Bauwerke in Berlin

Hallo.

Warum sind in Berlin kaum oder überhaupt keine Bauwerke vorhanden, die älter als, sagen wir einmal, 250 Jahre alt sind?
Die verschiedenen ursprüngelichen Siedlungen gab es ja sicher schon vorher, als Berlin in seiner späteren Form noch nicht bestand.

Grüße
Ostlandreiter

Hallo !

Weil berlin ab der Mitte des 18.Jahrhunderts als Residenz aufgebaut wurde.

mfgConrad

Sevus!

Schon mal im Nikolaiviertel gewesen? Kirche aus der Zeit der Gründung Berlins, barocke Bürgerhäuser, mittelalterliche Fachwerkbauten…

Sicher, viel ist von der ganz alten Bausubstanz nicht übriggeblieben, nach dem Abriß- und „schöner-wieder-Aufbauen“-Wahn des absolutistischen, des gründerzeitlichen, des wilhelminischen, des nazistischen und des sozialistischen Zeitalters. Nicht zu vergessen das momentane nachwendische Zeitalter, das - so bleibt zu hoffen - allerdings mit der älteren Bausubstanz schonender umgeht als die vorhergehenden Epochen.
Allerdings - auch diese Bauepoche hat schon wieder ihren Sündenfall: Stichwort „Palast der Republik“.

VG
Christian

Hallo Ostlandreiter,

Berlin ist ja nicht als „Ganzes“ entstanden…sondern nach und nach zu der „Hauptstadt“ verschmolzen…
Es gibt in den Stadt"teilen" schon eine ganze Menge an alten Bauwerken…nur da braucht man schon eine Menge Zeit,um die wirklich
historischen Bauten sich anzusehen…
Und du brauchst auch jeweils einen Ortskundigen Führer,sonst findest du viele „Schätze“ gar nicht…
Ich habe gerade mal Charlottenburg und Kreuzberg so „halbwegs“ gesehen…und das hat schon mehrere Berlin-Besuche „gedauert“…
Du müsstest schon in Berlin wohnen,um jedes Wochenende auf „Erkundungstour“ zu gehen,um überhaupt mal das „Gröbste“ zu sehen
(also die wichtigesten alten Gebäude)…

mfg

Frank

Hai, Ostlandreiter,

Warum sind in Berlin kaum oder überhaupt keine Bauwerke
vorhanden, die älter als, sagen wir einmal, 250 Jahre alt
sind?

???
„Die Spandauer Zitadelle wurde im Jahr 1594 fertiggestellt“
von http://lexikon.freenet.de/Berlin-Spandau

Alt genug? Steht da rum, kannste kieken komm.
Oder auch

Schloss Bellevue … nach Plänen von Philipp Daniel Boumann errichtet und 1786 fertiggestellt."
von http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Bellevue

aber es gibt nicht nur die Postkartenmotive, sondern auch, gut versteckt, Überreste der alten Dörfer. Bei uns hier in Neukölln, z.B., mitten im Kietz, abseits der Hauptstraßen:

Kirchgasse 5, Schul- und Anstaltshaus, 1753-54, Umbauten 1841, 1885
(siehe Ensemble Kirchgasse 5-18…)
Kirchgasse 6, Wohnhaus, 1749, Umbau 1849
(siehe Ensemble Kirchgasse 5-18…)
Kirchgasse 11, Wohnhaus und Nebengebäude, 1780, Umbauten 1812, 1849
(siehe Ensemble Kirchgasse 5-18…)

Das aber insgesamt recht wenig alte Bausubstanz übrig ist, erscheint eigentlich ganz logisch, wenn man die Geschichte Berlins bedenkt. Vor grad mal gut 750 Jahren gegründet, hat die Stadt schon eine Menge mitgemacht. Sie hat z.B. immer wieder mal starke Wachstumsphasen gehabt und da wurde der Platz einfach gebraucht.
Berlin war (und ist) auch lange Hautpstadt - und die meisten Herrscher, ob nun geerbt oder gewählt, basteln an ‚ihrer‘ Stadt gerne rum - und schon wird wieder geschleift und neu gemacht.
Und dann waren da noch die zwei Kriege, in denen Berlins Baudenkmäler (logischerweise) nicht geschont wurden.

Eigentlich ist es erstaunlich, wieviel übrig ist.

Gruß
Sibylle

Servus!

Und dann waren da noch die zwei Kriege, in denen Berlins
Baudenkmäler (logischerweise) nicht geschont wurden.

Stimmt. Ganz Berlin war nach 1945 ja eigentlich platt. Ganz Berlin?
Was von den Bauten, die du genannt hast, ist wiederaufgebaut, und welche Gebäude haben tatsächlich den Krieg überlebt? Hast du da auch Daten?

VG
Christian

Dorfkirchen
Hallo, wenn du nach den Dorfkirchen googelst (Tempelhof, Britz, Mariendorf, Buckow etc.) wirst du etliches Ältere entdecken. Bernhard

Hai, Christian,

Stimmt. Ganz Berlin war nach 1945 ja eigentlich platt. Ganz
Berlin?

na - Berlin war schon ziemlich platt, aber nicht wirklich komplett. In den Gegenden, wo wirklich Gebäude an Gebäude stand (die Wohnquartiere, die größeren Industrie-Komplexe), haben schon einzelne Bomben großflächig Schaden angerichtet. So eine Art Domino-Effekt mit anschließenden Bränden.

