Befristeter Vertrag als Probezeit-normal?

Moin, Moin,

ich habe ein Jobangebot, was mir sehr gefällt.

Ich müsste meinen jetzigen Job (unbefristet) kündigen. Der neue Vertrag wäre dann vorab auf 12 Monate befristet, um dem AG eine verlängerte Probezeit einzuräumen.

In dem Unternehmen sollen laut dem Personaler bisher 2 Personen diesen Vertrag nicht „überlebt haben“. Die meisten AN sind ab 10 Jahre aufwärts bei dem Unternehmen.

Mir ist schon klar, dass ich bei einem neuen unbefristeten Vertrag mit 6 Monaten Probezeit, in den ersten 6 Monaten ohne weiteres gegangen werden kann/gehen kann.

Mir geht es auch nicht um die rechtliche Betrachtung, aber einen neuen befristeten Vertrag als verlängerte Probezeit einzugehen, ist mir neu.

Ist diese Vertragsgestaltung neu und an mir in den letzten 7 Jahren vorbeigegangen? Und hat einer Erfahrungen damit gemacht?

Danke für Antworten.

Gruß,
Michael

Hi!

Mir geht es auch nicht um die rechtliche Betrachtung, aber
einen neuen befristeten Vertrag als verlängerte Probezeit
einzugehen, ist mir neu.

Das ist mittlerweile wohl der Hauptgrund für Befristungen.

Ist diese Vertragsgestaltung neu und an mir in den letzten 7
Jahren vorbeigegangen? Und hat einer Erfahrungen damit
gemacht?

Wir stellen grundsätzlich nur noch befristete Verträge über ein Jahr aus!
In der Regel werden diese dann aber ca. 2 Monate vor Ablauf per Vertragsänderung „entfristet“, um dem Arbeitnehmer etwas Sicherheit zu geben…oder aber, es wird dem AN gesagt, dass er gehen kann (was bei uns noch nicht vorgekommen ist)

Ungewöhnlich ist es nicht, zumal ich ganz persönlich nicht selten die Erfahrung gemacht habe, dass sich nicht wenige Mitarbeiter nach der Probezeit von 6 Monaten auf einmal völlig anders (sprich: Schlechter) verhalten.

LG
Guido

Hi,

das ist leider heute sehr verbreitet. Wenn das erste Jahr herum ist wird dann verlängert, aber wieder auf ein Jahr befristet - und de facto hast Du dadurch 2 Jahre Probezeit (auch wenn es nach 6 Monaten natürlich nicht mehr so genannt wird).

Wenn das Unternehmen, um das es geht, tatsächlich schon Mitarbeiter herausgeworfen hat - und nicht nur proforma befristete Verträge herausgibt - würde ich mir extrem gut überlegen ob ich in so ein Unternehmen wechseln würde. Jetzt bist Du nämlich auf der sicheren Seite, mit dem unbefristetn Arbeitsverhältnis.

Ich würde mich vermutlich für Sicherheit entscheiden und derartige Praktiken nicht unterstützen.

Gruß,

MecFleih

Auch Hi!

erst mal Danke für Deine Antwort!

Wenn das Unternehmen, um das es geht, tatsächlich schon
Mitarbeiter herausgeworfen hat - und nicht nur proforma
befristete Verträge herausgibt - würde ich mir extrem gut
überlegen ob ich in so ein Unternehmen wechseln würde. Jetzt
bist Du nämlich auf der sicheren Seite, mit dem unbefristetn
Arbeitsverhältnis.

Dieses betraf EINEN Mitarbeiter, der auf „Wunsch“ des Betriebsleiters eingestellt wurde. Der Personaler war gegen diese Einstellung, musste sich dem Betriebsleiter aber beugen. Mitarbeiterzahl des Unternehmens sind ca. 50.
Eine Bekannte von mir kennt einen Mitarbeiter aus diesem Unternehmen, der seit 6 / 7 Jahren dort tätig ist, die hat ihm mal in Bezug auf diese Vertragsgestaltung angesprochen. Die einzige Fluktuation, die es in dem Unternehmen gibt, ist der Ruhestand oder MA kündigt. Mit der o. g. Ausnahme.

Ich würde mich vermutlich für Sicherheit entscheiden und
derartige Praktiken nicht unterstützen.

Ich weiß, was ich kann und möchte, ich vertraue mir! Die Aufgabe ist ein Ding, was mir schon vor 15 Jahren durch den Kopf ging, die Möglichkeit ergab sich erst jetzt. Die Perspektive in diesem Job ist gut, was hier bei uns im Norden nicht immer gegeben ist.

