Beginn des Mittelalterd

Nachdem ein religiöser Mob die großer Hypathia erschlagen hatte und die
Biblitothek von Alexandria abgefackelt hatte, begann mit diesen
verwerflichen Taten das Mittelalter los? Das Ende dieser Terrorzeit
würde ich auf den Beginn des sechzehnten Jahrhunderts legen. Doch wie
es schon Fritz vermutet, war das Schlüsselereignis die Erfindung der
Buchdruckerei mit Johannes Guttenberg. Klar doch: Martin Luther und
Kolumbus sind für die Neuzeit nicht wegzudenken. Doch hier nochmal eine
Frage: Mit welchen Ereignis begann das Mittelalter?
Mit Gruss, Alexander

Es gibt kein Ereignis, mit dem das Mittelalter begann. Es gibt auch keines, mit dem das Mittelalter endete.

Das sind beides willkürliche Festlegungen, vor allem, um Fächerüberschneidungen bei den Universitäten zu vermeiden. Die Germanisten definieren etwas anders als die Historiker und die Hausforscher ebenso. „Das“ Mittelalter hat es nicht gegeben. Aber wirklich wichtig ist diese Erkenntnis auch nicht.

Das Jahr 500 hat insofern eine gewisse Berechtigung, als sich Romulus Augustulus 472 selbst pensioniert und Hühnerzüchter wird, außerdem sind’s dann genau 1000 Jahre bis zum willkürlichen Ende des Mittelalters, da tut man sich mit dem Rechnen leichter…

Heinrich

FAQ:330
FAQ:330

Servus,

dabei fällt mir auf: Wo ist eigentlich die Zerstörung der Bibliothek von Alexandria (391 oder 389) in dieser Reihe?

Schöne Grüße

MM

Schau genau! :smile:
Hi MM,

lies mal genau nach. :wink:

Nein, das ist gemein. Du hast Recht, dieses Ereignis fehlte. Ich habe es nachgetragen. Da es nur einzelne „Spotlights“ sind, kann die Liste nur unvollständig sein. Aber Dein Wunsch ist mir selbstverständlich Befehl. :smile:

Cheers, Nike

Wann beginnt das Mittelalter?
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Wann beginnt das Mittelalter?
Um 500 endet die Antike bzw. beginnt das Mittelalter; Übergangsphase

  • – 70 Jahre

Ereignisse, welche das Ende der Antike (+ Kreuz) bzw. den Beginn des
Mittelalters (* Stern) markieren

