Beamten-Rechte?

Hallo,

bei den z. Z. Deutschland durchrasenden Gehaltskürzungswellen, z. T. sicher notwendig, z. T. aber auch, weil Arbeitgeber offenbar einfach die Zeichen der Zeit nutzen, ist häufig von der Streichung des Weihnachtsgeldes die Rede.

Ich denke, kaum jemand gibt das Weihnachtsgeld, vor allem wenn es ein halbes oder ganzes Monatsgehalt beträgt, komplett für Gechenke aus. Es ist faktisch ein Gehaltsanteil, nur eben nicht allmonatlich, sondern im Dezember auf einmal ausgezahlt. Der Wegfall stellt eine Gehaltskürzung von bis zu ru 9 % dar.

In der Wirtschaft ist es meines Wissens so, wenn man das Geld dreimal bekommen hat, ohne die Einschränkung, dass es eine Sonderzahlung ohne Folgeanspruch ist, hat man ein Anrecht darauf. Weihnachtsgeld wird im Regelfall also nicht einfach gestrichen, sondern der Arbeitgeber fordert das, die Gewerkschaft ist dagegen, und am Ende einigt man sich irgendwie: Verzicht, Nichtverzicht, oder Teilverzicht.

Wie aber ist das bei Beamten? Da erklärt eine Landesregierung, sie wolle das Weihnachtsgeld streichen, beschließt das mit ihrer Mehrheit im Landtag und das war’s dann. Die Beamten haben ihre Arbeit aber einmal aufgenommen mit der Zusage, dass sie Weihnachtsgeld bekommen. Sie haben es dann, je nachdem wie lange sie dabei sind, einige oder viele Jahre lang bekommen. Und das kann dann einfach gestrichen werden? Haben Beamte keine Rechte?

Gruß
Peter

Hi!

Rechte: ja, aber kein Recht auf Weihnachtsgeld …

D. (der in diesem Jahr das Urlaubsgeld gestrichen und das Weihnachtsgeld gekürzt wurde und die als Ausgleich eine wöchentliche Arbeitszeit von 42 Stunden bei nicht mehr zu bewältigender Aufgabenfülle hat)

P.S. Schau mal hier

http://www.arbeitsrecht.de/aktuelles/default.asp

HI,

und dagegen dürfen sie nicht mal streiken weil dieses Grundrecht bei Beamten nach dem GG auch noch eingeschränkt ist.

nicki

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Hi!

Dafür dürfen sie auch nicht entlassen werden, wie es in der freien Wirtschaft bei derart mieser Haushaltslage üblich ist!

LG
Guido

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Hi,

Dafür dürfen sie auch nicht entlassen werden, wie es in der
freien Wirtschaft bei derart mieser Haushaltslage üblich ist!

Du bist also der Ansicht, der Staat sollte angesichts der Haushaltslage einfach Beamte entlassen? Vielleicht so: Die Kriminalpolizei lohnt sich nicht, man konzentriert sich deshalb auf die rentablen Aufgaben (Verkehrskontrollen, Zoll- und Steuerfahndung).
Das gilt auch für die Lehrer. Seit PISA sollte klar sein, dass weniger Lehrer nicht „mehr“ bedeuten. Staatliche Aufgaben sind nun einmal da, unabhängig von der Haushaltslage.

Verwundert
R.

Hi,

Du bist also der Ansicht, der Staat sollte angesichts der
Haushaltslage einfach Beamte entlassen? Vielleicht so:

z.B. braucht der Staat keine Postbeamten mehr. Aber sie werden bis an ihr Lebensende versorgt… (ohne Wertung, einfach Tatsache)

Gruß Stefan

Wertfrei!
Hi!

Abgesehen davon, dass ich der Meinung bin, dass das Gros der Beamten keine grüne Uniform trägt, sondern am Schreibtisch sitzt…

Ich habe wertfrei eine Tatsache hier reingeschrieben! Jeder kann sich aussuchen, ob er die Beamtenlaufbahn einschlagen will! Wenn man es tut, sollte man dann nicht motzen, wenn Bezüge gestrichen werden, wo es den nichtbezahlbaren Luxus der Unkündbarkeit gibt!

