufgrund der Intransparenz des Bausparvertrags nicht leicht, alle Stellgrößen einzubinden, aber dann doch recht aufschlußreich. Kann ich Interessierten wohl zumailen, wenn ich sie noch finde.

Wenn man dann irgendwann mal auszieht, Möbel oder auch was
anderes Braucht gibt es einen günstigen Kredit.

Der Bausparkredit ist meines Wissens laut Vertrag auf bauliche Maßnahmen beschränkt. Wer ihn als Konsumkredit nutzt, tut das damit auf eigene Gefahr.

Guts Nächtle,

~c.~

Der Bausparkredit ist meines Wissens laut Vertrag auf bauliche
Maßnahmen beschränkt. Wer ihn als Konsumkredit nutzt, tut das
damit auf eigene Gefahr.

Wer sagt das?
Gerade für die Wohnungseinreichtung eignet sich ein BSV hervorragend.
Solange das Volumen nicht zu groß ist wohl auch völlig unbesichert.

Meine eigene Erfahrung.

Gruß Ivo

Hi,

Was an Bausparverträgen so sauer aufstößt, ist vor allem die
Abschlußgebühr, die Du erwähnst, Ivo. Für ein solches Modell
völlig ungerechtfertigt, reißt sie den Sparer im Vergleich zu
seinen Einzahlungen auf Jahre hinaus ins Minus.

Es geht ja hier um BSV als Sparvertrag. Sofern das Darlehen nicht in Anspruch genommen wird, zahlen viele Gesellschaften die Abschlußgebühr zurück (vertraglich vereinbart).

Gruß,
Micha