gestern ist mir aufgefallen, dass die Worte Wipfel, Gipfel und Zipfel alle auf etwas „endständiges, spitzes“ hinweisen.
Nun meine Frage, hat der Wortteil -ipfel vielleicht eine Bedeutung (Althochdeutscher oder Germanischer Ursprung?), so dass sich die Wortherkunft bzw. Wortverwandtschaft erklären ließe.
Nun meine Frage, hat der Wortteil -ipfel vielleicht eine
Bedeutung (Althochdeutscher oder Germanischer Ursprung?), so
dass sich die Wortherkunft bzw. Wortverwandtschaft erklären
ließe.
Hallo, Sax,
das ist spannend. Klar, dass man bei -ipfel an etwas Spitzes denkt, dazu gibt ja der spitze I-Laut schon Anlass. Und wer den Ipf bei Bopfingen kennt, hat diese Spitze auch noch vor Augen.
Dennoch besteht der Kluge darauf, dass der Gipfel zu mhd. „gupfe“ (=Spitze) gehört und damit als oberdeutsche Entsprechung zu „Kuppe“ gelten muss.
Den Zipfel hingegen ordnet er eine Verwandtschaft zu „tip“ und damit auch zu „Zapfen“ und „Zopf“ zu.
Und irgendwie gehören wohl auch der „Zinken“ und die „Zinne“ in die gleiche Verwandschaft wie die „Zacke“.
gestern ist mir aufgefallen, dass die Worte Wipfel, Gipfel und
Zipfel alle auf etwas „endständiges, spitzes“ hinweisen.
Nun meine Frage, hat der Wortteil -ipfel vielleicht eine
Bedeutung (Althochdeutscher oder Germanischer Ursprung?), so
dass sich die Wortherkunft bzw. Wortverwandtschaft erklären
ließe.
Mir scheint, dass die Wortbildung unterschiedlich vor sich ging.
Zu „der Zipfel“ (und auch „Kipfel“) finde ich im GRIMM die Angabe, diese Wörter seien Sekundärbildungen zu „der Zipf“ (und „[laut Schmeller:]der Kipf“; wobei mich nicht wundern würde, wenn „Kipfel“ eigentlich eine Deminutiv wäre: Kipferl, das Genus Neutrum passt ja dazu).
Zu „Gipfel“ weiß GRIMM, dass das ältere Wort ebenfalls „Gipf“ heißt und dass der „Gipfel“ erst im Mittelhochdeutschen (bei O. von Wolkenstein) auftaucht.
Die Grundbedeutung von Wipfel ist, wieder lt. GRIMM, etwas vom Wind bewegt Schwankendes, hat also eigentlich mit Spitze oder sowas erst später zu tun. „Wipf“ gibt es nur bei Luther, und GRIMM vermutet, der hat sich das Wort zurechtgebastelt, weil er (wie ich „Kipfel“) für ein Deminutiv hielt.
Gruß!
Hannes
Zumindest wenn die Grimms Recht haben, haben sich die Worte unterschiedlich entwickelt und sind daher trotz Gleichklang und ähnlicher Bedeutung nicht verwandt.
Den Hinweis auf den Ipf in Bopfingen fand ich besonders interessant. Weiß man, woher diese doch recht ungewöhnliche Bezeichnung herkommt?
Zumindest wenn die Grimms Recht haben, haben sich die Worte
unterschiedlich entwickelt und sind daher trotz Gleichklang
und ähnlicher Bedeutung nicht verwandt.
Ich denke, die Ähnlichkeit rührt daher, dass die ursprünglichen Wörter einfach alle auf „-p“ endeten, ihr Umlaut bzw. Nichtumlaut ein „-i-“ enthielt und dann kam eine Diminutivendung dran.
So gesehen sind die Stämme also unterschiedlich, die weitere Morphologie jedoch nicht.
Müssten sie dann nicht alle Neutra sein?
Mir ist nicht bekannt, dass Diminutiva jemals Maskulina gewesen wären. Aber ich kann mich irren. Weißt du’s besser, bitte ich um Miteilung.
Schönen Gruß!
Hannes