Herzlichen Dank zunächst einmal für Eure Antworten.
Ich habe einen Beamer (Acer PD723) als Fernseher-Ersatz im Einsatz und behaupte deshalb, mitreden zu können
Vorab: ich bin sehr zufrieden, und würde das auch nach 2 Jahren, die der Beamer jetzt bei mir läuft, wieder tun. Ich habe damals 1500 Euro für das Teil bezahlt, heute würde man geeignete Beamer (keinen Billigschrott) bereits deutlich unter 1000 Euro bekommen.
Worum es mir gehr, ist dieses "Möbelstück " Fernseher los zu
werden. Eigentlich läuft bei mir die Kiste maximal zweimal in
der Woche und dann auch echt nicht länger als eine Stunde.
Damit sollte die Haltbarkeit einer Lampe für den Beamer ja
nicht übermäßig strapaziert werden.
Das Lampenthema wird idR zu oberflächlich diskutiert. Eine neue Lampe kostet für meinen Beamer etwa 300 Euro. Ob sie die angegebenen Hersteller-Lebensdauerstunden (mindestens 3000) erreicht wird man sehen. Tastache ist, sie ist bereits nach weit weniger (1000 Stunden) deutlich dunkler geworden. Ich kann das aber problemlos ausgleichen, indem ich die Rollos ein wenig weiter runter mache. Die Lampe wird voraussichtlich 4 Jahre halten. Das macht also etwa 75 Euro/Jahr aus --> kein Thema.
Eigentlich wäre der Beamer tageslichttauglich (3000 Lumen - wahrscheinlich „Herstelleroptimiert“ („geschönt“)). In der Praxis hat man aber eine gewisse Lichtmenge aus der Lampe, die man über eine gewisse Distanz auf eine mehr oder weniger große Wandfläche projeziert. Je größer die Distanz und je größer die Wandfläche desto weniger Licht pro Quadratzentimeter, und desto früher müssen die Rollos runter. Bei meiner Bilddiagonale von 5 Metern (!) müssen (Faustregel) tagsüber die Rollos immer runter, und nachts nicht (smile). Die Lampe lässt wie wir wissen nach, und ich muss dann eben mit den Rollos „nachregeln“. In der Praxis mache ich die Rollos immer ganz runter, weil mich sonst das Licht von der Seite stört, weil es den Blick ablenkt.
Ich kann eine derartig große Fläche machen, weil ich ein vergleichweise sehr großes Wohnzimmer mit einer geeigneten fesnterlosen Wand habe. Ich muss nämlich auch ganz schön weit weg, zu nah an dem Bild zu sitzen ist nicht auszuhalten (Betrachtungsabstand). Folglich bekomme ich eine Reihe von Abhängigkeiten: die gewünschte Bildgröße, die von meinem bevorzugten Sitzort abhängt, gibt mir den Aufstellungsort des Beamers, und die Distanz da hin bei gegebener Lampenleistung die Bildhelligkeit. Nun kann man aber den Beamer baulich gesehen nicht einfach „irgendwohin“ stellen. Er braucht Kabelverbindungen, kann idR nicht schräg projezieren und muss sich irgendwie in den Wohnraum einfügen so dass er optisch nicht auffällt und auch keiner drüber fällt. In der Praxis bedeutet das Deckenmontage (oder oben auf ein Regal), und ein Zoom Objektiv bringt mehr Flexibilität, ist aber teurer, genauso wie Lens-Shift (Bemaer kann in Grenzen seitlich von der Bildmitte angeordnet werden).
Und macht mand as Bild zu hell ist es zu grell und deshalb auch nicht angenehm. Blöder Weise kann man Beamerlampen aber nicht dimmen, allenfalls hat man 2 Helligkeitsstufen (normal und Eco). Ist der Beamer zu hell muss man die Bildhelligkeit runterregeln, und das bedeutet, dass das überschüssige Licht im Beamer verheizt werden muss --> der Lüfter wird lauter.
Das ist das nächste Problem. Die heiße Lampe muss gut gekühlt werden, sonst sinkt die Lebensdauer dramatisch, und der Beamer schaltet wegen Überhitzung ab. Der Lüfterlärm ist je nach Beamer zwischen unhörbar, leicht hörbar (stört nicht) und absolut unakzeptabel. Meiner kennt zwei Zustände: Lüfter läuft voll, lt Datenblatt 32 dB, subjektiv unakzeptabel. Lüfter läuft im Eco Modus, lt Datenblatt 28 dB, das ist Kategorie „hörbar, aber es stört (mich) nicht)“. Ich hatte auch einen Beamer, bei dem der Lüfter ständig zwischen schnell und langsam hin- und herpendelte, das Resultat ist noch unakzeptabler als ein ständig jaulender Lüfter. Faustregel: je kleiner der Beamer, desto kleiner der Lüfter, desto enger das Gehäuse, desto schwierige die Belüftung, desto lauter das Lüftergeräusch.
Moral von der Geschichte: ich habe meinen idealen Beamer durch Probieren gefunden.
Letztes Thema: der Anschluss. Beamer müssen logischer Weise der Projektsionsfläche gegenüber liegen. Selbst wenn die eingebauten Lautsprecher besser wären (sind sie nicht …) käme der Ton von hinten, das geht auf keinen Fall. Deshalb hat man normalerweise seine Stereoboxen an der Projektsionsfläche (Surround wollen wir mal nicht weiter betrachten - ich halte das bei Videoprojektion für ein ebenso teures wie unnützes Gimmick). Irgendwo muss der Verstärker hin. Ich habe nun die Wahl, entwede mit dem Videosignal zum Beamer zu kommen, oder mit dem Audiosignal zu den Boxen, und das möglichst nicht quer durch den Raum. In meinem Fall (Verlegung in der Sockelleiste) musste ich 15 Meter überbrücken. Da ich mit dem Boxen auch gerne kräftige Musik höre scheiden lange Lautsprecherkabel aus, abgesehen davon würde ich die dicken Strippen nicht hinter die Sockelleiste bekommen. Also steht der Verstärker bei den Boxen an der Projektionswand, und damit auch der DVD Player. Nun muss ich das Videosignal über 15 Meter bekommen. Mit dem normalen Cinch/Composite (gelb) war das unmöglich, auch bei sehr guten Kabeln gab es immer grausames Bild. Kleine Schrift nicht zu lesen, Schatten, Doppelbilder. Je größer das Bild, desto unakzeptabler das Ergebnis.
Digitale Ansteuerung könnte mein Beamer, aber die Kabel sind wieder dick, und ich habe auch noch Quellen die keine digitalen Ausgänge haben. S-Video hat mich schließlich gerettet: der kaum merkbare Qualitätsverlust ist hinnehmbar. Bei DVDs als Quelle. Normales (Kabel)Fernsehen dagegen hat von Haus aus so eine grenzgängige Qualität dass das Fernsehbild durch die extreme Vergrößerung furchtbar aussieht.
Der nächste Schritt wäre also, die Anlage Richtung „hochauflösend“ umzubauen. Im Moment reicht mein Enthusiasmus aber nicht aus, mich in der Richtung schlau zu machen. Was ich erreicht habe reicht mir.
Noch Fragen?
…Armin