Hallo zusammen,
mich würde mal interessieren, wie es dazu kommt, dass Menschen in der Vergangenheit befangen (verfangen, behaftet) sein können? Gekennzeichnet kann dies z.B. sein durch Träumerei, Abwesenheit, Überforderung (z.B. im Schulunterricht), unzureichende Kompetenz & Aufmerksamkeit für die gegenwärtigen, aktuell laufenden Anforderungen des Lebens. Gekennzeichnet kann dies aber z.B. auch dadurch sein, dass einige alte Menschen die etwa noch den Krieg (WK II) miterlebt haben z.B. nichts wegwerfen können.
Mit Sicherheit spielt Traumatisierung hier eine wesentliche Rolle, die in diesem Fall durch zeitlich lang anhaltende, dauerhaft einwirkende Entbehrungen, Mängel und Defizite entstanden ist (eine Art Deprivation). Dies führt ungleich später dazu - so erkläre ich es mir -, dass sich der Betroffene auf spezifischen Sektoren unentwickelt, vielleicht sogar unterentwickelt und unterlegen fühlt. Er hat permanent und eigentlich diffuserweise das mehr oder minder starke Angstgefühl von unterschwelliger Bedrohung und existenziellen Nöten. Im weiteren Verlauf als Resultat daraus kann er Situationen, Kontakte und lebbares Leben in der Gegenwart nicht zu 100% erfolgreich leben, verarbeiten und befriedigend abschließen, weil ihm innerlich etwas (Entwicklung bzw. Verarbeitung) zu fehlen scheint. Dies wiederum führt, so denke ich, zu dem Befangensein-Denken und sich verloren fühlen in der Vergangenheit. Bei der Traumatisierung verhält es sich doch glaube ich so, dass schmerzhafte, verletzliche Einwirkungen, Erfahrungen, Erlebnisse, aber eben auch Entbehrungen wegen akuter Überforderung damit, nicht korrekt abgespeichert und verarbeitet werden können. Folglich geistern sie unverarbeitet im Kopf herum und tauchen so immer wieder auf (auch unsortiert, ähnlich wie bei Kriegstraumata von Soldaten). In der Traumatherapie werden genau diese alten Verwundungen bzw. bedrohliche Einwirkungen abgerufen und nach und nach aufgearbeitet (durch Öffnen, Zulassen, Raum geben, und Trauern (je nachdem)). Das finde ich sehr interessant. Ich hätte gerne mal ein paar Gedanken von Euch zu dem Thema „Befangen in der Vergangenheit“.
Gruß,
Yedi386