Beamte

Liebe/-r Experte/-in,

mein Schwager ist Bundesbeamter, im gehobenen Dienst, ca. 50 Jahre alt, 60% Behinderung, depresiv und hat mit dem Alkohol Probleme. Er ist schon über ein Jahr krank geschrieben. Der Arbeitgeber möchte ihn jetzt in Frührente schicken. Am Freitag soll er zu einem Gespräch bei der Personalabteilung vorsprechen. Meine Frau (seine Schwester) wird ihn begleiten.
Auf was ist bei solch einem Gespräch zu achten?
Gibt es eine Neutrale Beratungsstelle bei der er sich vielleicht vorher erkundigen sollte?

Vielen Dank für jeden Tipp
Thomas

Hallo Thomas,

es gibt in jeder Dienststelle (bzw. sollte eigentlich) Verbindungsleute zum Personalrat wie auch dem Beamtenbund. Ich würde unbedingt versuchen, bei einem von beiden vor dem Gespräch Rat einzuholen.
Z.B. ist für mich fraglich, ob ein Behinderter überhaupt so einfach in den Ruhestand gezwungen werden kann, ohne vorher über andere Maßnahmen - wie z.B. eine stationäre Entwöhnung, am besten kombiniert mit psychotherapeutischer Behandlung zu sprechen. - Natürlich muß Ihr Schwager kooperativ sein, sonst wird`s schwierig.

Alles Gute für ihn.

Stefan Koziol
Versicherungsmakler 18.01.10

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Als Beratungsstelle würde ich Ver.di oder DBB empfehlen.

Worauf man achten soll, lässt sich nur beantworten, wenn du sagst, was euer Ziel ist - vorzeitige Versetzung in den Ruhestand oder eben nicht.

Lieber Thomas !
Bei diesem Sachverhalt empfehle ich Kooperation mit dem Dienstgeber. Es wäre auf die Chance hinzuarbeiten, dass Dein Schwager nach Ruhestandsversetzung sein Krankheitsbild durch den Stresswegfall positiv beeinflussen kann.
Ev. Kontakt mit Gewerkschaft aufnehmen, um bestimmte Termine nicht zu übersehen (z.B.: gebührt bald ein Dienstjubiläum, das er noch erreichen kann vor Ruhestandsversetzung ? etc.)

Guten Verlauf wünscht aus Wien
karl