Bedeutung des 'Wissen um Grammatik'

Liebe Anja,

ich kann nicht nachvollziehen, wie du unsere Antworten an Summerhill mit solchen Worten charakterisieren kannst?

Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ihr Euch in vereinender* Hähme schenkelklopfend über so viel „Dummheit“ auf summerhill stürzt.

* Hier hätte ich „vereinter“ gesagt.

Dachte, mit dem Alter wird man auch ein bisschen weise…

Nunnun, weise kann man auf verschiedene Weise sein oder nicht sein.
Ich glaube nicht, dass jedermann und -frau, deine Zwischenrufe, die nur selten inhaltlich Neues und Erhellendes enthalten, als weise Äußerungen betrachtet.

Bisweilen sich an der Rat Nuhrs zu halten, ist bisweilen weiser. Ich habe ihn im vorliegenden Fall ignoriert, damit dein harsches, und meiner Meinung nach, ungerechtfertigtes Urteil nicht unwidersprochen bleibe.

Gruß Fritz

Liebe Anja,

ja, ich gebe zu: ich habe summerhill nicht so richtig liebgehabt.

Das fällt mir aber auch schwer angesichts einer derartig formulierten Frage. Ich fand auch nicht, daß ich beleidigend geworden wäre - na gut, das hast nicht Du gesagt -, das sieht bei mir anders aus.

Aber inzwischen hat er (sie?, aber wer weiß das schon? ja so viele Antworten erhalten, daß sie (er?) der meinen wohl wird entraten können.

Gruß - Rolf

Hi!

Das gilt sicher für Vierjährige, die in einer sprachbewussten
Umgebung aufwachsen, wo sie nur korrektes Sprechen hören. Aber
sicher nicht für alle. Ich selber war mit vier Jahren noch ein
verzweifelt schlechter Sprecher, was daran lag, dass ich von
drei Dialekten umgeben war und die Schriftsprache für mich
eine Fremdsprache war, die ich erst lernen musste.

Es heißt nicht umsonst Schriftsprache. Man spricht sie nicht. Der „Dialekt“ (Umgangssprache) dagegen ist die eigentliche Sprache, was sich von Sprechen ableitet. Nur weil jemand die Schriftsprache nicht beherrscht, heißt das noch lange nicht, daß er nicht korrekt SPRECHEN kann! Im Gegenteil: Ich behaupte, daß Menschen, die ausschließlich Schriftsprache beherrschen („Schulenglisch“), die Sprache gar nicht können, auch wenn sie weniger „Fehler“ machen als jemand, der umgangssprachliches Englisch spricht (zb. he don’t know).

Das bezweifle ich. Wie sonst ließe sich erklären, dass manche
„Gastarbeiter“ nach dreißig Jahren in Deutschland immer noch
nicht über: I nix wiss; i morge andere Baustell!
hinausgekommen sind?

Das läßt sich dadurch erklären, daß diese Menschen nie gezwungen waren, ausschließlich auf Deutsch zu leben, da sie in einem Sprachghetto leben (türkische Familien, türkisches Fernsehen, türkische Freunde, ganze Straßenzüge und Viertel auf Türkisch). Menschen, die niemanden in ihrer Umgebung haben, der eine andere als die Landessprache spricht, lernen perfekt und fast akzentfrei zu sprechen. Ab 10-15 Jahren ist es meistens soweit (kenne etliche). Diese Menschen bekommen dann einen Akzent in ihrer Muttersprache und vergessen die richtigen Formen, wenn sie nicht aktiv am Erhalt ihrer Sprache arbeiten.

Das ist richtig, wenn man als Ausgewachsener einen
Intensivsprachkurs macht.

Der ist nicht nötig, um SPRECHEN (Umgangssprache) zu lernen. Kinder besuchen ja auch keinen Sprachkurs sondern lernen von der Mutter ihre Sprache. Ein Kurs ist natürlich nötig, um sich gesellschaftlich integrieren zu können, d.h. die SCHRIFTSPRACHE zu erlernen, die Grammatik zu verstehen und zu lernen, wie man sich schriftlich ausdrückt. Eben wie ein Kind, das die Grundschule besucht.

Im Fremdsprachenunterricht, wie er an den Schulen gegeben
wird, ab dem achten Lebensjahr und mit drei oder auch fünf
Stunden pro Woche, ist der Vergleich der grammatischen
Phänomene und die Übersetzung sicher nicht zu verdammen.

