Bedeutung von Rangordnung im Hundeleben

Servus,
muss heute mal wieder nachdem hier ein Bericht mich tierisch angep… hat einen Begriff klären.

In dem Schreiben hieß es: Die Rangordnung müsse ja geklärt werden… bla bla bla,…

Um es hier mal zu erklären und damit hoffentlich für immer diesen dämlichen Begriff nicht mehr überstrapaziert lesen zu müssen:

Rangordnung:

Der Begriff steht gleichbedeutend mit den Begriffen Domianzhierarchie, soziale Hierachie und Hackordnung.(Siehe auch Lexikon Hundeverhalten Andrea Weidt, Tochter von Heinz Weidt,einem der Besten Kynologen der Schweiz)
Der Begriff steht für die klare Abstufung von hierarchisch lebenden Tieren. Z.B. Hühner oder auch Caniden.
Wichtig ist hierbei daß dieses nur in festen Gruppen von Tieren vorkommt oder wenn ein fremdes Tier dauerhaft in eine existierende Gruppe integriert werden soll/muss.
Die sogenannten Alphatiere(Leittiere) verpflichten sich aber mit dem
Erlangen der Stellung wichtige Ressourcen zu verteidigen und nicht nur dominieren zu dürfen. Heißt sie sind dazu da, die Gruppe gegen Angriffe zu schützen, ihr Territorium auf welchem die Ressourcen vorkommen zu schützen, zu markieren(Vorrecht des Alphatieres) und Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe zu schlichten um Beschädigungen zu vermeiden welche die Überlebensfähigkeit einschränken würde.(Weitere Gründe wie Sexualität etc. aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht genannt)

Wenn nun zwei fremde Hunde aufeinander treffen, geht es nicht um Rangordnung sondern um Ressourcenverteidigung! Der Mensch ist die Ressource welche es zu verteidigen gilt(Futter, Schlafplatz, Ruhe etc.)

Wenn also wie in dem Schreiben der Begriff Rangordnung genannt wird, zeigt es mir daß jemand keine Ahnung hat von dem was er schreibt.
Denn der Hund hinterm Zaun verteidigt zu recht seine Ressource welche der Andere beansprucht indem er hinrennt und den Gegner stellt.

Hunde auf freiem Feld, messen ihre Kräfte, wie Junge Männer(Beispiel Hooligans untereinander), nicht aber die Rangordnung.
Wenn es zu Beißereien kommt ist nicht die Rangordnung schuld sondern es ist ein KRÄFTEMESSEN!! ohne Sozial hierarchischen Hintergrund(Für diejenigen die damit nichts anfangen können= Ohne Gruppen festigenden Hintergrund)

Nun kann man oft feststellen daß bei Beißereien nicht viel passiert, sog. Kommentkämpfe finden oft statt, weil der eine dem anderen auf den Sac… gegangen ist und der sich kurz wehrt.

Leider aber kommt auch gerade weil es um Ressourcen geht oft zu schweren Verletzungen unter Hunden. Insb. dann wenn der Halter so klug war einen Ball(Alternativen variabel einsetzbar) bei zwei sich fremden Hunden zu werfen damit sie auch ja schön spielen…endet leider allzu oft in schweren Beißereien mit dem Ziel der (hört sich hart an) Tötung des Gegners der eine Ressource beansprucht welche dem anderen gehört. Da keine Gruppendynamik vorhanden ist welche hier in einem funktionierenden Rudel greifen würde, entleert sich der Stress und die Aggression ungehindert gegeneinander. Ergebnis, sehr hohe Tierarzt kosten und ggfs. ein sterbender Hund (Leider erlebte ich es 2 mal als unbeteiligter Zuschauer der nicht mehr rechtzeitig helfen konnte)

Solche Aktivitäten sollte man aus obigem Grund lassen.

Ich hoffe manch einer begreift jetzt seine fachlich falschen Aussagen hier und überdenkt mal ob er weiterhin das Leben seines Hundes aufs Spiel setzen möchte.

Gruß Steffen

[überflüssiges Fullquote gelöscht, MOD]

Hallo Steffen,

das Ganze ist ziemlich professoraler Quatsch: zutreffen mag das für Wildtiere und ihre Betrachtung durch wissenschaftliche Institutionen, aber nicht für das Leben eines Haustieres, das eben nicht unter solchen eindeutigen Bedingungen lebt.

Konkret: wenn ich am Sonntag mit einigen (5-10) Hunden spazierengehe, deren Herrchen sich flüchtig eben daher kennen, bilden die Hunde sehr wohl eine Rangordnung aus, anfangs (wenn einer neu dazukommt) gibt es gelegentlich auch Streit darüber. Es kann dabei keine Rede davon sein, dass Resourcen verteidigt werden, es gibt keine. Selbstverständlich bilden die Hunde auch kein Rudel im Sinne der Verhaltensforschung.

In der freien Natur gibt es keine Sonntagsspaziergänge, aber deswegen ihr Verhalten in eine unter ganz anderen Umständen aufgestellte Theorie zu zwängen, zeugt von Betriebsblindheit.

Gottseidank verstehen Hunde nichts von Kynologie. Das u.a. macht sie so liebenswert.

Gruss Reinhard

Gruss Reinhard

das Ganze ist ziemlich professoraler Quatsch: zutreffen mag
das für Wildtiere und ihre Betrachtung durch wissenschaftliche
Institutionen, aber nicht für das Leben eines Haustieres, das
eben nicht unter solchen eindeutigen Bedingungen lebt.

Ähm - wo siehst Du hier den Gegensatz?

Konkret: wenn ich am Sonntag mit einigen (5-10) Hunden
spazierengehe, deren Herrchen sich flüchtig eben daher kennen,
bilden die Hunde sehr wohl eine Rangordnung aus, anfangs (wenn
einer neu dazukommt) gibt es gelegentlich auch Streit darüber.
Es kann dabei keine Rede davon sein, dass Resourcen verteidigt
werden, es gibt keine. Selbstverständlich bilden die Hunde
auch kein Rudel im Sinne der Verhaltensforschung.

Sicher tun sie das - wenn auch nicht dauerhaft.
Beobeachte mal, was passiert, wenn ein weiterer - nicht bekannter - Hund auftaucht und aggressives Verhalten zeigt. Das „Rudel“ wird gemeinsam gegen ihn vorgehen.

LG
Stuffi