Beginn der Selbstaendigkeit

Moin auch,

ich bin am ueberlegen ob ich mich selbstaendig machen soll. Dabei wuerde ich genau dasselbe tun, wie ich jetzt im Angestelltenverhaeltnis mache. Ich weiss, dass das, was ich mache nachgefragt ist, ich weiss wie ich an Auftraege komme, ich weiss (in etwa :smile:) welche Preise ich verlangen und auch bekommen kann, ich weiss aber nichts ueber die steuerliche Seite und die noetige BWL. Die Steuern kann ich mit meinem Steuerfritzen besprechen, aber was ist mit der BWL? Ich sollte schon wissen und aufschreiben, was an Einnahmen welchen Ausgaben gegenuebsteht und evtl. ist es sogar gesetzlich geregelt, wie das gemacht werden muss. Wo kann ich nachlesen, was ich alles beachten und wie ich es tun muss?

Ralph

Hallo,

ich bin am ueberlegen ob ich mich selbstaendig machen soll.
Dabei wuerde ich genau dasselbe tun, wie ich jetzt im
Angestelltenverhaeltnis mache.

und der Grund für Deine Überlegungen ist welcher?

Ich weiss, dass das, was ich
mache nachgefragt ist, ich weiss wie ich an Auftraege komme,
ich weiss (in etwa :smile:) welche Preise ich verlangen

Verlangen kann man viel…

und auch bekommen kann,

Nur weil A den Preis bekommt, bedeutet das nicht, daß B den sleben Preis erzielen kann.

ich weiss aber nichts ueber die steuerliche
Seite und die noetige BWL. Die Steuern kann ich mit meinem
Steuerfritzen besprechen, aber was ist mit der BWL? Ich sollte
schon wissen und aufschreiben, was an Einnahmen welchen
Ausgaben gegenuebsteht und evtl. ist es sogar gesetzlich
geregelt, wie das gemacht werden muss. Wo kann ich nachlesen,
was ich alles beachten und wie ich es tun muss?

Besuche ein Existenzgründungsseminar. Deine zuständige IHK hilft Dir bestimmt gerne weiter. Wenn Du mit Plutonium handelst musst Du andere Dinge beachten, als wenn Du Speisen zubereitest.

Gruß

osmodius

ich bin am ueberlegen ob ich mich selbstaendig machen soll.
Dabei wuerde ich genau dasselbe tun, wie ich jetzt im
Angestelltenverhaeltnis mache.

Faustregel - als Selbständiger sollte man ca. 20.000 € mehr verdienen als ein Angestellter, dass es sich überhaupt lohnt.

Ich weiss, dass das, was ich
mache nachgefragt ist, ich weiss wie ich an Auftraege komme,
ich weiss (in etwa :smile:) welche Preise ich verlangen und auch
bekommen kann,

wenn Du Preise verlangst, bedeutet dies noch lange nicht, dass Du sie auch bekommst.

Man sollte zumindest wissen, wie man den Verkaufspreis kalkulieren muss.

ich weiss aber nichts ueber die steuerliche Seite und die noetige BWL.

BWL = Betriebswirtschaftslehre

Wenn man keine kaufmännische Ausbildung absolviert hat,
sollte man sich zumindest etwas in diesem Bereich einlesen.

Fachbücher findet man hier: http://www.buecher.de/go/search_search/quick_search/…

Die Steuern kann ich mit meinem Steuerfritzen besprechen,

Von welchen Steuern ist hier die Rede ?
Mehrwertsteuer, Vorsteuer, Umsatzsteuer ? oder welche meinst Du ?

aber was ist mit der BWL?

Ich sollte schon wissen und aufschreiben, was an Einnahmen welchen
Ausgaben gegenuebsteht und evtl. ist es sogar gesetzlich
geregelt, wie das gemacht werden muss. Wo kann ich nachlesen,
was ich alles beachten und wie ich es tun muss?

Als Selbständiger kann man ja auch Personal einstellen:
z.B. einen Buchhalter und einen kaufmännischen Geschäftsführer.

Gruß Merger

Hallo Ralph!

Ich sollte schon wissen und aufschreiben, was an Einnahmen welchen
Ausgaben gegenuebsteht und evtl. ist es sogar gesetzlich
geregelt, wie das gemacht werden muss. Wo kann ich nachlesen,
was ich alles beachten und wie ich es tun muss?

Mit Nachlesen ist es nicht getan. Buchhaltung ist im Grunde nicht schwierig, aber man muss die Sache regelrecht lernen und üben, weil es für die Praxis nicht reicht, nur das Prinzip so ungefähr nachvollziehen zu können.

Jede Volkshochschule bietet Kurse für Buchhaltung und Jahresabschluss an. Die Kursusteilnehmer lernen, was ein Kontenrahmen und ein Buchungssatz ist und wie man ihn erstellt. Sie lernen, was es mit Eröffnungsbilanz und Inventur auf sich hat und sie beschäftigen sich in der Hauptsache mit doppelter Buchführung, obwohl mancher Gründer wohl eher dazu neigt, der angeblichen Einfachheit halber nur Einnahmen und Ausgaben aufzuschreiben. Ist aber am Ende unübersichtlich und untauglich für allerlei Auswertungen, die der Kaufmann von ganz alleine irgendwann unbedingt haben will. Ohnehin führt ein Kaufmann aus Eigeninteresse detailliertere Unterlagen, als sie jemals das Finanzamt verlangt.

