man liest immer wieder, dass Bausparen nicht mehr zeitgemäß sei. Warum ist das so? Gilt das für alle möglichen Vorhaben mit einem Bausparvertrag?
Beispiel:
In den nächsten 3-5 Jahren möchte ich wahrscheinlich ein Haus kaufen. Gehen wir mal davon aus, dass Eigenkapital in Höhe von 50.000 Euro zur Verfügung steht und man 150.000 Euro aufnehmen möchte. Macht es dann keinen Sinn, eine Zwischenfinanzierung mit einem Bausparvertrag abzuschließen, also Darlehen bei der Bank aufnehmen, Bausparvertrag besparen und nach Zuteilung damit das Darlehen tilgen? Die Darlehenszinsen des Bausparvertrages dürften doch niedriger liegen als die des Bankdarlehens. Welche andere Möglichkeiten würdet ihr für den speziellen Fall vorschlagen?
man liest immer wieder, dass Bausparen nicht mehr zeitgemäß
sei. Warum ist das so?
Weil die Hypothekenzinsen sehr niedrig sind. Außerdem wurde die Sparförderung bei Bausparverträgen sehr zurückgefahren.
Gilt das für alle möglichen Vorhaben
mit einem Bausparvertrag?
Nein bei einem konkrteten Finanzierungsbeadrf kann man über Bausapren nachdenken.
möchte. Macht es dann keinen Sinn, eine Zwischenfinanzierung
mit einem Bausparvertrag abzuschließen, also Darlehen bei der
Bank aufnehmen, Bausparvertrag besparen und nach Zuteilung
damit das Darlehen tilgen?
Nein, dann lieber den Bausaprbeitrag von Anfang an in die Tilgung fließen lassen und Zinsen langfristig festschreiben (>15 Jahre).
Die Darlehenszinsen des
Bausparvertrages dürften doch niedriger liegen als die des
Bankdarlehens.
Nominal ja, aber effektiv ? Außerdem erhält man während der langen Ansparphase fast keine Guthabenzinsen mehr. Da ist es besser, die Sparbeiträge von Beginn an zur Tilgung einzusetzen.
Welche andere Möglichkeiten würdet ihr für den
speziellen Fall vorschlagen?
man kann sich eine Baufinanzierung schematisch so vorstellen:
100% sind der Kaufpreis (der Einfachheit halber auch der Beleihungswert nach Bankkriterien), in Deinem Beispiel also 200.000 euro
Die Bank gibt im Normalfall bis zu 80% als Darlehen heraus, also sollten mindestens 20% Eigenkapital (40.000 euro) vorhanden sein.
Die 80% werden dann geteilt. Die ersten 40% bilden den 1. Rang, die zweiten 40% den Nachrang.
Diese „Ränge“ kommen aus dem Grundbuch und beschreiben die Reihenfolge in der im Falle einer Zwangsversteigerung die Kreditgeber bedient werden.
Der Nachrang ist also für die Bank unsicherer (riskanter), weshalb sie für diesen Darlehensbereich höhere Zinsen verlangt.
Hier kommt der wirkliche Vorteil von Bausparen ins Spiel. Die Bausparkasse (BSK) geht normalerweise in den Nachrang, was dann wirklich einen Zinsvorteil bringen kann.
In Deinem Beispiel würde das heißen:
200.000 euro Kaufpreis
50.000 euro Eigenkapital
80.000 Euro Erstrangdarlehen
70.000 euro Nachrangdarlehen, welches teilweise oder ganz über Bausparen abgedeckt werden könnte.
Macht es dann keinen Sinn, eine Zwischenfinanzierung
mit einem Bausparvertrag abzuschließen, also Darlehen bei der
Bank aufnehmen, Bausparvertrag besparen und nach Zuteilung
damit das Darlehen tilgen? Die Darlehenszinsen des
Bausparvertrages dürften doch niedriger liegen als die des
Bankdarlehens.
Ob so etwas Sinn macht, muss man mit den entsprechenden Konditionen konkret „durchexceln“. Das hängt auch davon ab, ob die Gesamtkosten wichtiger sind oder die monatliche Belastung.
Es ist grundsätzlich schon ein bisserl merkwürdig, auf sein eigenes Geld (angespartes EK im BSV) Darlehenszinsen zu zahlen.
Zu beachten ist, dass bei Bausparen die Tilgung in einer recht kurzen Zeit erfolgt, was die monatliche Belastung relativ (zum Bankdarlehen) erhöht.
Die kompletten 150.000 euro über einen BSV zu finanzieren wird erfahrungsgemäß nur für den Verkäufer des Bausparvertrages Sinn machen .
