Hi!
Das gilt sicher für Vierjährige, die in einer sprachbewussten
Umgebung aufwachsen, wo sie nur korrektes Sprechen hören. Aber
sicher nicht für alle. Ich selber war mit vier Jahren noch ein
verzweifelt schlechter Sprecher, was daran lag, dass ich von
drei Dialekten umgeben war und die Schriftsprache für mich
eine Fremdsprache war, die ich erst lernen musste.
Es heißt nicht umsonst Schriftsprache. Man spricht sie nicht. Der „Dialekt“ (Umgangssprache) dagegen ist die eigentliche Sprache, was sich von Sprechen ableitet. Nur weil jemand die Schriftsprache nicht beherrscht, heißt das noch lange nicht, daß er nicht korrekt SPRECHEN kann! Im Gegenteil: Ich behaupte, daß Menschen, die ausschließlich Schriftsprache beherrschen („Schulenglisch“), die Sprache gar nicht können, auch wenn sie weniger „Fehler“ machen als jemand, der umgangssprachliches Englisch spricht (zb. he don’t know).
Das bezweifle ich. Wie sonst ließe sich erklären, dass manche
„Gastarbeiter“ nach dreißig Jahren in Deutschland immer noch
nicht über: I nix wiss; i morge andere Baustell!
hinausgekommen sind?
Das läßt sich dadurch erklären, daß diese Menschen nie gezwungen waren, ausschließlich auf Deutsch zu leben, da sie in einem Sprachghetto leben (türkische Familien, türkisches Fernsehen, türkische Freunde, ganze Straßenzüge und Viertel auf Türkisch). Menschen, die niemanden in ihrer Umgebung haben, der eine andere als die Landessprache spricht, lernen perfekt und fast akzentfrei zu sprechen. Ab 10-15 Jahren ist es meistens soweit (kenne etliche). Diese Menschen bekommen dann einen Akzent in ihrer Muttersprache und vergessen die richtigen Formen, wenn sie nicht aktiv am Erhalt ihrer Sprache arbeiten.
Das ist richtig, wenn man als Ausgewachsener einen
Intensivsprachkurs macht.
Der ist nicht nötig, um SPRECHEN (Umgangssprache) zu lernen. Kinder besuchen ja auch keinen Sprachkurs sondern lernen von der Mutter ihre Sprache. Ein Kurs ist natürlich nötig, um sich gesellschaftlich integrieren zu können, d.h. die SCHRIFTSPRACHE zu erlernen, die Grammatik zu verstehen und zu lernen, wie man sich schriftlich ausdrückt. Eben wie ein Kind, das die Grundschule besucht.
Im Fremdsprachenunterricht, wie er an den Schulen gegeben
wird, ab dem achten Lebensjahr und mit drei oder auch fünf
Stunden pro Woche, ist der Vergleich der grammatischen
Phänomene und die Übersetzung sicher nicht zu verdammen.
Nunja dazu habe ich eine etwas aparte und radikale Meinung 
Fremdsprachenunterricht in der Schule ist samt und sonders sinnlos, wenn er nie von einem längeren Aufenthalt in diesem Land begleitet wird (länger: Jahre). In einer künstlichen Lernsituation in einer Schulklasse (oft mit Lehrern, die gar keine Muttersprachler sind!), lernt man sicher gut zu übersetzen, Wörtrbücher zu benutzen und Texte zu interpretieren, aber keine Sprache zu sprechen. Wie man schön sagt: Eine Sprache lernt man nicht in der Schule sondern in der Küche. 
Grüße
datafox