Völker im (Ge)Bush
Lieber Wolfgang,
du gibst mir manches zum Nachdenken (und dafür „nach“ danke!),
zum Beispiel, warum ich nichts mit mein Volk´ anfangen kann. Ganz unabhängig von der Geschichte des Wortes Volk´ - ich
persönlich habe immer schon (soweit ich mich erinnern kann)
Schwierigkeiten gehabt mit meinen Leuten und mit meinen Leuten´. Auch, aber unwesentlich und lange her, daß ich ob dieses Mangels´ gelitten hätte.
Ich möchte:
„WEG DA`MIT!!!:“ (Tipphelfer, sollte „Weg damit!“ sein)
als Proklamation/Zielsetzung verstehen (mit dem man aber auch
jeder jetzt gleich und sofort anfangen muß - und nicht erst
„okay, nach diesem Bier!“ Oder: „Die UNO muß Weltgericht
werden, aber erstmal machen wir unsern Feldzug gegen den
Terrorismus zuende!“). Mit dem Bombardement Afghanistans und
den Zehntausenden von Zivilopfern sind die ca 3000 Opfer in
New York auch nicht wieder lebendig geworden, und es ist
überhaupt nicht ausgeschlossen, daß deren letztendliche
Verursacher sich in den höheren (und finanziell mächtigen)
Kreisen der USA selbst bewegen.
Man denke nur an die Kennedy- und King-Morde (in den von dir
an anderer Stelle diskutiv positiv hervorgehobenen 60ern).
Allein damals schon stellte sich die Frage, wie „Schaden vom
amerikanischen Volke zu wenden“ ganz anders als sie aus deinem
Munde klingt.
Es wird überall einfach nur vielzuviel Getöse um „gewöhnlich
gut unterrichtete Kreise“, aus denen „wahrscheinlich
verlautete“, „daß möglicherweise“ „wahrscheinlich aus der
Umgebung von Bin Laden“ gemacht, und zu oft sind (nach meinem
Gefühl) immer grade „zufällig Videoaufnahmen gemacht worden“.
Und daß die deutsche Informationsindustrie alles (ungeprüft)
nachplappert, wenn es nur dem Absatz der Bildzeitung dient,
ist ja bekannt.
Und es stimmt wohl:
„Erstens geht es Dich nichts an, welches Verhältnis die
Menschen anderer Völker zu ihrem jeweiligen Volk haben, und
zweitens bin ich dagegen, die Deutschen von ihrem Volk zu
trennen.“
Aber Bush macht da im Busch eine Ausnahme??!!!
Mir stellt sich ebenfalls aus eigenem Leben die Frage,
wiefern es stimmt:
„Du willst also letztlich die Menschen von ihren Völkern
befreien. …, und zweitens bin ich dagegen, die Deutschen
von ihrem Volk zu trennen.“
Bedeutet wirklich, „die einzelnen Menschen (möglichst
innerhalb „ihrer“ Völker) zu Weltbürgern zu machen“, daß man
sie von „ihren“ Völkern entfremdet, in Gegensatz bringt?
Ich meine dabei nicht die erste, (jugendlich) spontane
Reaktion des „Scheißenwollens“ (das ist ja auch nur eine
Proklamation!) auf seine (bornierte) Herkunft (denn allein
schon nimmt man diese Borniertheit dabei selbst ja nur mit und
perpetuiert sie!! Oder anders gesagt: es sind immer die
Kleinbürger, die auf die Kleinbürger scheißen). Dies ist aber
vielleicht („dialektisch“) eine notwendig zu überwindene Stufe
im „Prozeß der Mensch-/Weltbürgerwerdung“.
Du schreibst auch:
„Also, Opfer ist doch zum einen, wenn man etwas wertvolles
hingibt, um etwas noch wertvolleres zu bekommen, zum anderen,
wenn jemand Schaden genommen hat, wobei letzteres wohl bloß:ein dummer Wortgebrauch ist. Was soll das nun bringen, die:Zeit vom Mittelalter bis in die Gegenwart unter dem Paradigma es Opfers zu rubrizieren? ibt es einen Beginn der Opferepoche, und wie hättest Du Dir:das wohl in der jüngsten Vergangenheit möglich gewesene Ende er Opferepoche vorgestellt?“
Tscha, auch, aber wird meistens „eingesetzt“ (von den Magiern
ud Feuerbewahrern), damit wir etwas Wertvolles
(meistens i.W. die Subjektivität und eigene
Mit-Verantwortlichkeit) aufgeben, um ein UNHEIL zu verhindern.
