Beamte - Wo werden die noch eingestellt?

Hallo liebe Antworter,

gibt es noch den „alten Beamten“, also den (fast) unkündbaren Angestellten des Staates? Man hört doch immer wieder, dass dieser Status abgeschafft werden soll. Lehrer bleiben doch wohl Beamte, genauso wie Polizisten. Und welche Arbeitsgruppen noch?

Gruß,

Sterndeuter

Hi
Körperschaften, die Beamte haben dürfen, entscheiden selbst, ob und in welchen Bereichen sie Beamte einsetzen.
Geben tut es ihn - das kann ich aus eigener Anschauung bestätigen.
Die Abschaffung des Berufsbeamtentums ist immer wieder mal im Gespräch (Sommerloch), grds. ist jedoch damit in absehbarer Zeit nicht zu rechnen (allein die dann zur Hälfte von der Körperschaft zu tragende Sozialversicherung würde jeden Haushalt sprengen). Das Beamtenrecht wurde gerade erst modernisiert.
Grds. sollen Beamte nur dort eingesetzt werden, wo nur Beamte eingesetzt werden dürfen - also, so „hoheitliche Befugnisse“ erforderlich sind („Eingriffsverwaltung“) - oder wo es auf jederzeitige Verfügbarkeit ankommt (wenn ich streiken würde, würde meine Verwaltung in wenigen Tagen ihre Ausgaben nicht mehr leisten können)
Polizisten sind und bleiben wohl immer Beamte.
Lehrer sind häufig Angestellte, jedoch überlegen einige Länder aus den bisher gemachten Erfahrungen mit Angestellten, Lehrer wieder zu verbeamten.

Allerdings: bitte jetzt nicht wieder die x-te Diskussion über Sinn und Unsinn des Beamtentum anfangen - ja?

Gruß
HaWeThie

Ich werde mich hüten, über den Sinn von Beamten zu diskutieren, erstens kenne ich mich da noch nicht gut genug aus und zweitens finde ich das System an sich nicht schlecht.

In der Stadtverwaltung, den Archiven und sowas, um genauer zu sein, gibt es demnach noch Beamte und es werden auch in Zukunft noch weitere eingestellt. Habe ich das richtig verstanden?

Salve
Zoll, Polizei, Finanzverwaltungen, Staatsanwaltschaften, Gerichte, Kommunalverwaltungen
damit dürften über 90% abgedeckt sein

mfg

Hallo,
(allein die dann zur Hälfte von der

Körperschaft zu tragende Sozialversicherung würde jeden
Haushalt sprengen).

Woher kommt nur immer wieder der Unsinn mit den Sozuialversicherungsbeiträgen. Soweit mir bekannt, trägt der Staat 100% der Pension und je nach Konstellation auch Beihilfen für die Krankheitskosten von mindesten 50% plus X. Insbesondere die Pensionszahlungen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen, sind ein riesiger ungedeckter Scheck.

Grds. sollen Beamte nur dort eingesetzt werden, wo nur Beamte
eingesetzt werden dürfen - also, so „hoheitliche Befugnisse“
erforderlich sind („Eingriffsverwaltung“) - oder wo es auf
jederzeitige Verfügbarkeit ankommt (wenn ich streiken würde,
würde meine Verwaltung in wenigen Tagen ihre Ausgaben nicht
mehr leisten können)

Das würde dann also ein Haufen Geld sparen? :wink:

Polizisten sind und bleiben wohl immer Beamte.

Grüße

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Hallo!

ja werden sie…

ich meine aber die Frage ist weniger - so wie ich’s verstanden habe gehts um die Chancen eingestellt zu werden? - OB es Beamte gibt, sondern WIEVIELE…

bei Polizei und Lehrern sorgt alleine der politische Geltungsdrang, dass es eine gewisse Zahl von Stellen gibt…

ich selbst bin z. B. Forstbeamter und da wird zum einen immer mehr vom höheren Dienst (Unistudium und Referendarzeit) zum gehobenen (FH-Studium) umgeschichtet und zum anderen werden die Jahrgänge (bzw. die Anzahl der übernommenen Beamten) immer kleiner, weil es hier sagen wir mal politisch opportun ist, Stellen zu kürzen (weniger Beamte, nicht komplett abschaffen…)

aber ich hab nix gesagt :smile:

Fazit: Beamte wird es noch ne ziemliche Zeit lang geben (alleine schon wegen der hoheitlichen Tätigkeit und nicht streiken und Geheimhaltung un so… - weniger wegen den Kosten denke ich), aber halt weniger (aber auch weniger Angestellte…)

cu kai

Hallo,
(allein die dann zur Hälfte von der

Körperschaft zu tragende Sozialversicherung würde jeden
Haushalt sprengen).