Wer solche Kurse für kleines Geld absolviert hat, braucht mindestens für das Tagesgeschäft keinen Steuerberater, braucht ihn auch für z. B. Umsatzsteuervoranmeldungen und Jahresabschluss nicht und ist in der Lage, mit gezielten Fragen Unklarheiten zu klären, z. B. im www-Steuerbrett. Wer gelernt hat, wie ein Jahresabschluss aufzustellen ist, lernt dabei auch Gestaltungsmöglichkeiten kennen. Um Fragen stellen und Antworten verstehen zu können, sollte man das einschlägige Vokabular kennen. Auch das vermitteln die Kurse. Für irgendwas Besonderes kann man immer noch einen Steuerberater einschalten, aber du würdest dich vor der Situation vieler Gründer bewahren, die nämlich in den ersten Jahren mehr Geld zum Steuerberater tragen, als sie selbst dem Geschäft entnehmen und ihre eigenen Jahresabschlüsse nicht verstehen (gibt’s massenhaft und geht selten gut).

Eine Alternative zur Volkshochschule ist die Fernuni Hagen. Dort die Kurse Buchhaltung und Jahresabschluss des ersten BWL-Semesters belegen. Das ist ein bisschen kostspieliger als VHS-Kurse, aber auch anspruchsvoller und breiter angelegt. Du lernst zu Hause mit Hilfe wirklich hervorragender Lehrmaterialien und nimmst an ein paar Präsenzveranstaltungen der Fernuni an Wochenenden teil, die an einer Uni in deiner Region stattfinden. Die Präsenzveranstaltungen bieten den Lehrstoff in Unterrichtsform und mit Übungen sowie der Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wenn du noch mehr machen möchtest, belegst du Kurse des 2. Semesters, z. B. betriebliche Steuerlehre. In den genannten Kursen geht es auch um für den Kaufmann wichtige Regelungen aus u. a. HGB, BGB und AO. Und keine Sorge, wenn man den Zugang gefunden hat, ist es kein trockener Stoff. Wenn du die allg. Hochschulreife hast, ist das Belegen von Kursen an der Fernuni in jedem Fall möglich. Ob und wie es ohne Hochschulreife geht, weiß ich allerdings nicht.

Ohne elementare kaufmännische Kenntnisse sollte sich niemand eine Selbständigkeit antun. Immerhin gilt ein Gewerbetreibender vor dem Gesetz als Kaufmann. Für ihn gibt es keinen Verbraucherschutz, laienhaftes Unwissen kann er nirgends geltend machen. Ein Steuerberater ist kein Ersatz für eigene Kenntnisse. Wer deren Erwerb für zu aufwändig hält, ist mit einer Selbständigkeit nicht gut beraten.

Gruß
Wolfgang

Hai!

Wo kann ich nachlesen,
was ich alles beachten und wie ich es tun muss?

Du verrätst nur sehr wenig wie die Selbstständigkeit aussehen soll
aber ganz im Gegensatz zu meinen Vorpostern bin ich der Meinung
vergess BWL.

Nimm dir einen Steuerberater und gebe ihm ein wenig Geld das er laufend
die Finanzbuchhaltung und gegebenenfalls Lohnbuchhaltung macht.
Konzentriere dich auf das was du kannst nicht auf Dinge die andere
besser können. Du kannst kein Geld verdienen wenn du dich auf Sachen
stürzt die nur viel Arbeit, Frust und wenig bis gar keine Kohle
bringen.

Nach etwa 1 - 2 Jahren hatte ich ein eigenes System etabliert wie
ich meinen Steuerberater kontrollieren kann aber nach über 10 Jahren
fahre ich gut damit immer noch nicht zu wissen wie man eine
Umsatzsteuervoranmeldung macht.

Wenn du mal genauer beschreibst was du machen möchtest und wie das
aussehen soll kann man vieleicht besser helfen.

Als oberster Leitsatz, wenn du Kohle mit deinem Business machst
kommt der Rest von alleine.

Wohingegen einen sogenannten Businessplan mit Liquiditätsrechnung
der nächsten zwei Jahre solltest du schon haben.

Der Plem

Hi,

aber ganz im Gegensatz zu meinen Vorpostern bin ich der
Meinung vergess BWL.

Nein! Da muss ich wirklich widersprechen! Kein Selbstständiger sollte ohne kaufmännische Grundlagen auf den Markt hüpfen. Das Risiko, am Ende ahnungslos vor einem Trümmerhaufen zu stehen, wenn der Berater Mist gemacht hat, ist groß.

Nimm dir einen Steuerberater und gebe ihm ein wenig Geld das
er laufend die Finanzbuchhaltung und gegebenenfalls Lohnbuchhaltung
macht.

Dagegen ist nichts zu sagen.

Sachen stürzt die nur viel Arbeit, Frust und wenig bis gar keine
Kohle bringen.

Ich hatte vor der Selbstständigkeit auch wahnsinnige Panik vor der Buchhaltung (bei mir EÜR), deshalb wollte ich sie an einen Steuerberater abgeben, der 50 €/Monat nahm. Aber am Ende hab ich noch einmal gerechnet – woher am Anfang 50 €/Monat nehmen? Und wieso für 3 Rechnungen im Monat und vielleicht 2 Belege die Woche einen Steuerberater? Am Ende bin ich froh, dass ich es selbst gemacht habe, denn der Überblick, den man erhält, ist dem Verständnis betriebswirtschaftlicher Prozesse extrem förderlich. Abgesehen davon habe ich von dem Steuerberater nichts Gutes mehr gehört: Er lässt Stammkunden monatelang auf wichtige Dokumente warten und erledigt Dinge wie Lohnsteuer erst auf den allerletzten Drücker. Ist vielleicht nicht die Regel, aber möglich: Und jetzt stelle man sich vor, wie man sich plötzlich, wenn die Auftragslage brummt, auch noch um Unbekannte wie die UStVA kümmern muss.

Ich bin nicht dagegen, sich einen Steuerberater ergänzend dazuzuholen, wenn der Laden brummt oder man ein aufwendiges Kerngeschäft hat. Aber wie gesagt: Ein Grundwissen sollte man sich aneignen.