Er ist übrigens mAn gar nicht so dumm, der Wortgebrauch, nur
von uns allen immer unüberlegt, „zum andern, wenn jemand
Schaden genommen hat“. Wir sind dann eben „nur“ unfreiwillig
„zum Opfer gefallen“.
Aber man will doch dabei „das Wirken einer höheren Macht“
irgendwie (abergläubisch!!!) nicht ganz ausschließen. Denn
diese Opfer werden von uns ja auch immer als „geforderte“
dargestellt. („Der Unfall/Krieg hat soviele Opfer gefordert.“)
Ich will aber bei dieser Gelegenheit die wirklich sehr
faschistoide Interpretation meiner „Idee“ weit von mir weisen,
„der Jude“ (allein schon dieser Name - da könnte man heute
direkt undifferenzierend auch „Bush, der Amerikaner“ in die
Welt setzen) hatte „wieder mal seine historische Stunde
gehabt“, „wäre reif“ gewesen, hätte „sich imgrunde freiwillig
geopfert“, oder ähnlichen (verbrecherischen) Schwachsinn.
Ich frage mich zB auch, was jemand, der „sich opfert“ für das
Leben anderer (wie zB die Opfer unter den „Feuerwehrleuten von
NY“), dadurch (für ihn selbst) Wertvolleres erhält (v.a. wenn
er auch nach dem Leben/Tod gerne weiterhin dianichtnurkritisch
im Warmen/beim Feuer sitzen und nicht bei Petrus im Regen
stehen möchte). Das ist imgrunde gar kein „sich opfern“.
Ich zB mache „es“ aus ganz eigensinnigen Gründen, denn ich
empfinde in der Hingabe für andere eine Art Seelenheil und
vermeide dadurch „schlechtes Gewissen“.
Mich erdrückt mein eigenes unfreies Leben unter all den
unfreien Menschen. (wobei ich „Unfreiheit“ so verstehe, daß
man nicht „nach größtmöglicher Freiheit aller“ strebt).
SOWEIT ICH WEISS, gibt es keinen „Beginn der Opferepoche“,
haben die MENSCHEN nämlich seit Beginn des „homo sapiens
sapiens“ „geopfert“ (und ws schon früher; gibt es eigentlich
ähnliches auch bei Tieren? Oder ist es mit „dem Wort“
verbunden?)
Aber offensichtlich hat es auch mit dem „homo sapiens sapiens
sapiens“ in der „Neuen Welt“ nicht aufgehört! Die „Opferstufe
der Menschheit“ kann mAn auch erst wirklich „kollektiv“, also
mittels der gesamten bewußten Menschheit, also über die UNO,
abgeschlosen werden, und der muß dann auch Dschordsch
Dabbelkiuh gehorchen)
Ich hatte also keineswegs von der „Opferepoche“ als „die Zeit
vom Mittelalter b i s (von mir gespreizt, MJj) in die
Gegenwart unter dem Paradigma des Opfers“ gesprochen. Eher
aber vermute ich verborgen unter der „Wiedergeburt“ im
Zeitalter der Renaissance auch eine Wiedergeburt des „zum
Opfer Bringens der persönlichen Kreativität“ (dem „inneren
Gotte“, oder was immer sich da rumtummeln mag), deren
fatalistische Spitzen zutage treten in „immer spannender
werden Wahlkämpfen“ von heute, fatalistisch geprägter (und
daher ausbeut/benutzbarer) „Staatsbürgerschaft“, und auch in
den „Opfern für Allah“. Haben denn kein einen die „Vorgänge am
11. September“ sehr f a t a l an die japanischen
Kamikazeflieger im 2ten WK erinnert?
Ich krichte, als ich mit meiner kanadischen Freudin 1980 nur
einmal Chicago sehen wollte (ohne vorher eingeholtes Visum)
„this alien was rejected“ in den Paß gestempelt. Und war
absolut kein Kamikazeflieger auf die amerik. Autoproduktion,
wollte nur besuchen. PP: Persönliches Pech? Ja, aber sehr
symbolträchtich.
Wir sind immer so stolz wegen der Gastfreundschaft „der armen
Völker“ - wann endlich schließen wir selbst uns an, aber mit
klaren Regeln, die Mißbrauch weltweit eindämmen?