Ich werde aber nochmal drüber schlafen.

Gruß

Michael

Hallo Guido,

danke für Deine Antwort.

Wir stellen grundsätzlich nur noch befristete Verträge über
ein Jahr aus!
In der Regel werden diese dann aber ca. 2 Monate vor Ablauf
per Vertragsänderung „entfristet“, um dem Arbeitnehmer etwas
Sicherheit zu geben…oder aber, es wird dem AN gesagt, dass
er gehen kann (was bei uns noch nicht vorgekommen ist)

Wird das im Vertrag bei Euch schon so vereinbart, dass es eine mögliche Entfristung geben kann?

Ungewöhnlich ist es nicht, zumal ich ganz persönlich nicht
selten die Erfahrung gemacht habe, dass sich nicht wenige
Mitarbeiter nach der Probezeit von 6 Monaten auf einmal völlig
anders (sprich: Schlechter) verhalten.

Ja solche Kollegen kenne ich aus dem jetzigen Unternehmen auch. Aber mit denen muss ich mich nicht messen lassen, weil ich halt weiss was ich kann und möchte. Also in Bezug auf „schlechter“ werden, habe ich kein Problem mit dieser Befristung.

LG,
Michael

Hi!

Wird das im Vertrag bei Euch schon so vereinbart, dass es eine
mögliche Entfristung geben kann?

Wir sagen den Leuten bei der Einstellung ganz klar, dass wir schon zu häufig auf die Schnauze gefallen sind und deshalb zunächst nur befristen.

Ebenso klar wird gesagt, dass der Vertrag danach in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übergeht, wenn es passt.

Aber mit denen muss ich mich nicht messen lassen, weil
ich halt weiss was ich kann und möchte. Also in Bezug auf
„schlechter“ werden, habe ich kein Problem mit dieser
Befristung.

Ich wollte Dich damit nicht ansprechen, hoffe, das ist nicht so rüber gekommen!

Wenn Du sagst, dass die meisten Mitarbeiter in diesem Unternhemen schon längere Zeit (10 Jahre und so) dort arbeiten, sollte das eigentlich etwas Sicherheit geben.

LG
Guido

Hallo,

es gibt ein großes deutsches Unternehmen mit klanghaftem Namen, die stellen sogar die eigenen Absolventen nur noch mit Ein-Jahres-Verträgen an (und die, die es noch schlimmer trifft: Zeitarbeit). In der Klasse meines Freundes gab es nicht viele, die sofort unbefristet übernommen wurden. Aber nach zwei Jahren (2 mal ein Jahr) wurden die meisten unbefristet eingestellt. Mein Weltbild wurde schon leicht angekratzt, als ich das gehört habe :smile:

Scheint also durchaus normal zu sein.

Grüße!

Hi!

Wir sagen den Leuten bei der Einstellung ganz klar, dass wir
schon zu häufig auf die Schnauze gefallen sind und deshalb
zunächst nur befristen.

Ebenso klar wird gesagt, dass der Vertrag danach in ein
unbefristetes Arbeitsverhältnis übergeht, wenn es passt.

Diese beiden Aussagen wurden auch dort genauso getroffen.

Aber mit denen muss ich mich nicht messen lassen, weil
ich halt weiss was ich kann und möchte. Also in Bezug auf
„schlechter“ werden, habe ich kein Problem mit dieser
Befristung.

Ich wollte Dich damit nicht ansprechen, hoffe, das ist nicht
so rüber gekommen!

Vielleicht ist es von mir falsch rübergekommen. Ich wollte schreiben, dass ich kein AN bin, der sich nach 6 Monaten Probezeit derart verschlechtert, weil ja jetzt die Probezeit zu Ende ist und ich „fast unkündbar“ bin. Aber solche Träumer gibt es immer noch vielfach anzutreffen.

Wenn Du sagst, dass die meisten Mitarbeiter in diesem
Unternhemen schon längere Zeit (10 Jahre und so) dort
arbeiten, sollte das eigentlich etwas Sicherheit geben.

Dass tut es auf jeden Fall. Ich habe dem Personaler heute mitgeteilt, dass ich weiterhin Interesse an dieser Stelle habe und kann daher erstmal nur warten, was die mit meinen 2 Mitbewerbern machen (bei 2 offenen Stellen).

Danke für Deine Antworten.

LG,
Michael