Hallo, liebe WWW-ler,
unsere 2-jährige Tochter ist in Sachen Sprachentwicklung möglicherseise etwas langsam. Sie spricht geschätzte 30 bis 40 Wörter, davon sind allerdings viele für Außenstehende schwer zu verstehen.
Jemand aus dem Bekanntenkreis empfahl uns, Frühförderung zu beantragen. Grundsätzlich hört sich die Empfehlung für uns sehr überzeugend an: Einmal pro Woche kommt jemand zu einem nach Hause und beschäftigt sich mit dem Kind (natürlich eine geschulte Fachkraft, mit dem Ziel, die Sprachentwicklung voranzutreiben).
Selbst wenn das Kind keine gravierenden Sprachschwierigkeiten hat, könne eine solche Förderung nur positiv sein.
So weit so gut, ABER:
Die Frühförderung wird, wenn sie denn vom Amt genehmigt wird, standardmäßig mit dem Satz begründet, dass „mögliche geistige Schäden vom Kind abgewendet oder zumindest gemindert“ werden sollen (so oder so ähnlich).
MEINE FRAGE DAHER: Kann dieser Satz, sowie er einmal aktenkundig ist, die spätere Schulwahl erschweren? Könnte es sein, dass dem Kind später nur noch bestimmte Schulmodelle offen sind (z.B. integrative oder Sonderschulen)?
WER WEISS WAS?
Vielen Dank schon jetzt für Eure Kommentare!
Gruß
Matthias
Nein
Hi!
MEINE FRAGE DAHER: Kann dieser Satz, sowie er einmal
aktenkundig ist, die spätere Schulwahl erschweren? Könnte es
sein, dass dem Kind später nur noch bestimmte Schulmodelle
offen sind (z.B. integrative oder Sonderschulen)?
Nein! Zumindest hier ist das definitv nicht der Fall. Die Frühförderstelle ist dazu da, um früh zu fördern.
Ein gewünschter Effekt ist, dass die Kids anschließend eben eine ganz „normale“ Laufbahn nehmen können.
Die Schuleignung wird dann bei der „tollen“ Untersuchung vor der Einschulung festgestellt (oder halt nicht).
Meine Frau, die beruflich nicht selten mit der Frühförderstelle hier zu tun hat, berichtet eigentlich ausschließlich positiv sowohl von der Frühförderstelle als auch von deren Erfolgen…
LG
Guido, der sich aber bei einer 2-jährigen nicht wirklich sorgen würde (kenne aber Euer Kind nicht!)
Hallo Mattias,
unsere 2-jährige Tochter ist in Sachen Sprachentwicklung
möglicherseise etwas langsam. Sie spricht geschätzte 30 bis 40
Wörter, davon sind allerdings viele für Außenstehende schwer
zu verstehen.
Ich weiss ja nicht, was ihr bis jetzt unternommen habt, aber ich würde das Kind zunächst einem guten Ohrenarzt vorstellen und ihm die Sprachentwicklung schildern.
Der Kinderarzt hatte nämlich bei meinem Neffen einen Paukenerguss „übersehen“, daher konnte er auch nicht sprechen lernen. Er war damals ebenfalls in diesem Alter und niemand außer seinen Eltern konnte ihn verstehen.
Nachdem die Röhrchen gelegt waren und das Kind endlich richtig hören konnte und außerdem zweimal die Woche an einer Spielgruppe teilnahm, hatte er alle Defizite innerhalb eines halben Jahres aufgeholt.
Nur so zur Anregung, aber vielleicht habt ihr ja schon daran gedacht
.
Gruß
Lilith
Nicht ganz zum Thema, aber…
Hi!
Ich würde behaupten, daß sie im Normalbereich liegt.
Mein Großer sprach in dem Alter auch nicht mehr, eigentlich weniger. Er verwendete auch teilweise selbstentwickelte „Babysprache“.
Mit 2 1/4 entkam ihm das erste „Mutti“, kurz darauf war das Eis gebrochen und er sprach eher mehr als alterstypisch, auch fast übergangslos grammatikalisch korekt in ganzen Sätzen. Nachgeplappert (wie es viele Kinder im zweiten Lebensjahr machen) hat er nie.
Ursache in seinem Fall: er benutzte nur Worte, die er korrekt bilden konnte. Kam ein Laut vor, der ihm noch zu schwierig schien, schwieg er lieber. (Ähnlich verlief seine Entwicklung beim Zeichnen: er kritzelte nie, erst als er mit fast fünf ERKENNBARES fabrizieren konnte, hatte er Freude daran.)
Das extremste Beispiel eines derartigen Verhaltens, das ich kenne, ist das Kind von Bekannten, das den Redestreik vier Jahre lang durchhielt, dann aber sofort altersgemäß sprach. (Der erste Satz war: „Weil ich nicht will!“)
Übrigens ist mein Sohn jetzt 17 und Vorzugsschüler am Gym.
alien
P.S.: Natürlich sollte ein Hörfehler ausgeschlossen sein.
off-topic neues Wort
Vorzugsschüler
Das habe ich noch nie gehört! Gegoogelt fand ich heraus, dass es wohl nur noch in Österreich im Sprachgebrauch ist.
