Sehr geehrter Herr Aldag,
Kritiken sind immer erwünscht. Sie sollten aber zumindest richtig sein.
Erst letztes Jahr hatte ich einen Betreuungsauftrag, der dieses Thema streifte.Bei der Finanzierung sollten diverse bestehende Bausparverträge mit einbaut werden. Bei einem der bestehenden Verträge war die Ansparsumme mehr als 80% der Bausparsumme und demnach auch eine sehr hohe Bewertungsziffer, die wir dann zum Vorteil nutzen konnten. Wir erhöhten den Vertrag auf diese Summe, die uns die Zuteilung zum gewählten Zeitpunkt ermöglichte. Die Zuteilung war 3 Monate später!
Ich spreche immer aus meiner Praxis.
Da ich keinerlei Vermittlungsgeschäfte betreibe, muss ich keine Rücksicht auf mögliche entgangene Provisionen nehmen.
…um dann noch 1 - 1 1/2 Jahre auf die Zuteilung zu warten?
Oder die Zwangs-Auflösung und Abrechnung zu riskieren, weil
der Vertrag voll ist? Was ist der Sinn eines BSV?
Wenn Sie mich so fragen, zur Finanzierung mit Bauspardarlehen sehe ich meist keinen Sinn!
jetzt muss ich mich doch noch einmal einschalten und Sie so
ganz direkt fragen, wann Sie sich zuletzt mit den AGB der
Bausparkassen und deren Historie befasst haben?
2004
Wenn, wie oftmals „empfohlen“, hohe Bausparsummen abgeschlossen werden und nur verhältnismäßig geringe Raten eingezahlt werden, so wird man staunen, wenn bei einem Finanzierungswunsch das notwendige Eigenkapital eingezahlt wird und dennoch eine Zwischenfinanzierung gefordert wird, weil die Bewertungsziffer noch zu wenig ist.
Zugegeben, es gibt viele „Berater“, die den Namen nicht
verdienen, aber was Sie hier so tun, ist auch nicht das Gelbe
vom Ei. Sie schütten die Leute mit Fachbegriffen zu und
antworten auf Nachfragen mit zumindest skeptischen Kommentaren
und gesundem Halbwissen, wie mir scheint.
Sagen Sie mir eine einztige BauFi-Konstruktion, wo Sie in 16
3/4 Jahren die Belastung auf annähernd +/-10 € ausrechnen
können?
Das interessiert meine Auftraggeber nicht. Sie wollen vielmehr wissen, welcher vorliegender Vorschlag für diesen Kauf und die Begleitumstände der beste ist.
Weiter ist es wichtig, dass die Gesamtkosten (inclusive Darlehensgebühren, Kontoführung, etc) klar auf dem Tisch liegen, die Risiken bekannt und die Möglichkeiten durchgerechnet sind. Dabei ist auch in manchem Fällen eine Finanzierung in einer anderen Währung durchzurechnen.
Für mich ist es bei Finanzierungen wichtig, dass die Interessen ihr Ziel möglichst kostengünstig erreichen.
Sie mögen Vermittler von Bausparverträgen sein und auch Ihr Metier umfassend verstehen. Deshalb ist es auch legitim, dass für Sie Bausparen eine gute Finanzierung darstellt.
Es ist aber auch zulässig, dass Fachleute, die keine Vermittlungen betreiben, sondern sich ausschließlich den Interessen der privaten Käufer annehmen, die Schattenseiten von Finanzierungen ansprechen.
Ebenfalls zugegeben hat es in der Vergangenheit (Mitte der
70´er sowie Mitte der 80´er) Probleme mit rechtzeitiger
Zuteilung gegeben, dieses dürfte aber bei einer seriösen
Bausparkasse heute nicht mehr der Fall sein.
Bei Seriösität habe ich so meine Probleme. Dabei fallen mir gleich mal zwei Bausparkassen ein:
Badenia und BHW.
Ersteres werden Sie ja kennen und die Konsequenzen der Käufer von Schrottimmobilien.
Letztere brachte es zur Ehre bei der ARD einen Beitrag gewidmed zu bekommen, der auf die unseriösen Praktiken hinwies, die bestehenden Verträge - für die BHW ungünstig - in „bessere“ Verträge - für den Kunden ungünstig - abzuändern.
Sie kennen sicher diese Fälle.
Was ist eigentlich „rechtzeitige“ Zuteilung. Wenn Sie die Angaben der Bausparkassen nehmen, so erkennt man die großen Unterschiede.
Ein privater Käufer hat meist nicht die notwendigen Informationen, die einen Vergleich zulassen.
Ob es Bausparkassen sind oder Versicherungen, Banken oder andere Instituionen, es ist immer gleich:
Der Interessent bekommt nirgens eine neutrale Auskunft.
Das ist systembedingt!
Bitte seien Sie so gut, und richten Ihre Antworten an die
fragenden Personen ein wenig zweckdienlicher aus, es schont
die Augen und Nerven.
Das verwundert mich etwas. Mein Hinweis in diesem Forum war eigentlich völlig klar, als ich empfahl, bei diversen Bausparkassen anzufragen und nach den Voraussetzungen zu fragen.
Es ist auch weiter richtig, dass zwei Kriterien erfüllt werden müssen,
das eingezahlte Eigenkapital und
die Höhe der Bewertungsziffer.
Bevor Sie mich nun in den Flame-Topf schmeissen: Sie haben ja
größtenteils recht mit den Warnungen, aber diese sind nicht
immer wirklich nützlich. Ein gesunder Gegenvorschlag zu dem,
was dem Fragenden vorgeschlagen wurde, ist m.E. hilfreicher,
meinetwegen auch per PM.
Mein Vorschlag war, es so zu belassen,
eine Kalkulation für einen Immobilienkauf zu erstellen und
sich auf dem Mark nach Angeboten umsehen.
Danach sollte eine Finanzplanung erfolgen.
Dies in Verbindung mit der Informationsabfrage bei diversen Bausparkassen kann ich nicht als falsch einsehen.
Wieso soll ich Sie mit Schimpftiraden belegen. Das erledigen schon andere „Spezialisten“.
Es ist Ihr gutes Recht auf eventuelle Fehler hinzuweisen. Leider kann ich aber beim besten Willen keinen Fehler meinerseits entdecken.
Ich versuche, in diesem Forum Antworten zu geben, wo ich glaube, mit kurzen Worten Hilfestellung geben zu können, bei offensichtlichen Fehlern darauf hinzuweisen und falsche Positionen gerade zu rücken.
In Einzelfällen gebe ich auch kurze telefonische Auskünfte, wo die Sachlage sich nicht klar darstellt.
Mit freundlichen Grüßen
Friedrich Pausch
www.immobilienratgeber.com