Nur meine Meinung!

LG
Guido

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Hi,

Bezüge gestrichen werden, wo es den nichtbezahlbaren Luxus der
Unkündbarkeit gibt!

Genau darum geht es mir. Das hat mit nichtbezahlbarem Luxus nichts zu tun. Der Staat kann sein Personal Exekutive und Judikative nicht einfach der Haushaltslage anpassen, sondern muss den Notwendigkeiten folgen. Da ist nichts zu wollen.
In anderen Bereichen darf man nicht vergessen, dass der Beamtenstatus z.B. der Lehrer damit begründet wurde, es sei billiger als Angestellte einzustellen (Die Haushaltsbelastung im laufenden Haushalt bei Beamten geringer als bei Angestellten).
Die Pensionen sind einfach von den folgenden Generationen (d.h. unsere Generation und unsere Kinder) zu zahlen.
Auch wenn es - beispielsweise in der Schule - sinnvoll ist, die MA als Angestellte einzustellen und nicht zu Beamten zu ernennen, wird es zunächst einmal teurer. Insofern ist ein kündbarer Angestellter (aufgrund der höheren Haushaltsbelastung) zur Zeit der unbezahlbare Luxus …

Ciao R.

Hallo,

z.B. braucht der Staat keine Postbeamten mehr. Aber sie werden
bis an ihr Lebensende versorgt… (ohne Wertung, einfach
Tatsache)

Auch Du und ich als Angestellte wollen bis zum Lebensende versorgt werden, auch wenn uns unser AG mit 65 nicht mehr braucht :wink:
Allerdings hat das mit dem Beamten-Status wenig zu tun.
Was ich bei den Postbeamten nicht verstehe ist, weshalb man die Leute nicht in andere Bereiche versetzt hat (Die Weisungsbefugnis geht bei Beamten schliesslich weiter als bei Angestellten).

Ciao R.

Hi,

Auch Du und ich als Angestellte wollen bis zum Lebensende
versorgt werden, auch wenn uns unser AG mit 65 nicht mehr
braucht :wink:
Allerdings hat das mit dem Beamten-Status wenig zu tun.

Nun, wenn mein Arbeitgeber sein Betätigungsfeld bzw. seine Produktion ändert und keine Werkfeuerwehr mehr braucht, bin ich meinen Job los. Einem Beamten kann das nicht passieren und das hat sehr viel mit dem Beamtenstatus zu tun.
Auch mit meiner Versorgung im Ruhetand hat mein AG nur insofern zu tun, daß er die halben Beiträge zahlt so lange er mich beschäftigt. Und was dann an gesetzlicher Rente rauskommt steht auch in den Sternen. Diese Sorgen können Beamten recht egal sein…

Gruß Stefan

Wertfrei!
Hi Guido!

Ich könnte hier ellenlang meine - durchaus differenzierte - Meinung in Worte fassen. Das sprengt allerdings den Rahmen :wink:

Die Unkündbarkeit ist natürlich das Plus überhaupt. Ich frage mich nur, ob dies alleine ausreicht, um die Motivation von Mitarbeitern zu erhalten. Meines Erachtens nicht. Auch ist es ziemlich betrüblich, dass dies bei den Dienstherren im Moment quasi als „Totschlagargument“ gebraucht wird. Jede sachliche Diskussion wird abgewürgt mit „Seid froh, dass ihr arbeiten dürft und nicht gekündigt werden könnt“. Gleichzeitig gehen die hohen Damen und Herren geradezu verschwenderisch mit den Finanzen um und verschliemmern die prekäre Finanzsituation.

Gruß,

D.

Vergleiche doch einmal!
Hi Daisy!

Die Unkündbarkeit ist natürlich das Plus überhaupt. Ich frage
mich nur, ob dies alleine ausreicht, um die Motivation von
Mitarbeitern zu erhalten.

Laut unabhängigen Studien ist der finanzielle Aspekt in der Liga der Motivationsanreize nur auf Platz VIER!

