Beauftragung zum Bau eines Hauses?

Ich überlege folgendes Modell zum Erwerb eines Eigenheimes:

Grundstück vom Eigentümer kaufen, Grunderwerbsnebenkosten nur dafür bezahlen und dann bei einer Baufirma den Bau des Hauses in Auftrag geben. So dachte ich spare ich einiges an Geld, da die Grunderwerbsnebenkosten nicht auf das Haus fällig werden, aber:

Habe mir ein paar Angebote von Baufirmen eingeholt für eine von mir erstellte Leistungsbeschreibung (Skizze der Grundrisse, Anforderung an Materialen, enthaltene Leistungen).

Die Angebote beziehen sich auf ein schlüsselfertiges Haus, manche geben möglich Eigenleistungen wie z.B. Dachisolierung, Fliesen, Garage o.ä. als einzelne Posten an, so dass man vom Gesamtpreis durch EIgenleistung etwas herunterkommen kann.

Insgesamt aber: Ziemlich wenig transparent, da im wesentlichen nur der Gesamtpreis genannt wird!!

Gut: Kein Verkäufer lässt sich bei der Kalkulation gern in die eigenen Karten schauen und sagt dem Kunden wie hoch sein Marge ist (die er sich zu einer gewissen Höhe ja auch durch seine Arbeit bzw. Kontakte und Geschäftsbeziehungen auch verdient hat).

Frage: Wie kann ich trotzdem sicher gehen, dass das Angebot fair ist (Die Preise waren in allen Fällen recht hoch im Vergleich zu Komplettangeboten mit Grundstück und allen Kosten angefangen beim Architekten über Hausanschluss bis zu hin den Gebühren beim Bauamt)?
Oder ist es in der Regel viel günstiger nur den Bauantrag durch Architekt und Statiker erstellen zu lassen und dann alle einzelnen Leistungen selber zu beauftragen (Maurer, Dachdecker, Estrichleger etc.)?

Hi,

egal welcher Rat noch hier kommt:

Die von dir gestellte „banale“ Frage: (interprediert)

„Wie kauft man am billigsten ein Grundstück mit neuem Haus?“

ist in Wirklichkeit äußerst komplex. Damit kann man ganze Bibliotheken füllen, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater, Architekten, Meister/ Nichtmeister, Handwerker, Makler, Bauträger, Baubetreuer, Ing., Fachverbände, Lobbyisten, Finanzberater, Finanzämter, Richter, Gutachter usw. usw. usw. beschäftigen.

Und im Endeffekt hat man dann trotzdem die Hälfte vergessen bzw. übersehen.

Also den einzigsten Rat den ich dir geben kann.

Lass dich von von einen oder mehreren der o.g. Personen(kreise) ausführlich und rechtskräftig beraten.

U.

Hallo Andre,

da ist immer das Wechselspiel zwischen Aufwand und Preis zu berücksichtigen. Je weniger du selbst bereit bist, dich um Dinge zu kümmern, um so teuerer wird es, und je mehr du dich selbst einbringst, um so billiger KANN, MUSS ES ABER NICHT werden.

Was ich damit meine, ist Folgendes: Die wenigsten Bauherren haben die Zeit, Lust, das Fachwissen, mehr als unbedingt notwendig sich um die ganzen Begleitumstände eines Hausbaus zu kümmern. D.h. dies erledigt dann der Bauunternehmer und verlangt hierfür dann natürlich Geld. Dies wird aber oft nicht als Diskussionen auslösende Einzelposition genannt, sondern eben in einen Pauschalpreis eingerechent. Und dies ist für sicherlich über 90% der Bauherren auch die richtige Lösung, denn letztenendes ist kaum jemand in der Lage die ganze Geschichte mit dem Bauantrag, Verhandlungen mit Handwerkern für jedes einzelne Gewerk, und insbesondere die technische Abstimmung der Gewerke selbst so zu erledigen, dass hinterher auch alles zusammen passt (soll jetzt hnicht heißen, dass nicht auch den Profis da Fehler unterlaufen, aber als Laie ist man da sicherlich deutlich mehr gefährdet).

Natürlich kann man einzelne Gewerke in Eigenleistung erbringen, oder auch für einzelne Gswerke selbst Handwerker beauftragen, zu denen man besonderes Vertrauen hat, oder die einem einen Freundschaftspreis machen. Aber ob man wirklich viel damit sparen würde, alles selbst auszuschreiben, etc. wage ich mal zu bezweifeln. Dies funktioniert nur, wenn man die eigene Zeit nicht rechnet, und selbst ein echter Profi in dem Bereich ist. Ansonsten muss man damit rechnen, dass man als Einzelkunde immer schlechtere Konditionen bekommen wird und einem Anbieter immer weniger wichtig ist als ein größeres Bauunternehmen und so zwar im Einzelfall, nicht aber unbedingt in der Gesamtsumme spart.

