Bautrocknung innen nach Überflutung, Putz runter?

Guten Tag,

wir hatten vor zwei Wochen das „Glück“ Opfer der extremen Wassermassen zu werden und unser Haus (Neubau der in 2013 fertig gestellt wurde) lief ca. einen Meter im Erdgeschoss mit Wasser voll.Nach knapp sechs Stunden ging das Wasser von alleine zurück.
Nachdem alles geräumt wurde und wir direkt zwei Bautrockner aufstellen konnten, haben wir alle Wände komplett abgewaschen und gebürstet.
Nach ein paar Tagen wurden die Fliesen aufgebohrt und die Trocknungsmaßnahmen für den Boden eingeleitet (wir haben komplett Fußbodenheizung im Erdgeschoss).
Ein Großteil der Wände ist aktuell schon in Höhe der Sockelleisten bei 10% Feuchtigkeit (wir haben ein Messgerät mit „Stacheln“ um im Putz zu messen), wobei einige auch noch bei 90% liegen.
Nun war heute ein Maler bei den Nachbarn und erzählte, dass der ganze Putz grundsätzlich runter müsse und die Fliesen am besten auch raus.
Uns wurde so etwas nicht erzählt, sondern eher gute Erfolgschancen in Aussicht gestellt, da der Bau so neu ist und der Putz (ein Gipsputz) zeigt keine Anzeichen von Schimmel, wirkt auch nicht brüchig und fühlt sich auch nicht hohl an. Auch wenn es bekannt ist, dass er wohl relativ wasserempfindlich reagieren kann.
Sicherlich wird aus der Ferne eine Diagnose schwer sein aber hat jemand vielleicht noch Tipps für uns?

Viel wichtiger im Moment: politische Einflussnahme
Hallo,

wünsche Euch dass alles gut läuft.
Ich kann nur den Tipp geben, im Sommer nur nachts zu lüften, so paradox das auch klingen mag. Am Tag enthält die Luft im Sommer mehr Feuchtigkeit.

War das das erste Hochwasser seit langer Zeit? Hat Eure Gemeinde irgendeinen Plan, wie sie sich vor dem nächsten Ereignis schützen will? Das ist wohl im Moment die wichtigste Frage, die Wände trocknen ohne dass man es irgendwie noch weiter beschleunigen könnte, das nächste Hochwasser kommt aber bestimmt.
Und es ist ja bekannt, wie „schnell“ man politische Dinge ins Rollen bringt :stuck_out_tongue:

WDR und WN sind eingeschaltet und die Katastrophe hätte durch eine andere bzw. durchdachtere Planung sicher verhindert werden können.
Das weicht aber alles von meinem aktuellen Problem ab. :wink:

Hallo Fragesteller (oder Fragestellerin?).
Richtig ist, dass ein Gips-Wandputz empfindlich auf Feuchtigkeit reagiert.
Aber 1. ist nicht gesagt, dass es ein reiner Gips-Putz ist (es wird möglicherweise ein Kalkputz sein)
und 2. ist nicht das Wasser als solches das Problem, sondern dessen Begleitstoffe, welche sich in der Struktur des Putzesgefüges wie auch auf dessen Oberfläche absetzen können.
Wenn keine bereits von der Optik und/oder vom Geruch her für einen Rückbau sprechenden Aspekte gegeben sind, würde ich diesen Schritt zum momentanen Zeitpunkt auch nicht durchführen (lassen).

Bautrockner auf Kondensationsbasis sind in solchen Fällen immer eine gute Hilfe.
Wo ich (aus beruflicher Erfahrung heraus) ein Problem erkenne, das ist die Fußbodenkonstruktion. Speziell über die Randfugen in und unter die Dämmschicht eingedrungenes (Schmutz)Wasser.
Das kann mittelfristig zu erheblichen Geruchsproblemen und zu Schimmelbildung im Boden-/Wandübergang führen. Mit dem von Dir aufgeführten Messgerät mit Einschlagelektroden kann man einen konkreten Feuchtegehalt nicht ermitteln. Dafür sind die Geräte zu ungenau. Man kann aber durch Vergleichsmessungen an beispielsweise trockenen wie auch feuchten Stellen durch den Werteunterschied erkennen, ob oder ob nicht (Feuchtigkeit vorhanden ist). Und eine relative Angabe (in %) sagt nun überhaupt nichts aus, da die Bezugsgröße für den absoluten Restfeuchtegehalt fehlt bzw. nicht bekannt ist. Das klingt kompliziert - nud ist es auch!
Das Unangenehme in Eurer Situation: man kriegt die Feuchtigkeit nicht aus dem Fußbodenaufbau heraus. Egal, was entsprechende Trocknungsunternehmen versprechen mögen!
Durch die Heizelemente (Fußbodenheizung) ist das EInführen vorgetrockneter, warmer Luft in eben diesen Schichtenaufbau ebenfalls problematisch.
Absperren der Randfugen durch einen elastischen Dichtstoff ist „gefährlich“, da sich die eingeschlossene Feuchtigkeit den Weg über den Wandputz in seine Freiheit suchen wird. Mit allen damit verbundenen Auswirkungen.

