Bedenkzeit wegen`nem anderen Vorstellungsgespräch?

Hallo zusammen,

ich habe morgen ein Vorstellungsgespräch. DUMM daran ist nur, dass ich eine Woche später noch eins habe bei einer anderen Firma, die mich viel mehr interessiert.

Die Firma, die mich für morgen eingeladen hat, war bis jetzt sehr schnell in Ihren Reaktionen (ist man ja überhaupt nicht gewohnt bei der Stellensuche ;o)

Deshalb habe ich irgendwie Bammel, dass die mir auch gleich den Vertrag vor die Nase halten und ich den unterschreiben soll oder ihn schon vorbereiten wollen, was ich aber nicht möchte, da ich mir das andere Angebot ja auch näher anhören möchte.

Wie bringe ich das denn morgen am besten an, wenn ich mir noch Bedenkzeit erbete. Wie lange kann ich das rauszögern? Und kann man das ruhig sagen, dass man noch ein anderes Angebot hat? Oder wirft das ein schlechtes Bild auf einen?

LG Cleo

Hallo Cleo,

an deiner Stelle würde ich erst einmal das morgige Gespräch abwarten. Dich kann niemand zwingen, einen Vertrag sofort zu unterschreiben. Natürlich hat der AG durchaus auch dann die Möglichkeit zu sagen ‚nö, dann wird es halt ein anderer Kandidat tun‘ - ehrlich gesagt, wirft das dann schon mal kein gutes Licht auf die Firma.

Bisher galt auf jeden Fall bei jedem Job, den ich antrat/verhandelt habe, dass ich mind. eine Nacht drüber schlafe.

Wieviel Geduld ein AG haben muss, dafür gibt es nicht wirklich eine REgel, vermute ich mal. Wenn sie dich wirklich haben wollen, werden sie dir Zeit geben. Allerdings, ob es etwas positives bewirkt, ihnen zu berichten, dass Du erst noch ein weiteres GEspräch abwarten möchtest, kann ich dir nicht wirklich sagen.

Das könnte u.U. Wirksamkeit zeigen, sollten sie Dich beim Gehalt drücken wollen, aber dann müsstest Du schon ziemlich sicher sein, dass Du woanders ne Zusage hast mit mehr Geld/besseren Konditionen.

Zum weiteren Vorgehen: Wie gesagt, ich würde das morgige Gespräch abwarten - vielleicht entpuppt sich die Stelle als interessanter als erwartet. Anosnsten auf jeden Fall eine Nacht drüber schlafen und dann musst zu abwägen!

Du kannst halt nicht alles haben :wink:

Gruß
Demenzia

Hallo,

Oder wirft das ein schlechtes Bild auf einen?

mal überlegen: Der Mitarbeiter, den man gerne einstellen möchte, wird noch von anderen Arbeitgebern umworben… Ja, das macht gar keinen guten Eindruck.

Natürlich kann man auf das andere anstehende Gespräch hinweisen, nur sollte man das nicht mit den Worten „der andere Laden gefällt mir eh besser“ machen, sondern z.B. sagen, daß man sich das andere Angebot zumindest anhören möchte o.ä. Wenn sich der andere darauf einläßt, gut, wenn nicht, muß man sich zwischen Spatz und Taube entscheiden.

Eine Bedenkzeit von einer Woche dürfte aber kein Problem sein. Ggfs, kann man nächsten Gespräch darauf hinweisen, daß man zeitlich etwas im Druck ist. Das kann die Entscheidungsfindung durchaus beschleunigen.

Gruß
Christian

Auch hallo,

lässt sich denn das Gespräch bei der anderen Firma nicht vielleicht
vorziehen?
DORT könntest Du doch sagen, dass Du ein anderes Angebot hast, das
ihre dich aber mehr interessiert und Du aber unter Zeitdruck gerätst,
oder?

Versuchen würd ichs
grüssle
bettina

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Auch hallo,

lässt sich denn das Gespräch bei der anderen Firma nicht
vielleicht
vorziehen?
DORT könntest Du doch sagen, dass Du ein anderes Angebot hast,
das
ihre dich aber mehr interessiert und Du aber unter Zeitdruck
gerätst,
oder?