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Drei Dinge
Hallo,

das Ganze scheitert ERSTENS an den fehlenden öffentlich rechtlichen Erklärungen die NUR ein Architekt oder Bauingenieur abgeben kann und darf, ZWEITENS an Deinem fehlenden fachlichen Wissen für die Errichtung eines Gebäudes sowie DRITTENS an der Dir fehlenden Zeit zur Planung und zur Steuerung des Projektes.

…und an weiteren …
… 4.785.987 Punkten.

Insgesamt aber: Ziemlich wenig transparent, da im wesentlichen
nur der Gesamtpreis genannt wird!!

Oder anders formuliert: So schlau wie du sind die Mauerermeister allemal.

Stell dir vor dir gibt einer tatsächlich:

Steine 1000 euro
Mauern 5000 eure
Fliesen 500 Euro
Fliesenlegen 1000 euro

was dann kommt ist doch klar: du gehst zum billigsten und sagst dem dann: Kollege a will fürs mauern nur 4500 und kollege c will für die steine nur 800 kollege x will fürs fliesenlegen nur 800.

wer soll da denn noch von leben?

ein Hausbau ist vom Wert her nicht die Summe der günstigen Einzelarbeiten.

Und wer gibt auf ne Amateurzeichnung schon ein konkretes Angebot. Da kann man sich doch nur in die finger schneiden.

Also: Preis abgeben und den so hoch ansetzen damit man erst keinen Ärger (Auftrag) kriegt.

Lösung: Architekt beauftragen.

du sparst bei deinem Modell die Grunderwerbsteuer für die Handwreksleistung Haus, zahlst aber dafür mehr bei der Architektenleistung/Komplettangebot, weil du den anbietern die Chance zur „Mischkalkulation“ nimmst.

Frage: Wie kann ich trotzdem sicher gehen, dass das Angebot
fair ist (Die Preise waren in allen Fällen recht hoch im
Vergleich zu Komplettangeboten mit Grundstück und allen Kosten
angefangen beim Architekten über Hausanschluss bis zu hin den
Gebühren beim Bauamt)?

Der Anbieter verhält sich so fair wie du! Schonmal dran gedacht?

Oder ist es in der Regel viel günstiger nur den Bauantrag
durch Architekt und Statiker erstellen zu lassen und dann alle
einzelnen Leistungen selber zu beauftragen (Maurer,
Dachdecker, Estrichleger etc.)?

Viel Spaß dabei. Wenn du Maurer, Architekt oder Bauingineur bist, könnte das klappen, ansonsten such dir schonmal nen guten anwalt, der dich in den vielen Prozessen vertritt.

gruss
winkel

PS: Manche brauchen 1 Jahr um sich ein Auto zu kaufen, meinen aber ein Haus könnten sie selber bauen und wüßten wie es geht. Ein Auto zu bauen trauen sie sich aber nicht zu.

Oder ist es in der Regel viel günstiger nur den Bauantrag
durch Architekt und Statiker erstellen zu lassen und dann alle
einzelnen Leistungen selber zu beauftragen (Maurer,
Dachdecker, Estrichleger etc.)?

Hallo Andre,

nach den Zeichnungen des Bauantrags kann man kein Haus bauen. Da hat der Statiker nur seinen Stempel reingedrückt, aber noch nichts gerechnet, noch keine Details zu Papier gebracht. Der Architekt hat noch nicht für die geeignete Lage aller Rohre und Leitungen gesorgt, hat noch keine Bodenbeläge berücksichtigt, damit der Estrich überall in der richtigen Höhe liegt… es fehlen noch zahllose Einzelheiten. Je nach Auftragsumfang plant der Architekt Details von den Lichtverhältnissen, über den in der Eingangshalle zu pflanzenden, über 2 Etagen reichenden Baum, bis hin zur Farbgestaltung. Jeder Abfluß liegt exakt fest, sogar die genaue Lage und Bauart der Katzenklappe ist zeichnerisch festgehalten und selbstverständlich sind Wände nicht einfach nur verputzt, sondern das Material, seine Schichten und Zusammensetzung werden vorgeschrieben, ebenso wie die Notstromversorgung, die Kläranlage, selbstredend der Aufzug bis in die letzte Einzelheit, die Lüftung mit Energierückgewinnung; die hochbelastbaren, aber dennoch minimalistischen, geradezu freischwebenden Treppen sind Anwärter für den Design-Award und lassen den Besuchergruppen aus Architekturstudenten die Kinnladen herunter klappen .