Die Solitäre haben z.T. erstaunlich wenig abbekommen. Aber da kenn ich nur ein paar Daten, z.B. daß die Gebäude auf der Museumsinsel zu 70% zerstört waren - aber eben nicht gleichmäßig. Das Pergamon-Museum ist schon seit Jahrzehnten wieder fit - das letzte Gebäude da haben sie jetzt gerade am Wickel. Die Zitadelle hat erstaunlich wenig abbekommen (könnte auch an der Bauart liegen :wink: ). Das Stadtschloß war zwar ausgebrannt, die Bausubstanz war aber eigentlich noch in Ordnung - es wurde aus politischen Gründen nach dem Krieg gesprengt.

Was von den Bauten, die du genannt hast, ist wiederaufgebaut,
und welche Gebäude haben tatsächlich den Krieg überlebt? Hast
du da auch Daten?

Vom Schloß Charlottenburg weiß ich, daß die Berliner gleich nach dem Krieg mit dem Wiederaufbau angefangen haben, also noch während eigentlich Wohnraum gebraucht wurde. Es gab vor Kurzem einen Bericht darüber im Fernsehen.

Ansonsten googel Dich mal mit den Namen der größeren Gebäude durch (Spandauer Zitadelle, Juliusturm, Berliner Dom, Stadtschloß, Schloß Charlottenburg, Schloß Bellevue…)

Gruß
Sibylle

Servus, Sybille!

Stimmt. Ganz Berlin war nach 1945 ja eigentlich platt. Ganz
Berlin?

na - Berlin war schon ziemlich platt, aber nicht wirklich
komplett. In den Gegenden, wo wirklich Gebäude an Gebäude
stand (die Wohnquartiere, die größeren Industrie-Komplexe),
haben schon einzelne Bomben großflächig Schaden angerichtet.
So eine Art Domino-Effekt mit anschließenden Bränden.

Genau die Wohnbebauung hätte mich interessiert. Ich könnte mir vorstellen, dass in den Vierteln mit großbürgerlicher Bebauung (Stadtvillen etc.) schon auch ne Menge überleben hätte können - die stehen ja auch relativ einzeln rum :smile:
Ich hab aber nach einer (zugegeben oberflächlichen) Durchsicht der Denkmalliste von Berlin (http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/denkma…) außer ein paar kleineren Häuschen nix gefunden was vor 1800 gebaut worden wäre. (mit Ausnahme Schlössern und Kirchen).

Ich weiss aber z.B. von Marzahn, dasses da noch alte Bauernhäuser gibt: Alt-Marzahn ist ein fast komplett erhaltenes Bauerndorf mit Anger und Kirche und Mühle (die allerdings neu gebaut). Drumherum wurden die berühmten Plattenbauten gebaut, aber das alte Dorf nicht platt gemacht (hoppla, ein Wortspiel… :smile:), sondern auf Beschluss des Magistrats erhalten.
Gibt´s sowas noch öfter?

VG
Christian

Hai, Ostlandreiter,

Warum sind in Berlin kaum oder überhaupt keine Bauwerke
vorhanden, die älter als, sagen wir einmal, 250 Jahre alt
sind?

???
„Die Spandauer Zitadelle wurde im Jahr 1594
fertiggestellt“

von http://lexikon.freenet.de/Berlin-Spandau

Alt genug? Steht da rum, kannste kieken komm.
Oder auch

Schloss Bellevue … nach Plänen von Philipp Daniel Boumann
errichtet und 1786 fertiggestellt."

von http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Bellevue

aber es gibt nicht nur die Postkartenmotive, sondern auch, gut
versteckt, Überreste der alten Dörfer. Bei uns hier in
Neukölln, z.B., mitten im Kietz, abseits der Hauptstraßen:

Kirchgasse 5, Schul- und Anstaltshaus, 1753-54, Umbauten
1841, 1885
(siehe Ensemble Kirchgasse 5-18…)
Kirchgasse 6, Wohnhaus, 1749, Umbau 1849
(siehe Ensemble Kirchgasse 5-18…)
Kirchgasse 11, Wohnhaus und Nebengebäude, 1780, Umbauten 1812,
1849
(siehe Ensemble Kirchgasse 5-18…)

Also außer der Zitadelle in Spandau, das ja überdies kaum 90 Jahre bei Berlin ist, ist nichts davon älter als ca 250 Jahre.

Das aber insgesamt recht wenig alte Bausubstanz übrig ist,
erscheint eigentlich ganz logisch, wenn man die Geschichte
Berlins bedenkt. Vor grad mal gut 750 Jahren gegründet, hat
die Stadt schon eine Menge mitgemacht. Sie hat z.B. immer
wieder mal starke Wachstumsphasen gehabt und da wurde der
Platz einfach gebraucht.

Das haben doch viele Städte, und gerade Berlin ist ja am meisten durch Verwaltungsreformen gewachsen.

Berlin war (und ist) auch lange Hautpstadt - und die meisten
Herrscher, ob nun geerbt oder gewählt, basteln an ‚ihrer‘
Stadt gerne rum - und schon wird wieder geschleift und neu
gemacht.
Und dann waren da noch die zwei Kriege, in denen Berlins
Baudenkmäler (logischerweise) nicht geschont wurden.

Ja, das ist aber doch auch beispielsweise in München der Fall.

Eigentlich ist es erstaunlich, wieviel übrig ist.

Die Frage hat sich auch erst im Vergleich mit anderen größeren Städten ergeben. Bei manchen sind ja Reste von Befestigungen vorhanden, bei manchen (vor allem auch in den Küstenstädten) Rat- und Bürgerhäuser. In fast allen gibt es alte Kirchen, aber die soll es in Berlin ja offenbar auch geben.

Hallo Christian,

Gibt´s sowas noch öfter?

Die Köpenicker Altstadt ist auch ein gutes Beispiel. Schau mal hier: http://www.stadtentwicklung.berlin.de/denkmal/sanier…

LG
Jana