Also, definitive Aussage war, es wird weder eine
Fertigstellungs- noch eine Gewährleistungsbürgschaft geben.
Dann würde ich auf dem Absatz kehrt machen und gehen. Wer soviel Geld einer fremden Person anvertrauen soll wie ein Hausbauer, der muss sich absichern. Hierfür wird auch jeder seriöse Bauträger Verständnis haben. OK, ich habe hieruaf auch verzichtet, um meinem Bauunternehmer nicht unnötige zusätzliche Kosten aufzubürden, bei uns liegt die Sache aber auch ganz anders. Wir haben keinen Bauträger, sondern einen Bauunternehmer, sein Unternehmen kenne ich (auch die Interna, habe da früher die EDV gemacht) schon seit zehn Jahren, und er tritt hier für jeden Bauabschnitt massiv in Vorleistung, weitere Gewerke bezahlen wir ebenfalls nach Fertigstellung direkt an die ausführenden Unternehmen, uns kann also nichts passieren.
Bei dem Projekt handelt es sich um eine recht gute
Innenstadtlage in einer kleineren Stadt am Rande des Odenwalds
Sagt leider überhaupt nichts. Viele der „berühmt“ gewordenen Bauträger haben tolle Projekte gehabt.
Es wurde mit
rel. viel Rummel gestartet (Vorstellung im Gemeindehaus,
Presse ect. - das Projekt sei in Zusammenarbeit mit dem
„Institut Innovatives Bauen“
http://www.iib-institut.de/html/presse.html entstanden).
Sagt auch nichts. Gerade die Unseriösen stecken jede Mark in die Werbung und keine Mark in die Qualität ihrer Objekte.
Die Bauarbeiten werden nach Aussage des Maklers von lokalen
Unternehmen/Handwerkern ausgeführt.
Und die sind dann später genau so gekniffen wie die Bauherren, wenn die Sache platzt. Das Baugeldsicherungsgesetz wurde schon nicht ohne Grund erlassen und einige Bauträger sind deshalb auch auf Grund von Verstößen gegen dieses Gesetz verurteilt worden, weil die Handwerker eben nicht aus den Zahlungen der Bauherren direkt bezahlt worden sind, sondern das Geld eben eher für Werbung, dicke Autos, etc. verschwendet worden ist.
Die im Eingangsposting zitierte Wirtschaftsauskunft habe ich
vom „Verein Creditreform“ http://www.creditreform.de
Will hier niemandem zu nahe treten, aber damit kann man sich leider oft genug den Besagten abwischen. Da liegt ja genau das Problem bei der Firmenreiterei im Bereich der Bauträger. Die Firmen werden immer wieder von neuen Strohleuten aufgemacht, sind bis zum Start des Projekts überhaupt nicht wirtschaftlich aktiv und haben daher ja auch gar keine Chance schlecht aufzufallen. Die Blase platzt dann, wenn schon alles zu spät ist. D.h. die ersten Kunden haben vielleicht sogar noch das Glück ein ordentliches Haus fertiggestellt zu bekommen, aber wenn dann zeitgleich eine größere Zahl von Häusern genau in dem Stand ist, dass die Bauherren schon richtig gelöhnt haben, die Handwerker schon viel Zeit und Geld für Material investiert haben, dann wird von heute auf morgen der Laden dicht gemacht und alle schauen in die Röhre. Der gute Hausverkäufer taucht dann einige Monate später in der Nachbarschaft wieder mit einer neuen Firma unter einem neuen Geschäftsführer auf, die natürlich dann wieder eine - noch - blütenweiße Weste hat. Muss in deinem Fall alles gar nicht sein, aber so läuft das Spiel leider in zig Varianten momentan überall in der Republik. Der MDR berichtete hierüber z.B. neulich ganz ausführlich im Zusammenhang mit einer Sippe aus dem hohen Norden.
Was etwas merkwürdig ist: Heute morgen war ich bei der lokalen
Sparkasse für ein Finanzierungsgespräch. Der Berater erzählte
von sich aus, daß sie schon Häuser dieses Projekts finanzieren
und sich über die Bonität des Bauträgers informiert haben -
mit positiven Ergebnis.
Was mich wundert. Nichts für Ungut, aber die Banken interessieren sich üblicherweise nur für die Bonität ihrer Kreditnehmer und sind daran interessiert Baugeld unters Volk zu bringen. Solange der Darlehensnehmer zurückzahlt ist es den Banken recht egal, ob dieser auch etwas für sein Geld bekommen hat.
Ich erwähnte daraufhin die
Wirtschaftsauskunft, die Antwort war, daß er sich darauf
keinen Reim machen könne - das decke sich nicht mit seinen
Informationen (konkrete Zahlen hat er nicht genannt). Die
Sparkasse finanziere allerdings nicht den Bauträger selbst und
hat sich, so hat er durchklingen lassen, die Infos über seine
Hausbank geholt.
Na ja, auch da gilt natürlich, dass die Hausbank vermutlich auch niegelnagelneu ist, und mangels negativer Vorfälle auch nichts Negatives sagen kann. Heißt aber noch lange nicht, dass man dem Mann mit seiner € 25.000,-- GmbH auch dieses große Projekt zutrauen darf.
So und nun stehe ich da: eine Wirtschaftsauskunft über
Creditreform und eine gegenteilige (nicht mit Zahlen belegte)
Aussage der lokalen Sparkasse.
Wie beurteilt Ihr diese Geschichte?
Dürfte aus obigen Ausführungen wohl klar sein. Ich würde Abstand nehmen.
BTW: In dem MDR-Beitrag wurde u.a. auch eine inzwischen von einigen Handwerksbetrieben ins Leben gerufene Datenbank erwähnt, in der Namen von Leuten und Firmen gespeichert sind, die mit unseriösen Bauträgergeschichten aufgefallen sind. Man müsste man im Web hiernach suchen. Vielleicht bekommt man ja auch als potentieller Bauherr ggf. gegen entsprechende Gebühr eine Auskunft, ob über deinen Bauträger etwas bekannt ist.
Gruß vom Wiz