Schon wieder wurden Leitzinen gesenkt und so recht habe ich die Bedeutung für „das Volk“ noch nicht erfaßt. Was ändert sich den dadurch genau und was muß man dann bei Geldanlagen beachten?
Schon wieder wurden Leitzinen gesenkt und so recht habe ich
die Bedeutung für „das Volk“ noch nicht erfaßt. Was ändert
sich den dadurch genau und was muß man dann bei Geldanlagen
beachten?
Hi Marc,
das Senken der Leitzinsen hat eine primäre Folge:
- die Banken können sich billiger Kredite bei den Zentralbanken besorgen
Als Folge daraus sinken alle Zinsen. Die Unternehmen investieren mehr. Das Anlegen in Aktien wird im Verhältnis zur Anlage in Anleihen lukrativer. Für die Privatanleger rentieren sich Sparbücher noch weniger als sonst (Alternative: Anlage in Beteiligungen (Aktien, Fonds…))
Ich hoffe, Dich ein bisschen in eine Denkrichtung gebracht zu haben.
Ciao
Uwe
Schon wieder wurden Leitzinen gesenkt und so recht habe ich
die Bedeutung für „das Volk“ noch nicht erfaßt. Was ändert
sich den dadurch genau und was muß man dann bei Geldanlagen
beachten?
Die Leitzinsen geben an, zu welchen Konditionen Banken Kredite bei der Zentralbank aufnehmen können. Sie dienen vor allem als Mittel zur Bekämpfung der Inflation und haben in der Regel Einfluss auf die konjunkturelle Entwicklung eines Landes. Steigende Leitzinsen führen dazu, dass das Fremdkapital für Unternehmen teuerer wird. Dadurch sinken die Investitionen, die im Umlauf befindliche Geldmenge und die Inflationsrate. Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich, was wiederum die Gewinnerwartungen der Unternehmen beeinträchtigt und sich in der Folge in den Aktienkursen negativ niederschlägt. Umgekehrt hat die Senkung der Leitzinsen gewöhnlich positive Auswirkungen auf die Aktienkurse und das Wirtschaftswachstum.
Bis Ende 1998 legte die Bundesbank die Leitzinsen in Deutschland fest. Dazu zählten vor allem der Diskontsatz (Zinssatz, zu dem Banken Wechsel an die Zentralbanken verkaufen können) und der Lombardsatz (Zinssatz, den die Zentralbank für die Verpfändung von Wertpapieren berechnet). Als dritter Leitzins kam der Wertpapierpensionssatz hinzu, zu dem Banken kurzfristig bestimmte Wertpapiere beleihen können. Mit der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung Euro ging die Verantwortung für die Leitzinsen von den nationalen Zentralbanken auf die gemeinsame Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main über.
Die EZB entscheidet regelmäßig über die Höhe der Leitzinsen, die die Geldbeschaffung und die Geldanlage der Kreditinstitute im Geschäftsverkehr mit der EZB betreffen. Diese Leitzinsen heißen Fazilitäten. Leitzinsen der EZB sind seit 1. Januar. 1999 der Satz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte, für Einlagefazilität und für die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Bei den Hauptrefinanzierungsgeschäften handelt es sich um befristete Transaktionen von den nationalen Zentralbanken im Rahmen von Tenderverfahren mit einer Laufzeit von etwa 14 Tagen zur Beschaffung von Zentralbankgeld. Die Funktion, die Zinsuntergrenze am Geldmarkt zu markieren, erfüllt die Einlagefazilität. Sie bietet den Geschäftsbanken die Möglichkeit, jederzeit in in der Regel unbegrenztem Umfang Liquiditätsüberschüsse kurzfristig -bis zum nächsten Geschäftstag- zu einem vorgegebenen Zinssatz bei den nationalen Zentralbanken anzulegen (Übernachtguthaben). Die Zinsobergrenze markiert die Spitzenrefinanzierungsfazilität. Sie ist das geldpolitische Instrument der EZB, das den Geschäftsbanken die Möglichkeit bietet, sich bei den nationalen Zentralbanken für einen Tag zu einem vorgegebenen Zinssatz gegen refinanzierungsfähige Sicherheiten Liquidität zu beschaffen (Übernachtkredit).
Über die Leitzinsen steuert die EZB die europäische Geld- und Währungspolitik. Oberste Priorität hat dabei die Stabilität des Preisniveaus in den Teilnehmerländern der Währungsunion. So weit möglich, soll darüber hinaus die allgemeine Wirtschaftspolitik der EU unterstützt werden.
In der Geschichte der Bundesrepublik lagen die Leitzinsen im Sommer 1992 am höchsten, im Frühjahr 1959 am niedrigsten.