Nach etwa 1 - 2 Jahren hatte ich ein eigenes System etabliert
wie ich meinen Steuerberater kontrollieren kann

Nicht für ungut, aber das kann ich kaum glauben. Jemand, der rät, die BWL zu vergessen, will einen gelernten Steuerberater wirksam kontrollieren können? Wie?

aber nach über 10 Jahren fahre ich gut damit immer noch nicht zu
wissen wie man eine Umsatzsteuervoranmeldung macht.

Ich finde es gefährlich, jemandem, der nicht einmal weiß, woher er steuerliches Grundwissen bezieht, den Eindruck zu vermitteln, dass man sich um die kaufmännischen Grundlagen nicht kümmern muss und trotzdem vermeintlich erfolgreich ist – das haut in den seltensten Fällen hin.

Das führt nämlich leider nicht selten dazu, dass angehende Selbstständige ihren Businessplan vom Steuerberater schreiben lassen, ohne sich einmal selbst Gedanken über die Zahlen gemacht zu haben. Und dann wundern sie sich, wenn sie nach 2 Jahren vor einem Schuldenberg stehen. Ich bin in einer Familie voller Gerichtsvollzieher aufgewachsen, ich weiß also durchaus, wie schnell so etwas geht und was die dramatischen Konsequenzen sind. Das muss man nicht haben.

Gruß
sgw

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Meine Erfahrungen
Guten Morgen Ralph,

ich bin seit 13 Jahren selbstständig (ohne Angestellte/ohne separates Büro).

Ich schließe mich Plem an: Ich habe etwas Besseres zu tun, als mich um meine Steuersachen zu kümmern - dafür bezahle ich gern meinen Steuerberater.

Das, was ich ihm liefere, ist eine Excelltabelle mit durchnummerierten Rechnungsaus- und -eingängen (netto, MwSt, brutto) sowie ein Kassenbuch und natürlich die entsprechenden Belege.

Die Excel-Tabelle erwartet er nicht von mir, aber damit behalte ich selbst den Überblick und kann schon im Voraus bei der Umsatzsteuer einkalkulieren, wie viel anfällt und mit welchen Einnahmen ich in welcher Zeit rechnen kann.

Darüber hinaus hat mich mein Steuerberater stets darüber beraten/berät mich, was absetzbar ist und was nicht, und hält mir bei „Problemen“ das Finanzamt vom Hals.

Das, was darüber hinaus ansteht/was Du bedenken solltest:

1.) Krankenversicherung : Willst Du freiwillig in der Gesetzlichen bleiben oder in die Private wechseln (falls Du noch nicht privat versichert bist).

2.) Haftplichtversicherung : Hängt etwas davon ab, was für eine Leistung Du anbietest. Derartige Vericherung sind aber zumeist sehr teuer.

3.) Stets einen Geldpuffer schaffen: Du musst mit allen laufenden Kosten und Deinen Einnahmen mindestens sechs Monate voraus kalkulieren. Das Finanzamt wird Dich sicherlich (so war es bei mir) in der Einkommenssteuervorauszahlung vorerst auf Null setzen, da ja keine Daten vorliegen. Dann kann aber das „Erwachen“ im zweiten/dritten Jahr sehr heftig ausfallen.

4.) Ich weiß zwar nicht, ob es noch so aktuell ist, aber ich hatte damals sehr viel „Nevereien“ mit der Deutschen Rentenversicherung wegen der Prüfung auf Scheinselbstständigkeit.

5.) Knüft an 4.): Du musst Dir ein Konzept für Deine Alterssicherung überlegen. Ich habe recht früh in Immobilien investiert (selbst genutzt ist natürlich noch besser). Mein Mann hatte in seiner Zeit als Selbstständiger die Möglichkeit, bei der Presseversorgung eine Kapitallebensversicherung in Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Die Künstlersozialkasse bietet für bestimmte Berufe auch attraktive Angebote. Kommt eben darauf an, was Du vorhast.

6.) Dann gibt es noch die „Baustellen“: Girokonto (muss nicht zwingend ein Geschäftskonto sein, solange Du „Einzelunternehmer“ unter Deinem Namen bist), Marken- und Patentamt , falls Du eine Wortmarke anmelden möchtest (dann aber Vorsicht bei den Banken, falls die Kunden die Überweisung über Deine Wortmarke vornehmen) sowie eventuell/wahrscheinlich Gewerbeanmeldung.

Selbstständig sein hat aber auch noch andere Facetten , die man bedenken sollte:

1.) Trotz aller Freiheit der Zeiteinteilung: Du wirst sicherlich (besonders am Anfang) mehr arbeiten als Freizeit/Wochenende/Urlaub genießen. Das heißt, dass Deine Partnerin/Deine Freunde da auch „mitziehen“ müssen. Ich bin in der Anfangszeit „Weltmeister im Verabredungen absagen“ geworden. :smile:

2.) Knüpft an 1.): Du musst eine enorme Disziplin aufbringen/klare Arbeitszeiten ausmachen und Dir auch regelmäßig Auszeiten schaffen. Ein Urlaub ist eben immer doppelt teuer (Einkommensausfall und Kosten).

3.) Falls Du in Deinem „stillen Kämmerlein“ (so wie ich) arbeiten solltest, bisher aber den persönlichen Kontakt zu Kollegen genossen hast, such Dir ein Gemeinschaftsbüro. Ich kenne viele, die „eingegangen“ sind, weil sie mit dem „Alleinsein“ nicht klarkamen.

4.) Es wird immer mal wieder Momente geben, in denen Du denkst: Hätte ich mal nicht! Du musst schon auch innerlich mit allen Konsequenzen von Deiner Selbstständigkeit überzeugt sein (nicht nur von Deiner Dienstleistung), sonst wird Dich das erste „Frusterlebnis“ runterreißen.

