hallo!
Ich setze mich gerade sehr kritisch mit feng shui auseinander, weil ich glaub, dass sich da recht interessante Dinge dahinter verbergen, die allerdings wesentlich bodenständiger sind, als das hier bei uns vermarktet wird. Hab dabei schon herausgefunden, dass das was bei uns als Feng Shui verkauft wird mit dem klassischen Feng Shui nicht viel zu tun hat. So ungefähr stellte ich es mir auch vor- vieles einfach Verkaufsschlager. Aber dämlich waren die CHinesen ja auch nicht und wenn man etwas nachforscht, finden sich auch in der chinesischen Medizin Parallelen mit der hiesigen alten Medizin und Grossmütterchens Rezepten.
Ein guter Freund sagte mir, dass früher auch bei uns die BAuernhäuser nach gewissen Erfahrungswerten der Bevölkerung gebaut wurden. Er nannte mir ein paar Beispiele (Fenster nicht gegenüber der Türe,…), die 100% in alten Bauernhäusern vorzufinden wären (kann das leider nicht so einfach nachkontrollieren). Klar bin ich nun neugierig. Warum in den Osten schweifen, wenn es in diesem Fall offenbar sowas auch hier gegeben hat und dazu dann vielleicht verständlich und mit Erklärung warum man das damals so gemacht hat. Gibt doch viel an Weisheiten aus Grossmütterchens Zeiten, die heute keiner mehr weiss.
WEiss wer was oder einen Buchtitel?
Grüsse
Caroline
Hallo Caroline
WEiss wer was oder einen Buchtitel?
„Das Bauernhaus im Deutschen Reiche“ von Prof. D. Schäfer
Reprint der Ausgabe von 1906 ISBN 3-89350-742-6 Buch anschauen
Weltbild Verlag Augsburg 1995
Gruss
Mäni
Hallo Caroline,
natürlich verstanden unsere „Vorfahren“ einiges mehr vom Wohnraum bauen…
Das siehst du schon daran,das Fachwerkhäuser leichte Erdbeben verkraften können (hier vor über 10 Jahren life erlebt).
Auch in Puncto Energie-Effizienz waren die uns voraus…
(na gut es ist nicht jedermanns Sache,mit den Tieren in einem Haus zu sein…
)
Gerade im süddeutschen Raum findet man noch viele dieser alten Häuser.
Der Dachboden wird als Heu-oder Strohlager benutzt (was gleichzeitig eine gute Wärmeisolierung nach oben ergibt)die Zimmer selber sind niedrig und klein und in der 1.Etage,darunter befinden sich die Ställe.
z.B.
mfg
Frank
Hallo Caroline,
wenn Du Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert (wesentlich älter ist „alt“ da in der Regel nicht) live und direkt anschauen willst, empfehle ich Dir für den süddeutschen Raum das Freilichtmuseum Vogtsbauernhof (Einzelheiten dazu gibt Dir Google) und das Biberacher Kreisfreilichtmuseum in Kürnbach bei Bad Schussenried-Bahnhof.
Beide haben den Nachteil, dass durch die in gut gemeinter, aber etwas wilder Sammel- und Aufbewahrungslust mit Unmengen an Hausrat, Geräten, Maschinen usw. vollgestopften Häuser kein realistisches Bild von den eher kargen Bauernhaushalten der Zeit vermitteln können. Aber den großen Vorteil, dass man an einem Ort in vergleichender Beobachtung größere Sammlungen von Häusern, Scheuern etc. aus unterschiedlichen Gegenden und Epochen betrachten kann, die Stein für Stein bzw. Fach für Fach an ihren Standorten demontiert und an einem Ort zusammengetragen worden sind.