Versuchen würd ichs
grüssle
bettina

Hallo Bettina,

darüber habe ich auch schon nachgedacht. Die Personalfrau mit der ich das Gespräch führen werde, ist aber leider erst ab Monat wieder im Haus und ich kann sie dann erst anrufen. Und da ist es ja genauso, wenn sie nach dem Grund fragt warum ich früher kommen möchte, dass ich zugeben müßte, dass ich schon ein anderes Gespräch hatte und mir das auch noch anhören möchte, um mich besser entscheiden zu können.

Ich meine, eigentlich ist es doch völlig blöd, wenn Personaler damit ein Problem haben, dass sie noch Konkurrenz haben. Denn ich, als Bewerberin habe doch viel mehr Konkurrenz und die vergleichen doch auch mehrere Bewerber indem sie die Vorstellungsgespräche machen.

Ach…alles nicht so einfach :o(

Hallo Cleo,

das Spatz-in-der-Hand-Taube-auf-dem-Dach-Problem ist typisch in der Bewerbungszeit, zumindest dann, wenn man einigermaßen gefragt ist. Es gibt natürlich auch viele Menschen, die sich schon freuen würden überhaupt jemals ein Vorstellungsgespräch oder sogar ein Angebot zu bekommen.

Manche Personaler, die nicht so besonders gut Interviews führen können und sich an Standardfragen klammern müssen, wollen auch wissen, warum man sich gerade für ihre Firma interessiert. Dann erklärt man denen, dass ihr Laden der beste vonne Welt sei und muss dann später zugeben, dass es da noch eine andere Firma gibt, die interessanter sein könnte.

Wenn dein Interviewpartner gut ist, dann formuliert er die Frage vielleicht so: „Wie sind sie auf unsere Firma gekommen/Was erwarten Sie hier vorzufinden/Was hat ihr Interesse geweckt?“ Er ist dann auch an ehrlichen Antworten interessiert und würde bei Lobeshymnen skeptisch werden.

Wenn er nicht ganz doof ist, dann ist ihm klar, dass du deine Arbeitskraft demjenigen verkaufst, der dir das beste Angebot (Aufgabe, Gehalt, Umfeld, Perspektiven etc.) macht und findet diese Einstellung auch normal. Und wenn er hört, dass es noch andere Kaufinteressierte (Firmen) gibt, dann wirst du damit für ihn wertvoller und er freut sich, wenn er am Ende den Zuschlag bekommt. Dafür ist er bereit zu warten.
Es kann auch sein, dass die Firma großartig, der Personaler aber doof ist. Wichtig ist es, den Fachvorgesetzten, deinen zukünftigen Chef, auf deine Seite zu ziehen.
Das für und wider und die Szenarien sind dir klar, denke ich. Was kannst du praktisch tun:
Das Ganze ist ein Glücksspiel, denn du weißt nicht, wer dir gegenüber sitzen wird. Versuche im Laufe des Gesprächs zu spüren, ob er locker und realistisch ist oder ob er jemand ist, der nur sein Schema abarbeiten kann und dessen geistige Flexibilität gering ist. Im ersten Fall würde ich mit offenen Karten spielen und sagen, dass diese und jene Firma sehr interessiert an dir sei (du habest schon mit ihr telefoniert) und du die Angebote vergleichen möchtest. Im zweiten Fall wäre ich vorsichtig und würde sagen, dass ich zwar das andere Gespräch noch mitnehmen möchte, mir aber jetzt schon klar sei, dass ich lieber bei ihm arbeiten wolle.
Das Ganze ist das, was man Verhandlungsgeschick nennt und das ist etwas, was man nicht mal eben so mitgeteilt bekommen kann. Es ist teils Gabe, teils Erfahrung.

Viel bla bla, deshalb nochmal die Essenz:
Viel Glück.

Gruß, Tychi

Hey,

Ich meine, eigentlich ist es doch völlig blöd, wenn Personaler
damit ein Problem haben, dass sie noch Konkurrenz haben.

naja, Personaler sind ansich daran interessiert, nicht unnötig viel Zeit und Manpower in die Auswahl von Kandidaten zu investieren und möglichst schnell eine Stelle zu besetzen.

Gruß
Demenzia

mal überlegen: Der Mitarbeiter, den man gerne einstellen
möchte, wird noch von anderen Arbeitgebern umworben… Ja, das
macht gar keinen guten Eindruck.

