Bedrohung durch freien Mitarbeiter

Hallo Experten,

mal angenommen ein freier Mitarbeiter, auf den der Auftrag/Arbeitgeber angewiesen ist, bedroht den Auftrag/Arbeitgeberger mit: ich werde mit dir abrechnen, jetzt kannst du einpacken, ich mache dich zunichte usw und bedroht den Auftraggeber.

Wie kann sich der Auftraggeber vor dieser Person schützen. Sollte der Auftraggeber eine Abmahnung zustellen lassen, wie sollte der Wortlaut sein?

Danke für kluge Hinweise
Bastett

Hallo!

Wie kann sich der Auftraggeber vor dieser Person schützen.

Der Auftraggeber sollte erbrachte Leistungen binnen Minuten errechnen und auszahlen, die Person nach zügigem Zusammenpacken ihrer persönlichen Habseligkeiten vor die Tür setzen und ihr Hausverbot erteilen. Obwohl der freie Mitarbeiter wichtig für das Unternehmen zu sein scheint, ist nach dem beschriebenen Vorfall mit keiner gedeihlichen Zusammenarbeit und mit keinen brauchbaren Ergebnissen mehr zu rechnen. Deshalb ist der Zeitpunkt gekommen, den unternehmerischen Fehler, sich von einem Mitarbeiter oder Auftragnehmer abhängig zu machen, zu korrigieren.

Unabhängig vom konkreten Fall hat es sich bewährt, bei Drohungen umgehend und unabhängig von unangenehmen Konsequenzen zu reagieren. So gut wie immer ist es besser, die Konsequenzen in Kauf zu nehmen, als sich mit drohenden Leuten abzugeben. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, Bank- oder Behördenmenschen handelt.

Um es griffiger auszudrücken: Man braucht insbesondere als Selbständiger die Freiheit, jedes Arschloch auch genau so zu betiteln und passend zu behandeln. Andernfalls macht man sich zum abhängigen Hampelmann, das Leben macht plötzlich keinen Spaß mehr, der Betroffene wird zum Rückenschmerz- und Herzinfarktkandidaten. Die meisten Menschen haben ein feines Gespür dafür, ob ihr Gegenüber zum Ducken neigt oder nötigenfalls den Rücken gerade und Klar-Schiff macht. Folge ist, wer sich nicht duckt, erlebt nur selten Unverschämtheiten.

Gruß
Wolfgang

Hi Bastett,

mal angenommen ein freier Mitarbeiter, auf den der
Auftrag/Arbeitgeber angewiesen ist, bedroht den
Auftrag/Arbeitgeberger mit: ich werde mit dir abrechnen, jetzt
kannst du einpacken, ich mache dich zunichte usw und bedroht
den Auftraggeber.

Sofort! unter Aufsicht! den Arbeitsplatz räumen lassen. Vorhandene Zugänge zu Räumen und IT-Systemen mit sofortiger Wirkung stoppen.
Und den frechen Hund inzwischen - nötigenfalls mit Polizeigewalt - vor die Tür setzen. Wie Wolfgang schon schrub: Hausverbot inklusive.
Die Wahl o.g. Waffen obliegt dem Hausherrn und ist von ihm unter Abwägung der Risiken zu treffen.

Sollte der Auftraggeber eine Abmahnung zustellen lassen, wie
sollte der Wortlaut sein?

Ein freier Mitarbeiter hat sich imho unternehmerisch zu verhalten. Und der Auftraggeber ist der Kunde und somit König. Und so wie hier beschrieben, geht man nicht mit seinem Kunden um. Eine Abmahnung wäre eine höfliche Honorierung seiner Frechheiten und völlig fehl am Platz.

Im Übrigen gehe ich vollständig mit Wolfgang konform, lieber ein Ende mit Schrecken - bzgl. der noch existierenden Abhängigkeit - als ein Schrecken ohne Ende.
Ich leite in meiner Tätigkeit als Berater des öfteren die Entfernung ehemals unabkömmlicher Dienstleister ein. Die Gründe dafür sind meistens andere, als die hier vorliegenden. Aber im Ergebnis konnte noch jede hinterlassene Lücke geschlossen werden.

Danke für kluge Hinweise

Nicht klug, aber konsequent…

Gruß
Bonsai

Racheakte
Da gebe ich euch vollkommen Recht.