Meines Erachtens nicht. Auch ist es
ziemlich betrüblich, dass dies bei den Dienstherren im Moment
quasi als „Totschlagargument“ gebraucht wird. Jede sachliche
Diskussion wird abgewürgt mit „Seid froh, dass ihr arbeiten
dürft und nicht gekündigt werden könnt“. Gleichzeitig gehen
die hohen Damen und Herren geradezu verschwenderisch mit den
Finanzen um und verschliemmern die prekäre Finanzsituation.

Dann wirf doch mal einen Blick in die freie Wirtschaft! Dort ist es nicht anders, nur dass die Mitarbeiter bis auf ein „gesundes Maß“ (*würg*) freigesetzt werden!
…und die „Dienstherren“ dort bekommen in der Regel noch einiges mehr an Knete als die höher bezahlten (auch die ganz hoch bezahlten) Beamten!

Ich will hier nicht werten, aber Sonderzahlungen werden momentan in sehr vielen Bereichen gestrichen! Ebenso werden in nicht wenigen Bereichen die Wochenarbeitsstunden erhöht!
Und dort gibt es eben „noch nicht einmal“ die Unkündbarkeit!
Rennen diese Mitarbeiter deshalb total demotiviert durch die Gegend und arbeiten nicht?

LG
Guido

Huhu!

Genau darum geht es mir. Das hat mit nichtbezahlbarem Luxus
nichts zu tun. Der Staat kann sein Personal Exekutive und
Judikative nicht einfach der Haushaltslage anpassen, sondern
muss den Notwendigkeiten folgen. Da ist nichts zu wollen.

Ich grübel darüber, dass in den Bereichen Post, Bahn, Telekom (selbst einige Wohnungsbauunternhemen fallen mir ein) Beamte bezahlt werden, die zum Teil noch nicht einmal beschäftigt werden können (mein Schwager ist Lebenszeitbeamter bei der Telekom und saß die ersten 5 Monate dieses Jahres in einer Auffanggesellschaft abgeschoben bei vollen Bezügen zu Hause), während es andererseits z.B. bei der Polizei zu wenig Mitarbeiter (ok - Beamte sind ja keine Arbeitnehmer) vorhanden sind!

Warum versetzt man die "arbeits"losen Beamten nichgt einfach dort hin und lässt sie entlastende Dinge tun, die möglich wären?
Meine Schwägerin beispielsweise (ebenfalls Telekom) sitzt in der Auskunft. Was spräche dagegen, solche Leute (so denn ein Überhang da ist - dort ist es so!) das Notruftelefon erledigen zu lassen? Dann könnten sich die Polizisten, die dort sitzen (müssen) mit dem befassen, wofür sie ausgebildet wurden!
Diese Idee kommt nicht von mir, sondern von meiner Schwägerin…

In anderen Bereichen darf man nicht vergessen, dass der
Beamtenstatus z.B. der Lehrer damit begründet wurde, es sei
billiger als Angestellte einzustellen (Die Haushaltsbelastung
im laufenden Haushalt bei Beamten geringer als bei
Angestellten).

Ich kenne nur die Situation hier im Kreis! Und hier im Kreis gibt es schon seit einiger Zeit keine neuen verbeamteten Lehrer mehr!

Die Pensionen sind einfach von den folgenden Generationen
(d.h. unsere Generation und unsere Kinder) zu zahlen.
Auch wenn es - beispielsweise in der Schule - sinnvoll ist,
die MA als Angestellte einzustellen und nicht zu Beamten zu
ernennen, wird es zunächst einmal teurer. Insofern ist ein
kündbarer Angestellter (aufgrund der höheren
Haushaltsbelastung) zur Zeit der unbezahlbare Luxus …

Ist das nicht eine Milchmädchenrechnung?
Zwar fallen höhere Lohnnebenkosten an, allerdings wird doch auch durch die Beiträge der Nichtbeamten die SV-Kasse entlastet!
Das, was also auf der einen Seite mehr ausgegeben wird, wird doch genau in gleicher Höhe auch wieder eingenommen?!

