Bausparkasse Vorausdarllehen sinnvoll?

Hallo Leute!

Von berufswegen sehe ich vielen Leuten „in die Karten“ bezüglich Krediten, Baufinanzierungen. Auffällig ist, dass sehr viele Immobilienfinanzierungen mit Vorausdarlehen einer Bausparkasse durchgeführt wurden. Häufig sogar, obwohl die Kreditnehmer vorher keinen Bausparvertrag bespart haben, also die ganze Kreditsumme über Vorausdarlehen.

Mir widerstrebt dabei immer folgender Gedanke: Die Bank/Bausparkasse leiht mir Jahrelang mein eigenes Geld, welches ich auf einem anderen Bausparkonto niedrig verzinst angelegt habe. Rechnet sich das im Vergleich zu einem „normen“ Annuitätendarlehen?

Die Frage bezieht sich auf Finanzierungen OHNE Wohnriester.

Gruß

Jörg

welches ich auf einem anderen Bausparkonto niedrig verzinst
angelegt habe. Rechnet sich das im Vergleich zu einem „normen“
Annuitätendarlehen?

Ich würde sagen, im Normalfall nicht. Damit ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass es in dem einen oder anderen Fall doch sinnvoll war.

hallo,

in allen mir bekannten fällen, rechnet es sich nicht.
ungefähr gleich ist es meistens nur dann, wenn die zuteilung nach der theorie erfolgen würde.

… aber wie kam doch gleich der spruch " b eten - h offen - w arten" zustande!? :wink:

lg dev

Hallo,
sinnvoll bedeutet auch, WO man den Sinn sieht. Ein Vorteil waere die Festzinsgarantie ueber die gesamte Laufzeit von 7 Jahren Ansparen und 12 Jahren Tilgen. Bei steigenden Zinsen sicher, da mag jeder selbst pokern.
Gruss Helmut

Moin Moin!

Das ist totaler Nonsens. Die einzigen, die dabei gut aussehen, sind die Vermittler der jeweiligen Bausparverträge. Der Grund liegt darin, dass kein Laie auch nur ansatzweise nachvollziehen kann, welche Gesamtverzinsung das jeweilige Paket hat. Das wissen nach meinen Erfahrungen selbst die nicht, die einem diese wunderbaren Produkte anbieten wollen.

Ein Beispiel einer bekannten Bausparkasse:

  • Sofortdarlehen über 25.000 Euro
  • Laufzeit gesamt ca. 14 Jahre (9 sparen, 5 tilgen)
  • Monatliche Zahlung während Spar- und Tilgungsphase je 204 Euro
  • Zinssatz Sofortdarlehen 4,15% (4,24% eff.)
  • Zinssatz Bauspardarlehen 1,95% (2,47% eff.)
  • Gebühr 1% der Bausparsumme

Betrachtet man nun die beiden Zinssätze, ist man als Laie verständlicherweise geneigt, sofort zuzugreifen, denn der Mischzinssatz dieses Paketes wird wohl irgendwo zwischen 3% und 4% liegen, richtig?

Nun, so einfach ist es dann aber doch nicht. Finanzmathematisch betrachtet ist die Sache einiges komplizierter und würde in allen Einzelheiten zu weit führen, aber eines sollte man sich hier einmal vor Augen führen: Während der Ansparphase (Guthabenzins 1% p.a., wenn überhaupt) läuft ein tilgungsfreies Darlehen mit einem Zins von 4,15%. Man spricht hier auch von einer negativen Zinsdifferenz. Das hat natürlich gravierende Auswirkungen, die sich letztlich auf die Gesamtverzinsung des Pakets auswirken.

Um bei diesem Beispiel zu bleiben, lässt sich folgendes festhalten:
Ein vergleichbares Bankdarlehen, mit gleicher Laufzeit und gleicher monatlicher Belastung dürfte einen Zinssatz von 4,91% (5,02% eff.) aufweisen und würde keinen Cent mehr kosten.

Zum Vergleich: Ein Darlehen von 135.000 Euro bei einem Objektwert von 150.000 Euro (Beleihung also 90%) 15 Jahre Zinsfestschreibung, liegt aktuell bei 4,76% (4,87% eff.)!

Rechnen (lassen) lohnt sich also auf jeden Fall. Und ganz wichtig: Fragen Sie ihren Bausparspezi nach der Gesamtverzinsung des Pakets. Kommt er dann mit den Zinssätzen der Einzelkomponenten, wissen Sie woran Sie sind und suchen am besten ganz schnell das Weite.

Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt man übrigens auch, wenn man mal ein wenig bei google stöbert. So z.B. hier:
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/735/409509/text/

Ich hoffe, das hilft ein wenig weiter.

Beste Grüße
Stephan Heddinga

hi,

naja, die festzinsgarantie (so die bsk nicht den vertrag vorzeitig kündigt, kann sie nämlich auch) gilt so oder so ab dem zeitpunkt, ab dem man den bsv abgeschlossen und die erste rate (abschlußgebühr) bezahlt hat. auch wnen man sich mit dem ansparen 20 jahre zeit ließe.
der sinn oder unsinn einer vorfinanzierung ist damit aber auch nicht erschöpfend geklärt.

sinnvoll ist eine vorfinanzierung nur, wenn man einen relativ kurzen zeitraum (ich persönlich würde sagen max. 1 jahr, aber das ist schon grenzwertgi) überbrücken muß, weil z.b. der bsv noch nicht zuteilungsreif ist. jeder zeitraum darüber dient, wie die vorposter alle richtig angemerkt haben, dem wohl des bs-beraters und der bsk!

der „fake“ liegt darin, daß bsv als „eigenkapital“ angesehen werden (was auch stimmt, wenn sie angespart sind) und man auf diese weise eine immo-finanzierung richtig schön aufhübschen kann (auf dem papier), der kunde aber meistens viel zu spät merkt, auf welches draufzahlgeschäft er sich da eingelassen hat.

gruß, boris

naja, die festzinsgarantie … gilt so oder so ab
dem zeitpunkt, ab dem man den bsv abgeschlossen und die erste
rate (abschlußgebühr) bezahlt hat. auch wenn man sich mit dem
ansparen 20 jahre zeit ließe.

Hallo,
soweit ja, aber auch laenger, bis zum Ende der Kredittilgung sind die Zinsen festgeschrieben.
Gruss Helmut