Auf welche Racheakte sollte man gefasst sein und wie könnte man diese verhindern? Sollte man den Vorfall bei der Polizei melden, Anzeige erstatten, ein Beweissicherungsverfahren anstreben?

Auf welche Racheakte sollte man gefasst sein und wie könnte
man diese verhindern?

Hallo Bastett, genau so wenig wie der Phantasie da Grenzen gesetzt sind, kann man sagen, was man präventiv oder auch im Akutfall machen kann. Wie bereits geraten wurde -> Zugang zur Firma verweigern (allein da gibts schon ne Menge Möglichkeiten vor Ort Schaden anzurichten) Einen Anwalt zu konsultieren oder zumindest „an der Hnad zu haben“, der einem dann auch die richtige Aktion bzw. Reaktion empfiehlt, schadet sicher nicht. Keiner aus der Ferne weiß, was der Mitarbeiter alles weiß über die Firma und wie es dazu kam, dass er so „in Brass“ ist, wie sehr verärgert er ist und wie er als Mensch sonst so drauf ist.

Darf man fragen, was ihn so unglaublich verärgert hat, dass er sich zu solchen Äußerungen hat hinreißen lassen?

Sollte man den Vorfall bei der Polizei
melden, Anzeige erstatten, ein Beweissicherungsverfahren
anstreben?

Hab ich was überlesen? Bis jetzt wurde doch nur mit völlig unklarem Wortlaut gedroht. Man weiß doch noch gar nicht, ob er wirklich was macht und was. Einschätzen können das höchstens die Leute, die denjenigen kennen und die ihn so weit beurteilen können, dass sie sagen " Der macht das wahr." (oder eben nicht). Für jemanden aus der Ferne sind da zu viele unbekannte Faktoren dabei.
Hatte er Zugang zu „empfindlichen“ Daten der Firma? Weiß er irgendwelche privaten Sachen, die geeignet wären dem Ansehen von Mitarbeitern oder Chefs zu schaden? …

MfG

Hallo!

Auf welche Racheakte sollte man gefasst sein…

Der Gefeuerte wird vielleicht Betriebsinterna nach außen tragen, herumtratschen und versuchen, Gift zu spritzen. Damit kann man leben, sowas legt sich.

…und wie könnte man diese verhindern?

Gar nicht. Einfach ignorieren. Kein Blick zurück, Tagesgeschäft ist angesagt.

Sollte man den Vorfall bei der Polizei melden, Anzeige erstatten…

Damit würde man sich mit ärgerlichen und beendeten Vorgängen weiterhin beschäftigen. Das bringt nichts. Kümmere Dich statt dessen um eine tragfähige Lösung, die dem Unternehmen nützt, das gerissene Loch stopft, ohne in erneute Abhängigkeit zu geraten. Setze möglichst emotionslos Ziele, die das Unternehmen weiter bringen. Dann kannst Du gar nicht mehr auf die Idee kommen, Deine Zeit mit in diesem Zusammenhang nutzlosen Aktivitäten mit Polizei und Anzeige zu verbringen.

Gruß
Wolfgang

Auf welche Racheakte sollte man gefasst sein und wie könnte
man diese verhindern?

Hallo Bastett, genau so wenig wie der Phantasie da Grenzen
gesetzt sind, kann man sagen, was man präventiv oder auch im
Akutfall machen kann. Wie bereits geraten wurde -> Zugang
zur Firma verweigern (allein da gibts schon ne Menge
Möglichkeiten vor Ort Schaden anzurichten) Einen Anwalt zu
konsultieren oder zumindest „an der Hnad zu haben“, der einem
dann auch die richtige Aktion bzw. Reaktion empfiehlt, schadet
sicher nicht. Keiner aus der Ferne weiß, was der Mitarbeiter
alles weiß über die Firma und wie es dazu kam, dass er so „in
Brass“ ist, wie sehr verärgert er ist und wie er als Mensch
sonst so drauf ist.

Darf man fragen, was ihn so unglaublich verärgert hat, dass er
sich zu solchen Äußerungen hat hinreißen lassen?

Er hatte ein bei einem Telefonat mit dem Auftraggeber patzig reagiert und einfach aufgelegt. Dieses Verhalten wurde gerügt und daraufhin ist er ausfallend geworden. Allerdings gab es zuvor schon Spannungen, weil er mit seiner Arbeit nicht fertig wurde.