Ich sage ja nicht, dass man alle „überflüssigen“ Beamten abschaffen soll, aber mit den „Neuverpflichtungen“ habe ich ein Problem! (Jetzt wurde ich doch wertend)

LG
Guido

Hi

Ich grübel darüber, dass in den Bereichen Post, Bahn, Telekom
(selbst einige Wohnungsbauunternhemen fallen mir ein) Beamte
bezahlt werden, die zum Teil noch nicht einmal beschäftigt
werden können (mein Schwager ist Lebenszeitbeamter bei der
Telekom und saß die ersten 5 Monate dieses Jahres in einer
Auffanggesellschaft abgeschoben bei vollen Bezügen zu Hause),
während es andererseits z.B. bei der Polizei zu wenig
Mitarbeiter (ok - Beamte sind ja keine Arbeitnehmer) vorhanden
sind!

Da grübeln wir über das gleiche Thema, ich weiss es auch nicht. Was man aber zum Thema „Beschäftigungs-“ und „Auffang-“ Gesellschaften hört - in der freien Wirtschaft ist es anscheinend ab einer gewissen Konzerngröße auch nicht anders.

Warum versetzt man die "arbeits"losen Beamten nichgt einfach
dort hin und lässt sie entlastende Dinge tun, die möglich
wären?

Geltungssucht? Da gab es doch mal die West-Beamten, die man im Osten nicht haben wollte …

… Ich kenne nur die Situation hier im Kreis! Und hier im Kreis
gibt es schon seit einiger Zeit keine neuen verbeamteten
Lehrer mehr!

Was auch sinnvoll ist.

Ist das nicht eine Milchmädchenrechnung?

Klar doch.

Zwar fallen höhere Lohnnebenkosten an, allerdings wird doch
auch durch die Beiträge der Nichtbeamten die SV-Kasse
entlastet!
Das, was also auf der einen Seite mehr ausgegeben wird, wird
doch genau in gleicher Höhe auch wieder eingenommen?!

Aber in einem anderen Topf (Es gibt ja Bund, Länder und Gemeinden)

Ich sage ja nicht, dass man alle „überflüssigen“ Beamten
abschaffen soll, aber mit den „Neuverpflichtungen“ habe ich
ein Problem! (Jetzt wurde ich doch wertend)

Du hast ja recht. AFAIK ist man da sowieso sehr zurückhaltend geworden.
Jetzt drifte ich noch kurz vom Thema ab: Die Lohnnebenkosten für Angestellte sind in D im EU-Vergleich viel zu hoch (Das wird auch in Zukunft die Verlockung für Verbeamtungen sein). Ich bereite gerade ein europäisches Kooperationsprojekt mit vor: Die deutschen AN sind bei gleicher Qualifikation mit die teuersten. Und das nicht etwa, weil die Leute so viel in der Tasche haben …

Ciao
R.

Hi!

Geltungssucht? Da gab es doch mal die West-Beamten, die man im
Osten nicht haben wollte …

Naja - mit versetzen meinte ich nicht gleich umsiedeln *duck* :wink:

Aber in einem anderen Topf (Es gibt ja Bund, Länder und
Gemeinden)

Das ist schon klar! Ich erwarte ja auch kein Konstrukt, dass sich unbürokratisch und unproblematisch in zwei Monaten entwickeln ließe (NICHT in Deutschland!), aber da eine Ausgleichsregelung zu finden wäre doch nicht sooo schwer!

Jetzt drifte ich noch kurz vom Thema ab: Die Lohnnebenkosten
für Angestellte sind in D im EU-Vergleich viel zu hoch (Das
wird auch in Zukunft die Verlockung für Verbeamtungen sein).

Aber Beamte sind doch nicht wesentlich billiger (letztendlich sogar TEUERER)! Die Hälfte der Krankenversicherung wird genauso gezahlt, wie bei Angestellten und für die Pension muss auch etwas „zurückgelegt“ werden…

Ich bereite gerade ein europäisches Kooperationsprojekt mit
vor: Die deutschen AN sind bei gleicher Qualifikation mit die
teuersten. Und das nicht etwa, weil die Leute so viel in der
Tasche haben …

Naja, das ist ja nichts neues…

LG
Guido, der gerade merkt, dass wir ganz schon off topic geworden sind!
*wink* an Ivo