Hallo Christian,
mal ernsthaft, man bewirbt sich doch nicht nur auf eine Stelle. Und das weiss ein Personaler auch.
Grüße
Almut

Hallo,

mal überlegen: Der Mitarbeiter, den man gerne einstellen
möchte, wird noch von anderen Arbeitgebern umworben… Ja, das
macht gar keinen guten Eindruck.

mal ernsthaft, man bewirbt sich doch nicht nur auf eine
Stelle. Und das weiss ein Personaler auch.

äh, ja… Verstehe ich jetzt Deine Ironie nicht oder Du meine?

Was ich meinte: Daß hinter dem potentiellen Mitarbeiter auch noch ein anderer Arbeitgeber her ist, kann der AG nur als Bestätigung dafür auffassen, daß der potentielle Mitarbeiter ein guter Kandidat ist.

Gruß
Christian

Hallo Christian,
sorry, bin heute ironie-resistent.
Grüße
Almut

Hallo.

Dich kann niemand zwingen, einen Vertrag sofort zu unterschreiben.

Stimmt. Allein die Tatsache, dass man bei der Unterzeichnung des Vertrags einem Kandidaten Zeit läßt sagt etwas über das Betriebsklima im Laden aus.

Wenn der AG Dir ein Deinem Marktwert, Qualifikationen und Wünschen angemessenes Angebot macht (d.h. wirklich an Dir interessiert ist) dann wird er auch ein wenig warten. Ihm wird es wichtiger sein, Dich zu bekommen als Dich *jetzt* zu bekommen. Läßt der AG gleich durchscheinen, daß man nur eine ersetzbare Nummer und kein wertvolles Individuum ist, einfach keine Gedanken machen und vergessen.
Wird aber selten passieren.

Das könnte u.U. Wirksamkeit zeigen, sollten sie Dich beim Gehalt drücken wollen, aber dann müsstest Du schon ziemlich sicher sein, dass Du woanders ne Zusage hast mit mehr Geld/besseren Konditionen.

Genauso kann der Schlag aber nach hinten losgehen, wenn Du nach dem zweiten Gespräch gekrochen kommst „Ok ich nehme die Stelle hier“, denn das heißt im Klartext „Für die anderen bin ich nicht brauchbar“, und dann hat man sehr schlechte Karten bei der Vertragsaushandlung.

Zum weiteren Vorgehen: Wie gesagt, ich würde das morgige Gespräch abwarten - vielleicht entpuppt sich die Stelle als interessanter als erwartet.

Definitiv.
Das Unternehmen, bei der ich jetzt bin war auch mit dem Vorstellungstermin ein „hmm … mal gucken hab eh grade nix Anderes zu tun“- und dann habe ich den Vertrag am nächsten Arbeitstag um 8:00 unterzeichnet weil’s einfach weit jenseits aller meiner Erwartungen war :wink:

Gruss,
Michael

Also, bei meinem letzten AG war es so, dass ich sofort nach dem VG nach nebenan ins Personalbüro sollte und den Vertrag unterschrieben habe. Obwohl ich mir gar nicht so sicher war, ob mir der Job gefallen wird - hatte Angst dass ich ihn nicht packen würde.

Die Begründung war damals: der Chef hatte schon sehr viele Vg`s vor mir und die waren alle nicht nach seinen Vorstellungen und jetzt hatte er einfach keine Lust mehr noch welche zu führen.

Ehrlich wahr - so hat er es mir gesagt :o)
Die Stelle war damals befristet für 6 Monate und es wurden 4 Jahre draus, was ich nie für möglich gehalten hätte ;o)

LG Cleoooo

Hallo Demenzia,

naja, Personaler sind ansich daran interessiert, nicht unnötig
viel Zeit und Manpower in die Auswahl von Kandidaten zu
investieren und möglichst schnell eine Stelle zu besetzen.

da muss ich dir widersprechen!
Wenn es darum geht eine (hoch)qualifizierte Person einzustellen,
dann wird viel Zeit und viel Geld in den Auswahlprozess gesteckt,
da eine Fehlauswahl teurer ist, als der Aufwand die richtige Person zu finden.
Wenn du jetzt aber an die Kassiererin an der Kasse denkst, gebe ich dir recht.
Da würde ein teurer Auwahlprozess nichts bringen.

Gruß

Norbert