5.) Apropos Frust: Kunden haben eine andere Erwartungshaltung als ein Chef. Da wird an vielen Stellen auch mal genörgelt, an denen der Chef es nicht getan hätte. Das heißt: Man benötigt einen recht ausgeprägten Dienstleistungsgedanken/Diplomatie und manchmal auch ein sehr dickes Fell.

Ich denke, die oberen Punkte bekommt man schnell in den Griff, an den unteren kann man schneller scheitern.

Viel Glück/Erfolg wünscht

Kathleen

Moin auch,

Das, was ich ihm liefere, ist eine Excelltabelle mit
durchnummerierten Rechnungsaus- und -eingängen (netto, MwSt,
brutto) sowie ein Kassenbuch und natürlich die entsprechenden
Belege.

Naja, mindestens fuer mich selber will ich schon wissen (und zwar zu jedem Zeitpunkt!), wie es finanziell aussieht. Einmal im Jahr oder auch einemal im Monat per Steuerberater waere mir zumindest am Anfang deutlich zu wenig.

Darüber hinaus hat mich mein Steuerberater stets darüber
beraten/berät mich, was absetzbar ist und was nicht, und hält
mir bei „Problemen“ das Finanzamt vom Hals.

Da ist er definitiv hilfreich.

1.) Krankenversicherung : Willst Du freiwillig in der
Gesetzlichen bleiben oder in die Private wechseln (falls Du
noch nicht privat versichert bist).

Bin privat, das bleibt wie es ist.

2.) Haftplichtversicherung : Hängt etwas davon ab, was für eine
Leistung Du anbietest. Derartige Vericherung sind aber zumeist
sehr teuer.

Da muss ich mich noch schlau machen. Ich bin Softwareberater. Ich glaube nicht, dass hierfuer eine Haftpflicht Vorschrift oder auch nur hilfreich ist. Weiss ich aber noch nicht.

3.) Stets einen Geldpuffer schaffen: Du musst mit allen
laufenden Kosten und Deinen Einnahmen mindestens sechs Monate
voraus kalkulieren. Das Finanzamt wird Dich sicherlich (so war
es bei mir) in der Einkommenssteuervorauszahlung vorerst auf
Null setzen, da ja keine Daten vorliegen. Dann kann aber das
„Erwachen“ im zweiten/dritten Jahr sehr heftig ausfallen.

Ja nee, is klar.

4.) Ich weiß zwar nicht, ob es noch so aktuell ist, aber ich
hatte damals sehr viel „Nevereien“ mit der Deutschen
Rentenversicherung
wegen der Prüfung auf
Scheinselbstständigkeit.

Kann passieren laut meinem (selbstaendigen) Nachbarn. Vor allem bei Projekten, die ueber lange Zeit laufen, weil man da ja nur fuer einen Kunden arbeitet. Da helfen nur gute Nerven, die man in meinem Job aber sowieso braucht :smile:

5.) Knüft an 4.): Du musst Dir ein Konzept für Deine
Alterssicherung überlegen. Ich habe recht früh in Immobilien
investiert (selbst genutzt ist natürlich noch besser). Mein
Mann hatte in seiner Zeit als Selbstständiger die Möglichkeit,
bei der Presseversorgung eine Kapitallebensversicherung in
Verbindung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung
abzuschließen. Die Künstlersozialkasse bietet für bestimmte
Berufe auch attraktive Angebote. Kommt eben darauf an, was Du
vorhast.

Ja nee, is klar. BUV habe ich, ich muss nur schauen, ob die auch fuer Selbstaendige gilt und u.U. eben einen anderen Tarif nehmen…

6.) Dann gibt es noch die „Baustellen“: Girokonto (muss nicht
zwingend ein Geschäftskonto sein, solange Du
„Einzelunternehmer“ unter Deinem Namen bist), Marken- und
Patentamt
, falls Du eine Wortmarke anmelden möchtest (dann
aber Vorsicht bei den Banken, falls die Kunden die Überweisung
über Deine Wortmarke vornehmen) sowie eventuell/wahrscheinlich
Gewerbeanmeldung.

Faellt alles erstmal weg.

Selbstständig sein hat aber auch noch andere Facetten , die man
bedenken sollte:

1.) Trotz aller Freiheit der Zeiteinteilung: Du wirst
sicherlich (besonders am Anfang) mehr arbeiten als
Freizeit/Wochenende/Urlaub genießen. Das heißt, dass Deine
Partnerin/Deine Freunde da auch „mitziehen“ müssen. Ich bin in
der Anfangszeit „Weltmeister im Verabredungen absagen“
geworden. :smile:

Jupp, ist auch klar

2.) Knüpft an 1.): Du musst eine enorme Disziplin
aufbringen/klare Arbeitszeiten ausmachen und Dir auch
regelmäßig Auszeiten schaffen. Ein Urlaub ist eben immer
doppelt teuer (Einkommensausfall und Kosten).

Mein Zweitname ist Disziplin (OK, das war jetzt gelogen). Aber du hast natuerlich recht.

3.) Falls Du in Deinem „stillen Kämmerlein“ (so wie ich)
arbeiten solltest, bisher aber den persönlichen Kontakt zu
Kollegen genossen hast, such Dir ein Gemeinschaftsbüro. Ich
kenne viele, die „eingegangen“ sind, weil sie mit dem
„Alleinsein“ nicht klarkamen.

Das wird nicht passieren, da >95% der Kunden verlangen, dass man bei Inhen vor Ort arbeitet.

4.) Es wird immer mal wieder Momente geben, in denen Du
denkst: Hätte ich mal nicht! Du musst schon auch innerlich mit
allen Konsequenzen von Deiner Selbstständigkeit überzeugt sein
(nicht nur von Deiner Dienstleistung), sonst wird Dich das
erste „Frusterlebnis“ runterreißen.

Du sagst es!

