Hallo,
wer kann die Aufgabe eines christlichen Patens gut erklären?
Wenn möglich, so, daß es im holländischen gut verständlich ist.
hier ist nur soviel bekannt, daß der Pate die Eltern unterstützt bzw. anleitet, das getaufte Kind im chrislichen (hier ev.) Glauben zu erziehen. Sollten die Eltern durch irgendwelche Ereignisse dazu nicht mehr in der Lage sein, tritt der Pate dafür für sie ein.-
Vielen Dank im voraus für Ihre Bemühungen.
Hallo,
eigentlich hast du schon die wesentlichen Punkte benannt, wobei mal allerdings die Sache mit dem Einspringen für ausgefallene Eltern kritisch betrachten muss. Sollten die Eltern z.B. durch Unfall sterben, und daher eine anderweitige Unterbringung der Kinder notwendig werden, haben die Paten weder die Pflicht, noch überhaupt ein Recht darauf, dass die Kinder ihnen zur Pflege zugesprochen werden.
Sollte in einem solchen Fall Interesse bei den Paten zur Aufhamne der Kinder bestehen und das Jugendamt die Eignung der Paten als Pflegefamilie feststellen, und es keine besser geeignete Unterbringung geben, dann wird man sicher dahin kommen, dass die Kinder von der Patenfamilie aufgenommen werden können, aber die Paten stehen sich da nicht besser oder schlechter als andere in Frage kommende Dritte.
Dabei muss man insbesondere auch an den Aspekt denken, dass bei mehreren Kindern diese üblicherweise unterschiedliche Paten haben, und ein Kind alleine auch gerne schon mal Patenonkel und Patentante bekommt, die nichts miteinander zu tun haben. Da aber inzwischen anerkannt ist, das Geschwister nach Möglichkeit gemeinsam untergebracht werden sollen, würde die Geschichte in der Realität mit einem solchen Automatismus nie hinhauen.
Ansonsten stimmt es schon, dass die Paten im christlichen Verständnis natürlich theoretisch bereit und in der Lage sein sollten, die Kinder im Notfall auch aufzunehmen. Ihre wichtigere Rolle ist aber eigentlich, dass sie die Eltern in der religiösen Erziehung unterstützen sollen, und ein zusätzlicher, außerhalb der engen Familie stehender Ansprechpartner für das Kind sein sollen.
Praktisch erschöpft sich die Rolle inzwischen aber üblicherweise auf die regelmäßigen Geschenke zum Geburtstag und Weihnachten. Und mein Bruder, der immerhin einen katholischen Pfarrer zum Patenonkel hatte, hat diesen nur alle paar Jahre mal zu Gesicht bekommen, und war ansonsten von uns Dreien immer der benachteiligte, weil er nur zu Weihnachten ein Geschenk bekam, und dies üblicherweise aus religiösen Heftchen o.ä. bestand, mit dem man Pfarrämter als Weihnachtsgabe für verdiente Mitarbeiter zuschüttet.
Gruß vom Wiz
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Doppelposting: Kultur Allgemein owT Gruß
o))
Hi hob,
Generell kann man sagen: Die Paten sind dazu da, um sich, abgesehen von den Eltern, um das Kind zu kümmern. Taufpaten sollen zusammen mit den Eltern Helfer und Partner bei der religiösen Orientierung des Kindes und Jugendlichen sein. Sie sprechen bei der Taufe stellvertretend das Glaubensbekenntnis und sind so auch Zeugen der Taufe. Im Englischen heißen Patentanten und -Onkel viel schöner und treffender „Godfather“ und „Godmother“, also die Eltern in Gott, die neben den leiblichen Eltern für das Kind da sein müssen.
Kirchlich wird damit oft das Begleiten der spirituellen Entwicklung des Kindes gemeint. Ein gutes Beispiel dafür gibt der Text, der Paten und Eltern bei einer Taufe vorgelesen wird (folgender ist einer evangelischen Schrift entnommen):
Liebe Eltern und Paten,
Sie wollen, daß Ihre Kinder getauft werden.
Damit übernehmen Sie die Aufgabe,
ihre Kinder im christlichen Glauben zu erziehen
und ihnen durch Wort und Beispiel zu helfen,
Gott und die Menschen zu lieben.
Sind Sie dazu bereit,
dann antworten Sie mit ‘Ja’!
Das birgt große Verantwortung. Weiter heißt es in diesem kirchlichen Infoblatt:
Das bedeutet die Bereitschaft, für den Täufling in allen Lebenslagen da zu sein und ihn auf dem Weg zum Erwachsenwerden zu begleiten.
Soviel zur offiziellen Definition. Nun zu meiner persönlichen Meinung.
Patenschaft wird in unserer Gesellschaft lächerlich wenig ernst genommen. Mal ein Fuffi zum Geburtstag, mal eine Karte, selten mehr, oft keinen Kontakt mehr, bevor das Kind erwachsen ist.
ich bin Patentante eines mittlerweile fünfjährigen Jungen. Für mich heißt das: Verantwortung übernehmen. Bedingungslos. Und das bedeutet:
- Ich kümmere mich um die Erziehung. Ich telefoniere mit der Mutter oder dem Vater, erkundige mich. Wenn ich etwas, was die Eltern entscheiden, für falsch halte, diskutiere ich mit ihnen darüber. Ich schreibe ihnen nichts vor, aber ich sage meine Meinung.
- Ich sorge für das Kind. Mein Kleiner lebt in Kanada, also recht weit weg. Aber ich bin mindestens alle zwei Jahre da, telefoniere regelmäßig mit ihm, schicke Päckchen - meistens deutsche Bilderbücher.
- Und, in letzter Konsequenz: Sollte den Eltern des Kindes etwas zustoßen, werde ich mein Patenkind - und seine Schwester - bei mir aufnehmen und für sie sorgen.
Derlei Gedanken machen sich die meisten Paten leider nicht. Und das finde ich sehr schade. Paten werden, das bedeutet Eltern werden, auf eine geistige Art und Weise. Und das sollte sich jeder überlegen, der so ein „Amt“ übernimmt.
Hoffe, da? das für Dich informativ war. 
Liebe Grüße,
Nike
PS: Dopelpostings sind hier nicht so gern gesehen. Am besten entscheidest Du Dich für das Brett, das Dir am passendsten erscheint.