242 starb in Alexandria der Philosoph Ammonios Sakkas. Er hatte
seinen Neuplatonismus in Alexandria (Ägypten), der bedeutendsten
griechisch-römischen Universität gelehrt. Weil Ammonios aber nichts
Schriftliches hinterliess, gilt sein Schüler Plotin (um 205 – 270),
auch ein Ägypter, als der eigentliche Erschaffer dieses letzten
grossen Systems der antiken Philosophie. Der N. basiert auf den
Lehren Platons, deutet Platon aber vielfach anders, als dieser sich
selbst verstanden haben dürfte. Insbesondere bereitet er das
Christentum vor, indem er lehrt, einen Text geistig zu verstehen; die
sichtbare Welt ist Abbild einer geistigen Welt.
312 liess sich der römische Kaiser Konstantin christlich taufen; das
Christentum wurde privilegiert, später Staatsreligion – mit
öffentlichen Verwaltungsaufgaben. *
317 wurde an der Synode von Karthago (Tunesien) der Kanon der
biblischen Schriften beschlossen. *
325 beschloss das Konzil von Nicäa (bei Konstantinopel) unter Kaiser
Konstantin das erste christliche Glaubensbekenntnis. Das Christentum
wurde Staatsreligion.*
375 wanderten germanische Stämme, die vor den Hunnen flohen, ins
Römische Reich ein; die Einwanderung hatte bereits um 200 eingesetzt.
*
393 fanden in Griechenland die letzten Olympischen Spiele der Antike
statt. +
395 entstand ein geteiltes Römisches Reich unter einem West- und
einem Ostkaiser. *
400 ca. entstand (wohl in Rom) die älteste bekannte Bibel als Buch
(Quedlinburger Itala-Fragmente); Bücher ersetzten die antiken
Schriftrollen. *
401 beendete Augustinus sein Hauptwerk DE TRINITATE. Seine Erfindung
der Dreieinigkeit ist nochmals eine Anknüpfung an die griechisch-
antike-neuplatonische Philosophie. Einige Historiker und Theologen
vertreten Ansicht, dass Augustinus bei der Entwicklung seiner Lehren
stark vom Manichäismus und Neuplatonismus beeinflusst war und viele
seiner Ideen biblisch nicht haltbar seien. Augustinus fand den Weg
von der Philosophie zur Theologie, einer Theologie der Gnade. Damit
war er massgeblich an der inneren Ausrichtung der christlichen Kirche
beteiligt.
406 fielen die germanischen Vandalen ins weströmische Gallien ein. *
415 wurde die antike neuplatonische Philosophin Hypatia in Alexandria
(Ägypten) von Christen gesteinigt. *
431 erhob das Konzil zu Nicäa Maria zur Gottesgebärerin; Nestorius,
der Patriarch von Konstantinopel, erhob heftigen Widerspruch, da es
sich dabei um eine heidnische Muttergöttin handle (dass Maria durch
Gott statt durch einen Menschen schwanger geworden sei, störte ihn
offenbar nicht) und spaltete sich mit seinen Anhängern ab.
439 eroberten die Vandalen unter König Geiserich Karthago (Tunesien)
und begründeten in der Folge das Vandalenreich, welches sich zu einer
Seemacht entwickelte – als einziges der germanischen Reiche; 455
plünderten die Vandalen Rom. *
445 verlieh der weströmische Kaiser Valentinian III. den Erlassen von
Papst Leo I. Gesetzeskraft; Leo I. übernahm vom römischen Kaiser den
Titel PONTIFEX MAXIMUS; der Primat der Kirche bzw. des Papstes war
erreicht. *
452 wurde das Baptisterium im oströmischen Ravenna beendet (für
Massentaufen); frühchristliche Mosaiken. *
476 wurde der weströmische Kaiser Romulus Augustulus durch Odoaker,
einen römischen Offizier (MAGISTER MILITUM) germanischer Abstammung,
abgesetzt; Odoaker behielt die zentralen Verwaltungsstrukturen und
die römischen Gesetze bei. +
480 starb mit Julius Nepos der letzte weströmische Kaiser; Ende des
weströmischen Kaisertums. +
483 San Stefano Rotondo in Rom beendet – ein Zentralbau im antiken
Stil. +
498 liess sich der Frankenkönigs Chlodwig I. christlich taufen; seine
Franken mussten sich auch taufen lassen. *