5.) Apropos Frust: Kunden haben eine andere Erwartungshaltung
als ein Chef. Da wird an vielen Stellen auch mal genörgelt, an
denen der Chef es nicht getan hätte. Das heißt: Man benötigt
einen recht ausgeprägten Dienstleistungsgedanken/Diplomatie
und manchmal auch ein sehr dickes Fell.

Das brauche ich jetzt auch schon. Ich sitze den ganzen Tag bei Kunden und bespreche mich direkt mit ihnen. Meinen Scheffe sehe ich eigentlich nur waehrend dem jaehrlichen Personlagespraech. Wenn es mal richtig Krach mit Kunden geben sollte, kann ich natuerlich jetzt noch dezent auf Scheffe verweisen, nachher geht das nciht mehr. Allerdings ist das noch nie passiert.

Vielen Dank

Ralph

Moin auch,

Faustregel - als Selbständiger sollte man ca. 20.000 € mehr
verdienen als ein Angestellter, dass es sich überhaupt lohnt.

Ich wuerde sogar behaupten, dass 20.000 zuwenig ist.

wenn Du Preise verlangst, bedeutet dies noch lange nicht, dass
Du sie auch bekommst.

Schtuemmt. Andererseits kenne ich viele Selbstaendige in meiner Branche und weiss von denen, wo das akzeptierte Niveau liegt.

Man sollte zumindest wissen, wie man den Verkaufspreis
kalkulieren muss.

Ich verkaufe nichts ausser mich selbst :smile:

Fachbücher findet man hier:
http://www.buecher.de/go/search_search/quick_search/…

Sehr schoen das, werde mal einen Blick oder 2 da reinwerfen

Von welchen Steuern ist hier die Rede ?
Mehrwertsteuer, Vorsteuer, Umsatzsteuer ? oder welche meinst
Du ?

Ich habe ja noch keine Ahnung von der Selbstaendigkeit aber ich befuerchte dass ich Steuern werde zahlen muessen. Welche das sind und wieviel davon ist eines der Raetsel die ich noch loesen muss.

Als Selbständiger kann man ja auch Personal einstellen:
z.B. einen Buchhalter und einen kaufmännischen
Geschäftsführer.

Nu mal langsam mit den jungen Pferden. Ich bin/werde erstmal hinreichend damit beschaeftigt sein, mich selbst ueber Wasser zu halten. Da denke ich noch nicht an Angestellte.

Ralph

Gewerbesteuer
Hallo Ralph,

6.) …sowie eventuell/wahrscheinlich
Gewerbeanmeldung.

Faellt alles erstmal weg.

Bei Deinem Leistungsspektrum betreibst Du ein Gewerbe (heißt daher auch Anmeldung/Gewerbesteuer an die zuständige Gemeinde).

Steuern wären daher:
1.) Umsatzsteuer (wahrscheinlich vorab alle drei Monate oder sogar noch später).
2.) Gewerbesteuer (die von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich ausfällt; wird beim Jahresabschluss berechnet - Vorauszahlungen mit einkalkulieren).
3.) Einkommensteuer

Viele Grüße

Kathleen

Hi,

Hai!

Nein! Da muss ich wirklich widersprechen! Kein Selbstständiger
sollte ohne kaufmännische Grundlagen auf den Markt hüpfen. Das
Risiko, am Ende ahnungslos vor einem Trümmerhaufen zu stehen,
wenn der Berater Mist gemacht hat, ist groß.

Wie schon geschrieben, sehe ich anders.

Sachen stürzt die nur viel Arbeit, Frust und wenig bis gar keine
Kohle bringen.

Ich hatte vor der Selbstständigkeit auch wahnsinnige Panik vor
der Buchhaltung (bei mir EÜR),

Das ist keine Buchhaltung, das ist hömepathische Zettel sortieren.

deshalb wollte ich sie an einen
Steuerberater abgeben, der 50 €/Monat nahm.

Du hättest mehr arbeit investieren sollen einen vernünftigen
Steuerberater zu bekommen.

Aber am Ende hab
ich noch einmal gerechnet – woher am Anfang 50 €/Monat nehmen?

Wenn die nicht über sind sollte man es lassen.

Und wieso für 3 Rechnungen im Monat und vielleicht 2 Belege
die Woche einen Steuerberater?

Dafür bedarf es gar nichts, daher fragte ich nach genaueren
Angaben.

Nach etwa 1 - 2 Jahren hatte ich ein eigenes System etabliert
wie ich meinen Steuerberater kontrollieren kann

Nicht für ungut, aber das kann ich kaum glauben. Jemand, der
rät, die BWL zu vergessen, will einen gelernten Steuerberater
wirksam kontrollieren können? Wie?

Ich hatte Abends immer mal wieder an einem eigenem Programm gestrickt
nun buche ich alle Konten für mich mit und habe einen perfekten
Überblick über offene Rechnungen und laufende Buchungskonten ohne
mir z.B. selbst überlegen zu müssen ob die Reisekosten steuerfrei,
pauschal versteuert oder gar mit dem Gehalt versteuert werden.

Zumindest in meinem Bereich sind KMUs die von Ings. geführt werden
deutlich profitabler am Markt wie Firmen die von BWLern geleitet
werden.

Der Plem

Hi Plem,

Wie schon geschrieben, sehe ich anders.

Das ist dein gutes Recht. Jeder macht seine Erfahrungen – vielleicht hattest du bisher Glück. Ich kenne jemanden, der seinem Steuerberater vertraute, weil er sich nicht auskannte. Das Ende vom Lied: Das Finanzamt dachte, der Jemand wollte das Finanzamt behumsen. Das zu klären hat einige Zeit gedauert – und ging nur, weil der Jemand einen sehr guten Ruf hatte. Das ist übrigens kein Einzelfall. Es gibt einige Menschen, die schlechte Erfahrungen mit Steuerberatern gemacht haben. Es liegt also im Rahmen des Möglichen, und ich denke einfach, man sollte da nicht allzu blauäugig herangehen bzw. diese Blauäugigkeit (die ich dem UP jetzt nicht unterstellen mag) fördern. Hier lesen viele mit, die vielleicht nicht deine Kompetenz haben.