":ein Ziel ist die historisch immer weitestmögliche
Befreiung der menschlichen Kreativität allerorten und Völker,
damit immer weniger Menschen „andere Menschen“
- „Die meisten Leute sind andere Leute! Ihre Gedanken sind die
Meinungen anderer, Ihr Leben ist Nachahmung, Ihre
Leidenschaften sind ein Zitat.“(Oscar Wilde, derwillde) -
seien.:
„u willst also letztlich die Menschen von ihren Völkern
befreien. Erstens geht es Dich nichts an, welches Verhältnis
die Menschen anderer Völker zu ihrem jeweiligen Volk haben,
und zweitens bin ich dagegen, die Deutschen von ihrem Volk zu
trennen.“
Nein, aber vom Trauma unserer Geschichte. Wir sind doch heute
weltweit soweit, daß wir zusammen dazu übergehen können, nicht
nur „unser Leben bloß nicht (nur) zu verlieren“ trachten zu
müssen, sondern gemeinsam entfalten zu können.
„Vielleicht war es unbillig, hier von mir auf andere zu
schließen. Ich meinte das chronische Frustgefühl, wenn man im
staatstragenden Ideenfundus keine befriedigenden Antworten
findet. Historische Prozesse zu pathologisieren liegt mir
fern.“
Ih habe (leider nicht wirklich endgültig) aufgehört, von
dort, also irgendwelche Art -amtliche Antworten zu erwarten.
Das ist mAn gar nicht das Problem. Das chronische Frustgefühl
wird zu einem Aggressivitätsstau angesichts der Tatsache, daß
jede Bedenken und kreative Regung unsererseits „zugeschissen“
wird nicht nur durch den „Himmel auf Erden“ in der Werbung,
sondern durch stets sofortige „Erklärungen“ und „Beweise“, die
mangels Überzeugungskraft nur immer oft genug wiederholt
werden.
Was sagst du eigentlich zu dem früheren „Amt für gezielte
Desinformation“ in den „Staaten“? (seine Schließung ging
letztes Jahr gaaanz kurz durch die Presse) War das nicht ein
„Propagandaministerium“??? Und, nicht nur in Übersee, wird
selten etwas beendet, wenn man nicht was noch besseres
gefunden hat!
Sorry, aber wichtig, und ich vergaß gestern:
„Mon nouvel hero Michel“:
Hallo, Wolfgang, und liebe verunsicherte Freunde!
Ich möchte doch noch („aus gegebenem Anlaß“) hervorheben, daß mich MICHEL FRIEDMAN in der Dokumentation „Mein Leben“ entgegen meiner vorherigen sehr kritischen Haltung ihm gegenüber („so ein arrogantes Arschloch“) sehr überzeugt hat als ehrlichem Kämpfer für ein authentisches Leben (der, wie ich, auch immer noch ein „68er“ zu sein scheint, also ein heute eventuell nur in Verteidigungsposition geratener Hippy wie ich).
Seinen Standpunkt zum israelisch-palästinensischen Konflikt (also der imperialistischen Politik Israels) kenne ich außerdem auch nur vom Hörensagen, und da allüberall statt sachlich-objektiver Information uns sowieso nur noch Propaganda geliefert wird, muß ich mich mangels Aufklärung hierzu enthalten (und feiere lieber zusammen mit meinen jüdischen und arabischen Freunden selbst).
Was das Thema „Wert und Zweck des Opfers“ betrifft, bringt folgender nur scheinbar makabrer Witz vielleicht Auskunft:
Ein Flugzeug mit einem Russen, einem Engländer, einem Franzosen, einem (deutschen) Faschisten und einem (deutschen) Juden an Bord gerät wegen einseitigem Motorausfall ins Trudeln. Der Pilot ruft die Passagiere zur Entlastung des Flugzeugs auf, also zur Selbstopferung einzelner Passagiere.
Leider sind aber an Bord keinerlei Fallschirme.
Da erhebt sich als erster der Engländer, tritt an die offene Bordluke und springt mit den Worten: „God save the Queen!“ hinaus. Das Flugzeug trudelt immer noch, der übrige Motor fängt an zu stottern.
Da steht der Franzose auf, springt ebenfalls, mit den Worten: „Vive la France!“.
Danach der Russe, mit: „Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“.
Der Motor hat trotzdem erste Aussetzer. Da steht der (deutsche) Faschist auf, gibt „seinem“ (deutschen) Juden einen Tritt, mit den Worten: „H…H…!“ Das Opfer war aber zu perplex, sich wehren zu können. („Ha…Ha…“: na, was wohl!? "Verunglimpfung welcher deutschen Werte´" wäre es, würde man die Punkte korrekt´ ausfüllen?
Moi, manni