500 ca. endet die Antike bzw. beginnt das Mittelalter; Übergangsphase

  • – 70 Jahre

500 bis 550 entstanden in Ravenna, der Hauptstadt Ostroms,
frühchristliche (also mittelalterliche) Kirchen mit prächtigen
Mosaiken. *
500 Dionysius Areopagita aus Syrien verband erstmals das Christentum
mit neuplatonischer Philosophie und hatte damit grossen Einfluss auf
die Mystiker des Mittelalters. *
502 endete die antike Friedensperiode zwischen West- und Ostrom; sie
hatte seit 387 weitgehend gehalten, nicht zuletzt wegen des
gemeinsamen Kampfes gegen die Vandalen. +
528 bis 534 liess Justinian I. das sog. Römische Recht ausarbeiten. *
529 schloss Justinian I. in Athen die Platonische Akademie und
beendete damit die antike neuplatonische Tradition; 524 war mit
Boëthius der letzte Philosoph der Antike gestorben. +
529 schrieb Benedikt im Kloster von Monte Cassino (1. Kloster der
Benediktiner) die nach ihm benannte Mönchsregel vor; vor allem die
Benediktiner verbreiteten das Christentum in Westeuropa; die Klöster
wurden die neuen Kulturträger. *
534 zerschlug der oströmische Feldherr Belisar das Vandalenreich. +
541 bis 544 wütete im Mittelmeerraum eine Pandemie, wahrscheinlich
die Beulenpest; 25% Tote. +
557 und 570 brach die Pest erneut aus. +
565 starb der oströmische Kaiser Justinian I.; seine Regierungszeit
bildete eine Brücke zwischen oströmischer und byzantinischer
Tradition, somit zwischen Antike und Mittelalter; die germanischen
Einwanderer blieben bis 568 Untertanen der oströmischen Kaiser. +
568 fielen die Germanen unter dem Langobarden-König Alboin in
Norditalien ein; damit endete die Antike. +
586 entstand das Rabula-Evangeliar – als Buch, mit frühbyzantinischer
(mittelalterlicher) Illumination; unverkennbar islamischer Einfluss.
*
590 bis 604 war Gregor I. Papst; er schrieb den Titel „Papst“ für den
Bischof von Rom vor. *
591 setzte man in fränkischen Kirchen erstmals Fenster aus Glas ein.
*
600 bis 732 breiteten sich die Araber und damit die islamische Kultur
von der arabischen Halbinsel ins ehemalige Römische Reich aus – nach
Nordafrika, Spanien, Palästina, Syrien und Persien. *
622 flüchtete Mohammed von Mekka nach Medina (Saudi-Arabien); von
hier breitete sich der Islam im Mittelmeerraum aus; das Christentum
empfand die neue Religion als Bedrohung. Die islamische Kultur hatte
im Mittelalter im christlichen Europa einen dominanten und prägenden
Einfluss. *
732 drängte der fränkische Hausmeier Karl Martell die Araber mit
Panzerreitern hinter die Pyrenäen zurück; seine Panzerreiter waren
die Vorläufer der Ritter; in Spanien entwickelten die Araber eine
hoch stehende mittelalterliche Kultur. *
760 wurden römische Gesänge ins Frankenreich importiert und dort zum
mittelalterlichen „Gregorianischen Choral“ umgeformt (Pentatonik,
ohne Metrum). *
1212 begann die Verdrängung der Araber aus Spanien; die Prägung durch
die islamische Kultur blieb weit gehend erhalten.

© Rolf Oberhaensli Lucerne

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Wann endet das Mittelalter?
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Wann endet das Mittelalter?
1500 endet das Mittelalter und beginnt die Neuzeit; Übergangsperiode

  • – 25 Jahre. Im Mittelalter etabliert die christliche Kirche alles
    durchdringende Machtstrukturen; ihre Wissenschaftsfeindlichkeit
    richtet sich vor allem gegen das griechisch-antike Weltbild. Dieses
    wird abgelöst durch den Einfluss der in fast allen Bereichen hoch
    überlegenen islamischen Kultur. Erst die Reformation stellt die
    Vormachtstellung der päpstlichen Kirche in Frage und leitet damit
    endgültig die Neuzeit ein.

Ereignisse, welche das Ende des Mittelalters bzw. den Beginn der
Neuzeit (Stern*) markieren:

1321 beendete Dante in Florenz seine DIVINA COMMEDIA; er wollte dem
allgegenwärtigen Koran (Himmelfahrt Mohammeds) etwas Gleichwertiges
entgegensetzen.
1450 ca. entwickelte Gutenberg den Buchdruck mit Lettern. *
1453 eroberten die Byzantiner Konstantinopel (heute: Istanbul) und
damit das osmanische Reich, was in Westeuropa als VERLUST des letzten
„antiken“ Reiches empfunden wurde (Ende der Antike um 500!).
Auswanderer und Flüchtlinge aus dem osmanischen Reich prägten mit
ihrer islamischen Kultur das christliche Europa; sie begründeten die
Renaissance mit. *
1470 erreichten portugiesische Seefahrer Guinea in Südamerika. *
1474 beendete Ficino aus Florenz seine neuplatonische THEOLOGIA
PLATONICA, welche die Unsterblichkeit der Seele beweisen sowie
Christentum und platonische Philosophie in Einklang bringen soll.
Wiederbelebung des Neuplatonismus, Wiedergeburt des antiken Geistes =
Renaissance. *
1480 besetzten osmanische Auswanderer Otranto (Italien) und
kontrollierten damit die Ausfahrt der Adria. *
1483 ereichten portugiesische Seefahrer Angola in Afrika. *
1484 wurde Maximilian I, „der letzte Ritter“, zum „REX ROMANORUM“
bestimmt. *(Anspruch auf die Nachfolge der antiken römischen
Cäsaren.)
1486 liess Papst Innozenz VIII. 13 von 900 neuplatonischen Thesen von
Pico de Mirandola als häretisch erklären, worauf Pico nach Frankreich
fliehen musste.
1492 kapitulierte der letzte arabische Herrscher in Spanien. *
1492 landete Kolumbus in Nordamerika. *(Die Handelsrouten im
osmanischen Reich waren blockiert; die Suche nach „neuen“ Seewegen
wurde fortgesetzt.)
1494 begann in Westeuropa die wirtschaftliche Dominanz der Fugger aus
Augsburg. *
1497 beendete Leonardo das „Abendmahl“. *(Frühe Anwendung der
Zentralperspektive.)
1498 beendete Dürer in Venedig sein Selbstporträt (mit offener
Landschaft). *
1498 wurde Michelangelos „David“ in Florenz aufgestellt. *(Ziel: Die
antike griechische Bildhauerkunst sollte wieder erreicht bzw.
übertroffen werden.)