Das ist keine Buchhaltung, das ist hömepathische Zettel sortieren.

Es soll Leute geben, die schon daran scheitern…

Du hättest mehr arbeit investieren sollen einen vernünftigen
Steuerberater zu bekommen.

Wieso? Ich habe mir das, was ich brauche, selbst und mit kompetenter Hilfe angeeignet. Nebenbei kenne ich mittlerweile 2 sehr fitte Berater, die ich im Zweifelsfall hinzuziehen kann. In meinem Rahmen sehe ich das als Aufgabe, die dazu gehört.

Wenn die nicht über sind sollte man es lassen.

Ich trage mich nach 1 1/4 Jahren selbst. Kann also nicht so verkehrt sein, was ich mache. Noch Fragen?

Ich hatte Abends immer mal wieder an einem eigenem Programm
gestrickt

Ich sag ja: Du kannst nicht voraussetzen, dass alle über dieses Knowhow verfügen. Ich kann dich ja verstehen, aber ohne Einschränkung zu sagen, dass man BWL nicht braucht… Plem, das ist ein heißes Eisen!

Nichts für ungut und Grüße
sgw

Moin auch,

ich habe schon befuerchtet, dass ich ums Steuernzahlen nicht herumkommen werde. Nothing in life is sure but death and taxes:smile:

Ralph

Man sollte zumindest wissen, wie man den Verkaufspreis
kalkulieren muss.

Ich verkaufe nichts ausser mich selbst :smile:

Auch das will kalkuliert sein. Du wirst evtl. überrascht sein, daß der Preis, den Du fordern musst(!), doch deutlich über dem liegt, was Du dachtest.

Hallo!

ich habe schon befuerchtet, dass ich ums Steuernzahlen nicht
herumkommen werde.

Steuern brachten noch keinen Gewerbetreibenden um, nicht einmal in Not. Viele Gewerbetreibende kapieren erst viel zu spät, wie glücklich sie sich schätzen könnten, müssten sie endlich Steuern zahlen.

Abgesehen von der Umsatzsteuer, fallen Steuern nur auf Gewinne/Unternehmerlohn an. Wer Steuer zahlen muss, hat also Gewinn erwirtschaftet. Wenn jemand keine Steuern abführen muss, hat er offensichtlich keinen Gewinn/Unternehmerlohn erwirtschaftet (von hier nicht näher erläuterten Ausnahmen abgesehen). Es ist wohl ohne weiteres erkennbar, dass dies die deutlich unangenehmere Situation als die mit der Zahlung von Steuern ist.

Es gibt allerdings Leute, die auf meinen ersten Satz mit heftigem Protest reagieren, weil sie durch Steuerforderungen tatsächlich in Not gerieten. Bei diesen Leuten liegt der Hund aber an ganz anderer Stelle begraben: Sie vernachlässigten ihre kaufmännischen Obliegenheiten, meldeten keine Umsatzsteuern an, reagierten nicht auf Post vom Finanzamt, verschliefen Fristen oder - gar nicht so selten - verfügten über keine geordnete Buchhaltung. Dann wird das Finanzamt die Steuern schätzen - oft so, dass dem Steuerpflichtigen die Augen tränen. Stellt das Finanzamt daraufhin weder den Eingang von Geld noch den Eingang von Meldungen fest, folgt irgendwann der Griff auf’s Konto. Dort wird nicht genug Geld sein, das Konto wird deshalb gesperrt, die Bank reagiert not amused und der Selbständige - inzwischen aufgewacht - steht mit dem Rücken an der Wand. So oder so ähnlich sieht die Vorgeschichte regelmäig aus, wenn Selbständige aufs Finanzamt schimpfen.

Wer regelmäßig seine Umsätze meldet, Zahlungspflichten nachkommt und fristgerecht den Jahresabschluss erledigt (ist die Buchhaltung auf dem Laufenden, ist der Selbständige damit mit dem einen oder anderen Glas Sekt vor dem Knall zum Jahreswechsel fertig), wird feststellen, dass die Damen und Herren des Finanzamts ganz verträgliche Pauschalreisende sind.

Der schlaue Selbständige hat seine Zahlen nämlich am Mann, soll heißen auf dem eigenen PC und nicht beim Steuerberater. Auf die komische Idee mit dem Steuerberater kommt er nämlich gar nicht, weil er sein Geschäft so ähnlich führt, wie er sein privates Portemonnaie führt. Schließlich geht man zum Aldi auch nur mit aktuellen Zahlen zum Einkaufen, hat also nicht zuletzt vor 6 Wochen ins Potemonnaie geguckt, um an der Kasse festzustellen, dass das Geld nicht reicht. Zum Agieren braucht man also aktuelle Zahlen vom Hier und Jetzt. Die Zahlen vom Steuerberater sind immer alt, günstigstenfalls einige Wochen, meistens aber viel älter.

Du bestellst irgendwas, z. B. eine Software oder Rechnerteile. Es kommt nur eine Teillieferung und die Rechnung dafür. Ein Dutzend oder mehr ähnlicher Vorgänge läuft parallel. Kann kein Mensch im Kopf behalten. Du tätigst auch größere Anschaffungen, kannst nicht einfach drauflos kaufen, musst also planen. Schon bist du bei einer Liquiditätsvoschau, die du anhand tagesaktueller Zahlen aus der Buchhaltung laufend fortschreibst. Damit kannst du plötzlich in die Zukunft gucken, weißt genau, wann eine Rechnung fällig ist und wann genug Geld für diese und jene Aktivität übrig sein wird. Das macht kein Steuerberater und kann kein Steuerberater. Aber du kannst es, weil nur du deine Geschäftsabläufe kennst.

