BCG-Portfolio modifiziert für KMU

Hallo Zusammen,

ich würde gerne für einen Bekannten mein theortetisches Wissen mal in der Praxis ausprobieren. Er hat einen kleinen Handwerksbetrieb und ich möchte für ihn ein BCG-Portfolio (Marktwachtums-Marktanteil) mit seinen „Geschäftsfeldern“ erstellen. Bei der Erörterung sind wir darauf gekommen, dass der Marktanteil bei ihm nicht unbedingt aussagekräftig ist, da kleinere Konkurrenten bei kleinen Aufträgen häufig effizienter Arbeiten (Chef ist mit auf der Baustelle, kleinere Gemein- und Verwaltungskosten, etc). Als mögliche Größe hab ich mir den Deckungsbeitrag je Manntag überlegt. Was haltet Ihr davon? Habt Ihr bessere Ideen?

SWOT-Analyse
Hallo Harrylasvegas,

beim BCG-Portfolio geht es darum herauszufinden, welche Strategie für die verschiedenen Geschäftseinheiten des Unternehmens am sinnvollsten ist. (ganz grob gesagt)

Was würde dir bzw. deinem Bekannten es bringen, wenn ihr wisst, dass das Geschäfsfeld A ein hohes Marktwachstum und x Euro Deckungsbeitrag hat und Geschäftsfeld B ein niedriges Marktwachstum hat und xx Euro Deckungsbeitrag erwirtschaftet?

Ich will damit sagen, dass es für mich nicht sinnvoll erscheint, mit dieser Methode die Geschäftsfelder miteinander zu vergleichen, da ich denke, dass jedes Geschäftsfeld unterschiedlich hohe Gewinnmargen hat.
Mal sind die variablen Kosten gering und der Verkaufspreis ist hoch, aber beim anderen Geschäftsfeld sind die variablen Kosten hoch und der Verkaufspreis vergleichsweise gering, da die Konkurrenz ebenfalls günstige Produkte/Dienstleistungen anbietet und mit einem hohen Preis niemand das Produkt/Dienstleistung kaufen würde.
Ich hoffe, du verstehst, was ich damit sagen möchte.

Aus diesem Grund macht es für mich mehr Sinn auf die SWOT-Analyse zurückzugreifen.
Bei der SWOT-Analyse, werden Stärken und Schwächen des eigenen Unternehmens, sowie Chancen und Risiken des Marktumfeldes analysiert.
Die Stärken und Schwächen dienen dabei als interne Analyse.
Hier wird herausgearbeitet, wo das Unternehmen „gut dasteht“ und wo es weniger gut aussieht.
Die Chancen und Risiken sind dann die externe Analyse.
Dabei werden sowohl die Mitbewerber, als auch die Marktstruktur und die Dynamik des Marktes unter die Lupe genommen.
Wenn du nun die interne mit der externen Analyse kombinierst, erhälst du ein umfassendes Ergebnis, wie das Unternehmen auf dem Markt positioniert ist.

Das ganze kannst du auch in einer schönen Matrix darstellen, wenn du willst :wink:

Solltest du noch Fragen haben oder wenn du etwas ausführlicher wissen möchtest, dann melde dich einfach wieder.

Viel Erfolg!

Norbert Hofmann

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Guten morgen,

Was würde dir bzw. deinem Bekannten es bringen, wenn ihr
wisst, dass das Geschäfsfeld A ein hohes Marktwachstum und x
Euro Deckungsbeitrag hat und Geschäftsfeld B ein niedriges
Marktwachstum hat und xx Euro Deckungsbeitrag erwirtschaftet?

das doch gerade ganz genau die Information, die ein kleines Unternehmen braucht. Die großen können auf Markttrends ohnehin nur eingeschränkt reagieren, aber ein kleines Unternehmen muß schon wissen, ob es besser einen Fernsehtechniker vom alten Schlag einstellt, daß die verschiedenen Bildröhrenmodelle blind am Geruch erkennt, oder einen Spezialisten für Plasma-Schirme. Rechnet sich also bspw. die Existenz in einer Nische wie der Reperatur von alten TV-Geräten und Röhrenmonitoren oder steigt man lieber voll auf die neuen Systeme um und betreibt den alten Zweig nebenbei, investiert aber nicht mehr darin.

Ich will damit sagen, dass es für mich nicht sinnvoll
erscheint, mit dieser Methode die Geschäftsfelder miteinander
zu vergleichen, da ich denke, dass jedes Geschäftsfeld
unterschiedlich hohe Gewinnmargen hat.

Das ist doch gerade der Witz dabei. Wenn man in jedem Bereich gleich gut verdienen würde, wäre die BCG-Matrix nie entstanden.

Gruß,
Christian

Hallo Christian,

Guten morgen,

Was würde dir bzw. deinem Bekannten es bringen, wenn ihr
wisst, dass das Geschäfsfeld A ein hohes Marktwachstum und x
Euro Deckungsbeitrag hat und Geschäftsfeld B ein niedriges
Marktwachstum hat und xx Euro Deckungsbeitrag erwirtschaftet?

das doch gerade ganz genau die Information, die ein kleines
Unternehmen braucht. Die großen können auf Markttrends ohnehin
nur eingeschränkt reagieren, aber ein kleines Unternehmen muß
schon wissen, ob es besser einen Fernsehtechniker vom alten
Schlag einstellt, daß die verschiedenen Bildröhrenmodelle
blind am Geruch erkennt, oder einen Spezialisten für
Plasma-Schirme. Rechnet sich also bspw. die Existenz in einer
Nische wie der Reperatur von alten TV-Geräten und
Röhrenmonitoren oder steigt man lieber voll auf die neuen
Systeme um und betreibt den alten Zweig nebenbei, investiert
aber nicht mehr darin.

Alleine von einer Deckungsbeitragsrechnung auf eventuelle Markttrends zu schliessen, halte ich für etwas übertrieben.
Es kann ja auch sein, dass der Betrieb momentan gar nix anbietet, was der Markt nachfragt, da würde der Betrieb nur nach der momentanen Situation seine Leistung erbringen.
Auch kann es sein, dass aus welchen Gründen auch immer, nicht ausreichend Zahlen aus der Vergangenheit vorliegen, um damit auf die Zukunft schliessen zu können.
Aus diesem Grund habe ich auch die SWOT-Analyse vorgeschlagen, weil in dieser viele Faktoren berücksichtigt werden.

Ich will damit sagen, dass es für mich nicht sinnvoll
erscheint, mit dieser Methode die Geschäftsfelder miteinander
zu vergleichen, da ich denke, dass jedes Geschäftsfeld
unterschiedlich hohe Gewinnmargen hat.

Das ist doch gerade der Witz dabei. Wenn man in jedem Bereich
gleich gut verdienen würde, wäre die BCG-Matrix nie
entstanden.

Was ich damit eigentlich sagen wollte ist, dass ich nicht glaube, dass ein kleines Unternehmen - „einfach mal so“ - irgendwelche (profitablen) Geschäftsfelder aufgeben kann, nur weil bei einem der Deckungsbeitrag geringer ist, als beim anderen.
Ein kleines Unternehmen ist ja schon froh, wenn es Gewinn erwirtschaftet.
Und wenn ein Gewinn in einem Bereich wegfällt, müsste das Unternehmen es in einem anderen Bereich kompensieren.
Und das ist gerade das Problem bei kleinen Unternehmen mit regionalem Bezug.

Gruß,
Christian

Gruß

Norbert