Nunja dazu habe ich eine etwas aparte und radikale Meinung :wink:

Fremdsprachenunterricht in der Schule ist samt und sonders sinnlos, wenn er nie von einem längeren Aufenthalt in diesem Land begleitet wird (länger: Jahre). In einer künstlichen Lernsituation in einer Schulklasse (oft mit Lehrern, die gar keine Muttersprachler sind!), lernt man sicher gut zu übersetzen, Wörtrbücher zu benutzen und Texte zu interpretieren, aber keine Sprache zu sprechen. Wie man schön sagt: Eine Sprache lernt man nicht in der Schule sondern in der Küche. :smile:

Grüße
datafox

3 „Gefällt mir“

Lieber Fritz,

ich kann nicht nachvollziehen, wie du unsere Antworten an
Summerhill mit solchen Worten charakterisieren kannst?

weil ich - im Gegensatz von den Genannten - die Fragestellung von Summerhill höchst interessant finde …

Ich kann nicht nachvollziehen, warum Ihr Euch in vereinender* Hähme schenkelklopfend über so viel „Dummheit“ auf summerhill stürzt.

* Hier hätte ich „vereinter“ gesagt.

Ich meine aber vereinender - da liegt für mich noch ein großer Unterschied und ich meine das, was ich meine und wollte nicht vorgreifen, was Du meinst oder meinen könntest.

Dachte, mit dem Alter wird man auch ein bisschen weise…

Nunnun, weise kann man auf verschiedene Weise sein oder nicht
sein.

Weisheit bedeutet für mich (auch): den (dummen ?) Fragenden zu schätzen in seinem Wissensdurst, seinen Zweifeln oder wie auch immer Du seine Unsicherheit (oder vielleicht auch Größe?) bezeichnen magst.

Ich glaube nicht, dass jedermann und -frau, deine
Zwischenrufe, die nur selten inhaltlich Neues und Erhellendes
enthalten, als weise Äußerungen betrachtet.

Diese Einschätzung mag auf Dich zutreffen - da bin ich sogar sicher - aber glaube mir eines, Fritz - Du bist nicht das Maß der Dinge - mir sind die Fragenden immer wichtiger als die Behauptenden.

Bisweilen sich an der Rat Nuhrs zu halten, ist bisweilen
weiser. Ich habe ihn im vorliegenden Fall ignoriert, damit
dein harsches, und meiner Meinung nach, ungerechtfertigtes
Urteil nicht unwidersprochen bleibe.

Ähm - wessen „Urteil“ ???

Schade, dass Du nicht bereit bist, konstruktive (!) Diskussionen eingehen zu wollen. Das, was Du da beschreibst, mir unterstellst, das ist Dein Ding - und das gehört in ein anderes Brett.

Gruß von der sprachfreudigen aber indoktrinären Anja

3 „Gefällt mir“

Ganz und gar nicht zur Sache der Grammatik

damit dein harsches, und meiner Meinung nach, ungerechtfertigtes Urteil nicht unwidersprochen bleibe.

Ähm - wessen „Urteil“ ???

Nu tu doch nich so, als ob deine Beschreibung des Verhaltens dreier verdienter Antworter hier im Forum kein Urteil enthielte.

Schade, dass Du nicht bereit bist, konstruktive (!) Diskussionen eingehen zu wollen.

WO kann man in deinen letzten Antworten auf meine Postings auch nur ein Fünkchen eines Anscheins eines Ansatzes zum Anstoß einer konstruktiven Diskussion finden?

Und zur Klärung der gegenwärtigen Frage trugen deine Anmerkung NICHTS, aber auch garnichts bei!

Es tut mir Leid, aber so ist es!
Gruß Fritz

1 „Gefällt mir“

Tach summerhill,

Weshalb ist es
relevant, dass z.B. Schüler Bescheid über grammatische
Phänomene wie die Kasus haben? Oder ist dies ebenso unwichtig,
wie man andere Lehrinhalte der Schule?

  1. glaube ich nicht, daß auch andere Lehrinhalte in der Schule unwichtig sind, im Gegenteil.
  2. vergleiche ich es mal mit anderen Disiplinen.
    Es gibt z.B. viele Musiker, die von Harmonielehre keinen blassen Dunst haben und trotzdem gute Mucke machen, trotzdem ist das Wissen um sie kein Nachteil, wenn man nicht so begabt ist wie diese Begnadeten.
    Viele Handwerker (speziell Heimwerker & Co) haben von den Grundlagen der Handwerkerei wenig Ahnung. Besser werden die Ergebnisse aber schon, wenn man Grundwissen in Mechaik und Werksoffkunde hat.