Weil Deine Buchhaltung auf dem Laufenden ist, weißt du jederzeit auf Tastendruck, welche Rechnungen bezahlt werden müssen und welcher Kunde dich gerade hängen lässt. Ebenso weißt du, welche Umsätze du mit einzelnen Kunden und Lieferanten gemacht hast. Du weißt auch rechtzeitig, wie deine Bilanz aussehen wird, kannst Gestaltungsspielräume durch Bewertung von Warenbeständen und die geeignete Wahl von Abschreibungsmethoden nutzen. Das kann ein Steuerberater nur suboptimal, weil er was von Steuern versteht, aber wenig bis nichts von deinem Geschäft.

Du beschäftigst dich beruflich mit z. B. Software und deren kundenspezifischer Anpassung. Davon verstehst du was. Dann wäre es doch ein schönes Hobby. Es ist aber nicht (jedenfalls nicht nur) dein Hobby. Du willst davon leben. Aber noch nie und an keiner Stelle auf dem Globus konnte irgendjemand von Software leben. Es gelingt erst, wenn du die Beschäftigung mit Software als Angestellter mit Gehaltsanspruch durchführst oder die Tätigkeit als selbständiger Kaufmann vermarktest. Das Geld kommt also erst, nachdem du als Kaufmann tätig wurdest. Deshalb geht es nicht ohne eigene kaufmännische Kenntnisse.

Manche Leute (nicht nur Ingenieure) halten kaufmännisches Tun für überflüssig und erzählen was von „ihrem“ Steuerberater. Ist ein fataler Irrtum aus Unerfahrenheit und von Leuten, die kein schweres Fahrwasser kennen oder schlicht Glück hatten und es gar nicht merkten. Der Steuerberater ist nämlich nicht für das Geschäft des Selbständigen verantwortlich. In letzter Konsequenz haftet stets der Selbständige für sein Tun und Lassen. Es ist wie beim Autofahren. Wer sich auf’s Gasgeben beschränkt und andere Leute lenken lässt, gerät über kurz oder lang in ernste Probleme. Die Lenkungsfähigkeit im Geschäft bekommt man erst mit den kaufmännischen Fertigkeiten, z. B. in Form der oben erwähnten, laufend aktualisierten Liquiditätsvoschau.

Ich will den Text an dieser Stelle nicht aufblähen, aber in jeder Tätigkeit gibt es vielfältige kaufmännische Lenkungs- und Analysemöglichkeiten, die dem Selbständigen von keinem Steuerberater abgenommen werden können und die sich ein Selbständiger - einmal damit vertraut - um keinen Preis aus der Hand nehmen lassen würde.

Gruß
Wolfgang

1 „Gefällt mir“

6.) …sowie eventuell/wahrscheinlich
Gewerbeanmeldung.

Faellt alles erstmal weg.

Bei Deinem Leistungsspektrum betreibst Du ein Gewerbe (heißt
daher auch Anmeldung/Gewerbesteuer an die zuständige
Gemeinde).

Wie kommst Du bei den gegebenen Angaben darauf? Berater in der IT sind durchaus auch Freiberufler. Zwar war das vor 10 Jahre noch gelegentlich ein wenig Gezanke mit den zuständigen Stellen, heute ist der Status des Freiberuflers mit den entsprechenden Voraussetzungen kein Problem.
Ergo: Kein Gewerbe anmelden wenn nicht zwingend nötig.

Steuern wären daher:
1.) Umsatzsteuer (wahrscheinlich vorab alle drei Monate oder
sogar noch später).

Was spricht gegen die Ist-Versteuerung? Bei Freiberuflern zudem unabhängig vom Umsatz.

Gruß

osmodius

1 „Gefällt mir“

Da muss ich mich noch schlau machen. Ich bin Softwareberater.
Ich glaube nicht, dass hierfuer eine Haftpflicht Vorschrift
oder auch nur hilfreich ist. Weiss ich aber noch nicht.

Es soll Kunden geben, die eine Verlangen, hab ich aber noch nie gesehen. Kosten für ein vernüftiges abgedecktes Spektrum liegen so bei EUR 800,- bis EUR 1200,- p.a.
Ob sich das lohnt, muss jeder selbst wissen. Manche schwören darauf, gebraucht hat sie aber keiner…

4.) Ich weiß zwar nicht, ob es noch so aktuell ist, aber ich
hatte damals sehr viel „Nevereien“ mit der Deutschen
Rentenversicherung
wegen der Prüfung auf
Scheinselbstständigkeit.

Kann passieren laut meinem (selbstaendigen) Nachbarn. Vor
allem bei Projekten, die ueber lange Zeit laufen, weil man da
ja nur fuer einen Kunden arbeitet. Da helfen nur gute Nerven,
die man in meinem Job aber sowieso braucht :smile:

Das ist eigentlich kein Problem solange man die Regeln beachtet. Ich kenne Keinen, der da Probleme bekommen hat, auch nicht bei Projekten mit Laufzeit > 12 Monate.

Gruß

osmodius

Hai!

Das Ende vom Lied: Das Finanzamt dachte, der Jemand wollte das
Finanzamt behumsen.

Dann schnapp ich mir den Steuerberater, ziehe den an den Ohren zum
Finanzamt und dann soll er schauen wie er den Mist klärt!
Die haften nämlich für das was sie verhackstücken!

Das zu klären hat einige Zeit gedauert –
und ging nur, weil der Jemand einen sehr guten Ruf hatte. Das
ist übrigens kein Einzelfall.

Was ich zu bezweifeln wage!

Du hättest mehr arbeit investieren sollen einen vernünftigen
Steuerberater zu bekommen.

Wieso? Ich habe mir das, was ich brauche, selbst und mit
kompetenter Hilfe angeeignet.

Weil man in der Regel genug mit seinem eigenen Sachen zu tun hat.

