Moin Moin!
Das ist totaler Nonsens. Die einzigen, die dabei gut aussehen, sind die Vermittler der jeweiligen Bausparverträge. Der Grund liegt darin, dass kein Laie auch nur ansatzweise nachvollziehen kann, welche Gesamtverzinsung das jeweilige Paket hat. Das wissen nach meinen Erfahrungen selbst die nicht, die einem diese wunderbaren Produkte anbieten wollen.
Ein Beispiel einer bekannten Bausparkasse:
- Sofortdarlehen über 25.000 Euro
- Laufzeit gesamt ca. 14 Jahre (9 sparen, 5 tilgen)
- Monatliche Zahlung während Spar- und Tilgungsphase je 204 Euro
- Zinssatz Sofortdarlehen 4,15% (4,24% eff.)
- Zinssatz Bauspardarlehen 1,95% (2,47% eff.)
- Gebühr 1% der Bausparsumme
Betrachtet man nun die beiden Zinssätze, ist man als Laie verständlicherweise geneigt, sofort zuzugreifen, denn der Mischzinssatz dieses Paketes wird wohl irgendwo zwischen 3% und 4% liegen, richtig?
Nun, so einfach ist es dann aber doch nicht. Finanzmathematisch betrachtet ist die Sache einiges komplizierter und würde in allen Einzelheiten zu weit führen, aber eines sollte man sich hier einmal vor Augen führen: Während der Ansparphase (Guthabenzins 1% p.a., wenn überhaupt) läuft ein tilgungsfreies Darlehen mit einem Zins von 4,15%. Man spricht hier auch von einer negativen Zinsdifferenz. Das hat natürlich gravierende Auswirkungen, die sich letztlich auf die Gesamtverzinsung des Pakets auswirken.
Um bei diesem Beispiel zu bleiben, lässt sich folgendes festhalten:
Ein vergleichbares Bankdarlehen, mit gleicher Laufzeit und gleicher monatlicher Belastung dürfte einen Zinssatz von 4,91% (5,02% eff.) aufweisen und würde keinen Cent mehr kosten.
Zum Vergleich: Ein Darlehen von 135.000 Euro bei einem Objektwert von 150.000 Euro (Beleihung also 90%) 15 Jahre Zinsfestschreibung, liegt aktuell bei 4,76% (4,87% eff.)!
Rechnen (lassen) lohnt sich also auf jeden Fall. Und ganz wichtig: Fragen Sie ihren Bausparspezi nach der Gesamtverzinsung des Pakets. Kommt er dann mit den Zinssätzen der Einzelkomponenten, wissen Sie woran Sie sind und suchen am besten ganz schnell das Weite.
Zu ähnlichen Erkenntnissen kommt man übrigens auch, wenn man mal ein wenig bei google stöbert. So z.B. hier:
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/735/409509/text/
Ich hoffe, das hilft ein wenig weiter.
Beste Grüße
Stephan Heddinga