Sollte man den Vorfall bei der Polizei
melden, Anzeige erstatten, ein Beweissicherungsverfahren
anstreben?

Hab ich was überlesen? Bis jetzt wurde doch nur mit völlig
unklarem Wortlaut gedroht.

Aber er hat eine Beleidigung ausgesprochen.Wenn also der Vorfall schon mal irgendwo offiziell festgehalten ist, könnte man sich doch vbei eventuell anfallender Schadensersaztklage leichter tun, oder?

Und bevor man gezwungen ist zu reagieren, kann man doch schon mal im Vorfeld klarstellen, dass wenn er irgendwelche krummen Dinge vorhat, man sich z wehren weis.

Man weiß doch noch gar nicht, ob er

wirklich was macht und was. Einschätzen können das höchstens
die Leute, die denjenigen kennen und die ihn so weit
beurteilen können, dass sie sagen " Der macht das wahr."
(oder eben nicht). Für jemanden aus der Ferne sind da zu viele
unbekannte Faktoren dabei.
Hatte er Zugang zu „empfindlichen“ Daten der Firma? Weiß er
irgendwelche privaten Sachen, die geeignet wären dem Ansehen
von Mitarbeitern oder Chefs zu schaden? … Er könnte sensible Daten der Konkurrenz zukommen lassen, das ist möglich.

Bei den Kollegen ist er als Schnüffler und Intrigant bekannt, der gerne auch mal unter die Gürtellinie zielt. Ich schätze die Person als gemeingefährlich ein, die wahrscheinlich anstreben wird beim Finanzamt eine Betriebsprüfung oder sonstiges zu veranlassen. Also alles was nur irgendwie schadet und den Betrieb aufhält.

In der Vergangenheit konnten wir diverse „Vernichtungsstrategien“ beobachten, die er als „Taktik“ bezeichnete.

Nochmal Hallo!

Sollte man den Vorfall bei der Polizei melden…

… er hat eine Beleidigung ausgesprochen…

Derart zart besaitet darf man nicht sein, daß man wegen einer Beleidigung ein Faß aufmacht. Du kannst schlecht wegen jeder verbalen Entgleisung zur Polizei rennen. Du wirst damit außer Gähnen nichts bewegen.

Wenn also der Vorfall schon mal irgendwo offiziell festgehalten ist,
könnte man sich doch vbei eventuell anfallender Schadensersaztklage
leichter tun, oder?

Vergiß solchen Spielkram, wenn Du Dich um ein Unternehmen/eine selbständige Tätigkeit kümmern mußt. Solche Risiken wie Klagen vermeidet man tunlichst, allemal wenn es um so alberne Vorfälle wie eine Beleidigung geht. Das pflegt auf Außer-Spesen-nichts-gewesen hinaus zu laufen. Kostet alles nur Zeit, Geld und Nerven, bringt keinen Umsatz, keinen Gewinn, keine neuen Kunden, rein gar nichts, also Finger weg!

Ich schätze die Person als gemeingefährlich ein, die wahrscheinlich
anstreben wird beim Finanzamt eine Betriebsprüfung oder
sonstiges zu veranlassen.

Wenn der Mensch dem FA einen Tipp gibt, ist das keine besondere Freundlichkeit, aber damit müßtest Du leben. Ohnehin mußt Du jeden Tag mit einer Betriebsprüfung rechnen. Das ist aber weiter nichts Schlimmes, wenn nicht gerade das totale Chaos herrscht und Du keine zu heftig stinkenden Leichen im Keller hast.

Also alles was nur irgendwie schadet und den Betrieb aufhält.

Dazu gehört immer jemand, der sich aufhalten läßt, auf Provokationen wie ein HB-Männchen anspringt, in erledigten und nicht mehr rückgängig zu machenden Vorgängen der Vergangenheit herum wühlt, statt die Zukunft und das Geschäft zu gestalten. Schmeiß den Mann raus, wenn es nicht schon geschehen ist und dann laß es gut sein.

In der Vergangenheit konnten wir diverse
„Vernichtungsstrategien“ beobachten, die er als „Taktik“
bezeichnete.

Von Leuten mit störenden Charakterzügen trennt man sich beizeiten.

Gruß
Wolfgang

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