Bedeutung: nicht wirklich

Hallo, ich bitte Euch um Hilfe :smile:

Was bedeutet in diesem Kontext „nicht wirklich“: hatte mancher Bäcker eigentlich Probleme damit, oder ueberhaupt keine? Ich bin verwirrt :smile:)

Kontext
Noch vor wenigen Jahren hätte niemand geglaubt, dass es gelingen könnte, den Vorgang des Brezelschlingens (den selbst mancher Bäcker nicht wirklich im Schlaf beherrscht) so erfolgreich zu automatisieren…

Danke im Voraus

Hallo BarbaraKlick,
das bedeutet ganz eindeutig, dass damit Bäcker gemeint sind, die das Brezelschlingen NICHT 100%ig beherrschen.
florestino

Danke, florestino
Herzliche Gruesse aus Krakau

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Hallo,

Der Ausdruck „nicht wirklich“ beschreibt hier euphemistisch (verschönernd) den Sachverhalt, dass das Brezelschlingen ein komplizierter Vorgang ist. Er verweist zu diesem Zweck auf die Bäcker, da von diesen angenommen wird, dass sie das tatsächlich können sollten. Das „nicht wirklich“ zeigt dabei an, dass selbst jemand, der eigentlich kompetent sein sollte, die Technik nicht ohne weitere Schwierigkeiten beherrscht im schlaf beherrst).

MFG Cleaner

Vielen Dank, Cleaner!
Freudliche Gruesse

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Hallole,

ich finde, wenn man …„nicht wirklich“ … einfach weglässt, wird der Text besser.

Es ist wohl eine amerikanische Floskel, die man einfach übersetzt hat und jetzt wird sie auch in Deutschland benutzt.

In amerikanischen Filmen sagen die Leute auch … „wo zum Teufel kommst du her“ … So etwas habe ich in Deutschland (zum Glück) noch nie gehört.

Gruss
PW

Danke schoen,
viele liebe Gruesse!

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Hi Polweiler,

ich finde, wenn man …„nicht wirklich“ … einfach
weglässt, wird der Text besser.

…dadurch wird er aber falsch, da die Aussage sich ins Gegenteil umdreht.

Es ist wohl eine amerikanische Floskel, die man einfach
übersetzt hat und jetzt wird sie auch in Deutschland benutzt.

Die Floskel gab’s auch lange vorher schon im deutschen Sprachraum. Ein Anglizismus oder Amerikanismus ist das jedenfalls nicht. Mag aber sein, dass er durch Filmübersetzungen häufiger geworden ist als seine Alternativausdrücke („eigentlich nicht“ u.ä.).

In amerikanischen Filmen sagen die Leute auch … „wo zum
Teufel kommst du her“ … So etwas habe ich in Deutschland
(zum Glück) noch nie gehört.

Fragewort + „zum Teufel“ soll aus dem Englischen abgekupfert sein? Mitnichten! Aus welchem Ausdruck soll das denn stammen? „What the devil are you doing?“, ich glaube den Ausdruck gibt’s im Englischen nicht, dort wird „hell“ oder „heck“ verwendet.
„zum Teufel“ ist schon immer Deutsch gewesen und ist auch in älterer Literatur häufig auffindbar:

1895 in einer Übersetzung von Jules Vernes: »Was zum Teufel!« rief er." (okay, das könnte eine französische Lehnübersetzung sein)…

1945 in einer Übersetzung von „Der eingebildete Kranke“: Mein armer Polichinell, was zum Teufel hast du dir aber auch in den Kopf gesetzt? (das ist auch Französisch im Original, hmm…).

1821 Joseph Alois Gleich in „Der Eheteufel auf Reisen“: Was zum Teufel machen Sie denn?

1927 Erich Mühsam (ich lass die Bücherangaben mal weg): Was, zum Teufel, gehen eigentlich andere Leute meine Erlebnisse an?!

1861 Friedrich Spielhagen: Wer zum Teufel war denn das, sagte die eine Stimme.

…das reicht an Auflistung, um zu zeigen, dass FRAGEWORT + zum Teufel eine durch und durch deutsche Wendung ist. Ich fand sie über www.zeno.org (das ich gern als Textkorpussammlung nutze) in der Volltextsuche allein unter den ersten 40 Ergebnissen. Angezeigt werden über 400 (mehr zeigt er wohl nicht an). Für „nicht wirklich“ hab ich selbiges ausprobiert und bin zu ähnlichen Ergebnissen gekommen (übrigens auch bei „Oh mein Gott“, was auch gern als Anglizismus betitelt wird).

Wie gesagt — das meiste, was landläufig als Anglizismus bezeichnet wird, ist gar keiner.

Greetings,

  • André
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Hi,

Polweiler hats aber falsch gemacht, weil er deinen Beispielsatz nicht wirklich verstanden hat.

die Franzi

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Hallo auch…

in diesem Kontext heisst es, dass nicht jeder Bäcker (obwohl man ihnen die Fähigkeit allgemein zutraut) diese Bewegung auch wirklich im Schlaf kann.
Wenn man den Bäcker fragt, er würde es spätestens nach ein paar Versuchen hinkriegen - aber ein Naturtalent ist er nicht. Er kann es, aber halt nicht im Schlaf…

Gruß
KB

Moin, Barbara,

Noch vor wenigen Jahren hätte niemand geglaubt, dass es
gelingen könnte, den Vorgang des Brezelschlingens (den selbst
mancher Bäcker nicht wirklich im Schlaf beherrscht) so
erfolgreich zu automatisieren…

dass ist der misslungene Versuch, niemandem weh zu tun: nicht wirklich klingt nicht ganz so schlimm wie viel freundlicher als nicht.

Nebenbei gesagt: Brezen werden nicht geschlungen (jedenfalls nicht vom Bäcker), sondern geworfen.

Gruß Ralf

Nebenbei gesagt: Brezen werden nicht geschlungen (jedenfalls
nicht vom Bäcker), sondern geworfen.

Servus Ralf,

in der Backstube, in der ich mich als Kind herumgetrieben habe, wurden die Brezen ‚geschwungen‘.

Gruß

Kai Müller

Servus Kai,

in der Backstube, in der ich mich als Kind herumgetrieben
habe, wurden die Brezen ‚geschwungen‘.

kannte ich nicht, ist aber auch schön. Bald kennt es außer uns keiner mehr…

Gruß Ralf