1500 endet das Mittelalter und beginnt die Neuzeit; Übergangsperiode

  • – 25 Jahre

1508 begann der Aufstieg der Fugger zur wirtschaftlichen Weltmacht
(Petersdom, Ablasshandel, päpstliches Münzregal). *(Erste
weltumspannende Handelsgesellschaften.)
1508 krönte sich Maximilian I. in Rom zum deutschen Kaiser. *
(Anspruch auf die Nachfolge der antiken römischen Cäsaren.)
1512 beendete Michelangelo die Decke der Sixtinischen Kapelle. *
1513 beendete Raffael die „Sixtinische Madonna“. *
1513 wurde Leo X., ein Medici, Papst, ein Dreizehnjähriger - ohne
Priesterweihe. (Auch von der Kirche wurde offenbar der Anspruch auf
die Wiedererrichtung des antiken römischen Kaisertums betont.)
1515 ca. beendete Grünewald den Isenheimer Altar in Colmar. *
1515 wurde François I. König von Frankreich *(Begründung des
Absolutismus.)
1516 beendete der Venezianer Tizian das Riesengemälde „Mariae
Himmelfahrt“. *
1517 begann die Dominanz des Florentiner Clans der Medici in
Westeuropa. *
1517 publizierte Luther in Wittenberg seine Disputationsthesen. *
(Ziel: Wiederbelebung des Christentums der Spätantike.)
1530 wurde Karl V. von Papst Clemens VII. in Bologna zum Kaiser
gekrönt; dies war die letzte Krönung eines Kaisers des Heiligen
Römischen Reichs durch den Papst; die absolutistischen Kaiser der
Neuzeit betrachteten sich als Herrscher von Gottes Gnaden, nicht von
Papstes Gnaden. *

Der Beginn der Neuzeit wird im Wesentlichen durch Versuche, die
(neuplatonische) Antike wieder zu beleben, charakterisiert. Die
mittelalterlichen christlichen Machtstrukturen wurden nun als
Behinderung des Fortschritts wahrgenommen. Die Rückbesinnung auf die
Antike hingegen wurde empfunden als Wiedergeburt bzw. Renaissance.

Der Begriff Mittelalter (500 bis 1500) wurde in der Form MEDIUM AEVUM
(mittleres Zeitalter) im 14. Jahrhundert von italienischen Humanisten
eingeführt, die damit auch das Verständnis der eigenen Epoche als
Epoche der Wiedergeburt (Renaissance) begründeten.

© Rolf Oberhaensli Lucerne

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Ist das eine Masche? Eine Frage zu formulieren, und dann so oft wie möglich einen Sermon posten, der die Fragen beantworten soll?

Warte doch, bis ein anderer fragt, dann kannst du auch mit deinem Wissen glänzen!

VG
Christian

Wann beginnt und endet das Mittelalter?
Christian, ich habe die beiden Fragen von Alexander beantwortet;
inzwischen sind diese offenbar bereits archiviert worden.

Gruss
Rolf