Fazit:
Den Wandputz erkenne ich derzeit nicht als das Hauptproblem, sondern eher die Feuchtigkeitmassen, welche noch mitsamt ihrer Schmutzfrachten in dem Fußbodenaufbau eingeschlossen sind.
Gruß: Klaus

Hallo,

wünsche Euch dass alles gut läuft.

>> Ich auch!!!

Ich kann nur den Tipp geben, im Sommer nur nachts zu lüften,
so paradox das auch klingen mag. Am Tag enthält die Luft im
Sommer mehr Feuchtigkeit.

>>>> Glaubt es ihm!!! Tagsüber geschlossen halten!!! Nachts lüften.
Einziges Problem: Einbrecherschutz verhüten!!!

Ich habe mir mal eine Pumpe gekauft.
Bis die Feuerwehr da ist…
So geht es schneller.
Viel Erfolg,
Werner

WDR und WN sind eingeschaltet und die Katastrophe hätte durch
eine andere bzw. durchdachtere Planung sicher verhindert
werden können.
Das weicht aber alles von meinem aktuellen Problem ab. :wink:

In Bayern organisiert man sich und haut ordentlich auf den Tisch wenn man sich von der Politik vernachlässigt fühlt. Weiss nicht wie Ihr das regelt.

In Bayern organisiert man sich und haut ordentlich auf den
Tisch wenn man sich von der Politik vernachlässigt fühlt.
Weiss nicht wie Ihr das regelt.

Ist doch Käse. Erst weist die Gemeinde billiges Bauland in einem Überschwemmungsgebiet aus; Leute, die es sich eigentlich nicht leisten könnten, kaufen dort, legen ihr Haus auch nicht auf Hochwassertauglichkeit aus, weils zu teuer würde, und wenn das Hochwasser dann tatsächlich kommt, schreit man nach Schutzmaßnahmen und Staatsknete, weil man natürlich auch keine Elementarschadenversicherung hat.

s.

Moin auch,

lass mal die Kirche im Dorf. Bei mir umme Ecke, am Dorfrand, geht es etwas bergauf, da kommt dann ein Weinberg. Und aus selbigem kommt bei Wolkenbruch regelmäßig eine Schlammlawine runter. Müsste nicht sein, wenn die Gemeinde den dafür angelegten Ablaufgraben regelmäßig instandhalten würde, sprich einfach nur ausbaggern weil er zuwächst. Tut die Gemeinde das nicht, werden regelmäßig Einfahrten, Terrassen etc. unterspült. Und das ist kein Überschwemmungsgebiet.

Ralph

Nicht die Gemeinde sondern Du musst erst mal den A**** bewegen. Wenn die Anwohner pennen anstatt zu handeln sind sie selber schuld. Das mit der Schlammlawine war ja anscheinend nichts neues.

Wenn ihr ein bischen Peffer im Hintern hättet würdet ihr erstmal mit der Gemeine verhandeln, bei tauben Ohren im Stadtrat dann über einen Rechtsanwalt.

Falls es dich beruhigt: Die Gemeinde hat schon mehrere Auffahrten neu bezahlt.

Ralph

Hallo,

sicherlich ist der Rat beim Nachbarn die sicherste Methode Schimmel zu vermeiden, aber mit sehr guter Belüftung und langfristiger Trocknung kann man die Nässe, wenn sie nicht zu lange im Haus stand auch wieder so raus bekommen.

Raum aufheizen, Stoßlüften und Trocknungsgeräte regelmäßig entleeren.

So lange nicht im Estrich (mit der Fußbodenheizung) das Wasser über Tage eingesickert ist, sind deine Chancen ganz gut.

Man kann immer noch Angang Herbst mit einer Endoskopkamera oder im Winter mit einer Wärmebidkamera nachsehen, ob noch übermäßig feuchte Stellen vorhanden sind.

Wichtig. Stoßlüften…!!! Nicht Dauerlüften. Damit kann man sich u. U. die Feuchte erhalten.

Gruß MRK