Daher wohl meine Unkenntnis. Ich kenne nur Schul- bzw. Klassensprecher.
Eencockniedo
Hi!
Ein „Vorzug“ (korrekt wohl „ausgezeichneter Erfolg“) ist ein Notenschnitt von maximal 1,5 und kein Vierer im Zeugnis. Es bezeichnet also ausschließlich die Leistung.
alien
Danke…
…für Eure Anmerkungen!
Vielleicht geben wir der Kleinen noch ein Weilchen, bevor wir so eine Frühförderung beantragen
. Es war hilfreich zu hören, dass es auch andere „Spätzünder“ gibt.
Probleme mit den Ohren schließen wir eigentlich aus, da unsere Tochter unheimlich gut versteht, was man ihr sagt und dann entsprechend reagiert. Dennoch lassen wir die Ohren beim nächsten Arztbesuch lieber mal checken.
Viele Grüße
Matthias
Hi!
Nur mal so als Nachtrag…
Bei uns ist es so, dass die Frühförderstelle dem Gesundheitsamt unterstellt ist. Ich habe gehört, an anderen Orten ist sie dem Jugendamt unterstellt (wie Kindergärten es halt auch sind).
Da das Gesundheitsamt erstmal gesundheitliche Probleme ausschließen will, musst Du _hier_ erst mal den Gang zum HNO machen. Nur, wenn gesundheitliche Probleme ausgeschlossen sind, kann man überhaupt eine Förderung dort bekommen.
Bist Du denn schon mal beim Kinderarzt gewesen und hast dort Dein Anliegen geschildert?
LG
Guido
Es war hilfreich zu
hören, dass es auch andere „Spätzünder“ gibt.
Natürlich gibt es Spätzünder und auch immer wieder Geschichten über Kinder die auf einmal ganze Sätze sprechen, obwohl sie vorher eisern geschwiegen haben…
Entscheidend ist hierbei wohl das „Bauchgefühl“ der Eltern. Wenn man den dringenden Eindruck hat, dass etwas nicht in Ordnung ist, sollte man das verfolgen und sich nicht mit Standartsätzen (beim Kinderarzt) „das kommt schon noch“ oder „das wächst sich raus“ oder „es ist eben sprech- lauf- oder sonstwie-faul“ abspeisen lassen.
Probleme mit den Ohren schließen wir eigentlich aus, da unsere
Tochter unheimlich gut versteht, was man ihr sagt und dann
entsprechend reagiert.
Versteht sie auch gut, wenn man ihr ganz leise etwas ins Ohr flüstert? Oder aus den Nebenraum normal was sagt? Bei einem Paukenerguss (beispielsweise) sind die Kinder ja nicht gänzlich taub, sie hören nur bestimmte Frequenzen nicht (wie der OA sagte „er höre wie durch Watte“) was ausreicht um sie nicht „richtig“ hören und damit sprechen zu lassen. Unbehandelt kann das richtig böse Folgen haben…
Dennoch lassen wir die Ohren beim
nächsten Arztbesuch lieber mal checken.
Gute Idee. Der KA hat übrigens nicht die Mittel das Hörvermögen ausreichend zu testen. Wahrscheinlich wird sie den üblichen „Klicker“ oder das gänzlich lächerliche „Händeklatschen“ (oder wie wird das jetzt gemacht?) schon hören oder den Windzug spüren… und ein richtiger Hörtest mit Knöpfchen drücken wird wohl noch nicht durchgeführt.
Tja, aber ihr müsst es wissen
).
Alles Gute und Gruß
Lilith
Hallo,
bei meiner Schwester war es so: sie hat ganz wenig gesprochen, war entwicklungsverzögert und zuerst in einem Kindergarten für Kinder mit Behinderungen. Mit vier Jahren ist sie in einen Sprachheilkindergarten gewechselt. Mit sieben ist sie in eine integrierte Grundschulklasse eingeschult worden. In der dritten Klasse war dann die Integration weg, zuerst hatte sie eine Gymnasialempfehlung (sie sollte sogar eine Klasse überspringen, hat sie aber nicht gemacht…), am Ende der vierten eine Realschulempfehlung. Jetzt ist sie in der sechsten und auf der Realschule und ganz gut und von den Lehrern wurde empfohlen, dass sie Französisch belegt, damit sie eventuell noch auf den Gymnasialzweig der Schule wechseln kann… Sie hat aber immer noch einen Förderbedarf (die Feinmotorik und zum Teil die Koordination ist nicht so toll…). Also nutz die Chance der Frühförderung!!! Meine Eltern haben alles „mitgenommen“ was es an Förderangeboten für meine Schwester gab und das war gut so! Kinder werden zum Glück nicht von davon nicht stigmatisiert, sondern gefördert. Meine Eltern leben übrigens in Niedersachsen, aber ich denke, dass wird in anderen Bundesländern ähnlich sein…
Btw. ohne Eure Genehmigung sollte auch kein Austausch z.B. zwischen Kindergarten und späterer Schule stattfinden (DAtenschutz).
Gruß,
Elke
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