Woher kommt nur immer wieder der Unsinn mit den
Sozuialversicherungsbeiträgen.

Ich hab’s geahnt, dass da wieder jemand kommt, ohne nachzudenken :wink:

Soweit mir bekannt, trägt der
Staat 100% der Pension

Dafür wurden vor langer Zeit die Bruttogehälter um 7% gesenkt - ich selbst habe mittlerweile zwei Null-Runden hinter mir und mehrehrherherherhe Verschiebungen der Besoldungsanpassung mit genau dieser Begründung.
Mittlerweile würde ich als „Rentenzahler“ besser stehen, wenn ich genau die Gehaltserhöhungen der Angestellten mitgemacht hätte.

und je nach Konstellation auch
Beihilfen für die Krankheitskosten von mindesten 50% plus X.

Richtig - aber
a) haben Vergleichsrechnungen gezeigt, dass es so billiger ist, als wenn die Hälfte einer gesetzlichen Krankenversicherung von der Körperschaft gezahlt würde
b) stehe ich nicht unbedingt günstiger, da ich meine Frau und meine Kinder extra privat versichern müsste, wenn meine Frau nicht selbst arbeiten würde.
c) letztes Jahr hatte ich Krankheitskosten von ca. 500 EUR - davon 70 % (habe => zwei Kinder) sind billiger als … ach steht schon unter a)

Das würde dann also ein Haufen Geld sparen? :wink:

Keine Sozialhilfe, keine Unterhaltsmaßnahmen, keine Gehälter/Besoldung/Versorgung, kein Sprit für die Autos, …
und natürlich immense Kosten für Kontoüberziehung (12%, statt 0,35% im Tagesgeld) - verbunden mit

  • sozialen Unruhen
  • noch mehr Sozialfällen
  • Schadensersatzklagen der Beschäftigten
  • Frostschäden (im Winter) an den Gebäuden
    ===> STEUERERHÖHUNGEN

Woher kommt nur immer wieder der Unsinn mit den
Sozuialversicherungsbeiträgen.

Ich hab’s geahnt, dass da wieder jemand kommt, ohne
nachzudenken :wink:

Soweit mir bekannt, trägt der
Staat 100% der Pension

Dafür wurden vor langer Zeit die Bruttogehälter um 7% gesenkt

  • ich selbst habe mittlerweile zwei Null-Runden hinter mir und
    mehrehrherherherhe Verschiebungen der Besoldungsanpassung mit
    genau dieser Begründung.
    Mittlerweile würde ich als „Rentenzahler“ besser stehen, wenn
    ich genau die Gehaltserhöhungen der Angestellten mitgemacht
    hätte.

Dafür gibt es sicher eine stichhaltige Berechnung. Wurde dieses Geld denn tatsächlich irgendwo eingezahlt, oder ist dieses nur im Haushaltsloch verschwunden und es bleibt der ungedeckte Scheck?
Und im Vergleich zu einer fast 17% Kürzung (soviel wird immerhin jeden Monat an die Rentenkasse abgeführt) bei Nichtbeamten sind doch 7% nicht wirklich so schlimm. Zumal der Nichtbeamte auch seine Rente nicht nach dem Einkommen der besten (nämlich letzten) Jahre berechnet bekommt.

und je nach Konstellation auch
Beihilfen für die Krankheitskosten von mindesten 50% plus X.

Richtig - aber
a) haben Vergleichsrechnungen gezeigt, dass es so billiger
ist, als wenn die Hälfte einer gesetzlichen
Krankenversicherung von der Körperschaft gezahlt würde

Kann man die mal sehen?
Liegt das vielleicht daran, dass ein erheblicher Teil der Beamten Polizisten sind? Werden diese möglicherweise auch nach gesundheitlichen Aspekten ausgesiebt und stellen damit nicht den Durchschnitt der Bevölkerung dar? Insofern wäre es nicht verwunderlich, wenn diese Ausgaben dann auch wesentlich niedriger wären.
Allerdings ist hier nicht das Thema, warum sich ausgerechnet der Staat, der sonst jeden in die Sozialkassen zwingen will, dieser solidarischen Finanzierung entzieht.
Aber wenn man schon Berechnungen anstellt, dann sollte man solche Punkte berücksichtigen. Ansonsten vergleicht man Äpfel mit Birnen.

b) stehe ich nicht unbedingt günstiger, da ich meine Frau und
meine Kinder extra privat versichern müsste, wenn meine Frau
nicht selbst arbeiten würde.