Für solche Planung einschließlich der Leistungsbeschreibung und Vergabe sowie die laufende Bauüberwachung zahlt man locker 15% der Bausumme oder mehr. In einem individuell entworfenen Haus können mehrere Monate Architektenarbeit stecken.

Kommt man auf den Boden finanzieller Sachzwänge zurück, beschränkt sich auf bauantragsfähige Unterlagen und läßt Detail- und Ausführungsplanung, Vergabe und Bauüberwachung nicht durch den Architekten machen, kannst Du als ganz grobe Hausnummer etwa 10 Kiloeuro für Architekt und Statiker rechnen, wenn Du zuvor eigene Entwürfe skizzierst, damit die Leute überhaupt wissen, was sie machen sollen. Es gibt zwar die HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure), aber die solltest Du vergessen und nach Vorlage Deiner Ideen einen Festpreis vereinbaren. Rechne 50 €/Stunde und 100 bis 200 Stunden für den individuellen Entwurf mit etwas Pepp.

Der Aufwand läßt sich mit einem Typenhaus reduzieren. Oder mit einem individuellen Entwurf mit vielen tragenden Innenwänden, deshalb ohne Anpassungsmöglichkeiten an veränderte Bedürfnisse und wo eine Treppe hin soll, sagt man dem Tischler, er möge da möglichst billig etwas hinbauen.

Mein Rat: Nimm ein Typenhaus. Wenn es aber ein individuelles Haus werden soll, spare nicht an der Planung. Planung kann man an keiner Stelle den Handwerkern überlassen und wenn man selbst Hand anlegt, sollte man nicht erst an Details denken, wenn man auf der Baustelle steht.

Man kann ohne weiteres selbst die Aufträge an Handwerker vergeben. Das funktioniert aber nur nach penibler Planung und mit eigener Sachkenntnis. Andernfalls überläßt man die Details dem Gutdünken der Handwerker und das Ergebnis wird zur reinen Glücksache.

Bauantragszeichnungen werden i.d.R. im Maßstab 1:100 eingereicht. Lasse Dir vom Architekten mehrere Exemplare im Maßstab 1:50 ausdrucken. Oder besorge Dir Arcon und lasse Dir die Architektenzeichnungen im dxf-Format geben. Dieses Format hat jeder Architekt und es ist in Arcon importierbar. Da zeichnest Du für jedes Gewerk die Details ein.

Gruß
Wolfgang

Stell dir vor dir gibt einer tatsächlich:

Steine 1000 euro
Mauern 5000 eure
Fliesen 500 Euro
Fliesenlegen 1000 euro

was dann kommt ist doch klar: du gehst zum billigsten und
sagst dem dann: Kollege a will fürs mauern nur 4500 und
kollege c will für die steine nur 800 kollege x will fürs
fliesenlegen nur 800.

wer soll da denn noch von leben?

Stopp! Das ist mir auch klar und ich gönne dem Bauträger ja auch sein Einkommen. Auch will ich die Einzelpreise nicht wissen um derart ins Feilschen einzusteigen. Ich sag’s 'mal mit 'ner Metapher:
Kaufe ich eine Markenjeans für 120EUR, bei der die Verkäufer mein Geld in teures Marketing, Vertrieb und satte Eigengewinne stecken,
oder ist es eine No-Name Jeans, die mir vielleicht sogar besser passt, dem Verkäufer auch sein Geschäft ermöglicht und vielleicht sogar aus Öko-Baumwolle hergestellt worden ist?

ein Hausbau ist vom Wert her nicht die Summe der günstigen
Einzelarbeiten.

Und wer gibt auf ne Amateurzeichnung schon ein konkretes
Angebot. Da kann man sich doch nur in die finger schneiden.

Also: Preis abgeben und den so hoch ansetzen damit man erst
keinen Ärger (Auftrag) kriegt.

Lösung: Architekt beauftragen.

Hatt ich weiter unten ja auch vorgeschlagen.

du sparst bei deinem Modell die Grunderwerbsteuer für die
Handwreksleistung Haus, zahlst aber dafür mehr bei der
Architektenleistung/Komplettangebot, weil du den anbietern die
Chance zur „Mischkalkulation“ nimmst.

Ist das die Antwort? Genau so ein Statement wollte ich ja z.B. haben.

D.h. also, wenn ich einzeln einkaufe wirds teurer als ein Gesamtpaket (ist ja auch woanders häufig so)?

Frage: Wie kann ich trotzdem sicher gehen, dass das Angebot
fair ist (Die Preise waren in allen Fällen recht hoch im
Vergleich zu Komplettangeboten mit Grundstück und allen Kosten
angefangen beim Architekten über Hausanschluss bis zu hin den
Gebühren beim Bauamt)?