In der Sprache reichen die durch Nachmahmung erworbene Kenntnisse sicher aus, um sich verständlich zu machen, aber solche Auswüchse wie die um sich greifende Apostrophitis, oder die falsch gesetzten Dative lassen sich wohl kaum mit einem zu großen Wissen der Grammatik erklären.
Spitzensprache wurde meist von Menschen geschaffen, die die Grammatik sicher beherrschten.

Gandalf

Bedeutung des Wissens um den Genitiv
Offenbar nicht, sonst würdest du ‚Bedeutung des Wissens um Grammatik‘
schreibem …

Hallo,

Fremdsprachenunterricht in der Schule ist samt und sonders
sinnlos, wenn er nie von einem längeren Aufenthalt in diesem
Land begleitet wird (länger: Jahre).

Ja.

In einer künstlichen
Lernsituation in einer Schulklasse (oft mit Lehrern, die gar
keine Muttersprachler sind!), lernt man sicher gut zu
übersetzen, Wörtrbücher zu benutzen und Texte zu
interpretieren, aber keine Sprache zu sprechen.

Ja, ja!

Wie man schön
sagt: Eine Sprache lernt man nicht in der Schule sondern in
der Küche. :smile:

Erklär das bitte mal den Lehrern meiner Söhne.
Sie sind zweisprachig großgeworden, Englisch können sie
besser als Deutsch. Dennoch sind sie in den niedrigsten
Kurs Englisch eingeteilt, weil sie zwar das Present Perfect
richtig anwenden können (ohne weiters nachzudenken),
aber die Regel nicht zitieren können (nur ein Beispiel).
Sie langeweilen sich nach Kräften und stören den Unterricht.
Wundert das wen?

Grüße
Elke

Hallo Rolf, Fritz, summerhill und Anja,
Um mich mal einzumischen…

Und zur Klärung der gegenwärtigen Frage trugen deine Anmerkung
NICHTS, aber auch garnichts bei!

Deine und Rolfs „Anmerkungen“ auf summerhills Frage auch nicht. Sie waren überhebliches und unangebrachtes Getue, völlig fehl am Platz. Ich fand summerhills Frage durchaus interessant. Einen Fragesteller als blöd hinzustellen, weil einem die Frage zu simpel erscheint, zeugt von einer ganz schönen Dreistigkeit und Arroganz, die ich zumindest von dir, lieber Fritz, eigentlich nicht gewohnt bin.

Achja: Ich habe deiner Antwort ausversehen einen Stern gegeben — das war keine Absicht, sondern nur ein unachtsamer Verklicker.
Wollt’s nur sagen, damit du dir da nix drauf einbildest.

Gruß,

  • André
4 „Gefällt mir“

Danke für diesen wirklich wichtigen, informativen und unverzichtbaren Beitrag, André.

MrsS.

1 „Gefällt mir“

Und warum krieg ich kein Sternchen?
Wenn schon nicht aus Versehen, dann umk der Gerechtigkeit und der gleichbehandlung willen.
Ich bin mindestens ebenso arrogant wie Fritz!

Das mußte aber endlich mal gesagt werden!

Gruß - Rolf

2 „Gefällt mir“

Lieber Rolf,

Und warum krieg ich kein Sternchen?
Wenn schon nicht aus Versehen, dann umk der Gerechtigkeit und
der gleichbehandlung willen.
Ich bin mindestens ebenso arrogant wie Fritz!
Das mußte aber endlich mal gesagt werden!

Oh, oh, gerade Du müsstest doch wissen, was es bedeutet: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben … " :smile:

Schönen Gruß,
Anja

1 „Gefällt mir“

die falsch gesetzten Dative lassen sich wohl kaum mit einem zu
großen Wissen der Grammatik erklären.

Wenn ein native speaker Dativ und Akkusativ nicht auseinanderhalten kann, dann liegt es nicht daran, daß er die Regeln nicht kann, sondern daß er es nicht richtig hören und spüren kann. Das ist wohl sowas wie fehlendes Gehör bei Musik. Manche hören eben nicht, wenn jemand falsch singt.

Grüße
datafox

Hi datafox,

Wenn ein native speaker Muttersprachler Dativ und Akkusativ nicht
auseinanderhalten kann, dann liegt es nicht daran, daß er die
Regeln nicht kann, sondern daß er es nicht richtig hören und
spüren kann.

Es ist wohl häufiger, daß die Muttersprachler den Dativ nicht vom Genitiv unterscheiden können, aber ansonsten stimmer ich Dir zu.

Gandalf