Ich hatte Abends immer mal wieder an einem eigenem Programm
gestrickt

Ich sag ja: Du kannst nicht voraussetzen, dass alle über
dieses Knowhow verfügen.

Ich hatte kein KnowHow, wie gesagt ich habe mich, wie Zeit war, damit
beschäftigt aber absolut vorrangig war das eigene Business.

Ich kann dich ja verstehen, aber ohne
Einschränkung zu sagen, dass man BWL nicht braucht… Plem,
das ist ein heißes Eisen!

Nö sehe ich nicht, viele machen sich viel zu sehr den Kopf um
Dinge die nicht ihre Kompetenz sind und das geht dann wirklich meist
schief. Ich fang doch auch nicht an Brötchen zu backen nur weil
ich morgens zwei davon „benötige“.

Der Plem

Hai!

Kannst du mir jetzt noch erklären was eine Liquiditätsplanung mit
Finanzbuchhaltung oder gar Lohnbuchhaltung zu tun hat?

Und wenn du einmal dabei bist was hat die Liquiditätsrechnung mit BWL
Kenntnissen zu tun? Das man seinen eigene Planung von Geldzufluß und
Abfluß haben muß hatte ich geschrieben, das man erweiterte Kenntnisse
im Steuerecht benötigt halte ich für übertrieben.

Du vermischst da Dinge die nichts miteinander zu tun haben.
Das mag daran liegen, das du Finanazbuchhaltung nur aus Sicht eines
Einzelkämpfers kennst (ich weiß nicht was du tust).

Zu behaupten Leute die einen anderen Weg gegangen sind wie deinen
hätten nur Glück gehabt und kennen kein schwerses Fahrwasser halte ich
schlicht für unverschämt.

Der Ple

Guten Abend!

Kannst du mir jetzt noch erklären was eine Liquiditätsplanung
mit Finanzbuchhaltung oder gar Lohnbuchhaltung zu tun hat?

Gerne. Die Liquiditätsplanung fußt u. a. auf aktuellen Zahlen von Forderungen und Verbindlichkeiten, mithin auf den Zahlen der Buchhaltung - nicht etwa auf Zahlen einer BWA vom Steuerberater, die naturgemäß nicht tagesaktuell sein können, sondern mindestens mehrere Wochen alt sind.

Und wenn du einmal dabei bist was hat die Liquiditätsrechnung
mit BWL Kenntnissen zu tun?

Ich schrieb „kaufmännische Kenntnisse“. Damit ist kein BWL-Studium gemeint, denn das umfasst viele Gebiete, die bei einem Einzelunternehmer, Freiberufler oder auch GmbH-Geschäftsführer i. a. nicht relevant sind. Von BWL schrieb ich im Zusammenhang mit der Fernuni Hagen und einem einzigen Fach des ersten Semesters, als Alternative zu VHS-Kursen in Buchführung und Jahresabschluss. Das alles bewegt sich noch unterhalb des Niveaus, was etwa ein Friseurmeister rund um’s Thema Betriebsführung lernt. Ist doch wohl nicht zuviel verlangt.

Das man seinen eigene Planung von Geldzufluß und
Abfluß haben muß hatte ich geschrieben…

Schon hat man die Liquiditätsplanung. Aber dafür braucht man Zahlen des Ist-Zustands, die nur aus der Buchhaltung kommen können. Man könnte natürlich eine Art Parallelbuchhaltung führen, wobei der Steuerberater Belege bekommt und der Geschäftsinhaber schreibt alles noch einmal auf. Aber wirtschaftlich sinnvoll geht anders :smile:. Ergo: Es ist Unsinn, Belege zum Steuerberater zu schaffen, weil man sie selbst braucht. Bei den daraus für den eigenen Bedarf entstehenden Aufzeichnungen sind die Erfordernisse des Finanzamts sozusagen Abfallprodukte.

… das man erweiterte Kenntnisse im Steuerecht benötigt halte ich :für übertrieben.

Die Geschäftsvorfälle beim landläufigen Selbständigen sind i. a. stets ähnlicher Art und die dafür erforderlichen Kenntnisse steuerlicher Belange sind sehr überschaubar. Zwar sieht das Formular einer Umsatzsteuervoranmeldung beim ersten Blick kompliziert aus, aber tatsächlich sind immer nur die gleichen wenigen Felder auszufüllen. Mit laufender Buchhaltung wird alles auf Tastendruck von alleine generiert.

Zu behaupten Leute die einen anderen Weg gegangen sind wie
deinen hätten nur Glück gehabt und kennen kein schwerses Fahrwasser
halte ich schlicht für unverschämt.

Das resultierte aus deiner Aussage, man möge sich auf Dinge konzentrieren usw. … du weißt selbst, was du geschrieben hast. Diese deine Aussage halte ich in einem Wissensforum als Rat für unvertretbar, denn ein Selbständiger ist kaufmännisch tätig. Wer sich nur auf sein ursprüngliches Fach konzentrieren will, kann es gerne als Angestellter tun. Dann befinden Kaufleute über kaufmännische Belange. Wer aber selbständig ist, verantwortet auch den kaufmännischen Teil und bekommt sein Geld nicht, weil der Monat zu Ende ist. Er muss sich deshalb selbst um seine Finanzplanung, um Einnahmen und das Bezahlen aller Abgaben kümmern. Dafür braucht man eigene Kompetenz, eigenen Durchblick, aber nur im Sonderfall einen Steuerberater.

Es gibt schon noch Sonderfälle, für die man einen Berater in Steuersachen braucht, aber für das Tagesgeschäft ist die Gepflogenheit, Unterlagen zum Steuerberater zu schleppen, unsinnig. Wenn sich jemand durch diese schlichten und wie ich meine nachvollziehbar begründeten Feststellungen auf den Schlips getreten fühlt, lebe ich damit.

Gruß
Wolfgang