Der Anbieter verhält sich so fair wie du! Schonmal dran
gedacht?

Na! Ich habe mich bisher nicht unfair gezeigt, und selbst wenn ich mehrere Angebote vergleiche und nochmal den Preis versuche zu drücken, so wäre dies sicher üblich im Rahmen eines Erwerbs gleich welcher Art er auch ist.

Oder ist es in der Regel viel günstiger nur den Bauantrag
durch Architekt und Statiker erstellen zu lassen und dann alle
einzelnen Leistungen selber zu beauftragen (Maurer,
Dachdecker, Estrichleger etc.)?

Viel Spaß dabei. Wenn du Maurer, Architekt oder Bauingineur
bist, könnte das klappen, ansonsten such dir schonmal nen
guten anwalt, der dich in den vielen Prozessen vertritt.

Da habe ich auch Angst vor!

Aber oben hast Du selbst gesagt, dass aufgrund von Amateurskizzen keiner ein verbindliches Angebot abgeben wird.

„Wie kauft man am billigsten ein Grundstück mit neuem Haus?“

ist in Wirklichkeit äußerst komplex. Damit kann man ganze
Bibliotheken füllen, Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater,
Architekten, Meister/ Nichtmeister, Handwerker, Makler,
Bauträger, Baubetreuer, Ing., Fachverbände, Lobbyisten,
Finanzberater, Finanzämter, Richter, Gutachter usw. usw. usw.
beschäftigen.
Lass dich von von einen oder mehreren der o.g.
Personen(kreise) ausführlich und rechtskräftig
beraten.

Tja,

genau das ist es eigentlich, ich kenne mich selber nicht genug aus.

Habe zwar Verwandte die handwerklich gut sind, sich aber mit der Kalkulation eines ganzen Hauses nicht auskennen.

Wer kann mir denn neutralen Rat geben (Ich kann ja nicht alle genannten Personen abklappern :wink:?

Bzw. kann man pauschal sagen, dass so ein Projekt teurer ist als der Kauf ein schlüsselfertigen Hauses?

Gruß,

Andre

Hallo,
da wir gerade einen Hausbau - sogar zu unserer Zufriedenheit - hinter uns haben, hier unsere Erfahrungen:

Grundstück vom Eigentümer kaufen, Grunderwerbsnebenkosten nur
dafür bezahlen und dann bei einer Baufirma den Bau des Hauses
in Auftrag geben. So dachte ich spare ich einiges an Geld, da
die Grunderwerbsnebenkosten nicht auf das Haus fällig werden,
aber:

Das ist auf jeden Fall sinnvoll. Meistens werden bei einem kombinierten Kauf von Grundstück/Hausneubau auch nur bestimmte Haustypen angeboten (z.B. direkt von einer Baufirma), so dass man dabei in der Hausauswahl oft eingeschränkt ist.

Wir hatten uns für ein Haus „aus einer Hand“ entschieden, weil wir NULL Ahnung vom Hausbau hatten. Unsere Auswahl war auch nichtmal teuer, da es ein „Fertighaus“ in dem Sinne war, dass der Bauplan fertig vorlag und von der Firma mehrfach realisiert wurde. Wenn man sich für ein solches Standardhaus entscheidet, ist es wesentlich billiger als eine ganz individuelle Planung. Beim Nachdenken über die Kosten kommt es dann darauf, worauf man Wert legt und worauf man verzichten kann. Rechteckige Häuser mit geraden Trennwänden sind kostengünstiger als Erker und verwinkelte Ecken, Innenausbau mit Trockenbauwänden billiger als massiv gemauert, Markensanitärware teurer als Nichtmarken uswusf.
Man muss dann schon beim jeweiligen Anbieter genau schauen, was ist im Angebot drin, was kostet extra.
Wir haben vor Auswahl unserer Hausfirma auch andere Kunden nach ihrer Zufriedenheit befragt :wink:
Bis jetzt sind wir mit unserer Wahl ganz zufrieden.

Ein Bekannter von mir ist beruflich Bauleiter und hat sein Haus mit einzelnen Teilgewerken gebaut. Das kam für ihn billiger - aber nur, weil er sich 100% mit der Materie auskennt…

Viel Glück bei der Haussuche
Beatrix
http://www.belzig-online.de

…Die Herausnahme von Einzelleistungen aus einem Komplettangebot lohnt meist nicht, da der Preisnachlaß oft gerade die Materialkosten herausholt - und dann hat man noch den Stress mit der Arbeit, und wenn man es selbst macht, nicht mal Garantie…

Beatrix