Ach, da macht man sich dann die solidarische Finanzierung der gesetzlichen Kassen zunutze. Kann das eventuell auch ein Grund dafür sein, warum die Vergleichsberechnungen zeigen sollen, dass die Beihilfe günstiger wäre? Logisch, wenn ich mir nur die gesunden Leute aussuche und die Kinder der Sozialversicherung überlasse, rechnet sich das wesentlich günstiger. Äpfel und Birnen eben.

c) letztes Jahr hatte ich Krankheitskosten von ca. 500 EUR -
davon 70 % (habe => zwei Kinder) sind billiger als … ach
steht schon unter a)

Sinn der solidarischen Finanzierung (wie grundsätzlich jeder Versicherung) ist es eben nicht, dass jeder mehr rausbekommt, als er einzahlt.

Das würde dann also ein Haufen Geld sparen? :wink:

Keine Sozialhilfe, keine Unterhaltsmaßnahmen, keine
Gehälter/Besoldung/Versorgung, kein Sprit für die Autos,

Denn stellen Beamte her?

und natürlich immense Kosten für Kontoüberziehung (12%, statt
0,35% im Tagesgeld) - verbunden mit

  • sozialen Unruhen
  • noch mehr Sozialfällen
  • Schadensersatzklagen der Beschäftigten
  • Frostschäden (im Winter) an den Gebäuden
    ===> STEUERERHÖHUNGEN

Aber wer wollte die dann eintreiben? O.K. ich denke es sollte klar sein, dass diese Frage nicht ganz ohne Ironie gestellt worden ist.

Also um die Diskussion hier zu einem Ende zu bringen, steht außer Frage, dass es Beamte geben muss und dass diese auch ordentlich bezahlt werden sollen. Wenn aber Vergleiche gezogen werden, dann sollten auch alle Aspekte berücksichtigt werden. Es führt zu nichts, wenn man sich einzelne Punkte rauszieht und diese nebeneinander stellt. Worum es hier nicht geht, ist die Frage, warum sich der Staat an dieser Stelle aus der solidarischen Finanzierung entzieht. Dieses Thema wäre sicher im Bereich Politik besser aufgehoben.

Grüße

Hallo ElBuffo,

also daß die Beamtenbezüge um 7 % gekürzt wurden, trifft schon zu.
Allerdings war das 1957…und damals lag der Beitrag zur gesetzl. Rentenversicherung eben bei diesen 7 %.
Seitdem werden bei Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst die Bezüge
der Beamten weniger erhöht, um der Erhöhung der Beiträge zur gesetl. Rente auszugleichen. Wenn man diesen Unterschied über die Jahrzehnte
herausrechnet, ergibt sich bis 2007 für Beamte eine Differenz von fast
22% - also sogar noch höher als der Beitrag zur gesetl, Rentenversicherung.
Das dadurch eingesparte Geld sollte übrigens vom Bund, den Ländern
und den Komunen für die Pensionen zurück gelegt werden.

Dein Argument, daß die meisten Beamten Polizisten wären, und demnach
die Krankenversicherung dadurch billiger wäre, kann ich nicht nachvollziehen. Zwar kenne ich die Zahlen nicht, aber die Polizisten
werden wohl eher einen kleineren Teil der Beamtenschaft ausmachen.
Aber selbst, wenn Du Recht haben solltest: Gerade Polizisten sind doch
überdurchschnittlich gefährdet, dich zu verletzen oder anzustecken…

Die Kinder werden übrigens bei Beamten mitversichert. Wenn ein Ehegatte in der gestzl. Versicherung versichert ist, rechnen die Versicherungen in bestimmten Fällen auch untereinander ab.
Ob da die gesetzlichen Versicherungen über den Tisch gezogen werden, kann ich dir allerdings nicht sagen :wink:

Zum solidaritätsprinzip:
Natürlich kann man hingehen, und auch von Beamten oder Selbstständigen verlangen, in die gesetzliche Renten-und/oder Krankenversicherung einzuzahlen.
Aber meinst Du denn, das ginge so einfach von heute auf morgen?
Die Beamten erwarten dann einen Lohnausgleich dafür - was auch nur
verständlich ist. Keine Ahnung, was das kosten würde…

Generell halte ich aber eine Art Gemeinschaftstopf für angebracht, aus dem Dinge bezahlt werden, die uns alle betreffen. ZB eine Grundrente für alle. Aber ich habe von keiner Partei einen ähnlichen Vorschlag gehört…

Gruß
Manni