Dann werde ich jetzt noch einen Schritt konkreter. Ich weiß, dass man für eine konkrete Planung die Sache mal mit allen Daten durchrechnen müßte, aber mich würde trotzdem interessieren, in welche Richtung ihr tendiert:
Sagen wir, ich bräuchte in 3-5 Jahren eben diese 150.000 Euro. Monatliche Raten sollten gleich bleiben. Würdet ihr dann jetzt beginnen, einen Bausparvertrag zu besparen, und wenn ja, in welcher Höhe? Aktuelle Konditionen wären 1% Guthabenzinsen, 1,95% Darlehenszinsen.
Hier kommt der wirkliche Vorteil von Bausparen ins Spiel. Die
Bausparkasse (BSK) geht normalerweise in den Nachrang, was
dann wirklich einen Zinsvorteil bringen kann.
Was auch noch ein kleiner Vorteil zu Gunsten von Bausparverträgen sein kann: Vermögenswirksame Leistungen (VL) des Arbeitgebers können eingezahlt werden und je nach Einkommen Bausparprämie oder Arbeitnehmersparzulage in Anspruch genommen werden.
Sagen wir, ich bräuchte in 3-5 Jahren eben diese 150.000 Euro.
Monatliche Raten sollten gleich bleiben. Würdet ihr dann jetzt
beginnen, einen Bausparvertrag zu besparen, und wenn ja, in
welcher Höhe?
da die Zinsen in 3 bis 5 Jahren wahrscheinlich höher sein werden als heute ist es wahrscheinlich nicht dumm, sich die Option auf diesen günstigen Zins (Effektivzins beachten!)offen zu halten.
Aus meiner Sicht ist die maximale Obergrenze bei 70.000 (Nachrang). Allerdings muss man sich dann die Rückzahlungsmodalitäten des Tarifs anschauen und überlegen, ob man die Belastung dann tragen kann.
Außerdem stellt sich natürlich die Frage, wieviel Eigenkapital bis dahin (ggf. inkl. staatl. Förderung) angespart werden kann. Ich würde die Dauer der Zwischenfinanzierung möglichst gering halten.
Genau zu prüfen ist auch, wann realistisch betrachtet die Zuteilung erfolgen kann. Hier gibt es immer wieder große Enttäuschungen. Sehr kompliziertes Thema, genau hingucken!
Da hilft nur rechnen, rechnen, rechnen…
Außerdem stellt sich natürlich die Frage, wieviel Eigenkapital
bis dahin (ggf. inkl. staatl. Förderung) angespart werden
kann.
Du meinst, wieviel bis zum Zeitpunkt des Baus/Kaufs in den Bausparvertrag angespart werden konnte?
Ich denke, wenn ein Bausparvertrag z.B. noch 5 Jahre bis zur Zuteilung benötigt, wird eine Zwischenfinanzierung ziemlich teuer, bzw. teurer als direkt anzufangen, das aufgenommene Darlehen zu tilgen.
Hallo,
warum einen BSV?
Diese staatlich sanktionierte Schneeballsysteme sind überholt.
Es gibt wesentlich besseres.
In Schwäbisch Hall gibt es eine Genossenschaft, die Dir günstig und abgesichert zum Haus verhilft: http://www.geno-trade.de/
Ich will hier keine Werbung für die Genossenschaft machen. Aber sie ist nun mal die einzige Alternative.
@ MOD: ich habe nichts mit der Geno zu tun.
Causa
Du meinst, wieviel bis zum Zeitpunkt des Baus/Kaufs in den
Bausparvertrag angespart werden konnte?
Genau. Danach richtet sich die mögliche Bausparsumme. Wenn z.B. in dieser Zeit 10.000 euro im BSV angespart werden können, bei einer Mindestansparung von 50% der BS-Summe, dann macht es keinen Sinn, einen 70tausender BSV-abzuschließen.
Ich denke, wenn ein Bausparvertrag z.B. noch 5 Jahre bis zur
Zuteilung benötigt, wird eine Zwischenfinanzierung ziemlich
teuer, bzw. teurer als direkt anzufangen, das aufgenommene
Darlehen zu tilgen.
Wahrscheinlich. Aber das ganze Raten macht keinen Sinn, rechne es Dir für verschiedene Fälle einmal aus.
Das kene ich!
die Kennziffer muss über 33 liegen zur Zuteilung es Kredits:
angenommen du brauchst 120.000 €, und du sparst 100.000€ in 7 Jahren an und würdest die 20.000 € Kredit in nur 4 Jahren zurückzahlen, wäre die Kennziffer immer noch erst bei 16.25!!
Das ist ein Marketingwitz und du gibst nach Hameln ein Vermögen für 1 % Verzinsung… die günstigen Zinsen für Dein Darlehen (immerhin mehr als doppelt soviel, wie für Dein Guthaben) bekommst Du aber nur für einen Bruchteil des Wertes und der Zeit