Wenns auch etwas weiter weg der „nahe Osten“ sein darf: Das am besten zusammengestellte und erläuterte Freilichtmuseum für Bauernhäuser und bäuerliche Zweckbauten (zum Teil von viel höherem Alter als das süddeutsche Barock an den genannten Orten), das ich kenne - d.h. im europäischen Raum die in recht gutem Ruf stehenden Sammlungen in Skandinavien ausgenommen - befindet sich bei Sibiu (Hermannstadt) in Siebenbürgen.
Schöne Grüße
MM
Hallo, Caroline,
da Du uns keinen Hinweis darauf liefern willst, wo Du wohnst (*strengguck* und *aufViKazeig*), hier eine Google-Abfrage nach deutschen Freilichtmuseen.
http://www.google.de/search?hl=de&ie=UTF-8&q=Freilic…
Die gibt es in großer Zahl in Deutschland und wie Martin richtig schreibt, in sehr unterschiedlicher Qualität.
Interessant sind sie alle und sehenswert sowieso.
Gruß
Eckard
hallo!
Vielen Dank für eure Antworten. Sind super Tips *schon mal Bücher und Freilichtmuseen heraussuch*
Danke schön
Caroline
Hallo Frank,
zu diesem Thema
Auch in Puncto Energie-Effizienz waren die uns voraus…
(na gut es ist nicht jedermanns Sache,mit den Tieren in einem
Haus zu sein…
hat es in einem museal erhaltenen niedersächsischen Gulfhaus Anfang der 1980er Jahre ein Experiment gegeben, in dessen Verlauf einsichtig wurde, weshalb in einigen Dienstbotenordnungen des achtzehnten Jahrhunderts so drakonische Strafen ausgerechnet auf das Verschütten von Wasser stehen: zwei Schritte weg vom Feuer gabs tatsächlich Glatteis.
Soviel zum lieben Vieh, das mit seiner Körperwärme die Küche heizt. Das gehört leider eher in die Kante Hermann Löns.
Der Dachboden wird als Heu-oder Strohlager benutzt (was
gleichzeitig eine gute Wärmeisolierung nach oben ergibt)die
Zimmer selber sind niedrig und klein und in der
1.Etage,darunter befinden sich die Ställe.
Diese Bauweise gibt es (selten) bei an den Hang gebauten Schwarzwaldhäusern; bei Bündnerhäusern hab ich sie im Unterengadin auch schon gesehen. Als Regel kann man sie keineswegs bezeichnen. Üblich ist bei süddeutschen Höfen des 16. - 19. Jahrhunderts ein geheiztes Erdgeschoss (Herd in der Küche, ggf. ein Kachelofen in der Stube), darüber die „hohe Stube“ („Hohstuba“ = Ratschen, wegen teuer Licht und Heizung war reihum eine „Hohe Stube“ im Winter Treffpunkt für das ganze Dorf, zum Spinnen etc.). Darüber die Schlafkammern. Diejenige meiner Lehrzeit hatte im Winter leicht ihre minus fünf Grad.
In der Heide habe ich in museal erhaltenen Bauernhäusern Alkoven gesehen, in die man sich zum Schlafen zusammengekrümmt fast hineinsetzte: So dass am Morgen jeder Knochen weh tut, aber wenigstens ist man nicht gefährlich unterkühlt.
Kurz: Ich mag die schönen alten Häuser auch, aber ich meine, man sollte sich vor Verklärung hüten. Die Leute haben zu Zeiten auch nichts anderes getan als wir heute: Sie haben sich geholfen so gut es ging.
Schöne Grüße
MM
Hallo Martin,
zufälligerweise bin ich „auf dem Lande“ aufgewachsen, in den 1960ern…
Da waren die Bauernhäuser noch in Fachwerk und wie vor 400 Jahren oder älter…
Wenn du 8-10 Kühe auf dem Hof hattest,brauchtest du im Oktober noch keine Heizung…
Einziger Nachteil war halt die „Duftnote“ durch das ganze „Haus“…:-=)
Da außerdem i der Regel 3 Generationen unter einem Dach wohnten,
war das „sehr Energiesparend“…
mfg
Frank