Bedeutung vs. Sprache

Es ist etwas kompliziert… der folgende Satz fiel in einem Gespräch:

„Der Aufwand ist es nicht wert.“ Entgegnet wurde:
„Den Aufwand ist es nicht wert.“

Das Problem ist jetzt, dass letzteres ohne Zweifel richtig ist, aber ist ersteres zwingend falsch? „Es“ sei mal „das Hemd“

Der Aufwand ist das Hemd nicht wert. Jetz könnte man fragen:
(Wen oder) Was ist der Aufwand nicht wert? Das Hemd.
also: Der Aufwand ist das Hemd nicht wert.

Zusätzlich ist ja die Frage nach dem Wert eine „Fangfrage“ - ich meine der Aufwand könnte „drunter“ oder „drüber“ liegen. Dass die Redewendung normal in einem ganz bestimmten Sinne benutzt wird ist klar, aber ich meine Entwertung müsste ja dann in beide Richtungen gehn.

Ich bin ahnungslos. Bitte friedlich bleiben.
Danke.

„Der Aufwand ist es nicht wert.“ Entgegnet wurde:
„Den Aufwand ist es nicht wert.“

Hallo, Sicht,
nach meiner Meinung ist beides möglich.
„Der Aufwand ist es nicht wert.“ (ergänze: „gemacht zu werden“)
Aber
„Den Aufwand ist es nicht wert.“
wobei „es“ z.B. durch „die Sache“ ersetzt werden kann.)

In der ersten Version ist „der Aufwand“ Subjekt, in der zweiten „es“ oder was sonst diesen Platz einnimmt.

Gruß
Eckard

Moin,

„Der Aufwand ist es nicht wert.“

wenn wir den Satz ein bisschen ausschmücken, um das es zu verklaren, dann steht da:

Der Aufwand ist es nicht wert, aufgewandt zu werden.
Wer da ein besseres Verb findet, der möge sich melden. So klingt es eher doppelt gemoppelt. Noch ein Versuch, den gemeinten Sachverhalt auszudrücken:

Es ist der Aufwand nicht wert.
Das kneift in den Ohren, da bleibt nur noch:

Es ist den Aufwand nicht wert.
Akkusativ gerättätät. Töröö!

Gruß Ralf

Hallo immerhin Sehender,

„Der Aufwand ist es nicht wert.“ Entgegnet wurde:
„Den Aufwand ist es nicht wert.“

Wie Eckard schon richtig sagt, ist grammatikalisch beides möglich. Doch Grammatik ist nur eine Krücke!
Es dürfte schwierig sein, für die erste Variante „Der Aufwand ist es nicht wert“ eine mögliche Sinnentsprechung zu finden, da der Wert eines Aufwandes sich logischerweise nur durch dessen Ziel ergeben kann. Ein Aufwand selbst kann für sich alleine nicht bewertbar sein.

Also, einzig sinnvolle Antwort:
Den Aufwand war es wert.

Grüße
Heinrich

PS: In dem Zusammenhang zum Titel deines Postings: „Bedeutung vs Sprache“:
Diese Begriffe sind nicht entgegensetzbar, da sie auf verschiedenen Ebenen liegen. Sprache ist Bedeutung immer untergeordnet, auch wenn sie konventionell scheinbar übergeordnet sein kann.

Die Tatsache, dass Sprache Inhalte von Bedeutungen äußerbar macht, führt nicht zu dem Umkehrschluss, dass Bedeutungen generell sprachlich realisierbar sind. Wäre es so, dann sähe die Welt völlig anders aus. Sprache ist ein zwangsläufig defektes Hilfsmittel, dass permanenter Korrekturen bedarf und an die, die sich ihrer bedienen, stärker angepasst ist als an die Welt, die diese beschreiben (wollen).

„Das bedeutet mir sehr viel.“ In diesem simplen und oft geäußerten Satz ist die Bedeutung von „bedeutet“ sprachlich nicht äußerbar. Selbst Heidegger ist daran gescheitert. Also nix mit „versus“.